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Andere Generation - andere Erziehung oder "Wenn Eltern und Schwiegereltern sich einmischen"

16. April 2012 um 10:38

Hallo ihr lieben Mamas,

als meine Eltern vor kurzm bei uns zu Besuch waren ist es mir wieder aufgefallen. Meine Erziehungsmethoden werden kritisch beäugt und sehr oft in Frage gestellt. Manchmal geht es so weit, dass ich sogar übergangen werde und man "eingreift" Das allerdings erlebe ich am häufigsten bei den Schwiegereltern, die das auch schon jahrelang so bei ihren inzwischen fast erwachsenen Enkeln praktizieren.

Ich habe mich bewusst gegen eine streng autoritäre Erziehung entschieden, versuche demokratisch zu sein, handel nach dem Konzept von Carl Rogers: Wertschätzung, Empathie, Authentizität. Natürlich bin ich nicht immer ruhig, natürlich habe ich stressgie Phasen und natürlich weiche auch ich mal von meinen Prinzipien und guten Vorsätzen ab. Aber das bin ich, das macht mich dann ja schon wieder authentisch

Die großelterliche Fraktion ist jedoch der Meinung, dass auf jeden Fall eine strenge Hand über die Kinder gehalten werden muss. Ich glaube sie haben die Auffassung, dass nicht autoritär gleichzusetzen ist mir laissez-faire. Diese Richtung wiederum finde ich selbst auch gar nicht gut.

Diese ganze Kritik kann ich ja einstecken, was aber gar nicht geht, dass sich in Situationen eingemischt wird, die ich grade versuche mit meinem Sohn zu meistern. Kurzes Beispiel: Er ist wütend und haut den kopf auf den Boden, weil er etwas nicht haben durfte. Reaktion meinerseits: Ich versuche ihn zu spiegeln, nehme ihn in den Arm, sage ihm, dass ich weiß, dass er wütend ist, er das auch sein darf... will ihm aber einen anderen Weg der Äußerung dafür zeigen als den Kopf auf den Boden zu schlagen. Da wird mir gesagt, ich solle ihn doch ignorieren und sein Verhalten nicht auch noch belohnen.
Oder wir kommen bei den Großeltern an, er will partout seine Mütze nicht ausziehen. Ich denke mir: Lass ihn, er wird schon merken, dass es irgendwann zu warm wird. Oma und Opa rupfen ihm die Mütze vom Kopf mit den Worten "Das ist zu warm für drinne, die kommt jetzt ab" Geschrei ist die Folge...

So okay, ich hör mal auf mit der Schreiberei... vielleicht hat ja die ein oder andere eine Meinung dazu?!

LG

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16. April 2012 um 10:51

Seh ich auch so
und finde es echt unterirdisch. Zum Einen ist es für die Kinder total verwirrend. So lange ist Mama die eine Schiene gefahren, an die man sich gewöhnt hat und dann erzieht plötzlich jemand anders an einem herum?

Zum Anderen find ich es respektlos gegenüber den Eltern, sie einfach zu übergehen als wären sie nicht da. Das ist einfach ein rotes Tuch für mich. Es sind meine Kinder und solange es ihnen gutgeht und wir klarkommen erziehe ich sie nach MEINEN Vorstellungen. Omas und Opas haben ihre Kinder auch (höchstwahrscheinlich!) selbst erzogen und sollen mir das bitte auch selbst überlassen!

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16. April 2012 um 10:57

Ich kenne das...
... von Schwiegereltern teilweise auch!!
Sag doch ganz klar dass du andere Vorstellungen von Kindererziehung hast als sie, und dass es absolut nicht geht, dass sie dich da einfach übergehen!! Die werden natürlich erstmal angesäuert sein, aber dann hast du nicht dauernd wieder die Diskussionen.
Deinen Umgang mit den Gefühlen deines Kindes find ich ! Ich denke aber schon, dass er irgendwann rausfinden wird über welche Aktionen er so Aufmerksamkeit von dir bekommt und das dann gezielt einsetzt - d.h. ich vermute dass du irgendwann ums ignorieren nicht mehr rumkommst (also, zumindest war es bei uns so, als unserer dann älter wurde). Es hat jede Reaktion auch seine eigene Zeit, eben angepasst an den momentanen Entwicklungsstand deines Kindes. Aber ich glaub du versuchst ohnehin mit sehr viel Empathie an die Erziehung deines Sohnes ranzugehen, dann merkst du das auch automatisch wenns soweit ist.
Diese Empathie, dieses innige Verhältnis haben in der Regel nur die Eltern, also wissen auch die Eltern meist was am Besten ist. (Ich finde es aber auch sehr sehr wichtig der Umwelt zuzuhören und deren Reaktionen wahrzunehmen, weil man ja auch gerne mal an "Betriebsblindheit" leidet.)

Ich würde solche schwierigen Situationen nach einem klärenden Gespräch immer kurz mit einem "Ich kläre das selbst mit ihm, lass uns das machen" kommentieren und immer wieder ansprechen wenn das nicht respektiert wird!
Schwiegereltern/Grosseltern meinen es in aller Regel nur gut, und merken ganz oft nicht wenn sie dabei sind sich einzumischen!!

Andrea

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16. April 2012 um 11:22

Ich finde
es kommt immer auf die Personen selbst an.
Entweder man wird in der Erziehung respektiert,oder nicht. Man mischt sich ein, wenig,oder gar nicht. Man ist fair,oder nicht.
Man ist ein ... oder nicht.
Man hat Glück, oder man ist immer am kämpfen.

Wir leben in einem 4 Generationen Haus und dachte früher das würde die Hölle werden.
Aber es ist so,dass prinzipiell alles eingehalten wird,was mein Mann und ich in Sachen Erziehung vorgeben; wir werden respektiert und ernstgenommen. Alles läuft ohne Stress und gr.Reibungen.
Ich schätze aber wirklich,dass wir unsagbares Glück mit den Menschen hatten,die uns umgeben.
Wenn ich an meine Ex-Schwiegereltern denke,wäre sowas nicht in 2000999Jahren möglich gewesen...

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