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Adoptivpflege, Abbruch nach 17 Wochen!!!!

18. Dezember 2004 um 10:37 Letzte Antwort: 20. Dezember 2004 um 15:59

Hallo,
im August durften wir einen Jungen direkt nach der Geburt aus dem Krankenhaus abholen zur Adoptionspflege.
Wir waren vom Jugendamt auch als Adoptiveltern vorgesehen. Nach 9 Wochen zittern war der erste Termin beim Notar für die leiblichen Eltern um die Adoptionsbewilligung zu unterschreiben.Dieser Termin wurde von der Mutter abgesagt. Nach weiteren geplatzten 4-5 Terminen, hat die Mutter nun unseren Schatz nach 17 Wochen zurückgewünscht. Das Jugendamt hat den kleinen letztes Wochende abgeholt und zu der Mutter gebracht. Ich habe auch schon mit der Mutter telefonischen Kontakt gehabt und Sie ist auch nicht abgeneigt den Kontakt weiterzuführen. Meine Frau und ich sind am Boden zerstört zumal mein Schwiegervater seit letzter Woche auf der Intensivstation liegt. Vielleicht hat jemand ähnliches bezüglich einer Adoption erlebt. Für Antworten wäre ich sehr dankbar.

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20. Dezember 2004 um 11:02

Adoption aus Sicht der Mutter!
Hallo Samuel,
ich selbst bin eine abgebende Mutter gewesen und kann dir mal aus meiner Sicht erzählen was vielleicht in einer solchen Mutter vorgeht...
Ich wurde im Jahr 2000 schwanger durch eine Vergewaltigung.Und da ich zu dem Zeitpunkt auch noch alleinerziehend war hatte ich vom Jugendamt eine Familienhelferin.Aufgrund meiner damaligen Situation beschloss ich das Kind zur Adoption frei zu geben.D.h.ich lernte im November 2000 die zukünftigen Eltern meines Babys kennen.Ich hatte bis zur Geburt(Januar01) auch keinerlei bedenken das ich es nicht schaffen könnte mein Kind frei zu geben.
Es war so geplant das ich das Kind auf normalem Wege bekomme und vorrausgesetzt das es mir gut geht das Krankenhaus nach zwei Tagen verlassen werde.Mein Wunsch war es diese zwei Tage alleine mit meinem Kind zu verbringen um mich verabschieden zu können.
Ich habe nie daran gezweifelt das es mein Kind bei den Adoptiveltern nicht genauso gut haben würde wie bei mir aber trotzdem begann zu Hause für mich die schlimmste Zeit meines Lebens.Egal was ich auch tat ich musste immer an mein Kind denken das nun von

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20. Dezember 2004 um 14:15
In Antwort auf carlyn_11935465

Adoption aus Sicht der Mutter!
Hallo Samuel,
ich selbst bin eine abgebende Mutter gewesen und kann dir mal aus meiner Sicht erzählen was vielleicht in einer solchen Mutter vorgeht...
Ich wurde im Jahr 2000 schwanger durch eine Vergewaltigung.Und da ich zu dem Zeitpunkt auch noch alleinerziehend war hatte ich vom Jugendamt eine Familienhelferin.Aufgrund meiner damaligen Situation beschloss ich das Kind zur Adoption frei zu geben.D.h.ich lernte im November 2000 die zukünftigen Eltern meines Babys kennen.Ich hatte bis zur Geburt(Januar01) auch keinerlei bedenken das ich es nicht schaffen könnte mein Kind frei zu geben.
Es war so geplant das ich das Kind auf normalem Wege bekomme und vorrausgesetzt das es mir gut geht das Krankenhaus nach zwei Tagen verlassen werde.Mein Wunsch war es diese zwei Tage alleine mit meinem Kind zu verbringen um mich verabschieden zu können.
Ich habe nie daran gezweifelt das es mein Kind bei den Adoptiveltern nicht genauso gut haben würde wie bei mir aber trotzdem begann zu Hause für mich die schlimmste Zeit meines Lebens.Egal was ich auch tat ich musste immer an mein Kind denken das nun von

Immer Verständnis aber!!!
Sicherlich verstehe ich immer auch die Situation der leiblichen Mutter, die mir in diesem Fall auch bekannt war, ich kannte die Mutter zu Beging nicht, nur Ihre Leidensgeschichte. Sie wollte anonym bleiben was ich Ihr auch gewährte. Als Sie jedoch den Jungen wieder haben wollte hab ich Sie ausfindig gemacht. Die leibliche Mutter ging auch nicht darauf ein, das Kind bis zu Ihrer Entscheidung in eine Pflegefamilie zu geben, Sie hat sich wohl dabei überschätzt. Nach meiner Meinung sollte Die Zwischenplatzierung fast immer angewendet werden, da dies nicht zu solch einem Schmerz, wie er uns zugefügt worden ist, führt.
Sicherlich ist dies alles nur dumm für uns gelaufen. Aber man darf andere Menschen auch nicht für sein Leid benutzen."Was du nicht willst, dass man dir tut,
das füg' auch keinem andern zu!"
8-10 Wochen nach der Geburt hätten wohl gereicht. Sicherlich war Deine Situation auch anders und ich wünsche Dir für Dein weiteres Leben viel Glück und Kraft dies zu überstehen was wir auch hoffentlich erhalten.
Gruß Samuel

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20. Dezember 2004 um 15:28
In Antwort auf arkady_12698747

Immer Verständnis aber!!!
Sicherlich verstehe ich immer auch die Situation der leiblichen Mutter, die mir in diesem Fall auch bekannt war, ich kannte die Mutter zu Beging nicht, nur Ihre Leidensgeschichte. Sie wollte anonym bleiben was ich Ihr auch gewährte. Als Sie jedoch den Jungen wieder haben wollte hab ich Sie ausfindig gemacht. Die leibliche Mutter ging auch nicht darauf ein, das Kind bis zu Ihrer Entscheidung in eine Pflegefamilie zu geben, Sie hat sich wohl dabei überschätzt. Nach meiner Meinung sollte Die Zwischenplatzierung fast immer angewendet werden, da dies nicht zu solch einem Schmerz, wie er uns zugefügt worden ist, führt.
Sicherlich ist dies alles nur dumm für uns gelaufen. Aber man darf andere Menschen auch nicht für sein Leid benutzen."Was du nicht willst, dass man dir tut,
das füg' auch keinem andern zu!"
8-10 Wochen nach der Geburt hätten wohl gereicht. Sicherlich war Deine Situation auch anders und ich wünsche Dir für Dein weiteres Leben viel Glück und Kraft dies zu überstehen was wir auch hoffentlich erhalten.
Gruß Samuel

Mehr Unterstützung vom JA
Hallo lieber Samuel,
ich wollte euch mit meiner "Geschichte" nicht angreifen oder verurteilen.Ich glaube das dieses Problem wo ganz anders beginnt.Und zwar beim Jugendamt!Was mich persönlich daran stört ist dass,das Jugendamt sich nie mehr so "bemüht" und "interessiert" hat für mich wie in der Zeit vor der Geburt meiner Tochter.Mir wurde auch nie die Möglichkeit gegeben über ein Leben mit meiner Tochter überhaupt nach zu denken.Klar hatte ich auch noch ne Menge andere Probleme die mit einem weiteren Kind auch nicht einfacher geworden wären aber mir deshalb ganz die Chance dies zu bewältigen zu nehmen fand ich auch nicht korrekt.
Ich denke das für solche Aufgaben(Adoptionsvermittlung) auch nur sehr feinfühlige Menschen geeignet sind welche beide Seiten nämlich die der leiblichen-und der Adoptiveltern verstehen können.
Ich wünsche trotzdem dir und deiner Frau sehr viel Kraft und Geduld die jetzige schwere Zeit durch zu stehen und vor allem das Vertrauen in die Menschen nie zu verlieren.
Glückliche und gesegnete Weihnachten aus dem Norden sendet euch Bianca

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20. Dezember 2004 um 15:59
In Antwort auf carlyn_11935465

Mehr Unterstützung vom JA
Hallo lieber Samuel,
ich wollte euch mit meiner "Geschichte" nicht angreifen oder verurteilen.Ich glaube das dieses Problem wo ganz anders beginnt.Und zwar beim Jugendamt!Was mich persönlich daran stört ist dass,das Jugendamt sich nie mehr so "bemüht" und "interessiert" hat für mich wie in der Zeit vor der Geburt meiner Tochter.Mir wurde auch nie die Möglichkeit gegeben über ein Leben mit meiner Tochter überhaupt nach zu denken.Klar hatte ich auch noch ne Menge andere Probleme die mit einem weiteren Kind auch nicht einfacher geworden wären aber mir deshalb ganz die Chance dies zu bewältigen zu nehmen fand ich auch nicht korrekt.
Ich denke das für solche Aufgaben(Adoptionsvermittlung) auch nur sehr feinfühlige Menschen geeignet sind welche beide Seiten nämlich die der leiblichen-und der Adoptiveltern verstehen können.
Ich wünsche trotzdem dir und deiner Frau sehr viel Kraft und Geduld die jetzige schwere Zeit durch zu stehen und vor allem das Vertrauen in die Menschen nie zu verlieren.
Glückliche und gesegnete Weihnachten aus dem Norden sendet euch Bianca

Es ist nicht immer einfach.
Liebe Bianca,

Uns wäre es mit Sicherheit auch nicht gut gegangen wenn die Mutter sich nach den Unterschriften noch weitere 18 Jahre hätte quälen müssen, so wie Du. Für uns ist es nunmal Schicksal, Gott oder was auch immer gewesen den kleinen Schatz zu dem zu machen was er nun auch ist. Er schlief nach 3 Monaten durch, war fast, wenn er wach war, nur am Lachen weil immer jemand für Ihn da war, entweder meine Frau nachmittags oder ich vormittags, somit hat er einen leichteren Start in seiner sicherlich nicht einfachen neuen Umgebung. Die schönen 4 Monate wird uns sicherlich niemand nehmen und vielleicht besitzen wir irgendwann die Kraft zu einem personlichen Kontakt. Auch Dir und Deiner Famile wünschen wir frohe und gesegnete Weihnachten sowie ein glückliches und zufriedenes neues Jahr.

Gruß Samuel aus der Pfalz

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