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21 Monate -Nerven liegen blank

4. Januar 2015 um 13:34

Ich bin am Ende und weiß nicht mehr wie ich es meiner Tochter recht machen soll

Sie ist unser zweites Kind (die Große ist 5 Jahre alt). Sie ist sehr temperamentvoll, laut, wild, eigensinnig, will immer mit dem Kopf durch die Wand.

Sie stellt innerhalb kürzer Zeit das gesamte Haus auf den Kopf. Beim Essen fliegt das was sie nicht möchte quer über den Tisch, Becher landen auf dem Boden. Sind wir unterwegs rennt sie weg, schreit, im Kiwa ist sie noch nie sitzen geblieben, im Auto schnallt sie sich regelmäßig ab. Setzt ich mich mit ihr hin zum spielen, interessiert sie das nicht. Alles andere ist schöner (Telefon, Fernbedinung, alles was halt so rumliegt). Klettern, hüpfen, Haustür öffnen und abhauen sind momentan ihre Lieblingsbeschäftigungen. Ich kann sie keine Sekunde aus den Augen lassen !!!

Essen gehen ist mit ihr die absolute Qual. hab das Gefühl alle schauen uns an

Ich bin mir ihr zu Hause, beschäftige mich viel mit ihr, muss aber natürlich auch meinem Haushalt und Nachmittags meiner großen gerecht werden. Ich schimpfe viel mit ihr, obwohl ich es gar nicht möchte.

Mein Mann hat immer alles runtergespielt, unter der Woche sieht er sie kaum, da er viel arbeitet. jetzt über Weihnachten bekommt er sie mal so richtig zu spüren... Heute hat er sich bei mir entschuldigt, die Kleine ist soooooooooo anstrengend ((((((

Mir zerreißt es das Herz so über mein Kind zu schreiben, aber ich bin am Ende und Suche verzweifelt nach einer Lösung, dieses Kind zufrieden zu stellen

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4. Januar 2015 um 13:46

Hm
Vllt mal richtig auspowern? In den wald gehen und sie einfach mal rennen lassen. Und wenn es den ganzen tag ist vllt ist sie unausgeglichen. Oder beim kinderturnen anmelden. Irgendwas machen was sie ein bisschen erledigt. Vielleicht hilfts

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4. Januar 2015 um 14:29

Ja,
wir machen viel, aber nicht wirklich für sie!

Da wir im Ausland leben bin ich mit den Mädels alleine. Die Kleine muss überall mit hin. Die Große in den Kiga bringen und abholen, zum Turnen, zum Schwimmen, zum Einkaufen, teilweise zu Arztterminen. Im Winter ist es oft hektisch, immer wieder an und ausziehen, öfter musste ich sie vom Mittagsschlaf wecken, weil wir Termine hatten. Über Weihnachten waren wir mit meinen Eltern in den Bergen, jetzt wieder ein paar Tage nur wir 4 unterwegs, dann noch Silvester dazwischen...

Die nächsten 5 Monate sind wir zu Hause. Vielleicht beruhigt sie sich da etwas. Allerdings haben wir immer wieder Besuch von Familie oder Bekannten, das bringt sie auch immer doll durcheinander.

Türe abschließen, Fernbedienung, Telefon USW hochstellen mache ich schon lange, aber man denkt halt auch nicht immer dran.

Ich habe bemerkt, dass sie ein sehr sensibles Kind ist, das Veränderungen sehr doll spürt. Sie war als Baby schon sehr unruhigen, hat viel geschrien. Jetzt schläft sie gut und viel, aber sie hat keinen festen Schlaf.

Mein Mann versteht das nicht, da unsere Große ein total unkompliziertes Kind ist, die immer und überall dabei war und alles mitgemacht hat.

danke für eure Ratschläge

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4. Januar 2015 um 14:49

...
Hi du,

ich glaube, zum Teil kann ich nachvollziehen wie es dir geht.
Mein Grosser (jetzt 6) war/ist ein ähnliches Kaliber. Grosser Bewegungsdrang, viel Power - gepaart mit Stursinn und einigermassen viel Intelligenz. Eine sehr herausfordernde Mischung, aber auch eine ganz tolle!!
Die schlechte Nachricht: Der Energielevel unseres Kindes ist auch jetzt mit 6 immer noch so hoch.
Die gute Nachricht: Unseren Erfahrungen nach ist auch ein wildes Kind mit viel Energie zu zügeln. Und es wird mit dem Alter besser, weil die Kinds dann ja mehr Einsichtsfähigkeit entwickeln.

Bei uns hat geholfen:
- Täglich rausgehen, auspowern lassen, und zwar bei jedem Wetter. Rennen lassen, keinen Kinderwagen einplanen. Wir haben unseren Kinderwagen ab dem Alter von 6 Monaten nur noch benutzt wenn wir irgendwo von A nach B mussten. Ab dem Zeitpunkt konnte er sich nämlich selber fortbewegen und Kinderwagen war blöd. Während andere Muttis fröhlich mit Kinderwagen spazieren waren, lag ich mit meinem Sohn im Garten im Gras und hab zugesehen, wie er Klee aus unserem Rasen zupft...
Auch heute noch merke ich, wie unser Sohn nach dem Abendessen anfängt Unsinn zu machen (raufen, kämpfen, Sofa hüpfen,...) wenn wir nicht lang genug draussen waren.
Und ich will nicht wissen wieviele Leute hier im Dorf mich für meschugge erklärt haben, wenn ich im Regen mit grossem Kind und Baby im Kinderwagen (der kleinen Schwester) spazieren gegangen bin. Jetzt spielt er Fussball und geht ein Mal die Woche Kinderturnen, das tut ihm gut. Das beste Spielzeug das wir für unsere Kids angeschafft haben, ist unser Trampolin.
- Kindergarten. Klingt blöd, aber: Gerade mit noch ner kleinen Schwester wäre ich dem Bedürfnis meines Kindes nach Auspowern und Futter für den Kopf nie richtig nachgekommen. Und mein Sohn kam auch voller Energie aus dem Kiga heim, selbst nach dem wöchentlichen Waldtag. Hapüh... Sicherlich kein "Muss", aber bei uns eine Hilfe (und kein Abschieben, denn Nachmittags gings ja weiter...)
- Konsequent sein. Sehr. Mein Grosser treibt jede Konfliktsituation bis zum Letzten, fast immer, auch heute noch. Oft kann ich sowas nur Stoppen indem ich Konsequenzen androhe (also "sinnvolle Strafen", z.B. Trinkbecher wegnehmen wenn der umgeworfen wird o.ä.) Ich hab immer darauf geachtet, dass ich auch mache was ich androhe - mit der Folge, dass er weiss, was er sich "einhandelt", wenn er nicht irgendwann aufhört, und es dann meist von selber lässt.
Damit bin ich nicht immer zufrieden, ich würde Konflikte gerne immer über Einsicht/Verständnis lösen - aber nach dem 2.,3. Mal erklären ist dann Schluss. Er ist einfach stur und gibt nicht nach, ausser er muss.
- Bei uns hilft fast nur "Learning by doing". Er glaubt uns einfach nicht, dass Knete austrocknet, wenn man sie zu lange nicht eingepackt liegen lässt. Dann muss er es eben rausfinden und hat eben erstmal ne Weile keine Knete mehr. Ich versuche ihn also so viele Dinge wie möglich selbst entdecken zu lassen, nur dann scheint sich das auch irgendwann mal in seinem Kopf "festzusetzen", was funktioniert und was nicht. Lernen durch Erklären klappt bei uns leider eher wenig.

Vielleicht machst du dir auch zuviel Druck, sie immer "zufrieden stellen" zu müssen? Ich glaube, gerade ein Kind mit viel "Willensstärke" (O-Ton der Erzieherinnen meines Sohnes ) braucht und sucht auch immer wieder Grenzen...!

Ich wünsche dir weiterhin viel Durchhaltevermögen!!

Tiri

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