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Begabte Kinder

20. Mai 2015 um 11:16 Letzte Antwort: 22. Mai 2015 um 14:55

Hallo!

Vor einiger Zeit hatte der Kita-Arzt bei meinem 4,5-jährigen Sohn einen überdurchschnittlichen IQ vermutet. Es gibt ein paar Anzeichen, die dafür sprechen:

- Er hat einen sehr großen Wortschatz und drückt sich sehr "gewählt" aus
- Er hat sich das Rechnen (im Zahlenraum bis 10) selbst beigebracht
- Er interessiert sich für Buchstaben, versucht die Uhr zu lesen
- Er fragt einem "Löcher" in den Bauch, interessiert sich für viele verschiedene, teilweise altersuntypische, Themen
- Er hinterfragt sehr viel, gibt sich mit einfachen Antworten nicht zufrieden
- Er ist sehr kreativ beim basteln und beim erfinden
- Er kann sich sehr in eine Sache vertiefen
- Er braucht nur wenig Schlaf

Im sozialen und emotionalen Bereich hat er einige Defizite:

- Er hat keine Lust auf Routineaufgaben und versucht diese durch Diskussionen oder Erpressungsversuche zu umgehen
- Zuhause ist er sehr bestimmend. Wenn ihm etwas nicht passt, fängt er schnell an zu schreien oder zu weinen, bis vor kurzem hat er auch noch gebissen
- Es fällt ihm schwer sich in die Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen und Rücksicht zu nehmen
- Er lügt das sich die Balken biegen!
- In der Kita ist er sehr zurückhaltend und angepasst und imitiert Verhalten und Sprechweisen anderer Kinder

Eigentlich hört sich das alles für das Alter nicht soooo ungewöhnlich an. Allerdings weiß ich, dass sein Papa als Kind ganz ähnlich war und später in der Schule Probleme hatte:

- Er hatte Probleme damit Autoritäten anzuerkennen
- Er fühlte sich unterfordert und hatte sich oft geweigert Hausaufgaben zu machen
- Die 2. Klasse hatte er übersprungen, hatte sich dann in der 3. Klasse aber dermaßen mit der Klassenlehrerin angelegt, dass er doch wieder zurückgestuft wurde
- In der 2. Klasse las er schon Chemiebücher für die Oberstufe
- Er konnte mit den Spielen Gleichaltriger nichts anfangen
- Er war der Klassenclown und hatte kaum Freunde

Sollte sich bei unserem Sohn der Verdacht tatsächlich bestätigen, würde ich solche Probleme natürlich gerne vermeiden. Deshalb bin ich am überlegen, wie man ihn am besten fördern kann, um eine Frustration durch Unterforderung zu vermeiden. Gleichzeitig wünsche ich mir für ihn, dass er seine Kindheit einfach genießt! Er kommt erst in gut 2 Jahren in die Schule! Soll ich sein Interesse für Zahlen und Buchstaben trotzdem fördern, oder besteht dann die Gefahr, dass er sich in der 1. Klasse langweilt? Früher einschulen lassen will ich ihn eigentlich nicht, weil er körperlich sowieso schon zu den Kleinsten gehört und eben im sozialen und emotionalen Bereich noch lange nicht so weit ist.

Vielleicht hat die ein oder andere ja ein ähnliches Kind. Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen!

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20. Mai 2015 um 13:34

Hi Du
So kommen wir wieder zusammen

Mein Großer ist auch so einer. Bisher waren wir bei keinem Test, aber der junge Mann liest bereits und benennt vierstellige Zahlen korrekt. Laut Kinderarzt soll ich seinen Wissensdurst nicht bremsen. Zum " Glück" hat er aber motorisch einige Defizite, so dass sich nie die Frage nach einer früheren Einschulung stellen wird.

Ich habe über das Hochbegabtenzentrum eine Spielgruppe gefunden, die sich einmal monatlich trifft. Von diesen ganzen Mühlen, durch die die armen Kinder gedreht werden, nur weil sie begabt sind, halte ich nichts. Er soll vor allem Kind sein dürfen. Dort trifft er andere Kinder im gleichen Alter, denen er beim Memory nicht alle Karten abnimmt und sich nicht absichtlich" dümmer" anstellen muss. Aber ich möchte, dass er draußen tobt und spielt und Kind ist.

Da sind einige Psycho-Eltern dabei, die ihre Kinder nur auf Leistung trimmen, ihnen Vokabeln eintrichtern und sich vor allem selbst beweihräuchern, dass sie so schlaue Kinder haben.

Ich denke persönlich, dass es reicht, die individuellen Bedürfnisse des Kinders zu bedienen, ihm das Futter zu geben, das es braucht. Aber vor allem keinen Exoten aus dem Kind zu machen.

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20. Mai 2015 um 17:03

Kommt immer darauf an
manche sind in der ersten nach den Herbstferien hier gleich in die 2, gewechselt.
LG

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20. Mai 2015 um 18:48

Hallo,
Mein Großer ist sehr begabt (getestet mit HAWIK mit 7) und zugleich Asperger. In einem Bereich konnte er statistisch gesehen nicht mehr überboten werden.
Uns wurde aber stets gesagt, dass auch sehr begabte Kinder meist keine Probleme mit anderen Kindern haben, da diese meist sehr sozial seien.
Bei meinem Sohn kommt allerdings sein Handycap hinzu, welches erst sehr spät diagnostiziert wurde. Unsere Probleme waren im KiGa allerdings bereits sehr gravierend.

Bei dir klingt es jetzt nicht so, als ob er größere Schwierigkeiten hätte. Er ist auch erst 4 und da kann noch soviel passieren. Ich würde einfach erst mal Entwicklung abwarten.

Mein Kleiner ist übrigens 4. Er kann schon lange alle Buchstaben und rechnet sogar bis 20 von sich aus. Dennoch schnitt er jetzt beim Entwicklungstest bei der Frühförderung bspw. nicht sehr gut ab

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21. Mai 2015 um 21:18

Bei uns...
ist der Stichtag der 1. September. Er hat im November Geburtstag, wird also regulär 3 Monate vor seinem 7. Geburtstag eingeschult.

Warum wäre ein weiteres Kitajahr so schlimm für sie? Langweilt sie sich so sehr oder fühlt sie sich unwohl?

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21. Mai 2015 um 21:23

MOntessori
da wird ein Kind dem Interessen entsprechen gefördert. Interessiert es sich für Zahlen, ist das in Ordnung, interessieren sie sich fürs Lesen, schreiben und andere Dinge, wird das gefördert.
wir hatten schon kInder in der Schule, die die Grundschulzeit in 2 Jahren abgeschlossen haben.
LG

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21. Mai 2015 um 21:39

Es kommt mir so vor...
...als müsse man sich immer rechtfertigen, wenn das Kind sich für Dinge interessiert, die nicht alterstypisch sind. Als müsse man immer extra betonen, dass das Kind das von sich aus machen will. Ich denke, dass du auf keinen Fall etwas falsch machst, wenn du deinem Kind die Dinge erklärst, für die er sich gerade interessiert!

Das Problem ist nur, dass das Kind nicht immer von sich aus sagt, was es braucht oder warum es lustlos oder frustriert ist. Liegt es daran, dass ihm langweilig ist? Braucht er neue Herausforderungen? Welche Anreize wären gerade die richtigen, wenn er sich doch für 1000 verschiedene Dinge interessiert?

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21. Mai 2015 um 21:44
In Antwort auf teriz_12952669

Hi Du
So kommen wir wieder zusammen

Mein Großer ist auch so einer. Bisher waren wir bei keinem Test, aber der junge Mann liest bereits und benennt vierstellige Zahlen korrekt. Laut Kinderarzt soll ich seinen Wissensdurst nicht bremsen. Zum " Glück" hat er aber motorisch einige Defizite, so dass sich nie die Frage nach einer früheren Einschulung stellen wird.

Ich habe über das Hochbegabtenzentrum eine Spielgruppe gefunden, die sich einmal monatlich trifft. Von diesen ganzen Mühlen, durch die die armen Kinder gedreht werden, nur weil sie begabt sind, halte ich nichts. Er soll vor allem Kind sein dürfen. Dort trifft er andere Kinder im gleichen Alter, denen er beim Memory nicht alle Karten abnimmt und sich nicht absichtlich" dümmer" anstellen muss. Aber ich möchte, dass er draußen tobt und spielt und Kind ist.

Da sind einige Psycho-Eltern dabei, die ihre Kinder nur auf Leistung trimmen, ihnen Vokabeln eintrichtern und sich vor allem selbst beweihräuchern, dass sie so schlaue Kinder haben.

Ich denke persönlich, dass es reicht, die individuellen Bedürfnisse des Kinders zu bedienen, ihm das Futter zu geben, das es braucht. Aber vor allem keinen Exoten aus dem Kind zu machen.

Hey!
Ja, mir ist es auch wichtig, dass er seine Kindheit genießt und tobt und spielt! Zum Glück ist es auch so, dass er zumindest einen guten Freund in der Kita hat, der ihn dazu animiert sich zu bewegen und auch mal einfach Quatsch zu machen. Die beiden gehen auch 1x die Woche zusammen zum Kinderturnen. Das tut ihm glaube ich sehr gut!

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21. Mai 2015 um 21:55


Ich denke auch nicht, dass er hochbegabt ist! Ich denke dann wäre das alles bei ihm noch extremer. Er ist ja vergleichsweise harmlos .

Wenn ich nicht wüsste, wie es bei meinem Mann gewesen ist, wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf die Idee gekommen, dass hinter seiner Lustlosigkeit und seinen Machtspielchen überhaupt etwas anderes stecken könnte, als eine einfach nicht enden wollende Trotzphase.

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21. Mai 2015 um 21:58

Wie schon geschrieben...
denke ich nicht, dass eine frühere Einschulung für ihn das richtige wäre. Wie es dann in der Schule weitergeht, wird sich zeigen.

Im Moment geht es mir einfach darum, ihn besser zu verstehen und ihm zu helfen, dass er eine ausgeglichene und glückliche Kindheit haben kann.

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21. Mai 2015 um 22:01
In Antwort auf hyong_12507581

Hallo,
Mein Großer ist sehr begabt (getestet mit HAWIK mit 7) und zugleich Asperger. In einem Bereich konnte er statistisch gesehen nicht mehr überboten werden.
Uns wurde aber stets gesagt, dass auch sehr begabte Kinder meist keine Probleme mit anderen Kindern haben, da diese meist sehr sozial seien.
Bei meinem Sohn kommt allerdings sein Handycap hinzu, welches erst sehr spät diagnostiziert wurde. Unsere Probleme waren im KiGa allerdings bereits sehr gravierend.

Bei dir klingt es jetzt nicht so, als ob er größere Schwierigkeiten hätte. Er ist auch erst 4 und da kann noch soviel passieren. Ich würde einfach erst mal Entwicklung abwarten.

Mein Kleiner ist übrigens 4. Er kann schon lange alle Buchstaben und rechnet sogar bis 20 von sich aus. Dennoch schnitt er jetzt beim Entwicklungstest bei der Frühförderung bspw. nicht sehr gut ab

Du hast recht,
die Schwierigkeiten, die er hat, sind vergleichsweise harmlos. Es reicht zwar manchmal trotzdem aus, um mich an den Rande des Wahnsinns zu treiben, aber das geht wohl allen Eltern manchmal so .

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21. Mai 2015 um 22:04
In Antwort auf strawberryfieldxxx

MOntessori
da wird ein Kind dem Interessen entsprechen gefördert. Interessiert es sich für Zahlen, ist das in Ordnung, interessieren sie sich fürs Lesen, schreiben und andere Dinge, wird das gefördert.
wir hatten schon kInder in der Schule, die die Grundschulzeit in 2 Jahren abgeschlossen haben.
LG

Montessori...
finde ich sehr interessant! Ich befasse mich damit zur Zeit ein wenig. Das ein oder andere haben wir auch schon ausprobiert. Das wird von meinem Großen bisher auch dankbar angenommen!

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21. Mai 2015 um 22:10

Musikunterricht...
...ist auch etwas, was ich mir bei ihm gut vorstellen kann. Er singt auch sehr gerne. Ich muss nur schauen, wie ich das gemanaged bekomme. Er hat ja noch 2 jüngere Geschwister und die Musikkurse bei uns in der Gegend sind in dieser Alterklasse alle noch mit Anwesenheit eines Ellternteils.

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22. Mai 2015 um 14:55

...
Aus Erfahrung: Ich habe mir mit 5 das Lesen und schreiben selber beigebracht. Kindergarten fand ich super langweilig und Freunde im gleichen Alter zu finden war eher schwierig. Meine Eltern haben das lange Zeit komplett ignoriert. Auch dass ich in der Schule komplett unterfordert war,war irgendwie unwichtig, weil sie damals Eheprobleme hatten. Erst mit 10 hat ein IQ-Test einen stark überdurchschnittlichen IQ bestätigt und ein Psychologe diesen als Ursache für einige Probleme ausgemacht. Wieder kam keine Reaktion von meinen Eltern dazu. Keine außerschulische Förderung...nichts.
Ich habe einfach unendlich viel gelesen.
Im Nachhinein wäre ich froh,wenn sie schon früh angefangen hätten meine Interessen einfach zu unterstützen.
Deshalb sage ich dir,aus meiner Sicht ist es ratsam ihn in maßen zu fördern. Zeigt er Interesse am Rechnen,besorg ihm Aufgaben, mach Rechenspiele.Versuch ihm zu helfen,wo er Defizite hat (zb im Umgang mit anderen Kindern ). Zur Not such dir Hilfe. Manchmal sorgt gerade Unterforderung in der Schule für Langeweile, damit für Unaufmerksamkeit und so zu Lücken. Das hört sich vielleicht komisch an,ist aber so. Dein Sohn kann durchaus hochbegabt sein,braucht aber genauso Hilfe und Förderung wie andere Kinder.Nur vielleicht in anderen Bereichen

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