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Ab welchem Alter begreifft er was er tut????

8. Mai 2018 um 9:30

Hallo ihr Lieben,
mein Sohn ist jetzt 11 Monate alt und manchmal kratzt er schon ganz schön an meinen Nerven. Er schmeißt das Essen vom Tisch auf den Boden, er zieht an den Haaren, kratzt, haut usw und ich würde gerne wissen, ab wann kann ich davon ausgehen, das er versteht, das ich das was er da tut, gar nicht gut finde? Und wie kann ich ihm begreiflich machen das es weh tut, was er da macht, oder das ich nicht will, dass das Essen auf dem Boden landet, nachdem er es ausgelutscht hat? Er hat einen Teller und ich werde auch laut, wenn er es macht, oder haue auf den Tisch und sage energisch nein. Aber das interessiert ihn nicht wirklich. Er weiß was nein bedeutet, das merk ich in anderen Situationen, aber dennoch schmeißt er das essen immer wieder weg. Manchmal legt er es auf den Tisch und wenn ich es nicht schnell genug weg lege, nimmt er es und schmeißt es dann auf den Boden.
Heute früh hat er mir richtig fest an den Haaren gezogen und ich habe bei ihm mal zurück gezogen (nicht fest) und da haut er mir doch tatsächlich ins Geisicht. Ich war erschrocken und hab ganz laut Nein gesagt und ihn auf den Boden gesetzt. Auch das hat ihn nicht wirklich interessiert.
Sein Bruder war sooo lieb und hat immer reagiert, wenn ich so getan habe als würde ich weinen - ihn interresiert es gar nicht, manchmal lacht er auch.
Vielleicht könnt ihr mir da ja mal ein Paar tips geben, wie ich damit am besten umgehe.

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8. Mai 2018 um 12:42

Vielen lieben Dank für deine Antwort, das hilft mir wirklich sehr.
Das mit dem Lösunganbieten mach ich ja auch schon, hin und wieder - ist noch neu und muss sich bei mir auch selbst erst etwas einspielen. Ich halte ihm zum Beispiel meine Hand hin und sage, wenn du es nicht mehr magst, gib es der Mama und alle Schaltjahr funktionert das auch. Ich denke, sobald er mit etwas fertig ist, will er es vom Tisch haben - warum auch immer. Das war von Anfang an so. Ich durfte noch nicht einmal meine Hand auf die kleine Tischplatte an seinem Hichstuhl legen, die hat er dann immer weg gestoßen. Jetzt sitzt er mit bei uns am Tisch, weil er dann besser isst und macht das Gleiche mit dem Essen oder seiner Schale/Teller (die Saugnäpfe haben).
Auch das mit dem "eiii" mach ich schon ausgiebig. Auch wenn ich ihn streichle, mach ich das schon mit, damit er es damit verknüpft und er macht auch "eiii" doch in der nächsten Sekunde macht es klatsch. Er hat, glaube ich, auch kein sehr ausgeprägtes schmerzempfinden. Sein Kopf landet immer mit voller Wucht irgendwo in meinem Gesicht und dabei macht er ein sehliges "eiiii". Manchmal witzig, manchmal leider weniger. Auch langeweile versuche ich, so gut es mir möglich ist, neben all den anderen Dingen die getan werden müssen, zu vermeiden und ich finde es unglaublich toll, das er es schon schafft, sich einige Minuten vollkommen alleine zu beschäftigen und zu spielen.
Ich signalisiere ihm wirklich nicht, das ich ihn weniger lieb habe als den Großen, der ja jetzt schon 8 Jahre alt ist. Es ist eher leider so rum, das ich manchmal von dem Großen zu viel Verständniss erwarte und ab und an etwas überreagiere, wo ich mich selbst bremsen muss. Ich liebe meine Kinder überalles und auch wenn sie sich optisch gleischen wie ein Ei das andere, sind sie vom Charakter her vollkommen unterschiedlich. Das Optische macht es mir manchmal aber schwer, nicht zu vergleichen, denn unser Großer war, bis auf einige "Phasen", unglaublich Flegeleicht und lieb.
Mein Mann und ich wollten eigentlich die Küche streichen, da er mir aber auch immer wieder den Löffel aus der Hand schlägt, sobald er satt ist, (das ist auch so ein Ding, andere Kinder drehen sich weg, er schlägt gegen den Löffen) lassen wir das erst mal, denn die ersten Karottel kleben schon an der Wand. Ich stemple es als "Ist halt grad so" ab, verusche mein Bestes mit alternativen und hoffe das es sich irgendwann einfach gibt.
Danke für deine Antwort

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8. Mai 2018 um 19:33

Hmm...Das ist nur eine Phase, die immer wieder kommen und gehen kann. Mein 3. Kind verhält sich seit Jahren wie du es beschreibst und es wird sich aufgrund eines Gehirnschadens auch nie ändern können. Quasi bei 9 Monaten stehen geblieben. Also hast du es doch gar nicht so wild, oder? Freu dich an einem gesunden Kind, dass dich hin und wieder an die Grenze bringt.

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8. Mai 2018 um 21:29

Ich bin nicht böse, ich frage ja nach Meinungen.
Ja ich arbeite mit Behinderten Menschen und dennoch ist es etwas ganz anderes. Das eine ist Arbeit, da geh ich strikt Pädagogisch/Medizinisch ran, habe nicht diese intensive emotionale Bindung wie zu meinem eigenen Kind und das ist zu 100% emotional. Ich bin oft ratlos was meine Kinder anbetrifft, da ich immer alles richtig machen will, gerade durch meine Ausbildung und meine Arbeit. Man wird anders Beobachtet. Ich habe das unglaubliche Bedürfniss immer alles richtig zu machen, ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen uws. Wenn ich von anderen lese, ist es manchmal einfach mit Abstand und Ruhe zu beurteilen. Es klingt seltsam, aber da mein Großer so einfach und genügsam wa/ist, bin ich manchmal erschrocken wie kompliziert und eigenständig mein Kleiner handelt, wie er jetzt schon weiß was er will und ganz deutlich was nicht.
Aber du hast recht, ich muss mir und meinem Instinkt einfach mehr vertrauen. Schließlich hab ich den Ersten ja auch soweit groß bekommen und er lebt noch

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9. Mai 2018 um 11:34

Ich wollte gerade so ziemlich das gleiche schreiben wie glyzinie - bei meinem Kleinen (ebenfalls 11 Monate) heißt es auch "ich bin satt". Wenn ich also nicht möchte, dass er das Essen auf den Boden wirft, dann muss ich ihm den Teller halt rechtzeitig weg nehmen. 
Allerdings versteht er auch das Wort "Nein" ganz gut. Wenn er in Begriff ist, den ersten Bissen runter zu werfen sag ich "Nein", er hält dann in der Bewegung inne. 
Das funktioniert eigentlich immer ganz gut - nur meistens fängt er dann an zu weinen, wenn man "Nein" gesagt hat Darum sage ich es wirklich sehr selten, weil es mir so leid tut.

Die Kleinen machen nichts mit böser Absicht - das muss man sich halt immer wieder sagen. Sie erkunden die Welt, ihre Fähigkeiten und probieren halt alles aus. Für sie gibt es halt nichts böses. 

Was das verstehen angeht: In Entwicklungspsychologie hatten wir ein wirklich gutes Buch, was ich auch wirklich jedem Nicht-Psychologen ans Herz legen kann: Entwicklungspsychologie von Lohaus, Vioerhaus und Maass vom Springer Verlag. Gibt es heute glaube ich auch in einer neueren Auflage, weiß nur nicht, ob es die selben Autoren sind. Dort sind die entsprechenden Entwicklungsschritte wirklich super erklärt und auch die unterschiedlichen Theorien. Hier im Internet liest man ja oft sowas wie "es muss sich erst das Über-Ich" entwickeln - was allerdings nur eine Theorie ist, die als total veraltet und überholt gilt. Also, mir hat das Buch sehr geholfen, meinen kleinen Sohn zu verstehen.

Dass etwas anderen weh tut, fangen sie überhaupt erst an zu begreifen, wenn sie ein Selbstbewusstsein entwickelt haben - denn erst wenn sie wissen dass sie sind, können sie auch verstehen, wer jemand anders ist (also Abgrenzung von Personen). Man kennt ja diesen Spiegeltest - ab dem Zeitpunkt, wo das Kind den Fleck auf der Stirn findet fängt das an. Das ist bei einem Kind mit 16 Monaten der Fall, bei anderen mit 24. Und ab da, fängt die Eigenwahrnehmung erst an. Diese ist absolut wichtig um zu verstehen, dass anderen etwas weh tut - denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Selbstwahrnehmung entsteht, versteht ein Kind einfach nicht, dass andere Menschen etwas anderes empfinden als sie selbst - tut ihnen also etwas nicht weh, dann tut es auch nicht weh. Auch diese "Erziehungsmethoden" von früher helfen da nicht (von wegen, ich haue dich, dann siehst du wie weh das tut). Da nimmt das Kind nur wahr, es selbst hat ja nichts schlimmes gemacht (sein Hauen tat nicht weh) und Mama hat ihm aber weh getan (Mamas Hauen tut weh). 
Wann diese Selbstwahrnehmungskompetenz soweit ausgereift ist (dafür werden 5 unterschiedliche Gehirnareale angesprochen, die alle erstmal die nötige "Reife" erreichen müssen), ist individuell verschieden. Bei manchen kommt schon mit 3 die "Einsicht", bei anderen erst mit 6. 
Und um wirklich nachempfinden zu können, dass andere Schmerzen haben oder es ihnen nicht gut geht, braucht es die Empathiefähigkeit. Diese wird erst zwischen 9 und 12 Jahren entwickelt. 

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9. Mai 2018 um 13:30
In Antwort auf rongela

Ich wollte gerade so ziemlich das gleiche schreiben wie glyzinie - bei meinem Kleinen (ebenfalls 11 Monate) heißt es auch "ich bin satt". Wenn ich also nicht möchte, dass er das Essen auf den Boden wirft, dann muss ich ihm den Teller halt rechtzeitig weg nehmen. 
Allerdings versteht er auch das Wort "Nein" ganz gut. Wenn er in Begriff ist, den ersten Bissen runter zu werfen sag ich "Nein", er hält dann in der Bewegung inne. 
Das funktioniert eigentlich immer ganz gut - nur meistens fängt er dann an zu weinen, wenn man "Nein" gesagt hat Darum sage ich es wirklich sehr selten, weil es mir so leid tut.

Die Kleinen machen nichts mit böser Absicht - das muss man sich halt immer wieder sagen. Sie erkunden die Welt, ihre Fähigkeiten und probieren halt alles aus. Für sie gibt es halt nichts böses. 

Was das verstehen angeht: In Entwicklungspsychologie hatten wir ein wirklich gutes Buch, was ich auch wirklich jedem Nicht-Psychologen ans Herz legen kann: Entwicklungspsychologie von Lohaus, Vioerhaus und Maass vom Springer Verlag. Gibt es heute glaube ich auch in einer neueren Auflage, weiß nur nicht, ob es die selben Autoren sind. Dort sind die entsprechenden Entwicklungsschritte wirklich super erklärt und auch die unterschiedlichen Theorien. Hier im Internet liest man ja oft sowas wie "es muss sich erst das Über-Ich" entwickeln - was allerdings nur eine Theorie ist, die als total veraltet und überholt gilt. Also, mir hat das Buch sehr geholfen, meinen kleinen Sohn zu verstehen.

Dass etwas anderen weh tut, fangen sie überhaupt erst an zu begreifen, wenn sie ein Selbstbewusstsein entwickelt haben - denn erst wenn sie wissen dass sie sind, können sie auch verstehen, wer jemand anders ist (also Abgrenzung von Personen). Man kennt ja diesen Spiegeltest - ab dem Zeitpunkt, wo das Kind den Fleck auf der Stirn findet fängt das an. Das ist bei einem Kind mit 16 Monaten der Fall, bei anderen mit 24. Und ab da, fängt die Eigenwahrnehmung erst an. Diese ist absolut wichtig um zu verstehen, dass anderen etwas weh tut - denn bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Selbstwahrnehmung entsteht, versteht ein Kind einfach nicht, dass andere Menschen etwas anderes empfinden als sie selbst - tut ihnen also etwas nicht weh, dann tut es auch nicht weh. Auch diese "Erziehungsmethoden" von früher helfen da nicht (von wegen, ich haue dich, dann siehst du wie weh das tut). Da nimmt das Kind nur wahr, es selbst hat ja nichts schlimmes gemacht (sein Hauen tat nicht weh) und Mama hat ihm aber weh getan (Mamas Hauen tut weh). 
Wann diese Selbstwahrnehmungskompetenz soweit ausgereift ist (dafür werden 5 unterschiedliche Gehirnareale angesprochen, die alle erstmal die nötige "Reife" erreichen müssen), ist individuell verschieden. Bei manchen kommt schon mit 3 die "Einsicht", bei anderen erst mit 6. 
Und um wirklich nachempfinden zu können, dass andere Schmerzen haben oder es ihnen nicht gut geht, braucht es die Empathiefähigkeit. Diese wird erst zwischen 9 und 12 Jahren entwickelt. 

Na dann war mein Großer aber früh dran mit allem Schon mit drei haben wir beim Kitagespräch erfahren, das er unglaublich empathisch und sehr Sozialverträglich, hilfsbereit und Liebenswert ist, das er genau weiß was er tut, wenn er es tut. Auch heute noch, hat er das Bedürfnis sich für die Schwächeren einzusetzen, was ich ihm unglaublich hoch anrechne.
Aber gut, jedes Kind ist anders.
Wg dem Essen vom Tisch werfen, er isst ja nicht wirklich. Er isst noch sehr viel pürriertes und wenn er von seinem Essen etwas abbeißt, spuckt er es aus. Auch wenn ich ihn noch nicht dazu füttere fliegt es ziemlich schnell davon.
Ich werde versuchen mit mehr Geduld an die Sache ran zu gehen, ihn bitten es mir zu geben und ihn ganz viel Lobe wenn er es tut.

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10. Mai 2018 um 15:44

Ja natürlich, sowieso, sonst wäre das für mich selbst auch eine recht unbefriedigende Sotuation

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