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Angst vor einer Wochenbettdepression

20. November 2006 um 16:45

Hallo Leute!
Ich habe am 07. November meine Tochter Johanna auf die Welt gebracht. Sie kam dreizehn Tage zu spät, wog 4170g und war 52 cm lang und vollkommen gesund. Das ist sie auch jetzt noch, aber ich fühle mich nicht gesund. Ehrlich gesagt fühle ich mich sogar ganz furchtbar.
Im Krankenhaus in dem ich entbunden habe, fühlte ich mich überhaupt nicht wohl, keiner half mir beim Stillen (obwohl es mein erstes Kind ist), sodass ich nun die Muttermilch immer abpumpe und ihr mit dem Fläschchen geben muss. Sie hat sich halt sehr schnell an die Flasche gewöhnt.
Die ersten zwei Tage nachdem wir aus dem Krankenhaus entlassen worden sind, lag ich nur auf der Couch und habe geweint, konnte auch nichts essen. Meine Mutter und der Papa haben sich um die kleine Johanna gekümmert, weil ich es nicht konnte. Ich war total am Ende meiner Kräfte, ich habe mir sogar gewünscht, ich wäre nie schwanger geworden. Dieser Gedanke tat mir selber so weh, dass ich wieder stundenlang weinen musste.
Inzwischen geht es mir zwar besser, ich fühle mich nicht mehr permanent kraftlos und traurig, aber ich habe trotzdem immernoch Momente, in denen ich mir wünsche, mein Kind wäre nicht da. Das macht mich total fertig. Ist dieses Denken normal oder sollte ich zum Arzt gehen damit? Ich bin damit deswegen so zögerlich, weil ich mich für meine Gedanken schäme und mit niemandem so richtig darüber reden kann. Vielleicht sind es ja nur die Hormone?
Die ganze Schwangerschaft über denkt man, man weiß, was einen erwartet, wenn das Kind da ist. Aber das kann man ja nicht mal erahnen.Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mich als Mutter fühle, meine Stimmung schwankt so extrem, dass es mir selbst Angst macht. Bitte, hatte jemand von euch sowas vielleicht auch? Kann mich jemand beruhigen? Ich bin für jede Antwort dankbar!

Liebe Grüße
Rini

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20. November 2006 um 18:29

PPD
Hallo Rini,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer Tochter!!! Da hast du etwas ganz Tolles geleistet.

Wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass du vor ein paar Tagen erst entbunden hast, dann bin ich guter Hoffnung, dass sich das noch legt mit den Gefühlen und der Achterbahn. Letztendlich ist es eine normale Reaktion die fast jede Mutter trifft nach der Enbindung. Von den Heul-Tagen hast du sicher schon gelesen.
Ob sich daraus eine akute Postpartale Depression manifestiert, bleibt in erster Linie abzuwarten. Es gibt so viele Frauen, die nicht von Anfang an Muttergefühle in dem Sinne, wie man es gerne sieht, entwickeln. Bei manchen braucht es einfach seine Zeit und dennoch ist man deswegen keine schlechtere Mutter als andere.
Die Umstellung auf ein Leben mit Kind ist hart, aber was alle anderen geschafft haben, werden wir doch auch schaffen oder? Ich bin leider etwas in die PPD reingerutscht, möchte dir aber gern Mut machen; bei dir muss das nicht so sein.
Ich liebe mein Kind über alles, ich bin einfach öfter stark depressiv mit allem drum und dran und das ist sicher kein Zuckerschlecken. Aber bitte sei dir nicht wegen der Gedanken, dass du dir manchmal wünscht, deine Tochter wäre nicht da; das habe ich auch manchmal, aber tief im Herzen weiß ich, dass dies nicht so ist.
Nimm dir viel Zeit, versuche Unterstützung von der Familie oder Freunden zu bekommen, ja auch wenn der Haushalt chaotisch aussehen sollte, na und, dann soll er doch.
Du bist damit nicht allein und falls du noch Fragen hast, kannst dich gern an mich wenden.

Wenn du Interesse hast, einfach mal zu sehen wie es manchen Frauen mit einer PPD geht, dann schau mal unter www.schatten-und-licht.de.... ich bin z. B. auch dort.....

Drück dich jetzt mal ganz doll und wünsche alles alles Gute!

PS: Du kannst auch gern zum Arzt gehen, wenn du auf Numemr sicher gehen willst. Dafür wirst du nicht verurteilt und selbst die Gedanken, vor denen du dich schämst, kannst du einem Psychiater beherzt erzählen.

LG Isabell

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20. November 2006 um 20:00

Hallo Rini,
ich schließe mich auch an: Herzlichen Glückwunsch zu Deiner kleinen Tochter!
Mir ging es,was das KH betrifft, genau wie Dir! Keiner hat mir richtig geholfen, ständig kam jemand Neues rein, den ich nicht kannte und vor allem hat wirklich jeder etwas anderes gesagt! Mein Kleiner wollte von Anfang an nicht an die Brust also habe ich mir auch das volle Programm mit Abpumpen usw. gegeben. Weil ich eben das Beste für mein Baby wollte.
Mir ging es in den ersten Tagen bzw. Wochen auch nicht gut, aber nicht so, dass ich eine Wochenbettdepression hatte. Ich habe mir dann das Buch "Ich würde dich so gerne lieben" von Brooke Shields gekauft. Sie beschreibt diese Situation ganz gut und gibt einem das Gefühl nicht alleine zu sein.. Vielleicht hilft Dir das ein wenig.
An sonsten kann ich Dir auch nur raten zum Arzt zu gehen, wenn es nicht besser wird. Nur nicht unterschätzen!

Ich wünsche Dir alles Gute!
LG Kathrin

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20. November 2006 um 20:25

Danke!
Dankeschön ihr Lieben!
Ich muss mich bei euch bedanken, denn es hilft mir wirklich zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht. Geteiltes Leid ist halbes Leid
Eure Antworten haben mir Hoffnung gegeben, dass ich doch normal bin.
Einen Psychater in der Klinik hätte ich wunderbar gefunden, aber da war niemand. Es gab ja nicht mal Hebammen auf der Entbindungsstation. Ich finde, das wäre auch angebracht, da man als junge Mutter vor einem riesigen Berg Fragen steht.
Jedenfalls freue ich mich, dass ihr mir erzählt, wie es euch bei eurem Kind geht.

Liebe Grüße
Rini

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21. November 2006 um 4:00
In Antwort auf marci_12265213

Danke!
Dankeschön ihr Lieben!
Ich muss mich bei euch bedanken, denn es hilft mir wirklich zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht. Geteiltes Leid ist halbes Leid
Eure Antworten haben mir Hoffnung gegeben, dass ich doch normal bin.
Einen Psychater in der Klinik hätte ich wunderbar gefunden, aber da war niemand. Es gab ja nicht mal Hebammen auf der Entbindungsstation. Ich finde, das wäre auch angebracht, da man als junge Mutter vor einem riesigen Berg Fragen steht.
Jedenfalls freue ich mich, dass ihr mir erzählt, wie es euch bei eurem Kind geht.

Liebe Grüße
Rini

Hallo Rini,
zunaechst einmal ist es doch ganz normal, sich voellig ueberfordert zu fuehlen: Stillen klappt nicht richtig, die Hormone sind komplett im Keller, die eigene Unabhaengigkeit scheint einem fuer immer genommen worden zu sein , ach ja und man hat auch noch ein 3-4 kilo Brocken aus sich rausgequetscht und dieser Brocken, auch wenn man ihn wahnsinnig liebt, will nonstop DICH....ich frag mich, warum nicht jede Frau PP Depressionen hat!!!! Ich hatte sie und bin froh, dass es mittlerweile auch richtig ernst genommen wird. Ich bin bis nach der Entbindung ein ueberduchschnittlich froehlicher Mensch gewesen und bin in ein fuerchterliches Loch gefallen, das ich bis dato nicht kannte. Das kam zwar erst einige Wochen nach der Geburt aber PPD koennen bis zu einem guten Jahr danach auftreten.
Mein Arzt hat mich sofort (das 1. Mal in meinem Leben!!)auf Antidepressiva gesetzt und die haben nach kurzer Zeit Wunder gewirkt. Ich bin jetzt wieder die "Alte".
Also, bitte beobachte Dich genau und wenn Dein Zustand laenger als 1-2 Wochen anhaelt und Du zu viele "Dunkle Tage" hast, glaub bloss nicht, dass das eine Lapalie ist sondern geh zu Deinem Arzt. Uebrigens: Das macht Dich naemlich zu einer "guten Mutter", die Tatsache, dass Du mutig genug bist, um Hilfe zu bitten wenn Du sie brauchst!!!!
Toll, dass Du Dich hier ins Internet stellst, ich glaube, sehr viele jungen Mamis in aehnlicher Situaton werden von Dir lernen und auch um Hilfe suchen, DANKE!!!

Alles Liebe, Du bist wirklich nicht allein und hast zudem gerade bewiesen, dass Du eine klasse Mama bist
Ncki

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