Home / Forum / Mein Baby / 3,5 Monate nach der Geburt immer noch traurig

3,5 Monate nach der Geburt immer noch traurig

5. Oktober 2014 um 15:04

Hallo,

ich habe einen ungeplanten Kaiserschnitt gehabt und diesen auch nicht gewollt.
Es vergeht immer noch kein Tag an dem ich nicht alles im Kopf durchgehe und denke ob ich nicht etwas hätte anders machen können. Ich muss dann immer weinen.

Wird das irgendwann besser? Ich liebe meine kleine, damit habe ich keine Probleme und ihr geht es super. Aber es tut einfach alles so unendlich weh und ich will das endlich hinter mir lassen.

Mehr lesen

5. Oktober 2014 um 15:24

Hey
Ich hatte auch 2 notkaiserschnitte,bei dem grossen mit vollnarkose weil die andere Narkose nicht stark genug gewirkt hat und ich den Schnitt gemerkt habe. nach der Narkose ging es mir richtig schlecht und ich habe gar nicht realisiert dass das in meinem arm mein Kind ist. ich hatte vorher 18 Std wehen und wollte es auch zuerst normal versuchen,im Nachhinein bin ich mit meinem Kaiserschnitt aber total zufrieden gewesen,die Narbe war schnell verheilt und ich konnte am gleichen Tag noch aufstehen und laufen. beim 2.kind wollte ich einen wunschkaiserschnitt,aber auf Grund einer ss-vergiftung wurde es dann ein verfrühter notkaiserschnitt, allerdings war ich da wach und fand es soooo toll. ich fand die 18std wehen ehrlich gesagt viel schlimmer als den Kaiserschnitt!! ich stille Zb meinen kleinen jetzt 2 Jahre und bin darauf super stolz. Es hat bei dir nicht geklappt mit der normalen Geburt,ja und?? deshalb bist du doch keine schlechtere mutter!!! du hast dein baby trotzdem 9 Monate im Bauch getragen und wirst es noch dein ganzes leben beschützen,wen interessiert es da noch wie es raus kam?!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Oktober 2014 um 7:18

Hallo Kuschel,
mir ging es ganz genauso wie Dir und ich musste ein ganzes Jahr lang weinen wenn ich an den Kaiserschnitt gedacht oder gar davon erzählt habe.
Nun stehe ich erneut vor der Entbindung und meine Hebamme bekommt meine KS-Tränen erneut in vollem Ausmaß ab.

Sprüche von Anderen wie "sei froh dass Dein Kind gesund ist!" usw....helfen Einem überhaupt nicht weiter.

Ich kann Dir leider nur sagen dass es mit der Zeit besser wird,aber immer negativ behaftet im Kopf bleibt. Vielleicht hilft Dir das Buch "Kaiserschnitt und Kaiserschnitt Mütter". Ich habs gelesen und fand es sehr hilfreich.
Alternativ könntest Du eine Bindungsanalyse oder eine Geburtsaufarbeitung anstreben.

Ich wünsche Dir Alles Liebe!

LG
Toni (34.ssw)

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Oktober 2014 um 8:20

Hallo,
Mein kleiner Mann kam vor 2 Jahren ebenfalls per ks zur Welt. Ich hatte eine schwere eklampsie und hellp Syndrom und so mussten sie den Zwerg fünf Wochen zu früh raus holen. Das ging alles so schnell und keiner hat mich vorher so richtig informiert was überhaupt los ist. Dann war das baby da wurde aber direkt weg gebracht und nach der Behandlung in ein kinderkh mit neo intensiv gebracht. gesehen habe ich ihn dann erst Tags drauf,gehalten erst nachdem er aus dem Koma gewecht wurde. Fünf Tage nach seiner Geburt.
Diese gesamte Situation hat mich lange schwer beschäftigt. Sehr schwer. Fünf Monate lang war jeder Krankenwagen,mein mutterpass oder eine Frage zur Geburt Grund mir tränen in die Augen zu treiben. Ja,mein baby hat überlebt und ist gesund. Ich ebenfalls. Aber das macht das alles nicht weniger traumatisch. Lass die Gefühle zu und rede drüber. Mir hat das sehr geholfen. Versuch diesem Thema ab und an bewusst Raum zu geben,damit es nicht permanent zur Beeinträchtigung wird.
Bei mir hat es aufgrund von Komplikationen fast ein Jahr gedauert bis meine narbe nicht mehr weh getan hat. Ungefähr so lange habe ich auch ab und zu ordentlich zu knabbern gehabt. An seinem 1. Geburtstag war mir nur zum heulen zu mute und ich hab mich so schlimm gefühlt,weil es ihm gegenüber nicht fair war. Im vergangenen letzten Jahr ging es mir gut,ich habe kaum über die Geburt geredet. Dann kam der 01.10. und wieder jährt sich das ganze. Der Tag der Einweisung, die schmerzen, die Ungewissheit und schließlich der 04.10. Der Tag seiner Geburt. Tja am 03. diesen Jahres habe ich ordentlich geheult. Kurz.Es kam halt so über mich. Aber an diesem Geburtstag habe ich nur mittags mit meiner quasi-schwägerin drüber geredet und danach versucht das vergangene komplett auszublenden. Es hat geklappt
Lass die Gefühle zu. Aber lass nicht zu dass sie dir das JETZT zerstören. Ihr habt es überstanden und du hast ein wundervolles Kind. Es ist okay ab und an darüber zu reden,den schmerz nochmal zu spüren. Aber lass nicht zu dass er allgegenwärtig wird.
Mit der Zeit wird es leichter werden glaub mir

LG

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Oktober 2014 um 8:35

Spontan Geburt
ohne schlimmen Komplikationen aber es hätte besser laufen können ich hatte eine furchtbare Hebamme und schlimme Schmerzen.
Ich habe ziemlich genau ein Jahr gebraucht um darüber hinweg zu kommen, bin die Geburt fast täglich in Gedanken nochmal durch gegangen etc. Habe Bücher gelesen (die Gewalt des gebärens etc)
Und urplötzlich habe ich Frieden damit geschlossen und Heute geht es mir gut damit, ändern kann es sowieso niemand mehr.
Finde deinen Frieden, gibt dir Zeit und alles Gute.
lg Mala

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Oktober 2014 um 14:53

Traurig sein zulassen
Wenn ich Deinen Text lese, dann freut es mich vor allem zu hören, dass Du Deine Kleine sehr lieb hast -
Ich hatte ebenfalls einen Notkaiserschnitt - wollte ihn nicht - sie haben es trotzdem gemacht - vorher eine gruselige menschunwürdige Betreuung. Darum kenne ich genau diese Gedankenspirale: "Wenn ich doch darauf bestanden hätte, dass ich aufstehen darf, wenn ich darauf bestanden hätte, etwas trinken zu dürfen..., wenn ich doch in eine andere Klinik gegangen wäre." Wenn Dir das Gefühl "geretten worten zu sein" hilft, dann halte unbedingt daran fest. Dies kann - so weiß ich von anderen Müttern (traumatische Geburten-Stammtisch) sehr tröstend sein. Mir hat es leider nicht geholfen, weil ich nicht das Gefühl hatte, mir hätten die Menschen im Kreißsaal geholfen. Es war überfüllt, ich hatte keine Hebamme. Ich durfte nichts machen (geh jetzt hier nicht ins Detail) Aber ich kenne auch diese schrecklichen Stunden, wenn der Geburtstag des Kindes kommt... Ich habe eine Traumatherapie gemacht. Es gibt "www.schatten-und-licht.de", sowie einen Fragebogen(http://www.schatten-und-licht.de/joomla/static_content/Dokumente/fragebogenselbsteinschaetzung. pdf), bei dem du schnell herausfindest, ob es eine 'normale Traurigkeit' über einen nicht mehr selbstbestimmten Geburtsverlauf ist oder ob Du vielleicht eine Wochenbettdepression entwickelst. Solltest Du das Gefühl haben, dass die Betreuung in der Klinik vielleicht auch etwas mit Deiner Traurigkeit zutun hat, dann teile ihnen das mit. Es ist ein Stück Trauerarbeit und kann wirklich helfen. Eine weltweite Aktion dazu findet statt am internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen (in der Geburtshilfe) am 25.Nov.. "Roses Revolution Deutschland" auf facebook - oder gib einfach "Roses Revolution Geburt" bei google ein, dann findest Du noch mehr Infos. Man legt eine Rose vor der Kreißsaaltür ab und kann so "einfach" ein Stück seiner Trauer da lassen, wo das ganze passiert ist - auch die Klinikmitarbeiter bekommen so eine Rückmeldung (z.B. per Brief). Ich werde das dieses Jahr auf jeden Fall machen!!!! Falls Du rundum gut betreut warst, hilft Dir vielleicht auch ein Gespräch mit den Hebammen/Ärzten, die dabei waren, damit man besser versteht, was eigentlich passiert ist, damit auch keine Selbstvorwürfe aufkommen - denn glaub mir, eine Mutter macht unter der Geburt eigentlich IMMER genau das, wovon sie denkt, dass es das Beste für sie und ihr Kind ist. Und das wirst Du auch getan haben. Lass es ruhig zu, traurig zu sein. Mir hat geholfen, dem Traurigsein seine Zeit zu gehen (wortwörtlich: nicht jeden Tag, aber bei Gesprächen, oder Spaziergängen). Alles Gute wünsche ich Dir!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

7. Oktober 2014 um 12:53

Zusammenhalten
Das freut mich. (Unten gibt's noch ein paar

Meiner Meinung nach müsste JEDE Frau ein "Care-Paket" für die Seele mit nach Hause bekommen - mit genau solchen Tipps, insbesondere, wenn sie eine schwere Geburt hatte - und ein ungeplanter Kaiserschnitt ist IMMER schwer, auch wenn bei sensibler Betreuung manche Frauen sehr gut damit umgehen können. Vielleicht hilft es zu wissen, dass mittlerweile jedes sechste Kind (!) per sekundärem Kaiserschnitt auf die Welt kommt - das bedeutet, dass die Wehen bereits begonnen haben, als der KS gemacht wurde.
Du/wir sind nicht allein - es gibt so viele Frauen, die keine Geburt haben konnten, wie sie es sich vorgestellt haben. Die Gründe sind sicher immer individuell - meine Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es häufig die vielen (meist unnötigen) medizinischen Interventionen und die fehlende kontinuierliche und/oder unsensible Hebammenbetreuung sind, die Geburten subjektiv "schlecht" ausgehen lassen. (Personalmangel/schlechte Geburtshilfepolitik) Es sollte um mehr gehen, als ums überleben... Keine Mutter sollte weinen, wenn sie an die Geburt ihres Kindes denkt - nicht im 21. Jahrhundert! Aber wir müssen es, weil wir Schreckliches erlebt haben, z.T. respektlose, menschenunwürdige Behandlung - (egal ob operative vaginale Entbindung/Kristellern/KS) da hilft nur zusammenhalten und gegenseitiger Trost - und informieren. Ich informiere jede Schwangere, Freundin, Bekannte, wie sie sich vor traumatischen Geburtserfahrungen schützen kann und dass man "einfach" damit rechnen muss, in einer Klinik einen ungeplanten KS zu bekommen (1/6!!!), da bei den geringsten Komplikationen bereits zum KS geraten (überredet - oder eben einfach gemacht) wird. Dennoch kann er Leben retten! Aber die Realationen müssen stimmen, denn die Komplikationen steigen ab einer Kaiserschnittrate von über 15% wieder an - es bleibt schließlich eine große Bauch-OP, die z.T. - besonders wenn der KS schnell gemacht werden muss - langjährige Folgen mit sich bringen kann. Ich empfehle auch gerne den Film "Orgasmic Birth" oder "The Business of Being Born" bei youtube:http://www.youtube.com/watch?v=KvljyvU_ZGE (engl.) - oder Freedom for birth - Hier gibt's ein paar Buchempfehlungen zur Verarbeitung: http://www.gerechte-geburt.de/bücher/ - mir hat "Tränen nach der Geburt" am besten gefallen, aber auch "Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht" ist interessant. Und wie gesagt, wenn Du (kuschel) eine gute, sensible Betreuung (es gibt eben beides) erfahren hast, freut es mich. Und trotzdem tut es mir Leid, dass es nicht so ausging, wie Du es Dir gewünscht hast. Ich wünsche Dir weiter alles Gute! Vielleicht trifft man sich aber am 25. Nov. doch an den Krankenhäusern...
Eines noch: ich musste akzeptieren (und das habe ich heute noch immer nicht ganz), dass dieses Erlebnis Teil meines Lebens ist und mich für immer verändert hat, [bei mir: dass ich keine Mitbestimmung über meinen Körper hatte, einfach über mich entschieden wurde (in diesem 'ach so tollen Gesundheitssystem')] - darum funktionieren "vergessen", "hinter sich lassen", "ruhen lassen" und sonst solche Praktiken nicht wirklich. Viele Frauen schwanger (mit dem zweiten Kind) auf Hebammen zu und sind verzweifelt, haben Angst und ihre ganzen alten Geburtsgeschichten kommen wieder hoch (weil man sie eben n i c h t vergessen wird - auch wenn man 90 ist, wird man noch genau wissen, was/wie/wann am Geburtstag des Kindes passiert ist - das hat etwas mit den Hormonen zu tun, die unter der Geburt ausgeschüttet werden.) Darum muss man der Traurigkeit den Raum lassen und sie nicht verdrängen. Mir hat man gesagt: Wenn ich mal wieder den tollen Spruch "Hauptsache Deinem Kind geht es gut und ihr habt beide 'gesund' überlebt." gehört habe - "Du bist Teflon - LASS ES ABPERLEN." LG!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

7. Oktober 2014 um 12:58

Ich hatte zwar andere Probleme nach der Geburt
aber mit half es zu reden, reden reden reden, selbst wenn ich es zum 100.000x gesagt habe tat es mir sehr gut. Zum Glück war keiner genervt davon. Und irgendwann, nach einem Heulanfall, wars auf einmal gut.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen