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Ambulante OP

14. Mai 2012 um 10:32

meinem Sohn muss die Vorhaut beschnitten werden.
Hat da jemand schon Erfahrung mit?
Wie lief bei euch die Narkose-Einleitung aus? bekamen eure Kinder davor einen Beruhigungssaft? wart ihr im Krankenhaus oder bei einem niedergelassenen Urologen?

Ich muss mich jetzt entscheiden wo ich es machen lassen will und bin noch sehr unschlüssig. Will es natürlich für meinen Sohn so stress und schmerzfrei wie möglich haben.

Ich werd nachher mal im Klinikum und in der Praxis anrufen und mich erkundigen aber vorher würden mich eure Erfahrungen interessieren.

Danke

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14. Mai 2012 um 12:54

Vorsicht
vor den Aussagen von Orchideenfee!
Wenn Dein Kleiner eine Vorhautverengung hat, die sich mit keiner anderen Therapie beheben lassen (Kortison- oder Hormonsalben) dann ist eine Beschneidung evt. angezeigt. Wichtig ist aber, dass Ihr das auch versucht!
Mein Sohn hatte mit 5 Jahren ebenfalls eine Phimose, sein Kinderarzt wollte auch sofort einen Termin zur Beschneidung machen. Eine Kinderurologin, zu der wir dann gingen, hat uns eine Kortisonsalbe verschrieben und nach ein paar Tagen wars in Ordnung.
Was mich vor allem an Orchideenfee stört, ist dieser Satz:
"...und im anbetracht das mein suesser ja auch irgendwann eine freundin haben wird,sollte es auch fuer die frau in ordnung aussehen daher die komplette variante."
Sie stellt ihre eigenen und die eventuellen sexuellen Vorlieben einer späteren Freundin ihres Sohnes über dessen körperliche Unversehrtheit! Jeder Mensch hat das Recht auf einen unverstümmelten Körper und die vollständige Beschneidung der Vorhaut ist in jedem Falle eine Verstümmelung!
Viel zu oft herrscht noch die Meinung vor, die männliche Vorhaut wäre unnütz, hätte keine Funktion, wäre ein Krankheitsherd, würde stinken, wäre unästhetisch und so weiter.
Nichts davon ist wahr! Die Vorhaut ist das empfindlichste Gewebe am männlichen Körper, die Eichel ist nicht halb so empfindlich. Bei einer radikalen Beschneidung gehen zum einen ca. 20.000 Nervenenden unwiederbringlich verloren, zum anderen trocknet die natürlicherweise freuchte und zarte Eichelhaut aus, wird runzlig und desensibilisiert.
Es sollte daher darauf geachtet werden, dass nur so viel entfernt wird, wie unbedingt nötig ist.

Schau bitte mal auf diese Seiten:
http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision#Verluste_durch_die_Zirkumzision
http://urologie.universimed.com/artikel/phimose-ein-pl%C3%A4doyer-f%C3%BCr-die-vorhaut
www.beschneidung-von-jungen.de

Dein Junge ist es wert und hat es verdient, mit einem vollständigen Körper aufzuwachsen!

Ich wünsch euch alles Gute!
LG
Werner

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14. Mai 2012 um 13:15

Vielen
Dank für die Informationen. Ich war letzte Woche beim KiA und er meinte da müsse man operieren, da würde keine Creme helfen, weil es einfach zu eng ist. Er hat mir eine Überweisung gegeben und ich kann jetzt selber entscheiden wo ich es machen lassen möchte.

Probleme haben wir bis jetzt null damit. Er kann gut Pipi machen, hat keine Schmerzen. Hin und wieder ist die Vorhaut vorne mal rot aber das denke ich könnte auch bei normaler Vorhaut passieren. Aber die Vorhaut echt seeehr eng und irgendwann muss sie ja mal über die Eichel kommen.

Im Bekanntenkreis haben einige mir geraten, nicht zu lange zu warten am besten noch vor der Schule die OP zu machen. Weil die Jungs ja irgendwann ein Schamgefühl entwickeln und sie sich dann schämen ect.

Ich denke ich mache ein Termin beim Urologen und hör mir mal seine Meinung an und kann dann immer noch entscheiden ob ich die OP machen lasse.

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14. Mai 2012 um 20:34

Auf Dein Niveau
werd ich mich ganz sicher nicht begeben. Nur so viel:
Der Kinderarzt meines Sohnes wollte sofort beschneiden. Wir gingen zu einer Kinderurlologin, die ganz erschrocken meinte, eine Beschneidung sei immer das allerletzte Mittel. Und wenn, dann so vorhauterhaltend wie nur irgend möglich.
So viel dazu, dass Ärzte immer Bescheid wissen.
Mein eigener Urologe meinte zu meiner Geschichte und meinen Problemen, dass er in seiner Praxis viele Männer habe, denen es ähnlich geht. Ein beschnittener Penis hat nur noch einen kleinen Teil seiner Empfindsamkeit. Manche Männer kommen damit gut zurecht, andere zerbrechen daran. Ich kenne einen Mann, der sich das Leben nehme wollte deswegen.
Und zu Deiner Frage nach den Penissen:
Findest Du es nicht seltsam, daß Du als Frau, die "beides live gesehen" hat, mehr über die Sensibilität eines beschnittenen Penis zu wissen glaubst als ein betroffener Mann, der in den letzten Monaten viel mit Ärzten, Therapeuten und Betroffenen geredet und kommuniziert hat? Willst Du Dir wirklich anmaßen, darüber urteilen zu können, was ein Mann in seinem Penis empfindet, wenn dieser beschnitten ist?

Ist für Dich der Anblick einen nicht erigierten Penis so grauenhaft, dass Du sogar Deinen Sohn vor diesem ach so furchtbaren Schicksal bewahren willst, selbst um den Preis, dass er nur noch einen Bruchteil desses fühlen kann, was ein intakter Mann fühlen kann?

Ich habe von Anfang an gesagt, dass eine Beschneidung unbedingt sein muss, wenn nichts anderes mehr als Behandlung in Frage kommt.
Also unterstelle mir bitte nicht, ich würde Deinem Kind jahrelange Schmerzen zumuten wollen.
Aber dass Du schon in mindestens zwei Postings die ästhetischen "Vorteile" einer radikalen Beschneidung über das Recht Deines Sohnes auf einen intakten Körper stellst, hat Dich endgültig disqualifiziert. Mal ganz abgesehen von Deiner Wortwahl mir gegenüber.
Denn anstatt die Sache mal von einer anderen Seite aus zu betrachten und zu verstehen, dass es für einen Jungen und einen Mann ein großes Schicksal bedeutet, an seinem Körper verstümmelt zu sein, beharrst Du arrogant auf Deinem Fetisch vom blanken, strotzenden Phallus.
So nicht orchideenfee!

Eine Teilbeschneidung ist keineswegs die Quelle für weitere Entzündungen. Aber sie ist mit einem Aufwand verbunden. Du müsstest Deinem Sohn zeigen, wie er sie zurückstreift, wie er sich darunter sauber hält. Da ist die radikale Lösung natürlich viel bequemer. Immer schön sauber und - dass ich es nicht vergesse - sehr ästhetisch anzuschauen. Denn wir wollen ja nicht die zukünftige Freundin Deines Sohnes vergessen.
Hast Du schon mal daran gedacht, dass ihm vielleicht an seinem Körper gelegen sein könnte? Dass er seine Vorhaut gerne hätte um damit masturbieren zu können? Dass es Frauen gibt, die mit der Vorhaut ihrer Männer spielen? Ja, stell Dir vor, sowas perverses gibts! *Ironie off*

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14. Mai 2012 um 21:31

Eine Beschneidung ist meist eine unnötige Genitalverstümmelung
Wenn Smart2012 hier schreibt, dass er von einer Operation aus eigener Erfahrung dringendst abrät, so tut er dies nicht weil er ein Idiot ist der seinen Frust auslässt, da er nicht mehr kann, wie Orchideenfee meint, sondern er ist einer von vielen die nur auf Grund der Desensibilisierung durch die Beschneidung nicht mehr können, und er deshalb andere Kinder vor dem gleichen Schicksal bewahren möchte. Ich bin nicht betroffen, weiß aber auf Grund eingehender Beschäftigung mit der Sache, dass die Herabsetzung der Sensibilität des Penis durch Beschneidung der Regelfall ist. Die Vorhaut ist mit 20000 Nervenden der empfindsamste Teil am männlichen Körper. Bei deren Entfernung wird die Empfindsamkeit des Penis um 75% reduziert. Wenn Smart2012 hier schreibt, dass er von einer Operation aus eigener Erfahrung dringendst abrät, so tut er dies nicht weil er ein Idiot ist der seinen Frust auslässt da er nicht mehr kann, wie Orchideenfee meint, sondern er ist einer von vielen die nur auf Grund der Desensibilisierung durch die Beschneidung nicht mehr können, und andere Kinder vor dem gleichen Schicksal bewahren möchte. Ich bin nicht betroffen, weiß aber auf Grund eingehender Beschäftigung mit der Sache, dass die Herabsetzung der Sensibilität des Penis durch Beschneidung der Regelfall ist. Die Vorhaut ist mit 20000 Nervenden der empfindsamste Teil am männlichen Körper. Bei deren Entfernung wird die Empfindsamkeit des Penis um 75% reduziert. Dies wäre zwar zum Erreichen eines Orgasmus noch ausreichend, es kommt aber noch ein weiteres Problem hinzu: Bei der nun schutzlosen Eichel werden aus 2-3 Hautschichten bis zu 16 Schichten. Die Eichel verhornt und wird unempfindlich. Auf Ärzteseiten kann man hier oft lesen, es hätte gar keinen Einfluss auf die Sexualität, ganz im Gegenteil Patienten berichteten,
dass Sie nach der Beschneidung viel länger könnten. Klar: mit viel weniger Erregung dauert es länger. Aber aus dem länger Können, wird ein länger Müssen und dann ein gar nicht mehr Können.

Eine Amputation eines erkrankten Körperteiles ist keine Heilbehandlung sondern eine medizinische Kapitulation. Schließlich werden die Zehen auch nicht amputiert, wenn Fußpilz auftritt.

Und wenn ich Ochiedeenfee wäre, würde ich mir einen Arzt suchen, der die Entzündung heilt, aber die Phimose Phimose sein lässt. Am besten pflegt man den Kinderpenis wenn man ihn in Ruhe lässt. Beim Waschen mit Seife entstehen z.B. Entzündungen, ebenso bei zu forschen
Dehnungsversuchen der Vorhaut.

Und wenn der Kinderarzt von Celianoelle meint man sollte bereits vor der Schule operieren, obwohl das Kind kein Problem mit seiner Phimose hat, sondern nurr der Arzt, so ist das nichts anderes als unnötige Genitalverstümmelung. Eine Studie des dänischen Schularztes Oster 1968 belegt, dass bei 12 jährigen erst 50% die Vorhaut vollkommen zurückziehen können, und dass bei 99% der Jungen dies ohne jede Behandlung am Ende der Pubertät möglich ist. In deutschsprachigen Ländern sind aber bereits 10% der Jungen bei Eintritt in die Pubertät beschnitten. Die Frage ist nur ob der Genfehler bei den Jungen oder bei den Ärzten liegt.

Eine Vorhautverengung ist nämlich keine Krankheit, sondern ein normaler physischer von der Natur vorgesehener Zustand, um Eichel und Harnröhrenausgang vor Verletzungen und Infektionen zu schützen.

.

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15. Mai 2012 um 7:29

Keine Beschwerden, kein Behandlungsbedarf
Hallo celianoelle,

Wenn dein Sohn keine Beschwerden beim Pipimachen oder unter ständigen Entzündungen leidet, sondern einfach nur eine nichtzurückziehbare Vorhaut hat, dann muss er auch nicht ärztlich behandelt werden, schon gar nicht mit einer Operation.

Dank für die Informationen. Ich war letzte Woche beim Kia und er meinte da müsse man operieren, da würde keine Creme helfen, weil es einfach zu eng ist. Er hat mir eine Überweisung gegeben und ich kann jetzt selber entscheiden wo ich es machen lassen möchte.

Grundsätzlich kann man das VOHER niemals genau wissen, ob eine Salbenbehandlung hilft oder nicht.

Aber das ist jetzt auch gar nicht so wichtig für dich.

Ich weiß nicht genau, wie alt dein Sohn ist, aber er muss wohl unter 6 Jahren alt sein.

Es ist vollkommen normal, dass bei so kleinen Jungen die Vorhaut nicht zurückgeht und auch sehr, sehr eng aussieht.

**Ganz egal wie eng auch immer die Vorhautöffnung aussehen mag, solange er keine Beschwerden hat, gibt es keinen Grund irgendetwas zu unternehmen.**

Einige Ärzte glauben fälschlich, dass sich die Vorhaut ab einem bestimmten Alter zurückziehbar sein müsse.

Ander wiederum halten eine Phimose für eine Art fehlgeborene "Missbildung", die man von außen durch geschulten Blick erkennen könnte.

Beides lässt sich wissenschaftlich nicht belegen.

Im Bekanntenkreis haben einige mir geraten, nicht zu lange zu warten am besten noch vor der Schule die OP zu machen. Weil die Jungs ja irgendwann ein Schamgefühl entwickeln und sie sich dann schämen ect.

Das ist ganz großer pesudopsychologischer Unfug.

Eine Beschneidung ist in keinem Alter angenehm, aber generell gilt, dass eine Operation umso weniger traumatisch ist, desto mehr das Kind verstehen kann, was man ihm geschieht oder nicht. Je älter das Kind desto größer ist seine Auffassungsgabe, und desto besser verstehen kann er auch, was mit ihm gemacht wird.


Also nochmal zusammenfassend:

* Ganz egal wie eng die Vorhautöffnung auch aussieht, solange keine Beschwerden auftreten, muss nicht eingegriffen werden. Dein Sohn ist gesund. Er braucht keine Behandlung mit Salben und keine Beschneidung.

* Ob eine Salbenbehandlung funktioniert oder nicht, weiß man erst hinterher. Eine Salbenbehandlung ist auch nur dann von Nöten wenn Beschwerden auftreten.

* Je älter das Kind, desto besser kann es verstehen, was mit ihm geschieht, und desto weniger traumatisch erlebt es die Operation.









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15. Mai 2012 um 10:54

Zum besseren Verständnis:
Hallo liebe Forumsgemeinde!

Es ist doch immer wieder interessant, zu lesen, wie hartnäckig sich Behauptungen im öffentlichen Bewusstsein halten, die bei genauerem Hinsehen eigentlich völlig haltlos sind.

ZITAT:

Probleme haben wir bis jetzt null damit. Er kann gut Pipi machen, hat keine Schmerzen. Hin und wieder ist die Vorhaut vorne mal rot aber das denke ich könnte auch bei normaler Vorhaut passieren.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Bei diesem Jungen liegt also ganz offensichtlich eine symptomfreie kindliche Phimose vor ein völlig normaler, natürlicher Entwicklungszustand also, der dem Zweck dient, die Eichel zu schützen und sie feucht und sensibel zu halten wozu, das muss ich hier sicher nicht erklären.

Ein entwicklungsphysiologisch völlig normaler Zustand ist ganz bestimmt keine Krankheit, mithin ist die Beschneidung bei diesem Jungen keine Heilbehandlung, sondern ein medizinisch nicht indizierter Eingriff.

Quelle:

http://www.holm-putzke.de/images/stories/pdf/2008_mschr_kinderheilkunde_zirkumzision.pdf

(Die Verfasser sind Professoren und praktizierende Ärzte am Dr. v. Haunerschen Kinderspital München und ihres Zeichens Oberarzt, Kinderurologe sowie ein Professor für Strafrecht der Uni Passau)

ZITAT:

Aber die Vorhaut echt seeehr eng

Richtig das hat eine Phimose so an sich. Die Klassifizierung nicht so eng, eng, sehr eng ist allerdings hanebüchener Unsinn eine Phimose ist dann behandlungsbedürftig, wenn sie a) entweder von Schmerzen begleitet wird oder b) eine nachhaltige Behinderung des Urinabflusses nach sich zieht.

Behandlungsbedürftig heißt dabei nicht beschneidungsbedürftig, denn bevor man überhaupt über einen solch gravierenden Eingriff nachdenkt, stehen andere, schonendere nichtoperative oder operative Behandlungsmethoden zur Verfügung, die alle eines gemeinsam haben: Sie erhalten Penis und Vorhaut in ihrer natürlichen Gesamtheit, in ihren natürlichen Funktionen und im äußeren Aussehen. (und DAMIT, nicht etwa durch Beschneidung, bewahrt man übrigens den Jungen vor Situationen, in denen er sich schämen könnte).

BESCHNEIDUNGSbedürftig ist eine Phimose dann, wenn etwa eine andere Erkrankung vorliegt, die erwarten lässt, dass es erneut zu einer Verengung kommen wird, wenn nicht operiert wird. Dies ist der Fall z. B. bei Diabetes, weil diese mit entsprechenden Hautveränderungen einhergeht, oder bei der seltenen Hautkrankheit Lichen sclerosus (LS).

ZITAT:

und irgendwann muss sie ja mal über die Eichel kommen.

Richtig! Und wann?

DANN, wenn der Junge irgendwann in der Pubertät beginnt, sexuell aktiv zu werden, wozu natürlich auch die Masturbation gehört. Eine Phimose sollte also und zwar so schonend und gewebeerhaltend wie möglich irgendwann vor Einsetzen der Pubertät behandelt werden, nach Möglichkeit natürlich mit Zustimmung des betroffenen Jungen und Absprache hinsichtlich Behandlungsmethode und Zeitpunkt. Es geht hier nämlich um nichts mehr und nichts weniger als die körperliche Unversehrtheit eines Kindes und die ist nicht nur eine locker daher gesprochene Floskel, sondern ein Grundrecht (Artikel 2 Absatz 2 GG).

Vergessen Sie bitte alle völlig willkürlichen Altersgrenzen (2, 4, 5 Jahre, Schuleintritt, 8 Jahre sind die geläufigsten). Aus dem Erreichen einer vom Menschen willkürlich festgelegten Altersgrenze ergibt sich noch lange keine medizinische Notwendigkeit für eine Operation. Wer mal in Ruhe drüber nachdenkt, sollte den Unsinn solcher Grenzen eigentlich von selbst bemerken. Jedes Kind entwickelt sich ganz individuell.

ZITAT:

Im Bekanntenkreis haben einige mir geraten, nicht zu lange zu warten am besten noch vor der Schule die OP zu machen. Weil die Jungs ja irgendwann ein Schamgefühl entwickeln und sie sich dann schämen ect.

FRAGE:

In welchem Unterrichtsfach benötigt ein Junge eine zurückstreifbare Vorhaut?

Oder anders gefragt: Worauf gründet sich dieser Zeitpunkt?

Weil sich die Jungs später schämen könnten?

Ein beschnittener Junge, der vielleicht der Einzige dieser Spezies in der Klasse ist, schämt sich noch viel mehr und dauerhaft! Die ihm aufgezwungene Veränderung ist nämlich bleibend; die Tatsache, dass er wegen einer intimen OP ins KH muss, vergessen die Kinder irgendwann. Nun komme mir niemand mit dem Einwurf, dann sollte man alle beschneiden (solche Argumente gibt es tatsächlich). Wer mehr über die abstrusen Gedankengänge Erwachsener und sogar med. Personals wissen möchte, lese den Roman Der Schnitt vom Lukas Stoermer. Er handelt u. a. von dieser Art Scham.

Nun zu den Behandlungsmethoden:

Wie gesagt, bei dem Jungen HIER sehe ich gar keinen Behandlungsbedarf, aber ich bin kein Arzt und erwähne die Behandlungsmethoden hier deshalb aus rein informativen Gründen:

Nichtoperativ:

Salben auf (Hydro-)Kortisonbasis (z. B. Betamethason), Östrogenbasis (z. B. Ovestin), Diclofenac oder (nicht verschreibungspflichtig) Dexpanthenol (Bepanthen).

Erfolgsquote: ca. 80 % und mehr. Da drängt sich die Frage auf, woher der behandelnde Arzt durch blosses Draufschauen wissen will, dass hier eine Salbenbehandlung nicht möglich ist. Den Versuch ist es, im Interesse des Kindes, doch wert, oder?

Quelle:

Balster, Saskia: Topische Therapie, Phimosebehandlung mit betamethasonhaltiger Salbe in: Med-Review, Zeitschrift für ärztliche Fortbildungskongresse, 12/2004, S. 10 ff.
Das Dokument steht nicht im Netz; ich stelle es aber gerne zur Verfügung.

Operativ:

Hier werden vorhautERHALTENDE Operationsmethoden favorisiert im Interesse des KINDES! Bei der sog. Triple Inzision etwa erfolgen dabei drei kleine Einschnitte (< 1 cm) in die Oberseite der Vorhaut. Sodann wird die Vorhaut unter der OP über die Eichel gezogen und dadurch geweitet (das lässt sich mit einem zusammengerollten Stück Papier hervorragend demonstrieren oder man denke an einen Ärmel, den man mit kleinen Längseinschnitten versieht und dann die Faust durchschiebt) Im Zustand der weitesten Dehnung werden diese Schnitte durch ein spezielles Verfahren vernäht die Vorhaut bleibt weit und komplett erhalten. Die OP ist weniger belastend als eine Beschneidung, weniger risikobehaftet, nicht teurer und sie erhält alles, was zum (künftigen) Mann dazu gehört.

http://www.kup.at/kup/pdf/7448.pdf

Teilbeschneidung:

Diese OP wird Eltern oft als vorhauterhaltend untergejubelt. Das ist sie aber nicht, denn es wird ja Gewebe entfernt. Bei einer vorhauterhaltenden OP wird GAR KEIN Gewebe entfernt. Eine Teilbeschneidung ist zudem risikobehaftet, weil eine Wunde entsteht, die rund um den Penis verläuft. Vernarbt diese, kann sich die Restvorhaut wieder zusammenziehen, was eine weitere OP nötig machen würde. Teilbeschneidung ist also eher keine Alternative.

ZUSAMMENFASSUNG (laienverständlich):

Lichtenheldt, Mario, un-heil, Vorhaut, Phimose & Beschneidung, Zeitgemäße Antworten für Jungen, Eltern und Multiplikatoren, Verlag Tredition, Hamburg,
ISBN 978-3-8424-9540-1

Das war sicher viel, aber angesichts des vielen Unfugs, der zu diesem Thema im Umlauf ist, vielleicht auch mal ganz nützlich. Im vorliegenden Fall scheint es mir zu sein, wie in vielen ähnlichen Fällen auch: Die ERWACHSENEN haben ein Problem mit dem Penis des Jungen der Junge selbst dagegen nicht.

LG Markus

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15. Mai 2012 um 11:09

Hoppla...
Warum denn "bedenklich"? Geht es ums Kind oder um das Geschlecht dessen, der hier schreibt?

Hab' ich was Falsches gesagt?

Wenn ja, was?

Und geht es hier nicht um ein typisch männliches Problem?

Es ist auch immer die Frage, warum, hier jemand Fragen stellt:

Möglichkeit A: Man (Frau) sucht einen Rat oder den Erfahrungsaustausch, weil sie z. B. Angst hat, ihrem Kind nicht das Beste zukommen zu lassen, was möglioch wäre.

Möglichkeit B: Man (Frau) sucht Bestätigung für eine bereits vorgefertigte Entscheidung ... ?

LG Markus

Babyforum: Wie entsteht eigentlich ein Baby. In der Schule habe ich gelernt, dass es dazu zweier Personen bedarf... Warum also sollte ein mann nicht im Babyforum schreiben?

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15. Mai 2012 um 12:32

Tatsächlich
meld ich mich vor allem zu diesem Thema, weil ich weiß, dass ich zu diesem Thema was zu sagen habe.
Wenns ums Stillen oder Milchschorf geht, bin ich nunmal eher blank.

Aber ich finds sehr wichtig, dass gerade in einem Frauenforum ein Mann mit Erfahrung Stellung bezieht, wenns um ein "urmännliches" Problem geht.

Grüße
Werner

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15. Mai 2012 um 12:58

Echt?
Hallo Orchideenfee!

Nun, ich kann nur für mich sprechen und ich antworte in diversen Foren, wenn ich etwas zum Thema sagen kann oder wenn mich das Thema interessiert.

Je nachdem, ob ich mir sicher bin, dass mein Wissen zutrifft oder nicht, sage ich entweder nur meine Meinung (die kann falsch oder unkorrekt sein) oder ich versuche wenn ich mir sicher bin wie hier einen Rat zu geben, dann aber fundiert, so dass die betreffende Person, hier die Mutter des Jungen, auch nachlesen und ggf. den Arzt mit diesen Fakten konfrontieren kann.

Das muss nicht böswilligerweise geschehen, ebensowenig wie es böswillig war, dass der Arzt hier möglicherweise etwas leichtfertig reagiert hat. Ich will ihm auch kein kommerzielles Interesse unterstellen, wie dies in diesem Zusammenhang mitunter geschieht er selbst würde ja nicht operieren, er überweist nur. Man muss sich vorstellen, dass Phimose ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Spektrum ärztlicher bzw. kinderärztlicher Tätigkeit ist. Da kann es natürlich sein, dass einer mal nicht so auf dem Laufenden ist. Irren ist verzeihlich, ebenso wie die menschliche Schwäche, nicht immer alles wissen zu können. Unverzeihlich ist es aber, wenn jemand wider besseres Wissen und dann noch an einem Kind eine OP vornimmt oder vornehmen lässt, die nicht nötig ist oder die SO nicht nötig ist.

Also: Mit dem Arzt reden, ihm ggf. die beiden Fachartikel ausdrucken, ihn höflich mit diesen Dingen konfrontieren und seine Argumente abwarten und dann entscheiden, ob man z. B. eine zweite med. Meinung einholt.

Mal sehen, vielleicht melde ich mich künftig noch zu anderen Themen im Babyforum. Auf jeden Fall danke ich Dir, dass Du mich sozusagen auf dieses Forum aufmerksam gemacht hast.

Alles Gute Dir und Deinem Sohn!

Markus

Übrigens: Die Orchidee ist ein Gewächs aus der Gruppe der Knabenkräuter, denn: Orchis = griechisch heißt zu Deutsch = Hoden.

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15. Mai 2012 um 20:14

So wie feministinnen für Mädchen eintreten, sollten es Männer für Jungen tun
Klar suche ich gezielt im Internet nach Beschneidung von Kindern, und versuche mit Hilfe meines Fachwissens Mütter die davor sind Ihre Söhne beschneiden zu lassen, mit fundiertem Rat davon abzuhalten. Da ich einige Männer die als Kinder fremdbestimmt beschnitten wurden persönlich kennen lernen durfte, weiß ich wie schlimm diese Genitalverstümmelung für manche betroffene Jungen bzw. Männer ist. Damit rede ich aber nicht vom Risiko der Operation, sondern von den lebenslangen Folgen. Klar liest man auf vielen Ärzteseiten es hätte nur medizinische Vorteile und keine sexuellen Folgen, aber dies ist eben nicht wahr. Die Beschneidung wurde in den USA eingeführt um die Masturbation bei Kindern und Jugendlichen zu erschweren und als diese Argumente nicht mehr haltbar waren, wurden alle möglichen Studien die den medizinischen Vorteil der Vorhautamputation belegen durchgeführt,, die inzwischen alle widerlegt sind, bei uns jedoch noch immer auf vielen ärztlichen Seiten zu finden sind. Keine einzige dieser Studien stammt aus Deutschland! In Amerika hat inzwischen ein Umdenken stattgefunden und es gibt entsprechende Untersuchungen die den sexuellen und gesundheitlichen Schaden klar feststellen. Klar gibt es auch in Österreich oder Deutschland fortschrittliche Ärzte wie z.B. Dr. Rauchenwald Donauspital Wien oder Dr. Maximilian Stehr Uniklinik München die diese neueren Forschungsergebnisse aus den USA kennen und entsprechend handeln. Der Großteil der Ärzte ist aber noch der Meinung eines Dr. Gairdner aus dem Jahre 1949 dass die Vorhaut mit 3 Jahren bereits zurückgehen müsste, und dass diese keinerlei sexuelle Funktion hätte.

Ja liebe Mütter ich und die anderen die auf diese hier nun breit getretenen Umstände aufmerksam machen, tun das nicht um Ihnen zu widersprechen sondern um ihren Söhnen eventuelle lebenslange Probleme zu ersparen. Es sollte Ihnen bewusst werden, dass es sich bei einer Beschneidung um eine Genitalverstümmelung handelt. Uns geht es darum, dass auch Knaben das Recht haben in einem unverstümmelten Körper groß zu werden.

Klar freue ich mich, wenn dann eine Mutter schreibt sie habe den Termin nun abgesagt.
Natürlich kann man gegenüber dem Sohn erklären es wäre medizinisch nötig gewesen, falls er aber einmal neuere medizinische Fachliteratur lesen sollte, kann es schon Vorwürfe geben.

Einer meiner Freunde hat trotz Vorhautrestauration (was bei einer Radikalbeschneidung gar nicht mehr möglich ist!!) noch 30 Jahre nach der Operation ein gestörtes Verhältnis zu seinem Vater weil dieser als Arzt seinem Sohn entsprechend den amerikanischen Beschneidungsstudien Gutes tun wollte

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