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Angst in der Erziehung zu versagen...

3. September 2013 um 12:24

Ich gehöre hier eher zu den Unbekannten, dennoch würde ich mich über zahlreiche Tipps, Anregungen und Meinungen freuen. Zurzeit belastet mich das Thema doch stark. Meine Tochter ist fast 1 Jahr alt und mein absoluter Sonnenschein.
Sie hat einen sehr starken Charakter und schon jetzt eine sehr ausgeprägte Willenskraft. Sie weiß was sie will und was sie nicht will und zeigt das auch sehr deutlich. Schon im Bauch hab ich gemerkt dass sie ein kleiner Sturkopf und Rabauke ist. Ich hab sie mir genauso vorgestellt.
Es ist nicht so dass sie mich an meine Grenzen bringt oder ich sage ich kann nicht mehr oder sie ist mir zu anstrengend es geht vielmehr darum dass ich Angst habe wie sie sich entwickelt. Sie gehört definitiv zu den Kindern die in dem Supermarkt am Boden liegen und schreien Ich will aber
Auch wenn sie erst 11 Monate ist bin ich mir dessen sicher dass es so kommen wird.
Ich habe Angst, dass sie ein Kind wird mit dem kein anderer spielen will. Sie ist bisher unser erstes Kind, hat aber dennoch sehr viel Kontakt zu anderen Kindern. In der Krabbelkruppe ist sie wahnsinnig gern allerdings ist ihre Lieblingsbeschäftigung den anderen Kindern ihr Spielzeug wegzunehmen. Alle andere Kinder, auch Babies in ihrem Alter machen das nicht so exzessiv wie sie.
Meine Tochter ist ein absolutes Action Baby, wenn wir alleine daheim sind kann sie ziemlich unausstehlich werden, sie langweilt sich einfach, auch wenn ich versuche ihr noch soviel zu bieten. Sobald wir unterwegs sind, einkaufen, spazieren, bei Freunden oder auch wenn wir Besuch haben dreht sie auf und ist in ihrem Element. Sie kuschelt nicht, sie legt sich keine Sekunde ab um sich auszuruhen, von aufwachen bis schlafen ist sie 100 % da und gibt Vollgas. Ich hab sie mal beim Aufwachen beobachtet, es gibt eigentlich kein aufwachen. Sie schläft, sie macht die Augen auf und krabbelt so und erzählt.
Zurzeit sitz ich Abends manchmal da und muss weinen: Ich hab Angst etwas falsch zu machen. Mir wird bewusst dass ich keine Ahnung von Erziehung habe. Ich soll sie erziehen. Ja, aber wie denn? Was will ich denn überhaupt? Was in einer Erziehung ist mir denn wichtig? Es ist eine so große Bürde die meine Tochter zu tragen bekommen wird und ich hab Angst völlig zu versagen.
Kann sie wirklich schon in ihrer ersten richtigen Trotzphase stecken? Ich mein, ich kanns ja verstehen, sie will sich verständigen aber es klappt nicht. Es muss furchtbar sein wenn man im Kopf weiß was man will aber es dem Gegenüber einfach nicht verständlich machen kann.
Eigentlich dachte ich Erziehung erfolgt intuitiv, ich höre einfach auf mein Gefühl, dann klappt das schon. Aber allzu viel sagt mir mein Gefühl nicht.
Ich würde gerne einige Situationen oder Probleme schildern. Ihr müsst ja nicht zu allen was sagen aber vielleicht wenn euch was auf oder einfällt wäre es schön ein paar konkrete Ratschläge mitzunehmen.

1.Das Beispiel in der Krabbelkruppe was ich oben genannt habe. Was soll ich machen wenn sie anderen Kindern immer und ständig alles abnimmt. Soll ich mich einmischen? Wenn ja, wie? Ich kann ihr das doch noch nicht verständlich erklären, oder etwa doch? Eigentlich finde ich auch dass Eltern sich nicht immer einmischen müssen aber wenn meine Tochter immer das Kind ist welches alles abnimmt muss ich doch eingreifen.
Also ihr seht, bei dem Beispiel weiß ich selbst überhaupt nicht was überhaupt angebracht ist.

2.Sie beißt mich im Moment oft. So, bei diesem Beispiel weiß ich wenigstens was ich will. Nämlich dass sie das nicht tut. Weder mich noch andere Kinder noch sonst wen. So, wie mach ich ihr das deutlich? Jedes Mal wenn sie mich beißt leg ich drei Finger auf ihren Mund und sage NEIN, das macht Mama aua. Ich weiß nicht warum, danach brüllt sie wie am Spieß. Weiß sie dass sie Anschiss bekommt? Ich umarme sie dann und sage dass ich sie liebe aber ich möchte nicht dass sie mich beißt.
Mach ich das richtig? Versteht sie mich denn überhaupt? Warum weint sie so? Und vor allem: Warum beißt sie nur mich? Sie hat noch nie jemand anders gebissen, auch Papa nicht.

3.Wenn sie weint, also viel mehr schreit, so richtig, für mich ohne ersichtlichen Grund, was tu ich dann? Sie wird sicher irgendwas Bestimmtes meinen, auch wenn es nur aus Trotz ist, für sie hat es ja eine Bedeutung. Wenn ich sie umarme hab ich das Gefühl sie regt sich nur noch mehr auf, sie macht sich steif und streckt sich teilweise durch wenn ich aber einfach nichts mache und nur neben ihr bin hab ich das Gefühl ich kümmer mich nicht.

4.Das ist jetzt nur ein Beispiel: Wie können Kinder entscheiden wenn sie was dürfen oder nicht? Kennen sie Ausnahmen. Also das Beispiel: Meine Tochter liebt es Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge zu zerreißen. Deswegen liegen die ganzen Sachen außer Reichweite. Wenn ich jetzt beispielweise telefonieren muss oder irgendwas wichtiges erledige gebe ich ihr eine Zeitschrift und sie ist 10 Minuten beschäftigt. Wenn wir jetzt z.B. bei Oma ist und sich einen Katalog schnappt kommt NEIN, und er wird ihr weggenommen.
Jetzt mein Dilemma: Mach ich das dann schlimmer weil sie es bei mir ab und wann darf? Sie versteht doch die Welt nicht. Warum darf ich es manchmal, warum nicht?

Danke, an alle die bisher gelesen haben, ich weiß es ist viel Text aber es ist auch ein für mich sehr wichtiges Thema und ich hoffe dass das hier nicht untergeht. Ich denke ihr könntet mir sicher einige Denkanstöße oder einen Blick auf eure Sichtweise geben.
Deswegen, wenn ihr zu den Beispielssituationen nicht zu sagen habt, mich würde auch im Allgemeinen interessieren wie ihr an Erziehung rangegangen seid.

So, nun aber wirklich genug.
LG Bellykiss

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3. September 2013 um 14:04

Huhu
Also mein Kleiner ist genauso wie deine. Er wird demnächst 1J.

Mmmhhh alle Achtung, du machst dir ja unglaublich viiile Gedanken. Schonmal was von selbsterfüllender Prophezeiung gehört? Wenn du jetzt schon davon ausgehst, dass sich dein Kind im Supermarkt auf den Boden schmeißt, dann wird das auch genauso geschehen. Also relax....

Zum beißen: wir hatten das auch vor ein paar Wochen. Noch sind die Kleinen ja so klein, dass sie das erstens nicht mit böser Absicht machen. Zweitens: verstehen sie irgendwelches Gerede von Mama kaum. Meiner hat so fest zu gebissen, dass es richtig weh tat. Vielleicht hatte er gezahnt? Kenne den Grund nicht. Na zumindest ist mir dann ein paar mal ein ordentliches "Aua" "nicht beißen" raus gerutscht. Ich habe dieses "autsch" auch nicht unterdrückt. Es war schon recht energisch. Es tat eben weh. Joa. .. irgendwie hat das wohl gefruchtet. Er macht es nicht mehr.

Zum Spielzeug weg nehmen: ich bin der Meinung, dass Babys gar nichts untereinander regeln sollten... hä? Doch nicht solche Sachen. Sie entwickeln jetzt erst ihr Sozialverhalten. Und wer bringt es ihnen bei? Genau: die Eltern. Also sollte es deiner einfach Spaß machen, mit genau den Sachen zu spielen, mit denen die anderen gerade spielen, müsstest du wohl oder übel langsam eingreifen. Wie gesagt. Es sind ja alle noch Babys. Da macht keins was mit böser Absicht oder will stänkern. Biete deiner dann einfach ein anderes Spielzeug an, lenke sie ab. Sonst hast du evtl noch riesen Theater mitten in der Krabbelgruppe.

Und noch zum Punkt "reden oder erklären": es ist enorm wichtig, dass du ganz viel sprichst , erklärst, kommentierst. Aber quatsche sie halt nicht voll... kurze prägnante Sätze, wenn du etwas verbietest. Es kommt auf die Dosis an. Und auch auf den Ton.
Wenn sie bspw beißt und du sagst, du möchtest es nicht, dann wähle nicht die gleiche Tonlage wie "ich hab dich lieb". Das versteht sie sonst einfach nicht.

So... Das müsste es gewesen sein was ich dir so schreiben wollte.

LG und habe nicht zu viel Angst. Dein Baby hat dich lieb, auch wenn nun so langsam das "richtige" erziehen los geht.

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3. September 2013 um 21:05


Vielen lieben Dank für die Antworten.

Danke Esmavie, der Anstoß dass ich evtl. bei anderen Kindern schauen soll was mir missfällt ist sehr gut. Ich hab bis jetzt immer überlegt was ich will aber vielleicht ist der Ansatz erst mal herauszufinden was ich auf keinen Fall will wirklich hilfreich. Danke!

Veilchen, dein Beitrag hat mir gut getan. Das mit dem Zeitungsbeispiel seh ich so ähnlich wie du und werde es so beibehalten.

Mrsminimaus, ich finde es eigentlich normal mir so Gedanken zu machen. Ich hab einfach das Gefühl jetzt die Weichen zu stellen. Von dir nehme ich besonders das mit den kurzen prägnanten Sätzen mit... Danke dir!

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4. September 2013 um 6:19
In Antwort auf maud_12069529


Vielen lieben Dank für die Antworten.

Danke Esmavie, der Anstoß dass ich evtl. bei anderen Kindern schauen soll was mir missfällt ist sehr gut. Ich hab bis jetzt immer überlegt was ich will aber vielleicht ist der Ansatz erst mal herauszufinden was ich auf keinen Fall will wirklich hilfreich. Danke!

Veilchen, dein Beitrag hat mir gut getan. Das mit dem Zeitungsbeispiel seh ich so ähnlich wie du und werde es so beibehalten.

Mrsminimaus, ich finde es eigentlich normal mir so Gedanken zu machen. Ich hab einfach das Gefühl jetzt die Weichen zu stellen. Von dir nehme ich besonders das mit den kurzen prägnanten Sätzen mit... Danke dir!

Guten Morgen
Na selbstverständlich macht man sich Gedanken. Das ist klar.
In deinem Eingangspost kam es für mich so rüber als ob du dich regelrecht verrückt machst. Ist jetzt nur eine Empfindung.
Ich neige da auch manchmal zu. Daher der Tipp "relax".

Da mein Kleiner auch ein echter Wirbelwind ist und ich das von meiner Großen gar nicht kenne, können wir uns gerne in ein paar Monaten wieder sprechen ... Erfahrungsaustausch oder wie ist es einen ergangen

Bin ja auch gespannt. Aber eher neugierig. Nicht ganz so ängstlich.

Alles Gute

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4. September 2013 um 8:55

Wow
Leider nicht viel Zeit zum schreiben aber wollte los werden,das ich es super finde wie du dich selbst reflektierst und die Kopf drüber machst wie du was besser machen kannst. Ich finde dies ist schon ein ,,gute Mutter,, sein! Ich denke die Angst hat jeder,ich selbst auch, wichtig finde ich wenn man mit einer Situation "überfordert" oder sie besser Handhaben möchte,dass man um Rat fragt und sich Gedanken dazu macht(dies machst du,Daumenhoch!)

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