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Antidepressiva gegen PPD - für immer Medikamente?

1. September 2014 um 12:53 Letzte Antwort: 2. September 2014 um 12:09

Hallo zusammen!

Ich bin vor einem Jahr Mama geworden und hatte seit dem immer wieder depressive Phasen, in denen ich mich wertlos, verraten, fremd in meinem Körper und meiner Rolle als Mama fühlte. Ich konnte mich auf nichts freuen, hab kaum gegessen oder geschlafen. Hab mir gewünscht, dass ich nie die Pille abgesetzt hätte.. und und und.

Ich wollte die ganze Zeit nicht wahr haben, dass das eine Depression ist und hab mir immer gesagt es wird besser werden:

- wenn die Schmerzen am Damm erstmal weg sind
- wenn ich erstmal abgestillt habe
- wenn ich erstmal meine Tage wieder habe
- wenn ich die Pille wieder nehme

etc.pp..

Aber es wurde nur immer schlimmer. Vor zwei Wochen hab ich dann endlich die Reißleine gezogen und bin zu einer Neurologin, die mir Antidepressiva verschrieben hat (Serotoninwiederaufnahmehemmer ).

Die Wirkung ist der Hammer! Ich weiß endlich wieder warum ich Mutter werden wollte. Ich genieße die Zeit mit meinem Sohn und meinem Mann. Ich bin stolz darauf, was mein Körper geleistet hat.

Jetzt frage ich mich: Kann ich mich jetzt für den Rest meines Lebens nur noch mit Medikamenten "normal" fühlen? Ist meine Gehirnchemie für immer kaputt? Oder gibt sich das wieder?

Für Erfahrungsberichte wäre ich dankbar!

Ina

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1. September 2014 um 23:04

nee
Super hast du etwas dagegen unteenommen! Mir ging es wie dir.
Habe 1 Jahr die Tabletteb genommen & ohne Probleme abgesetzt.

Alles Gute

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2. September 2014 um 8:49
In Antwort auf gaye_12239118

nee
Super hast du etwas dagegen unteenommen! Mir ging es wie dir.
Habe 1 Jahr die Tabletteb genommen & ohne Probleme abgesetzt.

Alles Gute

Super
Danke. Das macht Mut!

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2. September 2014 um 12:09

Alles gut
Hallo,

ich kann Dir nur meine Erfahrung schreiben...

Mein Sohn ist letztes Jahr im Juli geboren und ich habe mich direkt nach seiner Geburt total überwältigt (im negativen Sinne) gefühlt.
Er war ein absolutes Wunschkind und ich habe mich auch total über ihn gefreut, habe mich aber einfach überfordert gefühlt. Ich habe das erstmal auf den Babyblues geschoben und es wurde dann auch tatsächlich besser.

Dann, so Ende November, fing es an ganz schlimm zu werden. Mir war morgens wahnsinnig schlecht, übergeben, Durchfall, Panik, jeden Morgen. Drei Wochen lang hat sich jemand anders morgens um meinen Zwerg gekümmert, weil ich einfach vor Mittags gar nichts konnte. Ich habe mich schrecklich gefühlt. Warum war das so? Ich habe ein wundervolles Baby, einen tollen Mann, ein schönes Haus und ich komme mit meiner Welt nicht klar. Es war ganz furchtbar.

Ich bin dann Anfang Dezember zu einem Psychotherapeuten und habe eine Gesprächstherapie begonnen, die mir auch sehr geholfen hat. Gleichzeitig habe ich vom Arzt Citalopram (20 mg morgens) und Mirtazapin (7,5 mg abends) verschrieben bekommen. Das Mirtazapin habe ich vor ein paar Wochen abgesetzt, das Citalopram schleiche ich gerade langsam aus. Und es geht mir gut.

Wie Du siehst, ich habe die Medikamente schon eine Weile genommen, aber das ist auch notwendig, um diesen Kreislauf zu unterbrechen und Deine Gedanken erst mal soweit ordnen zu können, dass auch eine Therapie überhaupt etwas bringt.

Es gibt immer noch Tage, an denen ich morgens aufwache und denke "oh Mann", aber das ist selten. ich liebe meinen kleinen Kerl und verbringe gerne meine Zeit mit ih. Er ist jetzt aber morgens bei der Tagesmutter und ich arbeite wieder halbtags, auch das hat geholfen.

ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner Geschichte ein wenig Mut machen!

Liebe Grüße,
Katzus

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