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18 und schwanger, wie geht es jetzt weiter?

31. Juli 2017 um 22:41

Hey ihr Lieben,

erstmal ein nettes Hallo an alle!
Ich bin noch ganz frisch hier und melde mich zu Wort, weil ich einfach nicht weiß, wie ich mit der Situation umgehen soll.

Wie oben schon angekündigt bin ich 18 Jahre alt, und nun seit gut 12 1/2 Monaten mit meinem Freund zusammen. Die Beziehung läuft im Großen und Ganzen wirklich gut, und er ist auch der liebste Mensch den ich kenne, nur leider können meine Eltern das nicht so ganz akzeptieren...Sie verurteilen ihn aufgrund seines Hintergrunds und seiner Krankheit (Diabetes), mit der er schon von Kindesbeinen an dealen musste, meinten, eine Zukunft mit ihm wäre ohnehin nicht möglich, aufgrund der aufgezählten Gründe...also das Fazit: Sie sind beide schlichtweg gegen die Beziehung.
So mussten wir das ganze so gut es geht geheim halten, was nicht so stressfrei war . Nun, der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte: Ich erfuhr letzten Mittwoch (nach 2 sst und seit 2 Monaten ausbleibender Periode), dass ich schwanger bin. Und das trotz Verhütung. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich war nervlich komplett am Ende, und wusste nicht wohin mit mir.
Ich war erst 18 Jahre alt, habe erst vor kurzem mein Abitur gemacht, und wohne immernoch bei meinen Eltern. Mein Freund macht nächstes Jahr sein Fachabitur und hat auch noch ein Jahr Schule vor sich. Wir verdienen beide kein Geld, und sind beide noch finanziell von unseren Eltern abhängig. Zudem hatten wir ganz andere Pläne für die Zukunft, ich wollte Medizin studieren, möglichst früh, und er wollte nach seinem Abschluss auch ein Studium anfangen.
Die ganze Situation zerreißt einen wirklich. Zumal ich weiß, dass ich es meinen Eltern nicht sagen kann (aber muss), weil sie mich zerstückeln würden. Ich habe asiatische Wurzeln und meine Eltern sind beide sehr konservativ geprägt. Mein Vater zwar weniger als meine Mutter, aber dennoch war meine Jugend alles andere als ein Zuckerschlecken. Ich durfte kaum raus, musste immer gewissen Anforderungen gerecht werden und hatte auch sonst mit allem Möglichen zu dealen. Mich graust es einfach davor, ihnen die Wahrheit zu sagen, zumal sie nicht einmal von der Beziehung wissen, bzw ich sie in dem Glauben ließ, den Kontakt zu ihm schon längst abgebrochen zu haben...Wobei ich das unmöglich so tun könnte.

Angesichts der jetzigen Situation könnte man meinen, es sei "das beste", das Kind abzutreiben...Aber ich bin ehrlich: Ich kann das einfach nicht. In mir schlägt ein kleines Herz, und ich habe auch schon sowas wie Muttergefühle entwickelt. Dieses Baby einfach zu töten könnte ich mir niemals verzeihen, ganz gleich, ob meine Eltern in dieser Entscheidung hinter mir stehen oder nicht.
Mein Freund weiß auch schon seit Mittwoch Bescheid und meinte, er steht hinter mir, egal wofür ich mich entscheide. Bezüglich des Babys teilen wir beide dieselbe Meinung. Abtreibung wäre wirklich die absolut letzte Option, die wir in Betracht ziehen würden. Andererseits darf man eben auch die Lage nicht aus dem Blick verlieren.
Ich bin so zwiegespalten...und das macht mich psychisch einfach komplett fertig. Ich hatte die letzten Tage kaum Appetit auf irgendwas und fühle mich einfach nur noch kraftlos.

Jetzt, nach dem ewig langen Roman, endlich meine Fragen an euch:



- Meint ihr es ist möglich, Baby und Studium unter einen Hut zu kriegen? Und bekommt man in so einer Situation auch finanzielle Unterstützung, z.B. vom Jugendamt?
- Befand sich jemand mal in einer ähnlichen Situation und kann mir berichten, wie er diese damals bewältigen konnte?

Vielen Dank schonmal für alle Tipps und Erfahrungsberichte, die ich lesen darf!

Mfg

Thabee


 

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1. August 2017 um 9:02

herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft.
​Ja, ein Studium mit Kleinkind ist möglich, allerdings alles andere als leicht. Aber du kannst das auf jeden Fall schaffen. Such dir Beratungsstellen und dann bleib erstmal bei deinem Baby. Für das Studium wirst du lange Betreuungszeiten brauchen und es ist wirklich nicht einfach ein Säugling lagen von sich zu trennen, also plane ersteinmal eine Babypause ein.
Deni Freund und du, müsst einfach sparsam leben. Das Baby braucht am Anfang nicht viel und vieles kannst du auf Flohmärkten kaufen. Euer entspanntes Leben fängt dann halt mit 30 an. Dann seid ihr beide mit dem Studium fertig, verdient gutes eld und euer Kind ist schon so groß, dass ihr ganz viele tolle Sachen machen könnt.
​Es gibt tolle Projekte, die junge Familien unterstützen. Du hast jetzt noch etwas Zeit eh das Kind kommt, mach dich in Ruhe schlau und dann wird sich alles andere ergeben.
​Alles Gute

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1. August 2017 um 10:48
In Antwort auf bernadotte2punkt0

herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft.
​Ja, ein Studium mit Kleinkind ist möglich, allerdings alles andere als leicht. Aber du kannst das auf jeden Fall schaffen. Such dir Beratungsstellen und dann bleib erstmal bei deinem Baby. Für das Studium wirst du lange Betreuungszeiten brauchen und es ist wirklich nicht einfach ein Säugling lagen von sich zu trennen, also plane ersteinmal eine Babypause ein.
Deni Freund und du, müsst einfach sparsam leben. Das Baby braucht am Anfang nicht viel und vieles kannst du auf Flohmärkten kaufen. Euer entspanntes Leben fängt dann halt mit 30 an. Dann seid ihr beide mit dem Studium fertig, verdient gutes eld und euer Kind ist schon so groß, dass ihr ganz viele tolle Sachen machen könnt.
​Es gibt tolle Projekte, die junge Familien unterstützen. Du hast jetzt noch etwas Zeit eh das Kind kommt, mach dich in Ruhe schlau und dann wird sich alles andere ergeben.
​Alles Gute

sorry, für die vielen Tippfehler

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1. August 2017 um 11:13

Glückwunsch auch von mir!
Deine Einstellung finde ich toll, und dass dein Freund hinter dir steht, auch sehr gut!

Zu deinen Fragen:
1) Ja, das geht. Wir hatten das gemacht, ein Kollege von mir war in ähnlicher Situation.
Es ist nicht einfach. Und einige Jahre wird's so bleiben  
Aber das ist eine (trotz allem) sehr schöne Zeit, an die ich mich gern erinnere.
Wir bekamen damals Sozialhilfe, komplett als Familie.

2) Das mit den "Einstellung der Eltern" war bei und ganz anders. Ansonsten waren wir auch 2 Studenten, ohne etwas hinter dem Rücken, außer rosaroter Brille und dem Wunsch, das Beste zu erreichen
Alles hier zu schreiben wird schnell zuviel.
Wenn etwas konkretes - gern.

Und viel Glück euch (drei?)

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1. August 2017 um 20:39

Hi,
ich bin eine studierende Zwillingsmami und kann dir nur empfehlen das kind zu kriegen. Du sagst ja selbst dass du eig. Nicht abtreiben willst. Studium und Kinder sind extrem anstregend, aber im großen und ganzen gut zu wuppen. Organisation ist das a und o. 
Meine Schwangerschaft war geplant und ich würde es immer wieder so machen .

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1. August 2017 um 22:24

Ich war 19 bei der Geburt meines Kindes...als er 2 war, hab ich angefangen, Jura zu studieren und das auch ziemlich gut abgeschlossen.  Ich fand nicht, dass es mit Kind großartig schwieriger war, allerdings war es eher ein Anfängerbaby 😉ich wollte immer zeitig ein Kind, im Nachhinein finde ich allerdings, dass man mit Ende zwanzig einfach reifer ist. Aber was passiert ist, ist passiert und kein Grund, ein baby abzutreiben. Jung Mutter zu sein, hat auch viele Vorteile und deine Einstellung wird eine andere sein in vielen Dingen als bei einer 35 jährigen.  Das ist manchmal auch für das Kind besser . Mein Sohn ist jetzt 16, macht bald Abi, raucht nicht und ist sehr selbständig...alles hab ich also nicht verkehrt gemacht 😉
Mit 34 hab ich noch ein Kind bekommen und natürlich ist das was ganz anderes, was aber nicht unbedingt besser heißt.  Selbstverständlich sind unsere finanziellen Mittel heute andere, aber kleinkinder kann man auch mit wenig glücklich machen.  Richtig teuer werden die erst so ab der 5. Klasse...teure Klassenfahrten, teure Hobbys, fressen einem die Haare vom Kopf 😉... bis dahin bist Du lange fertig mit deinem Studium. 
Freu dich auf dein Kind...die Gedanken, die du dir machst, zeigen, dass du eine gute Mama werden wirst😊

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2. August 2017 um 0:31

Zuerst herzlichen Glückwunsch!

Zu deinen Fragen, erstmal ja ich denke es ist möglich ein Kind und ein Studium unter einen Hut zu bringen. Ich habe zwar nicht medizin studiert und mein Freund befand sich auch nicht mehr im Studium, aber ich kann dir ja trotzdem mal berichten.

Ich war 19 als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin und war mitten in meinem Studium. Als mein Sohn auf die Welt kam war ich 20 und ich hatte noch ungefähr 1 1/2 Jahre vor mir. Ich habe während der Schwangerschaft noch so viel wie möglich gelernt damit ich dann die Prüfungen von diesem Semester noch abschließen konnte. Dann hatte ich einen Monat sowieso frei, da hatte ich wahrscheinlich Glück, aber ich bin trotzdem noch einen  Monat weiter zu Hause geblieben. Die Aufschriebe habe ich mir von Freunden geholt und abgeschrieben, hauptsächlich wenn der Kleine schlief oder mein Freund Abends zu Hause war. Manche Vorlesungen konnte ich mir auch online anschauen, ich weiß nicht wie das bei euch ist, außerdem werden die Präsentationen bei uns auch fast immer online gestellt. Dann bin ich wieder zur Uni und auch wenn du keine Unterstützung von deiner Familie hast werden du und dein Freund vielleicht nicht immer gleichzeitig Vorlesungen haben. Ich habe meinen Sohn auch manchmal in die Uni mitgenommen. Vielleicht unterstützt dich deine Familie aber doch und hilft dir mit der Betreuung. Was ist mit der Familie von deinem Freund?
Letztendlich habe ich es geschafft ohne lange Pause zu machen mein Studium vor kurzem abzuschließen. 

Leider kann ich dir bezüglich finanzieller Unterstützung nicht viel sagen, da ich nicht in Deutschland lebe. 

Ich wünsche euch alles Gute und drücke die Daumen. 

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2. August 2017 um 14:36

Herzlichen Glückwunsch!

schade dass deine Eltern so sind, wie sie sind. 
Lieber jung Mutter werden, als ungewollt gar nicht.. Du schaffst das! Es wird schwieriger, aber so lange du den Faden nicht verlierst und deinen Weg gehst, kannst du alles schaffen!

eines nur: ich würde, wäre ich in deiner Situation, meinen Eltern erst was sagen, wenn du dich wirklich entschieden hast und noch einige Zeit später... Wenn es quasi nicht mehr zu verbergen ist. Du hast so Zeit dir sicher zu sein und so musst du von vornherein auftreten : Stark!
du bist nun mal erwachsen und lebst dein Leben allmählich selbst. 
Alles wird gut! Du und dein Kind und dein Freund zählen! 

Alles gute !!!!

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2. August 2017 um 17:51

Wenn Du Dich innerlich gegen einen Abbruch sträubst, solltest Du auf Dein Gefühl hören und das Kind behalten.
Wie stehen denn seine Eltern dazu?
Und erkundigt Euch am besten jetzt schon beim Studentenwerk nach Unterstützung, vielleicht gibt es Wohnheimplätze für Familien, Uni- Kitas oder sonstige Hilfen. Ist Medizin noch ein ZVS-Fach mit zentraler Zuweisung einer Uni? Dann könntest Du evtl versuchen, bevorzugt am Heimatort einen Platz zu bekommen, soweit ich weiß gilt dies für Familien, evtl. Auch für Schwangere?

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2. August 2017 um 21:05

Solange du noch kein eigenes Geld bekommst und in Ausbildung (Schule/ Uni), sind deine Eltern so sie nicht zu arm dafür sind, verpflichtet, dich bis 25 finanziell zu unterstützen, ob sie wollen oder nicht. Du kannst dir diese Hilfe auch einklagen. Wo sie zu Arm sind hast du im Notfall Anrecht auf Bafög, solange du noch zur Schule gehst auch etwas analoges für Schüler. Am besten lässt du dich da beim Studentenwerk oder direkt im Amt für Ausbildungsförderung beraten.

Was Beihilfen für das Kind angeht ist einerseits Pro-Familia eine gute Möglichkeit, andererseits sind (da du das Kind ja eh behalten willst) auch die kirchlichen Beratungsstellen gute Ansprechparttner die dich da weiter vermitteln können.

Studium mit Kind ist (zumindest sobald es abgestillt ist) absolut möglich - ich habe mehrere Freunde die im Studium schon Kinder bekamen - aber nicht an jeder Uni gleich gut. Da gilt es sich früh über die örtlichen Bedingungen zu informieren. Schreib einfach die verschiedenen Unis die du im Kopf hast frühzeitig an wie es bei denen ist, frag aber auch nochmal  bei den lokalen Studentenräten, Asten etc. nach, da die da oft ehrlicher sind als die Unis, die ja auch werben müssen, irgendwo.

Und hey, ich finde es gut, dass du dich für das Kind entscheidest. Das ist schonmal ein Zeichen von Stärke. Kopf hoch! Den Rest packst du auch.

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