Home / Forum / Mein Baby / Behindertes Pflegekind wieder abgeben?

Behindertes Pflegekind wieder abgeben?

14. Juli 2007 um 20:33

hallo,

wir haben unser pflegekind raik seit 2 jahren und denken über einen abbruch der pflegschaft (dauerpflege) nach. Raik ist 3,5 Jahre alt und schwerstbehindert, cytomegalie, gehörlos, geistig behindert uvm.

- entwicklungsverzögert
- gehörlos, cochlear implantat rechts
- keine sprache, er schreit nur laut
- man kommt nicht an ihn ran
- hyperaktiv, konzentrationsschwäche
- akzeptiert keine grenzen
- schwer führbar

es gibt tage, da komme ich einfach nicht an ihn ran (vd. auf autismus oder schwere geistige behinderung). er lebt in seiner eigenen welt, interessiert sich für nichts, kann mit spielzeug nichts anfangen ... ich könnte nur so weitermachen.

jede menge therapien haben nichts bewirkt, es geht nichts, aber auch nichts vorwärts. er ist soooo anders, es tut so weh. ich kann nicht mehr.

unser eigener sohn - 16 monate, herzkind - bräuchte auch mehr aufmerksamkeit als er bekommt. er hängt auch in der entwicklung zurück. ich packe es einfach nicht mehr mit beiden. mein mann arbeiet in schichten, sonst keine weitere hilfe.

ich kann nicht mehr... wie würdet ihr entscheiden - ich weiß nicht, ob raik im heim vielleicht besser aufgehoben wäre...

lg ines mit raik und daniel

Mehr lesen

17. Juli 2007 um 15:46

Hi,
habe dir eine PN geschickt.

Gruß Laudi

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

19. Juli 2007 um 18:47

Behindertes Pflegekind wieder abgeben??
Hallo Ines,

ich habe heute seit ca. 17.00 Uhr versucht, Dir eine PN zum o.g. Thema zu senden, ist aber bis ca. 18.50 Uhr leider nicht gelungen, bzw. nicht durchgegangen. Wenn Du mir Deine direkte e-mail-adresse per PN durchgeben könntest, würde ich meine ursprüngliche Nachricht darüber nochmal schreiben. Es gibt da verschiedene Hilfsmöglichkeiten zu dieser Problematik. Also bis dann Grüße,
iris1009

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

20. Juli 2007 um 12:56

Hallo Ines,
ich finde es bewundernswert, dass du einen kleinen Jungen mit solch gravierenden Behinderungen angenommen hast und dein Bestes gibst! Ich bin mir sicher, dass es dem Kleinen im Heim nicht besser gehen würde, ABER: du musst auch an deine leibliche Familie denken, an dein eigenes krankes Kind, das Aufmerksamkeit braucht und vor allem an DICH und deine Grenzen! Du bist schließlich auch nur ein Mensch und solltest dir nicht mehr Last zumuten, als du tragen kannst! Ich denke, du stehst vor einer schweren Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann. Ich möchte dich nur darin bestärken, dass du auf dich und deine Bedürfnisse hörst! Und auch wenn es mir für den kleinen Raik leid tut und dir bestimmt noch viel mehr wehtun würde, so möchte ich dir sagen, dass du dir NIE Vorwürfe machen musst, denn du gibst dem Kleinen deine Liebe und deine Kraft! Aber wenn deine Kraft nicht für zwei reicht, dann wird das jeder (hoffe ich) verstehen! Meine Unterstützung hättest du jedenfalls! Ich habe mal in einem Heim mit schwerstmehrfachbehinderten Kindern Praktikum gemacht. Die Arbeit hat mir dort nicht gefallen, weil man dazu ein zu dickes Fell braucht, das ich weder habe noch haben möchte Aber den Kindern ging es nicht schlecht. Die MItarbeiter haben sich gut um sie gekümmert, sie gefördert und Angebote gemacht. Letztenendes sind die alle geschult und sind in der REgel nicht überfordert mit den Behinderungen, es ist ihre Arbeit. Was mir sehr wehgetan hat ist, dass sich die Eltern bei vielen Kindern gar nicht mehr melden. Die wenigsten bekommen überhaupt mal Besuch, das finde ich traurig. Vielleicht gibt es für dich ja eine Möglichkeit, dass du ein gutes Heim in deiner Nähe findest und den Kleinen immer noch mal sehen kannst, falls du das kannst und willst. Natürlich ist das auch eine finanziele Frage. Ich hoffe, dass du da Unterstützung bekommst und auch die Ämter einsehen, dass du das nicht mehr tragen kannst und an dein eigenes Kind denken musst!
Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen helfen konnte,
liebe Grüße, ciao, Annika.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. September 2007 um 13:46

Behindertes Kind zur Pflege?
Hallo
ich und mein Mann überlegen seit längerer Zeit, ob wir ein behindertes Kind in unsere Familie aufnehmen sollten. Wir sind beide Erzieher in der Heilpädagogik haben daher Erfahrungen im Umgang mit behinderten Menschen. Unser Sohn , 5Jahre ist sehr tolerant gegenüber Behinderten, er ist quasi damit groß geworden. Hat jemand Erfahrungen gemacht als Pflegeeltern und kann mir sagen wie man an Informationen bezüglich behindertes Pflegekind kommt? Über Antworten würde ich michs ehr freuen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Dezember 2007 um 21:15
In Antwort auf amir_11865799

Behindertes Kind zur Pflege?
Hallo
ich und mein Mann überlegen seit längerer Zeit, ob wir ein behindertes Kind in unsere Familie aufnehmen sollten. Wir sind beide Erzieher in der Heilpädagogik haben daher Erfahrungen im Umgang mit behinderten Menschen. Unser Sohn , 5Jahre ist sehr tolerant gegenüber Behinderten, er ist quasi damit groß geworden. Hat jemand Erfahrungen gemacht als Pflegeeltern und kann mir sagen wie man an Informationen bezüglich behindertes Pflegekind kommt? Über Antworten würde ich michs ehr freuen.

Ganz einfach:
meldet Euch einfach beim Jugendamt Eurer STadt/Kreis. Bin selbst Pflegemutter ienes behinderten Kindes.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. Dezember 2007 um 21:18

Das erste ist,
der/dem für Euch Zuständigen beim Jugendamt Deine Situation erklären, wie es Dir geht. Sie überlegen dann gemiensam mit Euch, ob es Hilfen gibt oder ob Herausnahme sinnvoll ist. Das gibt es hin und wieder.

Liebe Grüße

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

30. September 2012 um 20:56
In Antwort auf meinemeinung9

Hallo Ines,
ich finde es bewundernswert, dass du einen kleinen Jungen mit solch gravierenden Behinderungen angenommen hast und dein Bestes gibst! Ich bin mir sicher, dass es dem Kleinen im Heim nicht besser gehen würde, ABER: du musst auch an deine leibliche Familie denken, an dein eigenes krankes Kind, das Aufmerksamkeit braucht und vor allem an DICH und deine Grenzen! Du bist schließlich auch nur ein Mensch und solltest dir nicht mehr Last zumuten, als du tragen kannst! Ich denke, du stehst vor einer schweren Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann. Ich möchte dich nur darin bestärken, dass du auf dich und deine Bedürfnisse hörst! Und auch wenn es mir für den kleinen Raik leid tut und dir bestimmt noch viel mehr wehtun würde, so möchte ich dir sagen, dass du dir NIE Vorwürfe machen musst, denn du gibst dem Kleinen deine Liebe und deine Kraft! Aber wenn deine Kraft nicht für zwei reicht, dann wird das jeder (hoffe ich) verstehen! Meine Unterstützung hättest du jedenfalls! Ich habe mal in einem Heim mit schwerstmehrfachbehinderten Kindern Praktikum gemacht. Die Arbeit hat mir dort nicht gefallen, weil man dazu ein zu dickes Fell braucht, das ich weder habe noch haben möchte Aber den Kindern ging es nicht schlecht. Die MItarbeiter haben sich gut um sie gekümmert, sie gefördert und Angebote gemacht. Letztenendes sind die alle geschult und sind in der REgel nicht überfordert mit den Behinderungen, es ist ihre Arbeit. Was mir sehr wehgetan hat ist, dass sich die Eltern bei vielen Kindern gar nicht mehr melden. Die wenigsten bekommen überhaupt mal Besuch, das finde ich traurig. Vielleicht gibt es für dich ja eine Möglichkeit, dass du ein gutes Heim in deiner Nähe findest und den Kleinen immer noch mal sehen kannst, falls du das kannst und willst. Natürlich ist das auch eine finanziele Frage. Ich hoffe, dass du da Unterstützung bekommst und auch die Ämter einsehen, dass du das nicht mehr tragen kannst und an dein eigenes Kind denken musst!
Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen helfen konnte,
liebe Grüße, ciao, Annika.

Behindertes kind abgeben
hallo,
ich habe deine antwort auf die frage erst jetzt gelesen. Deine ehrliche und mutmachende antwort ist bestimmt sehr hilfreich.




Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

8. Oktober 2012 um 10:51

Wunderbar Einfühlsam
dass du so liebenswert und emphatisch geschrieben hast, hat mich tief berührt! ich kann mich deinen ratschlägen nur vollkommen anschließen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

9. Oktober 2012 um 11:28

Mitmenschlichkeit und Liebe
spricht aus deinen worten, für etwas anderes ist da kein platz.

es ist vollkommen richtig, der kleine hat unter diesen vorraussetzungen keine chance auf ein glückliches leben, weil die eltern auch nicht glücklich sind.
wie du absolut treffend schreibst, fühlen die kinder die emotionen der nächsten sehr deutlich und leiden extrem.

es ist die sauberste und beste lösung für alle wenn sie sich trennen. das kind könnte dadurch die chance haben, eltern zu finden die mit ihm umgehen können und ihm, trotz seiner schweren behinderungen, liebe geben können.

die jetztigen eltern kann ich aber auch verstehen. vermutlich sind sie, trotz aller vorherigen aufklärungen, einfach vom realen geschehen überrollt und auch erschlagen worden.
es ist eine sehr traurige und herzzerreißende situation für alle beteiligten. ich wünsche ihnen allen viel kraft!

alles liebe dir, anina535 und viel freude mit deinem kleinen spatz!


Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook