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Autismus - Fragen an betroffene Mütter und Väter

3. Mai 2016 um 6:36

Mein Kind ist 11 Jahre alt und zeigt seit Jahren (teilweise ab Geburt) einzelne Verhaltensweisen, die auffällig sind. Dazu interessiert mich die Erfahrung und Meinung betroffener Eltern.

- fehlende Empathie (Mitgefühl in Extremfällen, zum Bsp. überfahrenes, totes Tier aber vorhanden)
- Unfähigkeit eigene Fehler zu erkennen
- Unfähigkeit Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen
- gesellschaftlich geforderte (erlernte) Entschuldigungen sind kalt, wirken absolut nicht echt
- niedriges Selbstbewusstsein (trotz jahrelanger Stärkung)
- keine Angst vor Fremden (seit Geburt)
- in jedem Alter fehlende Fremdelphasen
- extrem extrovertiert und zutraulich
- wird von Mitschülern gemocht, eckt aber immer wieder mit unpassendem Verhalten an
- hat - als wir noch Tiere (Hund, Katze) in der Familie hatten - diese immerzu geärgert, Kratzen und Knurren wurde missachtet/nicht als Abwehr erkannt
- macht in der Schule Geräusche
- stört oft den Unterricht
- lehnt einige Lehrer nachhaltig ab/"bestraft" sie mit negativem Verhalten
- ist extrem dominant und unterdrückt Jüngere und Tiere
- Nähe-Distanz-Störung
- sexualisiertes Verhalten
- starke Zappligkeit (seit jeher; Vermutung Hyperaktivität bzw. ADHS)
- sehr angespannte Körperhaltung (hat sich aber gebessert)
- sie redet sehr laut und der Situation selten angepasst
- dafür sehr hilfsbereit, hilft gern und freiwillig Jüngeren
- sehr gute (sportliche) Körperbeherrschung, liebt Sport

Diagnostiziert wurde eine Bindungsstörung, die mein Kind angeblich aufgrund irgendeines Fehlverhaltens von mir zwischen Geburt und dem sechsten Lebensjahr erworben haben soll. Auffallendes Verhalten begann aber teilweise ab Geburt bzw. im ersten Lebensjahr. Es ist nicht zuordbar wann und was das gewesen sein soll. Mein Kind wurde intensiv drei Jahre lang fast täglich therapiert und es hat sich nur wenig geändert, zum Bsp. entschuldigt sie sich jetzt (nur!) auf Aufforderung, aber dies wirkt absolut kalt und unecht, wie einstudiert und abgefragt. Von allein, also ohne Aufforderung, würde sie sich nie entschuldigen. Mitgefühl und jegliches passendes Verhalten dazu (entschuldigen, trösten, in Arm nehmen) ist nicht vorhanden. Nur leidende oder tote Tiere werden bedauert. Auch ich habe intensiv mit Fachleuten meine Erziehung durchleuchtet und Training absolviert. Daran liegt es nicht. Kürzlich hatten wir einen Termin mit der Schulpsychologie. Mein Kind hat einen normalen IQ, es liegt jedoch eine Dyskalkulie (Rechenstörung) vor. Bei Fragen zur Beurteilung der Empathiefähigkeit hat sie krasse, empathielose und unsoziale Antworten gegeben (teilweise sieht sie es so, dass der Stärkere eben gewinnt und der Schwächere/Jüngere sich eben nicht mit einem anlegen soll) und ist komplett durchgefallen, dafür hat sie in der Merk- und Verarbeitungsgeschwindigkeit wieder vermehrt Pluspunkte gesammelt. Der Schulpsychologe vermutet eine leichte Form von Autismus.

Wie seht ihr das? Sollte ich darauf nochmal testen lassen oder sieht das nach meinen geschilderten Punkten absolut nicht danach aus?

Ich weiß, dass man eh nicht therapieren kann und wir auch schon diverse "Behandlungen" hinter uns haben, aber dennoch würde eine Diagnose durchaus dazu verhelfen, dass das Kind eben nicht immer Ärger, sondern auch mal Akzeptanz für seine Andersartigkeit erfährt.

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3. Mai 2016 um 6:59

Punkt vergessen
Ein Punkt ist mir grade noch eingefallen, den ich immer auffallend fand:

- fehlende Schreck- oder Schmerzreaktion (im Kleinkindalter)

Kind ist also quer über den Lenker vom Fahhrad gefallen, hat kurz komisch geguckt und ist ohne ein Geräusch wieder aufgestiegen und weiter gefahren. Andere Kinder die ich kenne haben zumindest vor Schreck kurz geweint. Mein Kind nie.

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3. Mai 2016 um 7:23
In Antwort auf peepmatz

Punkt vergessen
Ein Punkt ist mir grade noch eingefallen, den ich immer auffallend fand:

- fehlende Schreck- oder Schmerzreaktion (im Kleinkindalter)

Kind ist also quer über den Lenker vom Fahhrad gefallen, hat kurz komisch geguckt und ist ohne ein Geräusch wieder aufgestiegen und weiter gefahren. Andere Kinder die ich kenne haben zumindest vor Schreck kurz geweint. Mein Kind nie.

Ja genau auf Autismus testen
Am Besten in einer Spezialambulanz für Autismus. Da auch weiter Therapiemöglichkeiten einholen. Autismus ist behandelbar

Alles Gute für Euch

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3. Mai 2016 um 10:05

Vieles, was du schreibst,
kenne ich von meinem Sohn.
Nur hat er kein sexualisiertes Verhalten und liebt Tiere. Auch mit kleinen Kindern geht er sehr liebevoll um.
Allerdings ist es da das andere extrem:
Er kriegt richtige Wutanfälle, wenn er ein totes Tier sieht ("Diese blöden Menschen! Was tun die Tieren nur an!")

Ansonsten ist er sehr extrovertiert, hatte nie eine Fremdelphase und Probleme mit Nähe-Distanz (was für Eltern sehr anstrengend ist).

Also, ganz klar:
Ja, ich würde ihn testen lassen. Vieles kenne ich. Bitte suche eine gute Autismusambulanz auf. Diese haben umfassende Tests und sind gut ausgestattet

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3. Mai 2016 um 10:34

Keine Empatie
und Mitgefühl mit Tieren gehen oft zusammen. Das würde ich jetzt nicht als Gegensatz sehen.

Einige Sachen finde ich jetzt nicht auffällig:
- Unfähigkeit eigene Fehler zu erkennen (kannst du mal ein Beispiel nennen), aber die Fähigkeit das eigene Verhalten wirklich zu reflektieren entwickelt sich auch noch in der Pupertät
- lehnt einige Lehrer nachhaltig ab/"bestraft" sie mit negativem Verhalten (machen sie das nicht alle?)

Wie gehen denn die Punkte
- ist extrem dominant und unterdrückt Jüngere und Tiere
- dafür sehr hilfsbereit, hilft gern und freiwillig Jüngeren

und
- sehr angespannte Körperhaltung (hat sich aber gebessert)
- sehr gute (sportliche) Körperbeherrschung, liebt Sport
zusammen?
Das klingt für mich widersprüchlich

Sexualisiertes Verhalten (heisst das Masturbieren in der öffentlichkeit) oder was genau?

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3. Mai 2016 um 10:34

Das kann doch alles oder nichts sein
denn so wie du es beschreibst, ist es recht komisch. einerseits völlig empathielos, andererseits aber hilfsbereit.

die empathielosen antworten können auch schlicht und einfach frühpubertärer gestus sein. ein test, mit dem man etwas herausfinden will, sollte nicht so einfach gestrickt sein, dass man denjenigen fragt: die antworten sind dann ja manipulierbar. gerade frühpubertäre/ pubertäre kinder gefallen sich als provocateure! was ich damals von mir gelassen habe, herr hilf

insgesamt empfinde ich das beschriebene nicht als übermäßig sonderbar. aber natürlich kann ich das ausmaß schlecht schätzen und kenne die guten eigenschaften nicht.

ich bin mir sicher, dass man von jedem menschen so eine negativliste machen kann und die klingt dann erstmal nicht so toll.

ich würde zu profis gehen, wenn ihr verhalten dich/ euer zusammenleben belastet. auch eine erziehungsberatung kann ja angebracht sein - manchmal sieht man die fehler, die man macht einfach gar nicht, weil man betriebsblind ist.

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3. Mai 2016 um 12:11
In Antwort auf somasu

Keine Empatie
und Mitgefühl mit Tieren gehen oft zusammen. Das würde ich jetzt nicht als Gegensatz sehen.

Einige Sachen finde ich jetzt nicht auffällig:
- Unfähigkeit eigene Fehler zu erkennen (kannst du mal ein Beispiel nennen), aber die Fähigkeit das eigene Verhalten wirklich zu reflektieren entwickelt sich auch noch in der Pupertät
- lehnt einige Lehrer nachhaltig ab/"bestraft" sie mit negativem Verhalten (machen sie das nicht alle?)

Wie gehen denn die Punkte
- ist extrem dominant und unterdrückt Jüngere und Tiere
- dafür sehr hilfsbereit, hilft gern und freiwillig Jüngeren

und
- sehr angespannte Körperhaltung (hat sich aber gebessert)
- sehr gute (sportliche) Körperbeherrschung, liebt Sport
zusammen?
Das klingt für mich widersprüchlich

Sexualisiertes Verhalten (heisst das Masturbieren in der öffentlichkeit) oder was genau?

Das ist kein Widerspruch.
Mein Sohn, 4,5 Jahre alt, ist Asperger Autist, hat eine hohe Körperspannung was dazu führt das er natürlich feinmotorisch nicht sooooo brillant ist, sitzen und stehen strengt ihn durch den erhöhten haltetonus sehr an - er kann aber zum Beispiel prima Fußball spielen.

Er hilft auch gern vor allem jüngeren - allerdings ist sein Motiv ein anderes. Er hilft weil er dadurch zeigen kann was er kann, er profiliert sich dadurch. Es geht ihm dabei dann nicht darum das dem anderen geholfen wird, sondern das er etwas beweisen kann, dadurch Anerkennung erlangt. Unter anderem deswegen darf ich mir oft anhören "das er ja nix hat"

Sexualisiertes verhalten....nunja....Mein Sohn macht zum Beispiel so Sachen wie sich den Finger in den po stecken "weil er es interessant findet" und natürlich würde ersichtlich dann nicht freiwillig danach due Hände waschen - er hat da keinen natürlichen "ekel" - und setzt das Verhalten natürlich dann auch gern zur Provokation ein.

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3. Mai 2016 um 12:16

Mir kommt vieles davon bekannt vor.
Mein älterer Sohn ist viereinhalb Jahre alt und Asperger Autist - diagnostiziert erst vor kurzem.

Viele der aufgeführten Punkte kommen mir sehr bekannt vor.

Mein Sohn wurde im SPZ getestet und dort erfolgte dann auch die Diagnose.

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3. Mai 2016 um 12:19

Die aufgezaehlten sachen treffen
Zu fast 2 drittel auch auf meine tochter zu. Aber autismus? Nee... also zumindest die meisten von dir aufgezaehlten punkte sind halt bei manchen kindern sehr ausgepraegt.bei uns ist das halt zum einem so,weil einzelkind,wir selten konsequent sind,zum anderen ist sie stur wie ein esel und hat recht schnell rausgehabt wie sie erreicht was sie moechte. Da kann man besser mit der wand reden ... also unsere ist auch anders als viele mir bekannte gleichaltrige... trotzdem ist das noch lange kein autismus. Waere es,waer das doch sicher schon vor jahren diagnostiert worden.

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3. Mai 2016 um 13:38

Ich hba deinen Text heute morgen gelesen und
zuerst gedacht mein Mann hat sich hier angemeldet und beschreibt unseren Sohn (11 Jahre). Fast alle Punkte bis auf die Sportlichkeit treffen auf ihn zu, leider kommt dann aber noch ein hohes Maß an Aggressivität bei ihm dazu. Er hat also regelmäßige Wutausbrüche in denen er absichtlich und gezielt andere verletzt, das gepaart mit der fehlenden Einsicht und Empathie macht uns und der Schule natürlich sehr zu schaffen.
Wir sind seit 5-6 Jahren jetzt in Kontakt mit Psychologen, Psychotherapeuten, Erziehungsberatung etc. Er war sogar schon in tagesklinischer Behandlung. Unsere Diagnose lautet " 'Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen 'kombiniert mit einer stark ausgeprägten emotionalen Kälte".
Ursächlich soll auch bei uns die frühe Kindheit sein, denn in dieser Phase lernt man normalerweise die Empathie und die Bedeutung von gesellschaftlichen Normen (so ganz grob gesagt). Ich weiß wo meine Fehler damals lagen und kann das auch gut in Worte fassen auch wenn ich hier nicht detailliert darauf eingehen möchte. Ich hab allerdings auch den Eindruck, dass genau dies dazu führt, dass die Ärzte voreilig Diagnosen erstellen: Denn ein Kind, das geschlagen wurde, muss ja hinterher psychisch krank sein... dass diese Besonderheit schon vorher da war und unter anderem deshalb vielleicht die Mutter so überfordert war und geschlagen hat, passt nicht in deren Welt. Wie gesagt weiß ich, dass ich uns viel früher hätte Hilfe suchen müssen und bin wahrlich nicht stolz auf diese Zeit.

Um zu einem Ende zu kommen: Bei uns wurde jeder Hinweis meinerseits, dass es auffallend viele Parallelen zu Berichten über Aspis gibt, mit dem Hinweis auf den Augenkontakt, den er halten kann "abgebügelt".

Ich überlege unter anderem aus den o.g. Gründen, woanders eine erneute Diagnostik ohne Hinweis auf meine Überforderung in der frühen Kindheit machen zu lassen.

Ich muss eben leider sagen trotz all der Anlaufstellen mit denen wir zusammengearbeitet haben, wirklich helfen konnte uns dort bisher keiner.

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3. Mai 2016 um 14:20
In Antwort auf 000ashni000

Das ist kein Widerspruch.
Mein Sohn, 4,5 Jahre alt, ist Asperger Autist, hat eine hohe Körperspannung was dazu führt das er natürlich feinmotorisch nicht sooooo brillant ist, sitzen und stehen strengt ihn durch den erhöhten haltetonus sehr an - er kann aber zum Beispiel prima Fußball spielen.

Er hilft auch gern vor allem jüngeren - allerdings ist sein Motiv ein anderes. Er hilft weil er dadurch zeigen kann was er kann, er profiliert sich dadurch. Es geht ihm dabei dann nicht darum das dem anderen geholfen wird, sondern das er etwas beweisen kann, dadurch Anerkennung erlangt. Unter anderem deswegen darf ich mir oft anhören "das er ja nix hat"

Sexualisiertes verhalten....nunja....Mein Sohn macht zum Beispiel so Sachen wie sich den Finger in den po stecken "weil er es interessant findet" und natürlich würde ersichtlich dann nicht freiwillig danach due Hände waschen - er hat da keinen natürlichen "ekel" - und setzt das Verhalten natürlich dann auch gern zur Provokation ein.

Vielen Dank für deinen Kommentar
das ist ja sehr interessant. Meine Tochter ist auch ein bisschen seltsam, wobei eben auch niemand so recht weiss, ob das einfach ihre Art ist, es eine schwierige Phase ist oder sie irgendeine Störung hat.

Sie ist eben nicht besonders empathisch, hat nicht viele Freudinnen, läd aber immer die ganze Klasse zum Geburtstag ein, liebt aber Tiere.

Sie hat lange in der Schule masturbiert, ekelt sich auch nicht und hat auch kaum Schamgefühl.

Und eine Bekannte, von der ich als Laie sagen würde, dass sie sich wie es Asperger-Autist aus dem Lehrbuch verhält, behandelt ihre Tiere, wie ihre Kinder.

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3. Mai 2016 um 16:14
In Antwort auf mistbesen

Ich hba deinen Text heute morgen gelesen und
zuerst gedacht mein Mann hat sich hier angemeldet und beschreibt unseren Sohn (11 Jahre). Fast alle Punkte bis auf die Sportlichkeit treffen auf ihn zu, leider kommt dann aber noch ein hohes Maß an Aggressivität bei ihm dazu. Er hat also regelmäßige Wutausbrüche in denen er absichtlich und gezielt andere verletzt, das gepaart mit der fehlenden Einsicht und Empathie macht uns und der Schule natürlich sehr zu schaffen.
Wir sind seit 5-6 Jahren jetzt in Kontakt mit Psychologen, Psychotherapeuten, Erziehungsberatung etc. Er war sogar schon in tagesklinischer Behandlung. Unsere Diagnose lautet " 'Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen 'kombiniert mit einer stark ausgeprägten emotionalen Kälte".
Ursächlich soll auch bei uns die frühe Kindheit sein, denn in dieser Phase lernt man normalerweise die Empathie und die Bedeutung von gesellschaftlichen Normen (so ganz grob gesagt). Ich weiß wo meine Fehler damals lagen und kann das auch gut in Worte fassen auch wenn ich hier nicht detailliert darauf eingehen möchte. Ich hab allerdings auch den Eindruck, dass genau dies dazu führt, dass die Ärzte voreilig Diagnosen erstellen: Denn ein Kind, das geschlagen wurde, muss ja hinterher psychisch krank sein... dass diese Besonderheit schon vorher da war und unter anderem deshalb vielleicht die Mutter so überfordert war und geschlagen hat, passt nicht in deren Welt. Wie gesagt weiß ich, dass ich uns viel früher hätte Hilfe suchen müssen und bin wahrlich nicht stolz auf diese Zeit.

Um zu einem Ende zu kommen: Bei uns wurde jeder Hinweis meinerseits, dass es auffallend viele Parallelen zu Berichten über Aspis gibt, mit dem Hinweis auf den Augenkontakt, den er halten kann "abgebügelt".

Ich überlege unter anderem aus den o.g. Gründen, woanders eine erneute Diagnostik ohne Hinweis auf meine Überforderung in der frühen Kindheit machen zu lassen.

Ich muss eben leider sagen trotz all der Anlaufstellen mit denen wir zusammengearbeitet haben, wirklich helfen konnte uns dort bisher keiner.

Mein Sohn ist als Asperger-Autist diagnostiziert....
...Er ist erst viereinhalb und hat es mittlerweile schon gelernt "augenkontakt" zu halten. Wir haben das auch trainiert. Zuerst unbewusst und mittlerweile bewusst. Richtig in die augen schaut er aber nur kurz, danach sucht er sich einfach einen Punkt im Gesicht und fixiert diesen. Wenn man darauf achtet merkt man das auch. In Konfliktsituationen kann er es allerdings gar nicht, dann schaut er weg oder verdreht die augen nach oben....

Im Diagnosebericht steht auch drin das er kurzzeitig augenkontakt hält. Ein Ausschlusskriterium ist es also nicht.

Ich gehe mal davon aus das ein älteres kind das noch weitaus besser gelernt hat, einfach weil der drang sich an die anderen anzupassen ja doch irgendwie da ist.

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3. Mai 2016 um 16:24
In Antwort auf somasu

Vielen Dank für deinen Kommentar
das ist ja sehr interessant. Meine Tochter ist auch ein bisschen seltsam, wobei eben auch niemand so recht weiss, ob das einfach ihre Art ist, es eine schwierige Phase ist oder sie irgendeine Störung hat.

Sie ist eben nicht besonders empathisch, hat nicht viele Freudinnen, läd aber immer die ganze Klasse zum Geburtstag ein, liebt aber Tiere.

Sie hat lange in der Schule masturbiert, ekelt sich auch nicht und hat auch kaum Schamgefühl.

Und eine Bekannte, von der ich als Laie sagen würde, dass sie sich wie es Asperger-Autist aus dem Lehrbuch verhält, behandelt ihre Tiere, wie ihre Kinder.

Tiere sind vielleicht einfach besser zu verstehen.
Ein großes Problem beim Asperger Syndrom ist ja, das es für Betroffene schwer ist, sozial zu kommunizieren. Viele Feinheiten, besonders nonverbale, werden gar nicht wahrgenommen und dann gibt es Konflikte. Bei Tieren ist das ja irgendwie leichter "wenn die Katze mit dem schwarz wedelt ist sie nicht in streichel-laune" ist leichter zu verstehen als die unzähligen Möglichkeiten der menschlichen Kommunikation.

Noch was fällt mir ein. Wenn mein jüngerer Sohn weint, fängt der große an sich die Ohren zuzuhalten und will gleichzeitig hektisch das Baby beruhigen - er kann das Geräusch nicht ertragen..... Das sagt er auch genau so.

Es ist schwer das zu akzeptieren, das bei ihm immer sein eigenes empfinden im Vordergrund steht...

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3. Mai 2016 um 19:24
In Antwort auf somasu

Keine Empatie
und Mitgefühl mit Tieren gehen oft zusammen. Das würde ich jetzt nicht als Gegensatz sehen.

Einige Sachen finde ich jetzt nicht auffällig:
- Unfähigkeit eigene Fehler zu erkennen (kannst du mal ein Beispiel nennen), aber die Fähigkeit das eigene Verhalten wirklich zu reflektieren entwickelt sich auch noch in der Pupertät
- lehnt einige Lehrer nachhaltig ab/"bestraft" sie mit negativem Verhalten (machen sie das nicht alle?)

Wie gehen denn die Punkte
- ist extrem dominant und unterdrückt Jüngere und Tiere
- dafür sehr hilfsbereit, hilft gern und freiwillig Jüngeren

und
- sehr angespannte Körperhaltung (hat sich aber gebessert)
- sehr gute (sportliche) Körperbeherrschung, liebt Sport
zusammen?
Das klingt für mich widersprüchlich

Sexualisiertes Verhalten (heisst das Masturbieren in der öffentlichkeit) oder was genau?

@ somasu
Also, die genannten Punkte sind mehr oder minder alle auffällig, weil sie damit tatsächlich auffällt, aneckt, Ärger bekommt...


Konkret:

- Unfähigkeit eigene Fehler zu erkennen Sie haut vor versammelter Mannschaft einem anderen Kind auf den Kopf und behauptet dann - trotz zig Zeugen - dass sie das nicht war. Sie kann weder zugeben, dass sie es war, sagen warum sie das getan hat, noch sich entschuldigen. Und das schränkt schon sehr ein, weil man ihr eben viel "beweisen", aber nicht mit ihr reden kann, da sie ja nicht dazu steht. Das sowas auch in der Schule richtig Ärger gibt ist ja klar.

- lehnt einige Lehrer nachhaltig ab/"bestraft" sie mit negativem Verhalten Dieses Verhalten führt dazu, dass sie (konkret einen) Lehrer komplett missachtet. Sie lehnt sich komplett gehen ihn auf, beschimpft ihn, ist frech und respektlos. Das führt dazu, dass wir ständig Ärger mit Lehrer und Schule haben, sich die negativen Einträge im Heft häufen und ich heute sogar einen Anruf erhielt, dass ich mich "kümmern" soll. Ich habe also mit ihr geredet und sie gefragt, warum sie das tut. Natürlich bekam ich wieder keine vernünftige Antwort. Auch das gut zureden, erklären, drohen oder Konsequenzen ziehen bringt nichts. Der Lehrer selbst kommt auch nicht weiter, die Klassenlehrerin ist verzweifelt. Sie hört nicht auf.

Deine Fragen

"Wie gehen denn die Punkte
- ist extrem dominant und unterdrückt Jüngere und Tiere
- dafür sehr hilfsbereit, hilft gern und freiwillig Jüngeren"

Mein Kind ist dominant und hat Freude daran andere, gerade jüngere Kinder oder Tiere, herum zu kommandieren oder an der Leine herum zu zerren. Dazu gehört auch Ihnen zu helfen (anziehen, hochheben, rumschleppen, spielen etc.), weil das jüngere Kind ja aufblickt. Sobald sich das jüngere Kind oder Tier wehrt, verliert meine Tochter das Interesse oder wird gewalttätig, schubst oder haut. Es muss also nach ihrem Willen gehen, sie will dominieren. Das klappt auch alles so lange schön und friedlich, bis sich der Schwächere wehrt.

"und
- sehr angespannte Körperhaltung (hat sich aber gebessert)
- sehr gute (sportliche) Körperbeherrschung, liebt Sport
zusammen?"

Mein Kind ist sportlich ein Ass, sehr gut und hat eine gutes sportliches (!) Körpergefühl. Dafür hatte sie lange Jahre jedoch einen "Körperpanzer". Sie war rund um die Uhr so angespannt, dass sie ein sichtbares Sixpack hatte wie ein Bodybilder - ohne Bauchmuskeltraining! Das ist allerdings in den letzten 1,5 Jahren besser geworden. Es ist nicht mehr ganz so krass, das Sixpack ist zurück gegangen, sie ist nicht mehr so "eingepanzert".

Mit sexualisiertem Verhalten ist gemeint, dass sie seit Jahren - schon lange vor der Pubertät - sexuelle Begrifflichkeiten (mehr noch als die üblichen Pausenhof-...) benutzt, stöhnend und Puppen oder Kuscheltiere reitend durch die Wohnung rennt, ihren Besuch mit sexuellen Worten oder spielen nervt und Sex klar mit Puppen darstellt. Das hat alles mit Erkundungen des eigenen Körpers oder Neugierde auf das andere Geschlecht nichts zu tun.

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