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Angelehnt an annes tread

27. Juli 2016 um 18:37

Mir ist aufgefallen das echt viele Frauen hier schon eine oder mehrere Fehlgeburten hatten,das ist echt erschreckend

Wie seid ihr mit diesem Verlust fertig geworden? Habt ihr euch verabschiedet mit einem Brief,Ballon ect. oder hat es euch schon geholfen nur darüber zu reden?

Habt ihr es danach gleich weiter versucht? In welchem Üz hat es danach dann geklappt und es ist alles gut gegangen?

Irgendwie war mir selber das vor meinen 3 Sternchen gar nicht so bewusst,wie oft das eig.vorkommt und merke auch es gehört irgendwie immer noch zu den kleinen Tabuthemen.
Wir haben für jedes einen Brief geschrieben zusammen und in mit einem Luftballon an unserem Lieblingsplatz steigen lassen,hatte für mich etwas Tröstendes,dass unsere Worte auch zu ihnen in den Himmel gelangen.

Wie war es bei euch?

Liebe Grüsse

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27. Juli 2016 um 19:01

Mein
mittleres Baby (also das wäre das Mittlere gewesen) verlor ich am 5.1.11, war aber eh noch alles ganz früh. Es war irgendwie merkwürdig, so als hätte ich diese Vorahnung gehabt. Ich merkte schon Ende Dezember, dass da was im Busch ist. Überfällig, SS-Anzeichen,....
Aber aus irgendwelchen Gründen wollte ich mir diese SS noch nicht bestätigen lassen, weder per Test noch per Arzt. Es kam also wie es kam. Bekam Tagsüber Unterleibsschmerzen und zum Abend hin starke Blutungen. Bin aufs Klo und liess mich selber "ausbluten". Dann spürte ich, wie was kam, ich musste nichtmal drücken und dann fiel es schon in die Toilette. Und und ich wusste sofort, dass es jetzt vorbei war.
Hatte noch 3 Wochen Blutungen.
Habs niemandem weiter erzählt.
Es ging mir auch soweit gut, warum auch immer.
Dann war ich mit meinem Sohn schwanger und plötzlich holte mich alles ein. Ich hatte wahnsinnige Angst ihn zu verlieren. Bekam Alpträume von Fehlgeburten oder träumte mein Bett wäre voller Blut oder träumte ich auch von der blutigen Toilette. Ich fragte mich da erst, warum es mich verlassen hat. War es krank?
Als aber mein Körper auch meinen Sohn abstoßen wollte, aber mein Sohn sich ordentlich festgehalten hat, denke ich einfach, das mein Mittleres auch ein Junge geworden wäre und er leider nicht so stark wie sein Bruder war. Ich weiss nicht, ob mein Körper bei Jungs irgendwie durcheinander ist. Bei meiner Tochter war nichts gewesen.
Wie auch immer....
Meine Kinder (fast 4 und 7) wissen vom 3. Geschwisterchen. Ich wollte es ihnen von Anfang an sagen. Auch ist es im Mutterpass bei meinem Sohn vermerkt (3 SS und 2 Geburten) und ich habe alle meine 3 Kinder unter meiner Haut verewigt. Mein verlorenes Baby nennen wir liebevoll Sternchen und es ist nun oben und wacht auf uns 3.

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27. Juli 2016 um 20:21

Emian
Davor hab ich auch schreckliche Angst,dass trotz einigermassen guter Verarbeitung so weit das geht,alles bei einer erneuten Ss wieder hochkommen wird klar die ersten Wochen werden/waren so oder so eine mega Zitterpartie aber dann noch zusätzlich mit diesem Verlust zusammen,stell ich mir wahnsinnig schwer vor!Hut ab wie du das gemeistert hast und ich finds mega toll wie du deine Kinder an ihrem Geschwisterchen teil haben lässt!

Suesses: Wahnsinn mir läuft es kalt den Rücken herunter was du durchgemacht hast,gleich 3Babys und so weit diese Leere wie du sagst,ist so präsent obwohl man doch auch noch gesunde Kinder hat,irgendwie total wiedersprüchlich aber so real! Hat man bei dir eine Ursache gefunden damals? Dein Verlust tut mir wirklich unglaublich leid,mir fehlen fast etwas die Worte

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27. Juli 2016 um 21:05

Das ist sehr berührend geschrieben
das tut mir sehr leid für euch. Aber ich freue mich, dass du es geschafft hast diesen Verlust so gut es geht zu verarbeiten und zu überwinden. Genieße das Leben mit deinen Kindern und deinem Mann

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27. Juli 2016 um 21:31

...
Als ich 2013 meinen Sohn in der 27.SSW still zur Welt gebracht habe, ist für mich erstmal die Welt stehen geblieben...die ersten Tage danach waren ganz schwierig, weil ich in ein ganz tiefes Loch gefallen bin und selbst meinen Mann kaum an mich rangelassen habe...
Nach einigen Tagen begannen wir die Beerdigung des Kleinen zu "planen" und hier war es mir ganz wichtig, dass wir als Familie uns von ihm verabschieden. So haben wir zusammen einen Brief geschrieben ( mein älterer Sohn war damals 9, der Kleine 14 Monate alt). Diesen Brief hat mein Cousin dann an der Beerdigung vorgelesen. Mein Mann ( Schreiner) hat das Kreuz selbst gebaut und ich habe es mit dem großen zusammen bunt angemalt, Regenbogen und Sonne...
Während der Bestattung lief das Lied "Still" von Jupiter Jones, weil dieses Lied mir seit ich ihn in den Armen hielt nicht mehr aus dem Kopf ging und für mich für immer und ewig mit meinem Jannik verbunden ist auch heute kullern da noch Tränen.
Mir hat es sehr geholfen mich bewusst zu verabschieden und unseren Jungen bei meinem Opa im Grab beizusetzen. Mich tröstet der Gedanke, dass mein Opa ihn nun "im Arm hält".
Ich hatte während der ersten Zeit nach dem Tod ganz viel Unterstützung von Seiten meiner Familie und guten Freunden. Ganz oft wurde mir angeboten die Kinder zu nehmen, damit ich Zeit für mich hätte. Das habe ich aber bewusst kaum gemacht, denn durch meine Jungs bin ich letztlich wieder auf die Beine gekommen und hab Kraft geschöpft.
Es ist auch heute noch zeitweise sehr schwierig und die Zeit heilt auch nicht alle Wunden, wie immer so schön gesagt wird, aber die Trauer verändert sich mit der Zeit und wird erträglicher und man lernt mit dem Schmerz zu leben und nach und nach zieht dann auch wieder Freude ins Leben ein.

Unsere Sternchen werden für immer ganz fest in unserem Herzen sein!
"Der Tod kann uns von dem Menschen trennen, der zu uns gehörte, er kann uns aber nicht das nehmen, was uns mit ihm verbindet."

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27. Juli 2016 um 21:35

Schnucke...
Das hast du sehr schön geschrieben!

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27. Juli 2016 um 22:08

Schnucke und sonne
Sitz hier und die Tränen kullern einfach! so so unbegreifflich was ihr durch machen musstet! Das hast du so toll geschrieben Schnucke bin total gerührt und deine Worte sind so wahr! Es tut mir so unglaublich leid,ich finde kaum Worte

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27. Juli 2016 um 22:54

Ich
hatte 2013 eine Eileiterschwangerschaft und im Krankenhaus konnten wir den Embryo mit Herzschlag im Eileiter sehen. Das war so ein Schock dass ich die OP schnell hinter mich bringen wollte. Danach habe ich einfach nur verdrängt und wollte vergessen. Aber den errechneten ET, der 2. August 2014, den werde ich nie vergessen. An diesem Tag ging es mir bisher immer schlecht Je mehr ich mich mit dem Thema Schwangerschaft befasst habe, mit andren Frauen darüber gesprochen habe oder hier im forum geschrieben habe, desto mehr wurde mir wie Dir bewusst wie oft so etwas passiert. Das hat mich zuerst etwas hoffnungslos werden lassen und es war schwer daran glauben zu können irgendwann ein gesundes Kind im Arm halten zu dürfen.

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27. Juli 2016 um 23:12


Um zu erklären, wie ich damit klarkomme, muss ich etwas ausholen.

Alle meine Kinder hatten "Bauchnamen". Mein Mann und ich haben uns jeweils vorgenommen die Namen nicht zu früh zu verraten, daher hatten unsere Kids ab positivem Test immer geschlechtsneutrale Spitznamen.

Die erste Schwangerschaft mit Krümel lief bilderbuchmäßig, immer alles gesund, nie ein auffälliger Befund, alles immer top. Auch die Geburt lief super und ich hatte ein kerngesundes Baby - total pflegeleicht und ohne Sorgen. Doch ich bekam eine Wochenbettdepression. Diese hat sich nur nicht gezeigt wie es immer in allen Ratgebern steht. Ich hatte keine Bindungsstörung zu meinem Kind. Ich hab ihn geliebt von Anfang an, aber mich selbst hab ich nur noch gehasst. Es hat über ein Jahr gedauert bis ich mir eingestanden habe, dass ich krank bin und ein weiteres halbes Jahr bis endlich Hilfe anschlug. Meine Ehe stand auf der Kippe und es waren rückblickend einfach nur furchtbare 18 erste Monate als Mutter.

Dann ging es mir wieder gut, die Ehe renkte sich nach einem großen Streit wieder ein, wir waren wie neu verliebt und haben fleißig das Herzeln nachgeholt, was vorher lange unter den Depressionen zu kurz kam. Am Vatertag schließlich sagte mein Mann, er wünscht sich ein zweites Kind. Ich hatte Zweifel, weil ich Angst hatte, dass die Depression zurückkommt, aber er war sich sicher auch das bekämen wir hin. Also hab ich noch am selben Tag die Pille abgesetzt.

Als es dann geklappt hat, wusste ich es schon wenige Tage nach dem Eisprung. Ich fühlte mich einfach schwanger. Am 3. Oktober machte ich morgens den Test, kletterte zu Mann und Kind ins Bett und sagte bald sind wir zu viert. Ich fühlte mich stark und weiblich und hatte vollstes Vertrauen in meinen Körper und diese Schwangerschaft. Zum FA wollte ich erst wenn man einen Herzschlag sieht. Unser zweites Kind nannten wir Knöppken (Ruhrdeutsch für Knöpfchen). In der Woche drauf änderte sich plötzlich schlagartig mein Gefühl. Ich bekam plötzlich Angst, dass ich mir die Schwangerschaft nur einbilde und der Test falsch war. Ich stand nachmittags am Bahnsteig und heulte plötzlich ohne Grund los. Ich wurde nachts wach, weil ich träumte ich läge in einer Blutlache oder ich wäre beim Gyn gewesen und der hätte keine Schwangerschaft feststellen können. Anfang der siebten Woche ging ich dann bange zum Gyn, jetzt sollte man ja einen Herzschlag sehen. Die Fruchthöhle entsprach nur der Größe von 5+5, kein Herzschlag und ein großes Hämatom zeigte der US. Der Arzt war aber noch guter Dinge. Er gratulierte mir zur Schwangerschaft, meine es sei ein Eckenhocker, da könnte es schonmal sein, dass man den Herzschlag erst später einfangen kann und sagte mir Sorgen mache er sich nur wegen des Hämatoms. Ich sollte zwei Wochen Sofaruhe halten und Progesteron nehmen. Nach diesen zwei Wochen, in denen ich zwar versuchte Hoffnung zu haben, aber nach wie vor kein gutes Gefühl hatte, ging ich wieder zur Kontrolle. Der Befund war unverändert. Der Doc schallte und schallte und änderte die Einstellung, maß nochmal nach und nochmal aus der anderen Richtung. Bis ich es irgendwann nicht mehr aushielt und fragte ob mein Körper das selbst regelt wenn ich das Progesteron absetze. Die Sprechstundenhilfe drehte sich mit Tränen in den Augen weg und mein Gyn sagte, ziehen Sie sich erstmal wieder an, dann besprechen wir alles. Er sagte ich könne selbst entscheiden ob ich einen natürlichen Abgang möchte oder eine Ausschabung machen lasse. Er wüsste, dass es kein Trost wäre, aber viele Frauen würden das gleiche durchmachen, an guten Tagen, müsste er diese Diagnose 5x stellen. Ich bin nach Hause und erst dort liefen die Tränen. Ich habe stundenlang nur geweint und mein süßer grade 2jähriger Sohn hat mich in den Arm genommen und versucht zu trösten. Als keine Tränen mehr übrig waren, sagte ich meinem Mann, dass das schlimmste wäre, dass ich nichts zu beerdigen hätte.. 2mm-Fruchthöhle würde ich nicht erkennen können, ich bräuchte aber einen Ort zum Erinnern. Wir haben dann einen Birnbaum im Internet bestellt. Einige Tage später kam er und wir haben ihn im Garten eingepflanzt, an die Wurzeln habe ich einen kleinen Knopf in Form eines gelben Schaukelpferdes gelegt. Das hat uns beiden sehr gut getan und ich gucke jeden Tag nach unserem Erinnerungsbäumchen. Für mich war das Pflanzen ein guter Abschluss, ich hatte mich verabschiedet, jetzt hätte die Blutung einsetzen können, das tat sie aber nicht, also ging es doch in den OP.

Nach der OP wollten wir eigentlich erstmal die erste Mens abwarten bevor wir es wieder versuchen. Aber die Nähe meines Mannes war mir wichtig, ich wollte lebensbejahende Dinge tun, gut essen, ein gutes Glas Wein trinken, Sex haben. Für den unwahrscheinlichen Fall des Falles wieder zu verhüten erschien mir dabei übertrieben vorsichtig..

Wenige Wochen nach der OP kam über die App von Frauenärzte im Netz die Meldung wie wichtig Folsäure gerade in den ersten Wochen sei. Ich bekam plötzlich ein komisches Gefühl und überlegte Symptome für den Eisprung etc pp und kramte vorsichtshalber mal lieber die Folsäuretabletten wieder aus dem Schrank. Das heißt: Meinem Mann sagte ich vorsichtshalber, gefühlsmäßig wusste ich es da schon und zwei Wochen später hatte ich den positiven Test für Muckel in Händen. Heute bin ich bei 35+6.

Ich bin zunächst also gut damit zurecht gekommen, einfach weil die große Freude nicht schlagartig durch großes Entsetzen ersetzt wurde, sondern weil es ein schleichendes Abschiednehmen war. Außerdem haben mir mein Mann und mein Sohn geholfen und unser Ritual mit dem Bäumchen.

Trotzdem war der ET von Knöppken ein schwieriger Tag für mich und ich bin nicht sicher ob ich noch einen Versuch gewagt hätte, wenn es nicht direkt unverhofft wieder geklappt hätte. Ich fühle mich als Mutter von 3 Kindern, auch wenn die meisten wohl immer nur zwei sehen werden.

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27. Juli 2016 um 23:14

Wie mit der Trauer umgehen...
Ich habe mein zweites Baby verloren.
Es ging mir in der Schwangerschaft sehr schlecht, und dann an einem Tag in der 9. Woche extrem schlecht. Eine Freundin holte meinen damals 2,5 Jährigen Sohn ab, weil ich dachte, ich werde ohnmächtig. Ich ging dann ins Bett und weinte und weinte und schrie, und fühlte mich verlassen. Jemand hätte mich verlassen. Ich verstand mich selbst nicht mehr. Ab dem nächsten Tag ging es mir besser, und ich war einfach erleichtert und raffte nicht, was passiert war.
Zwei Wochen später, bei fast 12 Wochen, war ich zum Ultraschall. Ich sah es sofort: ein regloses etwas, ohne Herzschlag, das nicht nach Baby aussah...
Die FA sagte, es sei seit acht zwei Wochen nicht mehr gewachsen, und da fiel mir dieser Tag ein, an dem ich weinte und mich verlassen fühlte.
Dass Fehlgeburt so en Tabuthema ist, hat glaube ich viel mit der Angst zu tun. Schwangere wollen es nicht hören, aus Angst, Hibbler haben Angst...
Ich habe die Wrfahrung gemacht, dass Frauen mit der Erfahrung, und Frauen, deren Familienplanung abgeschlossen ist, am besten damit umgehen konnten...

Ich habe viel über meinen Verlust geredet. Viel geweint. Innerlich Abschied genommen. DemBaby einen Namen gegeben, um es ansprechen zu können.

Ich wurde zwei Monate später wieder schwanger, mein Kleiner ist jetzt 15 Monate. Ich hatte in der Schwangerschaft sehr viel Angst...

Die Zeit um den ET des verlorenen Babys war noch mal schlimm...

Zeit hilft, so dumm es klingt... Und mein Baby, dass dann gesund zur Welt kam...

Und reden und weinen. Ich habe das Gefühl, alle Trönen geweint zu haben, die für das Baby in mir waren. Und irgendwann waren keine Tränen mehr da...

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27. Juli 2016 um 23:36

Mir hat das Bewusstsein über die tatsächliche
Häufigkeit sehr geholfen. Und eine rationale Sicht.?Und dass ich von Anfang an ein komisches Gefühl hatte. Ich spürte einfach, dass irgendwas nicht stimmt. Wir haben ewig auf diese Schwangerschaft gefiebert, dann war ich mehrere Tage überfällig und habe leicht positiv getestet. Ein weiterer Test mit Wochenbestimmung sagte 1-2 Wochen schwanger. Das kam schon mal nicht so richtig hin, weil ich genau wusste wann mein Eisprung war (Zyklusmonitoring). Zwei Tage später sagte der Test wieder 1-2 Wochen. Beim Frauenarzt konnte man drei Tage später eine hochaufgebaute Schleimhaut sehen, keine Fruchthöhle, das hCG entsprach der 5. Woche. Ein paar Tage später sah man eine 2mm (!!) Fruchthöhle. Das hCG stieg knapp den "erforderlichen" Wert (Verdopplung alle zwei Tage). Meine Frauenärztin meinte dass alles passe, der Eisprung müsste halt doch später gewesen sein (das wiederum passt nicht mit einem möglichen Zeugungsdatum). Bei der nächsten Untersuchung war eine Fruchthöhle (ovale Form) mit Dottersack. Da war ich schon in der 7. Woche. In der 8. Woche, beim Vertretungsfrauenarzt, sah er angeblich einen pulsierenden Punkt am Dottersack (dieser war schon viel zu groß) und meinte es müsste sich um einen Eckenhocker handeln. Wir sind dann verreist und ich habe versucht mich zu entspannen (beide Ärzte meinten es sei alles okay) und mich zu freuen. In der 10. Woche war dann klar - da ist nichts (und eventuell war da auch nie ein intaktes Leben) mehr. Wir waren traurig, haben geweint. Am nächsten Tag würde ich ausgeschabt, nach der Narkose musste ich noch mal weinen. Dann war es okay. Wir haben den positiven Schwangerschaftstest, den Mutterpass, die Ultraschallbilder und einen freudig gekauften Strampler in einen Karton gepackt und aufgehoben. Am errechneten ET haben wir uns daran erinnert.
Uns hat es geholfen, dass da nie ein richtiger, sichtbarer Embryo war. Und das Wissen, dass die Natur nicht-lebensfähige Embryonen selektieren kann. Wir waren da nicht übermäßig emotional. Nach acht Wochen war ich wieder schwanger. Dann hat mein Mann allerdings bis zur 16. Woche jede Woche einen Ultraschall bei mir gemacht, weil wir immer Angst hatten dass unser Baby nicht mehr leben könnte. Also doch nicht ganz unemotional.

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27. Juli 2016 um 23:39
In Antwort auf pinguin122

Mir hat das Bewusstsein über die tatsächliche
Häufigkeit sehr geholfen. Und eine rationale Sicht.?Und dass ich von Anfang an ein komisches Gefühl hatte. Ich spürte einfach, dass irgendwas nicht stimmt. Wir haben ewig auf diese Schwangerschaft gefiebert, dann war ich mehrere Tage überfällig und habe leicht positiv getestet. Ein weiterer Test mit Wochenbestimmung sagte 1-2 Wochen schwanger. Das kam schon mal nicht so richtig hin, weil ich genau wusste wann mein Eisprung war (Zyklusmonitoring). Zwei Tage später sagte der Test wieder 1-2 Wochen. Beim Frauenarzt konnte man drei Tage später eine hochaufgebaute Schleimhaut sehen, keine Fruchthöhle, das hCG entsprach der 5. Woche. Ein paar Tage später sah man eine 2mm (!!) Fruchthöhle. Das hCG stieg knapp den "erforderlichen" Wert (Verdopplung alle zwei Tage). Meine Frauenärztin meinte dass alles passe, der Eisprung müsste halt doch später gewesen sein (das wiederum passt nicht mit einem möglichen Zeugungsdatum). Bei der nächsten Untersuchung war eine Fruchthöhle (ovale Form) mit Dottersack. Da war ich schon in der 7. Woche. In der 8. Woche, beim Vertretungsfrauenarzt, sah er angeblich einen pulsierenden Punkt am Dottersack (dieser war schon viel zu groß) und meinte es müsste sich um einen Eckenhocker handeln. Wir sind dann verreist und ich habe versucht mich zu entspannen (beide Ärzte meinten es sei alles okay) und mich zu freuen. In der 10. Woche war dann klar - da ist nichts (und eventuell war da auch nie ein intaktes Leben) mehr. Wir waren traurig, haben geweint. Am nächsten Tag würde ich ausgeschabt, nach der Narkose musste ich noch mal weinen. Dann war es okay. Wir haben den positiven Schwangerschaftstest, den Mutterpass, die Ultraschallbilder und einen freudig gekauften Strampler in einen Karton gepackt und aufgehoben. Am errechneten ET haben wir uns daran erinnert.
Uns hat es geholfen, dass da nie ein richtiger, sichtbarer Embryo war. Und das Wissen, dass die Natur nicht-lebensfähige Embryonen selektieren kann. Wir waren da nicht übermäßig emotional. Nach acht Wochen war ich wieder schwanger. Dann hat mein Mann allerdings bis zur 16. Woche jede Woche einen Ultraschall bei mir gemacht, weil wir immer Angst hatten dass unser Baby nicht mehr leben könnte. Also doch nicht ganz unemotional.

Mir haben danach,
ich bin offen mit meiner Fehlgeburt umgegangen, total viele Frauen von ihren Fehlgeburten erzählt.

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28. Juli 2016 um 8:58


Hmmm

Ich hatte auch 3 Fg.
Die erste am 9.06.2012
Ich hatte auch von Anfang an ein Ungutes Gefühl inkl. seltsamer Träume. Für mich war diese Fg am Schlimmsten.
Ich war schon mehere Tage im KH wegen Blutungen. Nachts im Badezimmer habe ich den Krümel verloren. Die herbeigerufene Hebamme hat alley aufgewischt, mein mini Baby verdrückt und in den Müll geworfen. Danach hat sie mich mit ins Bett geschickt und mir eine Schlaftablette gegeben. Morgens bekam ich keine Frühstück.... Hab dann mal nachgefragt, was los sei und es wurde mir gesagt, dass ich vielleicht noch eine AS habe.... Ok?
Anschliessend kam jemand um einen US und zu schauen wie es meinem Baby geht?!
Da konnte ich nicht mehr und hab nur noch geweint und wollte nach Hause.
Zu Hause habe ich nur funktioniert. Zum Glück habe ich noch eine Tochter aus einer anderen Beziehung. Da konnte ich mich nicht einfach gehen lassen.
Nachdem ich alle Untersuchung hinter mir hatte wollten wir im Januar 2014 die 1. ICSI starten.
Aufgrund der schlechten Spermien sei normal eine spontane SS fast ausgeschlossen.
Am 23.12.2013 hat mir der FA meine spontane ss bestätigt. Alley soweit ok.
Am 1.01.2014 nachts krämpfe und bin in Ohnmacht gefallen. Mit blaulicht ins kh. Dachte schon das wars dann. Aber hat nur den magen verdorben baby ging es gut.
Zwei wochen später, wieder ein komisches Gefühl... FA nicht erreicht. Am 30.01.14 kein Herzschlag mehr. Krümel war wohl als ich so unruhig war und panik hatte gestorben. Ab ins Kh...alles vorbereitet für AS.
Am nächsten Tag morgens um 7:00 ins KH. Schock... Man hat vergessen mich auf die OP planung zu schreiben. Wieder geheult wie ein Schlosshund. Irgendwie haben sie mich dann dazwischengeschoben. Mittags durfte ich wieder heim.
Im Mai dann 1. ICSI.... Eine EZ und positiv. Total happy. Baby entwickelt sich wunderbar. Dann hat mein vater sich gemeldet, dass meine kleine schwester Thrombose hat- wie auch meine grosse Schwester-panik... Zum FA und nachgefragt.... Nee das macht nichts
2 wochen später 20.06.2014 kein Herzschlag mehr wieder AS... Dieses mal lief alles ok im KH.

Wie wir das verkraftet haben? Keine Ahnung. Zum reden habe ich nicht wirklich jemand.
Ich sagte mir immer ich hab eine gesunde Tochter und einen tollen Mann. Das ist schon mehr als manche Frauen haben. Ich kann mich glücklich schätzen mit dem was ich habe.
Geheult habe ich viel und ich habe jede Schwangere beneidet... Aber ich musste ja funktionieren für meine Grosse.

Jetzt warten wir nach 4,5 Jahren kinderwunsch auf die Geburt unserer Tochter die Tage. 3. spontane SS trotz schlechter Spermien in der ICSI pause entstanden.

Vergessen habe ich die Engel nicht. Es tut mir leid, dass die drei totgeschwiegen werden. Nur ein paar enge Freunde wissen Bescheid.

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28. Juli 2016 um 11:13

Ein wenig ot....
...aber es interessiert mich, wie Eure Männer/Partner mit dieser Situation umgegangen sind bzw reagiert haben.
Schließlich haben sie ja auch ihr Kind verloren....

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28. Juli 2016 um 13:50

Ich hatte
erst am 19.06.16 meine FG mit AS. Ich hab viel geweint, fast ne ganze woche , immer wieder und sprechen konnte ich anfangs nur mit meinem Freund. Er war auch derjenige, der mir damit geholfen hat abzuschließen. Hat mir Mut zugesprochen. Zudem hatte eine Freundin letztes Jahr 2 FG und ist nun im 6. Monat schwanger , eine andere hat nach einer FG letztes Jahr eine gesunde Tochter zur Welt gebracht. Das hat mir Mut gemacht und Hoffnung. Wir haben auch keine Pause eingelegt und direkt weiter geübt. Ich bin jetzt im 2. Zyklus nach der FG und hoffe es klappt genauso schnell wieder. Manchmal denke ich noch drüber nach, wie weit ich jetzt wäre und ich werde etwas traurig, aber es zieht mich nicht mehr runter, ich schau nach vorne. Das letzt US- Bild als es noch lebte bzw. war es auch das erste und das Bild, als festgestellt wurde, dass es nicht mehr lebt hab ich noch und werde sie auch behalten.

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