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Adoptivkind aus Ukraine

28. Juli 2004 um 19:07

Hallo Zusammen,

eine langjährige Freundin von mir hatte mehrere Jahre versucht ein Kind zu bekommen, nach etlichen künstl. Befruchtung , 4 Fehlgeburten hintereinander gehabt, dann hatte sie keine nerven mehr, weiter zu machen (was ich auch vertehe).
Letztes Jahr hat sie nach einem rührenden Fernsehbericht über ausgesetzte Heimkinder in Ukraine einen Jungen im Alter von 4 Jahren geholt. Es war sehr schwierig und sie hat auch sehr viel Geld für die Behörden dort bezahlen müssen, .

Dem Kind wurde dadurch bestimmt das Leben geretten, denn die Verhältnisse in dem Heim sollen ja verhehrend sein!

Das Kind mußte hier lange behandelt werden, damit er wenigstens gehen konnte, denn er wurde bis zur Rettung immer an das schmutzige Bett gefesselt, so dass er sich nie austoben konnte und dadurch das Gehen nicht lernen konnte. Seine Haare waren so richtig filzhaft, die wurden ihm wahrscheinlich nie gekämmt, geschweige denn gelegentlich gewaschen!

...er schielte auch sehr heftig, jetzt wurde er operiert und man sieht ihm fast nichts mehr an, dass er aus sehr schlimmen Verhältnissen kam.
Er blüht jeztz auf usw. Man weiß allerdings nicht, welche Nachwirkungen noch seine schlimme Kindheit haben wird.

Ich bewundere meine Freundin, die das bisher durchgehalten hat und diesen Jungen das Leben gerettet hat. Nun will sie noch zwei Kinder holen, aber diesmal mußte sie noch mehr für jedes Kind hinblättern (Für jedes Kind 5.000 ), denn die Behörden dort haben anscheinen Geld gerochen, anstatt ihr mit Handkuss die Kinder abzugeben, wollen sie noch Geld absahnen, unglaublich!!

Auch in Deutschland muß sie ständig mit den Behörden kämpfen. Ihre finanzielle Fähigkeiten hat sie hoffnungslos ausgeschöpft...sich von dem Mann getrennt, weil er das nicht mehr durchgehalten hat...
Viele Bekannte und FReunde schenkten ihr Geld...aber das reicht bei weitem nicht aus..

Meine Freundin ist fertig mit den Nerven, weil sie fürchtet, dass die Kinder, die sie holen wollte, inzwischen sterben könnten, denn die Verhältnisse sollen so schlimm sein, dass fast jeden Tag ein Kind stirbt!
Da fragt keiner nach, wenn plötzlich ein Kind fehlt, weil ja wieder welche nachkommen.

Solche Leute wie meine Freundin sind für mich wahre Engeln, denn ich hätte das nicht durchgehalten, was sie bisher durchmachen mußte, nun hat sich auch herausgestellt, dass ihr Sohn auch geistig behindert ist...trotzdem will sie noch andere Kinder holen...obwohl sie bisher nur für die Katz bezahlt...

nun hat sich auch herausgestellt, dass die Behörden dort wieder so viel Geld haben wollen, die sie nicht mehr aufbringen kann...

Sie macht sich kaputt...ich habe ihr das abgeraten, noch weitere Kinder zu holen...obwohl ich sie verstehe...

aber sie hat 15 Kilo abgenommen, die gutbezahlte Arbeitsstelle verloren... hat ständig Kopfschmerzen...schlaflose Nächte, die Kinder gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf...

und die Behörden dort trotz bisherige Bezahlung die Kinder nicht rausrücken wollen..., sie wollen noch mehr Geld...sie haben ihr gesagt,frühestens im Januar werden sie die Kinder herausrücken, auch wenn sie jetzt die restlichen gewünschte Summe (das sind zusätzlich noch für jedes Kind 4.000 ) zahlen würde...und im Januar ist es nicht gewiss, dass sie die Kinder holen kann, denn die Adoptiv-Gesetzte ändern sich dort fast monatlich ...

Ich habe ihr geraten, keine Kinder mehr zu holen, ich sehe ja wie sie deswegen fast eingeht, ich habe ihr schon finanziell sehr geholfen, aber ich erwarte jetzt mein 2. Kind muß in eine größere Wohung umziehen und brauche auch viel Geld...ich sagte ihr, sie sollte sich auf ihr jetziges Kind konzentrieren, denn er braucht ja auch eine strake Mutter , denn er hat ja wirklich viel gelitten im Leben...und keine Mutter, die nervlich am Ende ist!

Wie sieht ihr denn das? Sollte sie noch weiter kämfen und es ist nicht gewiss, dass sie die weiteren Kinder holen kann, oder soll sie das lassen?

Danke jetzt schon für Euren Beitrag!

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10. Oktober 2004 um 15:44

Hilfe für den Helfer
Liebe Ceren,

ich finde, Du hast Recht. Und ich denke, Deine Freundin braucht dringend selbst Hilfe, und zwar psychotherapeutische. Ich war selbst im Ausland und habe eine Vorstellung von den Grausamkeiten, die dort täglich geschehen, auch im Umgang mit Kindern. Ich finde aber, man kann nicht allen Menschen auf der Welt gleichzeitig helfen, sondern muss sich auf das konzentrieren, was man auch schaffen kann. Und wenn sich Deine Freundin weiter so fertig macht, hat sie vielleicht auch bald keine Kraft mehr für das Kind, das wirklich und ganz real schon bei ihr ist und auf sie angewiesen ist.
Wie gesagt, ich denke, sie braucht dringend psychologische oder psychiatrische Hilfe - als Weg zurück in ein sinnvolles, gutes Leben. Kinder brauchen starke Eltern, und wenn sie sich selbst nicht wert ist sich helfen zu lassen, dann sollte ihr Adoptivkind ihr wert sein, sich um sich zu kümmern.
Therapie kann ein wunderbarer Weg zu neuer Kraft sein, die man dann für sich - und auch für andere - nutzen kann.

Ich wünsche Dir selbst ganz viel Kraft - für Deine eigenen Kinder, und für Dein Leben.
Und auch einfach Freude an Deiner Familie. Und ich wünsche Dir auch, dass es Deiner Freundin bald besser geht, weil das, scheint mir, eine große Erleichterung auch für Dich sein würde.

Liebe Grüße,
Dikaja

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13. Oktober 2004 um 23:21
In Antwort auf bindy_12079839

Hilfe für den Helfer
Liebe Ceren,

ich finde, Du hast Recht. Und ich denke, Deine Freundin braucht dringend selbst Hilfe, und zwar psychotherapeutische. Ich war selbst im Ausland und habe eine Vorstellung von den Grausamkeiten, die dort täglich geschehen, auch im Umgang mit Kindern. Ich finde aber, man kann nicht allen Menschen auf der Welt gleichzeitig helfen, sondern muss sich auf das konzentrieren, was man auch schaffen kann. Und wenn sich Deine Freundin weiter so fertig macht, hat sie vielleicht auch bald keine Kraft mehr für das Kind, das wirklich und ganz real schon bei ihr ist und auf sie angewiesen ist.
Wie gesagt, ich denke, sie braucht dringend psychologische oder psychiatrische Hilfe - als Weg zurück in ein sinnvolles, gutes Leben. Kinder brauchen starke Eltern, und wenn sie sich selbst nicht wert ist sich helfen zu lassen, dann sollte ihr Adoptivkind ihr wert sein, sich um sich zu kümmern.
Therapie kann ein wunderbarer Weg zu neuer Kraft sein, die man dann für sich - und auch für andere - nutzen kann.

Ich wünsche Dir selbst ganz viel Kraft - für Deine eigenen Kinder, und für Dein Leben.
Und auch einfach Freude an Deiner Familie. Und ich wünsche Dir auch, dass es Deiner Freundin bald besser geht, weil das, scheint mir, eine große Erleichterung auch für Dich sein würde.

Liebe Grüße,
Dikaja

...
Liebe Dikaja,

vielen Dank für Deine lieben Worte.

ich habe diesen Beitrag Ende Juli geschrieben...und bis jetzt konnte sie die Kinder nicht holen.
Sie kann nur noch warten und wie lange sie noch warten muß, ist noch ungewiß... die Kinder zur Gesicht bekommen rückt immer mehr in die ferne Zukunft!

Ihr Adoptivsohn macht täglich Fortschritte und das gibt ihr wiederrum viel Kraft und Freude. Inzwischen hat sie auch therapeutische Sitzungen gemeinsam mit ihrem Sohn gemacht, um ein wenig zur Ruhe zu kommen.
Unglaublich, wie tapfer sie ist. Ein Engel eben, die meiner Meinung nach schon längst ein Orden verdient hätte...

Liebe Grüße

Ceren

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11. November 2004 um 14:28

Hallo Brooke,
Hallo brooke,
so wie Du geschrieben hast, haben wir, all ihre Freunde ihr auch geraten, sie hat inzwischen eingesehen, dass sie allein nichts bewirken kann. Die zwei weiteren Kinder, die sie noch holen wollte klappte bisher nicht. Sie kämpft auch nicht mehr so gegen die Behörden dort.

Wegen Deiner Frage, die leiblichen Eltern ausfindig zu machen hat meine Freundin schon hinter sich, die Eltern (von beiden Kindern) wollten nichts von dem Kind wissen. Es ging ihnen nicht darum das Kind nicht finanzieren zu können, sondern sie wollten nicht mit einem behinderten Kind zusammen leben. Sie schämten sich dafür...Außerdem soll eine Mutter geschildert haben, dass das Kind "Produkt" (so wertlos von der Mutter geschildert") einer Innzucht und wollte nie wieder daran erinnert werden....

Aber inzwischen geht meiner Freundin wieder besser, sie hat psychologische Hilfe angenommen und ihr Sohn wächst und gedeiht und das gibt ihr wiederum sehr viel Kraft, wenn man bedenkt wie armseelig das Kind am Anfang ausgesehen hat.

Liebe Grüße

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20. Januar 2005 um 20:45
In Antwort auf ceren2

...
Liebe Dikaja,

vielen Dank für Deine lieben Worte.

ich habe diesen Beitrag Ende Juli geschrieben...und bis jetzt konnte sie die Kinder nicht holen.
Sie kann nur noch warten und wie lange sie noch warten muß, ist noch ungewiß... die Kinder zur Gesicht bekommen rückt immer mehr in die ferne Zukunft!

Ihr Adoptivsohn macht täglich Fortschritte und das gibt ihr wiederrum viel Kraft und Freude. Inzwischen hat sie auch therapeutische Sitzungen gemeinsam mit ihrem Sohn gemacht, um ein wenig zur Ruhe zu kommen.
Unglaublich, wie tapfer sie ist. Ein Engel eben, die meiner Meinung nach schon längst ein Orden verdient hätte...

Liebe Grüße

Ceren

Die Behörden
Vielleicht tun sie genau das richtige für deine Freundin, sie passen auf sie auf, damit es ihr nicht wieder über den Kopf wächst.
Wenn der Mann geht, die den Job schmeisst und emotioanl 'verwahrlost', ist sie Russland in seiner Armut gleichgeworden. Und wie will sie dann helfen.

Adoption ist ein schwieriges Unterfangen.
Wem in ihrer Familie gilt die Rettung eigentlich ? Soviel Engagement lässt vermuten, dass da noch was anderes im Hintergrund ist, dass den Motor treibt.

Was war mit dem Vater des Kindes ? und dessen Eltern ? Wollten die den Jungen nicht nehmen ?

Wie sollen die Menschen dort in die Verantwortung für ihre Kinder und ihre Zukunft kommen, wenn sie die Kinder in den Westen verkaufen ??
Ich sehe das kritisch mit den Adoptionen, wie gut könnte man mit dem gleichen Geld den Kindern dort ihrem Bezügen, ihrer Kultur und ihrem Vaterland helfen!

Liebe Grüße Engelstrompete

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