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AP-Muttis hierher - Die Trotzphase treibt mich in den Wahnsinn!!!

12. August 2015 um 13:15 Letzte Antwort: 14. August 2015 um 9:13

Hallo Ihr Lieben!

Mein Sohnemann ist gerade 2 geworden und die meiste Zeit das liebste Kind auf Erden. Er war ein Anfängerbaby und auch das letzte Jahr haben wir ganz gut hingekriegt.

Ich bin sehr begeistert von dem Attachment-Parenting-Ansatz und fahre damit auch eigentlich sehr gut. Wie gesagt: Eigentlich...

Wir haben wenige aber klare Regeln und sind da sehr konsequent. Bei den Großeltern darf er mehr, das führt zu Reibungsverlusten aber nach 1 bis 2 Stunden zuhause ist er wieder eingewöhnt.

Sobald irgendwas von der normalen Tagesstruktur abweicht oder wir wegen Wetter und Wespen nicht so mit ihm raus können, testet er permanent alles aus was er nicht darf.

Ich bin mit meiner Geduld dann schnell am Ende und schreie doch - was natürlich nichts bringt.

Die gängigen Tipps: Ablenken, Gegenstände die kaputt gehen können außer Reichweite, ..haben wir schon durch.

Was hilft bei Euch?

LG
von einer frustrierten Ina

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12. August 2015 um 14:37

Das ist ein 2 jähriges kind
versteh ncht ganz was du erwartest. das meiste was du verlangst, versteht er entweder noch gar nicht bzw ist es ihm gar nicht klar das es gefährlich oder verboten ist. in dem alter muss alles ausgetestet, angefasst und probiert werden...
ein völlig normales verhalten bei einem 2 jährigen. verbote und schreien sind eher kontraproduktiv. zum einem verängstigt schreien kinder, zum anderen hemmst du es in seinem natürlichem erforschungsdrang. versuch mal etwas lockerer zu werden... soweit alles zu sicher zb steckdosen , zerbrechliches wegstellen, tür abschliessen zb wenn er an den herd geht... und sonst lass das kind mal machen.

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12. August 2015 um 14:44

Zur Klarstellung
Ich weiß nicht was ihr da bei Wikipedia rausgesucht habt, ich bezog mich auf Jesper Juul. Da ist nicht unstrukturiert oder zu "weich".

Und, ich weiß, dass es nicht richtig ist zu schreien. Deshalb frage ich ja danach was ihr macht. Gestern waren wir beispielsweise eingeladen und mussten knapp 500m laufen. L.ukas ist alle paar Meter stehen geblieben, humpelte dann etwas, lief dann in die falsche Richtung. Wir hatten viel Zeit für den Weg eingeplant, aber auch keine Stunde.

Ich bin erst mit ihm stehen geblieben, hab gefragt ob er Aua hat. Er sagte nein. Ich hab mich mit ihm auf ne Bank gesetzt und seine Schuhe und Socken ausgezogen und geguckt ob irgendwas mit Füßen oder Schuhen nicht in Ordnung ist. Es war aber alles ok. Ich hab versucht ihn mit Autos & Co abzulenken "siehst du das rote Auto? das Motorrad?". Nichts hat geholfen.

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12. August 2015 um 15:30

Hallo!
Dein Kind ist 2 Jahre alt; es geht also jetzt erst damit los, dass es anstrengend wird, AP konsequent durchzuführen. Ich persönlich halte sowieso nichts davon, sich an ein Erziehungskonzept zu klammern und stringent durchzuziehen, wenn man gar nicht zu 100% dahinter steht, und das scheint mir bei dir der Fall zu sein. Versteh mich nicht falsch; das ist kein Vorwurf! Nicht jedes Elternpaar und jedes Kind ist für AP, demokratische Erziehung und Co gemacht. Um auf dein Beispiel zu kommen: Entweder, es stört dich nicht im geringsten, wenn dein Sohn für 500 m 1 Stunde, 5 Entdeckungspausen, 3 Spieleinheiten und 7 Richtungswechsel benötigt, oder es stört dich, aber DANN musst du was ändern! AP ist keine Regelsammlung, an die man sich hält, sondern es ist eine Grundeinstellung zum Leben. Vielleicht hilft es dir, wenn du entspannter mit dir und deinen Reaktionen umgehst? Also auch mal Dinge durchziehst und einforderst, obwohl sie eurem gewählten Erziehungskonzept widersprechen. Der Grundsatz, eurem Kind das Richtige vorzuleben, und es anzunehmen, wie es ist, bleibt ja. Vielleicht ist das frustfreier für alle?!
Viel Glück!

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12. August 2015 um 16:04
In Antwort auf inaungeduld

Zur Klarstellung
Ich weiß nicht was ihr da bei Wikipedia rausgesucht habt, ich bezog mich auf Jesper Juul. Da ist nicht unstrukturiert oder zu "weich".

Und, ich weiß, dass es nicht richtig ist zu schreien. Deshalb frage ich ja danach was ihr macht. Gestern waren wir beispielsweise eingeladen und mussten knapp 500m laufen. L.ukas ist alle paar Meter stehen geblieben, humpelte dann etwas, lief dann in die falsche Richtung. Wir hatten viel Zeit für den Weg eingeplant, aber auch keine Stunde.

Ich bin erst mit ihm stehen geblieben, hab gefragt ob er Aua hat. Er sagte nein. Ich hab mich mit ihm auf ne Bank gesetzt und seine Schuhe und Socken ausgezogen und geguckt ob irgendwas mit Füßen oder Schuhen nicht in Ordnung ist. Es war aber alles ok. Ich hab versucht ihn mit Autos & Co abzulenken "siehst du das rote Auto? das Motorrad?". Nichts hat geholfen.

Also wir erziehen sehr cool, sehr lasch sehr demokratisch
ABER so ein Geschiss gibt es bei uns nicht, die Kleine bleibt auch mal stehen begutachtet Steine etc.... aber wenn sie dann partouut nicht mehr laufen will dann wird auch nicht abgelenkt dann kommt sie in den Buggy bevor sie sich wieder auf den Boden legt und wir gar nicht mehr vorwärts kommen.
Auch an der Straße wird nur an der Hand gelaufen, das erkläre ich immer wieder vorher kurz und knapp und da gibt es keine Diskussion.
Deshalb finde ich auch das was thilda schreibt ganz passend, dass es nicht immer gut ist sich nur an ein Erziehungsmodell festzuhalten, wenn dann muss man da konsequent dahinter stehen, das tu ich in solchen Situationen nicht.
Spaziergänge wo nur gebockt wird oder wo wir nicht weiter kommen werden bei uns einfach entweder mit heehen oder kurz in den Buggy gehen beendet.
Wobei ich denke dass man solch ne "Bockerei" auch von vorne rein vermeiden kann.
Wir laufen z.B. im Dorf immer denselben Weg wo sie weiss es geht zu ihren heißgeliebten Pferden, das ist dann ihr Rhytmus und wie du oben schreibsts ihre normale Struktur da weiche ich dann eigentlich selten ab denn so kommen wir ohne "Trotz" ans Ziel.
Ist ja eigentlich auch egal, weil Kinder brauchen immer wieder das kontinuierliche wohl auch bei Spaziergängen.

Lg

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12. August 2015 um 17:41

Hm...
also meine tochter war ind er hinsicht kein problem und der sohni ist jetzt erst 19monate, hat da aber größres konfliktpotential, befürchte ich.

ich kann dir jetzt gar nicht genau sagen, wie wir problemsituationen rumkriegen. ich mach meist 2 oder 3 vorschläge, bis einer angenommen wird.
manchmal streiten wir uns auch (so in richtung: der wasserhahn bleibt jetzt zu! *zudrück* *kind aufmacht* "nein zu! *zudrück* *kind aufmach* das geht dann hin und her bis er sich arg aufregt und ich ihm nen anderen vorschlag mach, während ich ihn auf den arm nehme "komm wir gucken ein buch an") und manchmal sag ich ihm was ich will und er schreit und ist beleidigt und wenn er sich wieder beruhigt hat gehts weiter.

so in dem alter hilft noch viel über seine gefühle sprechen ("ja du bist jetzt wütend") dass er sich beruhigt.
ansonsten ist ja juuls ansatz dass man sagt, was man will und dann eben das vom kind auch erwarten.

grad bei dem spaziergang könnts sein, dass ich dann zu ihm sag: "so jetzt nimm den stein, ich trag dich". und dann klappt das eigentlich gut, dass er den stein greift und ich ihn ein stück tragen darf. die th hab ich eh möglichst immer dabei.

lg

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12. August 2015 um 18:17

Ui
ich merke gerade, dass unser Erziehungsstil keiner ist. Oder müssen wir ihm einen fancy Namen geben, damit er was taugt? Wir bemühen uns um klare einheitliche Regeln und wenige aber definitive Neins. Es geht uns als Eltern doch auch nicht jeden Tag gleich. Das was einen am Montag auf die Palme bringt ist Dienstag vllt. nebensächlich... deswegen stell ich mal in Frage, dass man täglich ein und dasselbe Erziehungsmodell leben kann. Ich denke, ich Google mich nachher mal durch die Materie.

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12. August 2015 um 18:21

PS
Wenn wir spazieren gehen und der Weg das Ziel ist, dann ist uns völlig egal, ob wir eine Runde um den See oder auch nur um die nächste Pfütze schaffen. Wenn wir aber akut wohin wollen und getrödelt (meine Tochter empfindet Steine angucken und Stöckchen sammeln bestimmt nicht als Trödeln) wird, dann sitzt sie eben kurzerhand im Buggy.

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12. August 2015 um 20:37

Spiegeln
Kennst du diesen Blog? Da ist das sehr schön erklärt und auf jeden Fall AP tauglich

http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/05/autonomiephase-trotzphase-warum-immer.html?m=1

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13. August 2015 um 8:37

Erziehungsstil
Klar kann man keinen Erziehungsstil 100% anwenden. Es gibt ja auch immer Umstände (die Persönlichkeit des Kindes, die eigene Persönlichkeit und Erziehung, Persönlichkeit und Erziehung des Partners). Darum ging es mir auch nicht.

Ich finde es wichtig, meinem Kind jederzeit das Gefühl zu geben, dass es geliebt wird. Ich wünsche mir, dass er ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt, dass er merkt "ich kann immer mehr", "Mama und Papa trauen mir was zu", "ich kann Dinge selbst tun, selbst entscheiden und auch Mama oder Papa von Dingen überzeugen", also Selbstwirksamkeit.

Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich mit einem Kleinkind genauso "demokratisch" umgehe wie mit einem Teenager. Mein Sohn ist 2 Jahre alt. Er kann laufen, Treppen steigen, aus dem Becher trinken und mit der Gabel essen, er kann sich verständlich machen in Bezug auf seine Lebenswirklichkeit "Ich habe Hunger. Ich bin satt. Ich habe Durst. Das ist schön. Ich bin traurig. Ich hab Oma und Opa besucht. Wir fahren heute Bus. Wir gehen einkaufen.". Er nimmt sich selbst als Person war und die Menschen in seiner Umgebung auch. Er weiß, dass andere Menschen auch Gefühle haben, fröhlich oder traurig oder wütend sein können. An diesem Punkt seiner Entwicklung will ich ihn abholen.

Ich habe ein paar Dinge, die mir wichtig sind und die ich konsequent durchsetze. Für Dinge, die für sein Leben und seine Gesundheit notwendig sind, spiele ich auch körperliche Überlegenheit aus, bspw. wenn es um nicht auf die Straße rennen, nicht auf den Herd packen, nicht die Treppe runterfallen, Zähneputzen, Medikamente nehmen geht. Ich versuche seine Kooperation in diesen Dingen zu erreichen, in dem ich ihm die Notwendigkeit erkläre, in dem ich klare Regeln formuliere und in dem ich Spiel und Fantasie einsetze (Oh mach mal schnell den Mund auf ich habe Karius und Baktus gesehen..), aber notfalls ist es mein Job als Mutter zu seinem langfristigen Wohl auch mal kurzfristig die "Böse" zu sein. Das widerspricht meiner Meinung nach aber auch nicht AP, es ist lediglich nicht Laissez-faire. Ich bin erwachsen, er ist ein Kind, damit habe ich die Verantwortung für ihn. Ich bin nicht die beste Freundin, die ihm immer nur alles recht macht.

Ich denke auch nicht, dass es darum geht jedem Wunsch der Kinder nachzukommen, sondern das dahinterliegende Bedürfnis zu erkennen und Möglichkeiten zu finden, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Wenn er also wie in meinem Beispiel nicht laufen will, versuche ich herauszufinden warum nicht. Hat er Schmerzen? Das habe ich ausgeschlossen. Will er nicht dorthin wo wir hingehen? Konnte ich auch ausschließen. Wo war das Problem? Ich weiß es immer noch nicht.

Meine Hoffnung bei Erstellung des Threads war es, dass ich Erfahrungen von anderen Müttern höre, in welchen schwierigen Situationen sie waren und welche Strategien sie entwickelt haben. Ich versuche aus den Erziehungsmustern auszubrechen, die ich aus meiner Kindheit kenne - sicher haben andere die gleichen Schwierigkeiten.

Daher danke an diejenigen, die mir einfühlsam und ohne Moralkeule geantwortet haben.

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13. August 2015 um 8:40
In Antwort auf elisabennet

Spiegeln
Kennst du diesen Blog? Da ist das sehr schön erklärt und auf jeden Fall AP tauglich

http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/05/autonomiephase-trotzphase-warum-immer.html?m=1

Ja, bin ein großer Fan
..ebenso von Nestling.org und Rabeneltern.org

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13. August 2015 um 12:40
In Antwort auf inaungeduld

Erziehungsstil
Klar kann man keinen Erziehungsstil 100% anwenden. Es gibt ja auch immer Umstände (die Persönlichkeit des Kindes, die eigene Persönlichkeit und Erziehung, Persönlichkeit und Erziehung des Partners). Darum ging es mir auch nicht.

Ich finde es wichtig, meinem Kind jederzeit das Gefühl zu geben, dass es geliebt wird. Ich wünsche mir, dass er ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt, dass er merkt "ich kann immer mehr", "Mama und Papa trauen mir was zu", "ich kann Dinge selbst tun, selbst entscheiden und auch Mama oder Papa von Dingen überzeugen", also Selbstwirksamkeit.

Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich mit einem Kleinkind genauso "demokratisch" umgehe wie mit einem Teenager. Mein Sohn ist 2 Jahre alt. Er kann laufen, Treppen steigen, aus dem Becher trinken und mit der Gabel essen, er kann sich verständlich machen in Bezug auf seine Lebenswirklichkeit "Ich habe Hunger. Ich bin satt. Ich habe Durst. Das ist schön. Ich bin traurig. Ich hab Oma und Opa besucht. Wir fahren heute Bus. Wir gehen einkaufen.". Er nimmt sich selbst als Person war und die Menschen in seiner Umgebung auch. Er weiß, dass andere Menschen auch Gefühle haben, fröhlich oder traurig oder wütend sein können. An diesem Punkt seiner Entwicklung will ich ihn abholen.

Ich habe ein paar Dinge, die mir wichtig sind und die ich konsequent durchsetze. Für Dinge, die für sein Leben und seine Gesundheit notwendig sind, spiele ich auch körperliche Überlegenheit aus, bspw. wenn es um nicht auf die Straße rennen, nicht auf den Herd packen, nicht die Treppe runterfallen, Zähneputzen, Medikamente nehmen geht. Ich versuche seine Kooperation in diesen Dingen zu erreichen, in dem ich ihm die Notwendigkeit erkläre, in dem ich klare Regeln formuliere und in dem ich Spiel und Fantasie einsetze (Oh mach mal schnell den Mund auf ich habe Karius und Baktus gesehen..), aber notfalls ist es mein Job als Mutter zu seinem langfristigen Wohl auch mal kurzfristig die "Böse" zu sein. Das widerspricht meiner Meinung nach aber auch nicht AP, es ist lediglich nicht Laissez-faire. Ich bin erwachsen, er ist ein Kind, damit habe ich die Verantwortung für ihn. Ich bin nicht die beste Freundin, die ihm immer nur alles recht macht.

Ich denke auch nicht, dass es darum geht jedem Wunsch der Kinder nachzukommen, sondern das dahinterliegende Bedürfnis zu erkennen und Möglichkeiten zu finden, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Wenn er also wie in meinem Beispiel nicht laufen will, versuche ich herauszufinden warum nicht. Hat er Schmerzen? Das habe ich ausgeschlossen. Will er nicht dorthin wo wir hingehen? Konnte ich auch ausschließen. Wo war das Problem? Ich weiß es immer noch nicht.

Meine Hoffnung bei Erstellung des Threads war es, dass ich Erfahrungen von anderen Müttern höre, in welchen schwierigen Situationen sie waren und welche Strategien sie entwickelt haben. Ich versuche aus den Erziehungsmustern auszubrechen, die ich aus meiner Kindheit kenne - sicher haben andere die gleichen Schwierigkeiten.

Daher danke an diejenigen, die mir einfühlsam und ohne Moralkeule geantwortet haben.

Vielleicht kannst du
noch mal ein paar konkrete Beispiele nennen, damit man besser Rat geben kann?!

Ich habe bei meiner Großen meist mit Ablenkung und Alternativen viel erreicht, ich habe auch nicht ewig erklärt und diskutiert, sondern eher angesagt und gehandelt. Ich habe darauf geachtet, wenn ich etwas erreichen wollte, nicht darum zu bitten ( denn bitten können auch abgeschlagen werden) sondern anzusagen . Und ich habe darauf geachtet, die positiv Formulierung zu nehmen, also möglichst auf " nicht, kein, nein" zu verzichten. Z.b statt " nicht da hochklettern" " bleib unten" oder statt " nicht so laut " " sei leise"
Am Ende spiegelt dein Kind sowie dein Verhalten wieder. Es kommt also drauf an, als Eltern an sich zu arbeiten.
Kennst du die Kloeters Briefe? Das sind Elternbriefe, die verschiedene Probleme beleuchten und sehr praktische Lösungsansätze anbieten.

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13. August 2015 um 14:05

Hm...
Kommt schon auf die Situationen an. Viel hast du nicht genannt...
Mit 2 war das irgendwie noch total easy umzusetzen. Ab 3 wurde es dann schon schwerer. Da bin ich auch schon an den Punkt gekommen, wo ich mir gesagt hatte "Ist das so richtig? Tu ich ihm damit einen Gefallen?", weil manchmal wirklich gar nicht funktioniert hat. Da wurde jeder Kompromiss abgeschlagen und ausgetestet bis wirklich meine persönliche Grenze erreicht war. Ich habe dann angefangen meine Methode zu hinterfragen und das ist auch in Ordnung. Heisst ja nicht, dass man davon nicht überzeugt ist. Ich musste aber feststellen, dass das nichts mit der Methode zu tun hatte. Kinder, die einen viel engeren Rahmen hatten, die drehten auch durch und es hat zu der Entwicklung gehört. Ich hatte mich dann an meinen Weg gehalten und wenn er nicht kompromissbereit war, dann habe ich eine Ansage gemacht und damit war gut.

Man muss nur eigene Prioritäten setzen und wissen wann man was will und das dem Kind auch sagen. Mein Sohn darf gern alles erforschen und 2h für 500m in Anspruch nehmen...wenn wir nicht verabredet sind bzw. Termine haben. Das muss er einfach lernen. Ich kann ihn noch so locker erziehen, aber er hat zu lernen, dass er nicht der Nabel der Welt ist und nicht jeder auf ihn wartet. Das sage ich ihm auch. Da wurde mit 2 gar nicht gross diskutiert, ich habe ihn auf die Schulter genommemn und durch war das Ding. Wenn das Kind noch mit dem Buggy transportiert wird, dann kommt es da rein...fertig.

Diese Methode richtet sich nicht nur nach dem Kind. Das verstehen irgendwie viele falsch. Demokratie heisst ja, dass alle entscheiden. Also hat auch jeder eine Stimme und jeder hat Bedürfnisse, die akzeptiert und ermöglicht werden. Wenn ich nur 3 Stunden abends Zeit habe und die gern intensiv mit meinem Kind durch lesen, kuscheln etc. verbringen möchte, dann möchte ich nicht den halben Abend damit verbringen das Kinderzimmer aufzuräumen. Deswegen gibt es bei uns die Regel, dass das Spielzeug sofort wieder an dessen Ort gestellt wird, wenn er damit nicht mehr spielen möchte. Da bin ich konsequent und es gibt kein anderes Spielzeug, wenn das letzte noch nicht aufgeräumt ist.
Oder ich möchte jetzt zu einer Geburtstagsfeier und wenn wir eben nicht viel eher gehen konnten, dann kann er auch nicht ewig schauen. Das kann er später oder morgen gern wieder, aber jetzt möchte ich zu diesem Geburtstag und das hat mein Kind zu akzeptieren.
Für viele ist das ein Verbrechen...was hat das mit demokratischer Erziehung zu tun?
Ganz einfach. Ich bin auch ein Teil dieser Familie. Mein Sohn hat fast die gleiche Entscheidungsgewalt, die ich habe. Ich ermögliche ihm dieses Recht, aber das heisst nicht, dass ich zurückstecken muss. Das hat dann nichts mehr mit Demokratie zu tun. Das wäre dann eine Diktatur. Quasi autoritäre Erziehung für die Eltern.

Natürlich ist das ein Reibungspunkt, aber so ist es in der Erziehung. Ich leite ihn und er darf sich entfalten, aber deswegen werde ich meine Wünsche nicht unterdrücken lassen. Das hat nicht mal was mit einer Mischform der Erziehungsmethoden zu tun. Viele vergessen irgendwie, dass die demokratische Erziehung sich nicht nur nach dem Kind richtet. Das wird ja auch hier gern so gesehen. Das stimmt aber nicht. Es geht um alle und jeder darf seinen Bedürfnissen nachkommen. Da zieht auch mal das Kind den Kürzeren, aber so muss das sein. Man will keinen Egoisten, der sich über alle stellt, aber das bringt man den Kindern bei, wenn die Mutter nur auf die Bedürfnisse des Kindes achtet.

Wenn es dich nervt, dass dein Kind 2h für 500m braucht, dann setze es die Schultern oder in den Buggy und sage ihm, dass das jetzt nicht geht und morgen wieder erkundet werden darf.
Wenn dich etwas nervt, dann muss dein Kind das auch akzeptieren. Es kann aber nicht riechen, was du denkst. Du musst ihm das zeigen und damit deine Grenzen zeigen, die du natürlich haben darfst. Das heisst ja nicht, dass das Kind gar nicht mehr forschen darf...nur jetzt gerade nicht. Das muss es lernen und je älter es wird, desto besser wird das auch verstanden. Also nicht erst Schuhe aus und lange diskutieren...einfach los.
Jetzt in der Trotzphase ist das mit der Kommunikation noch nicht so einfach und es wird oft Anfälle geben, die sich einfach nicht vermeiden lassen, aber das Kind wird verständiger und wird dich als Teil der Familie sehen, der seine Bedürfnisse hat und wird damit umgehen können.
Wer denkt, dass diese Methode sich nur um das Kind und dessen Bedürfnisse dreht, der hat diese Methode nicht verstanden. Es geht um die ganze Familie...das Kind darf sich entwickeln, weil das der Weg eines Kindes ist und die restliche Familie darf auch leben, wünschen und einfordern.

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14. August 2015 um 9:13

"die Einrichtung so lange zu wechseln bis das Kind nix mehr zu beanstanden hat....."
naja gut, wers kann, manche sind ja auf fixe Betreuung angewiesen....

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