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Bin ich ein schlechter Mensch?

5. Juni 2014 um 10:24

Hallo Ihr Lieben,

ich weiß einfach gar nicht genau wo ich anfagen soll. Ich weiß ich sollte mich meinem Partner öffnen, aber das kann ich momentan einfach noch nicht.

Ich fühle mich momentan so verstoßen und unverstanden von ihm. Ich weiß nicht mal ob ich im richtigen Unterforum bin, bitte entschuldigt falls nicht.

Angefangen hat alles vor knapp 2 Wochen. Ich bin nun in der 20. SSW. Es ist ein absolutes Wunschkind, mehr noch von meiner Seite. Ich hab mich riesig über den positiven Test gefreut, wir haben uns schon Namen überlegt usw. Alles perfekt wie man es sich vorstellt.

Mir war auch immer egal, was es wird, hauptsache gesund. Natürlich habe ich mir insgeheim gewünscht, das es ein Junge wird, aber mir auch vorgenommen das es mir egal ist wenn es nicht so kommt.

Seit 2 Wochen wissen wir was es wird, ein Mädchen. Anfangs habe ich mich auch darüber gefreut, allerdings verblasst das seitdem immer mehr. Mein Mann hat sich ein Mädchen gewünscht...warum weiß er selbst nicht so genau.

Seitdem merke ich, wie ich mich verändert habe. Ich weiß nicht genau wie ich es erklären soll, aber ich hasse mich selbst für meine Gefühle. Ich glaube ich entwickle jetzt schon eine Art Eifersucht auf mein eigenes Baby.

Seitdem feststeht was es wird und eben auch der Bauch langsam wächst und es alle sehen, komme ich mir vor, als existiere ich nur noch um das Kleine in mir am Leben zu erhalten. Ich höre nur noch: Ich soll mich ausruhen, das ist nicht gut fürs Baby. Ich soll nicht das essen, das ist nicht gut fürs Baby. Ich darf dies und das nicht, denn es ist nicht gut fürs Baby.

Alle freuen sich natürlich ganz doll darüber, nur ich kann mich irgendwie nicht mehr freuen. Weil ich merke wie mir alles abhanden kommt. Ich bekomme viel Aufmerksamkeit, aber dann irgendwie doch gar nicht (ich weiß nicht wie ich mich ausdrücken soll) Gleichzeitig fühle ich mich schlecht so zu fühlen, weil es doch mein Baby ist.

Aber ich hab momentan angst, das es mir alle Bezugspersonen nimmt...dabei bin ich doch die Mami und engste Bezugsperson. Das ist so verwirrend. Ich weiß nicht ob ich gerade dabei bin in eine Depression zu stürzen.

Ich weiß mein Problem klingt eher wie eine Lapalie und viele werden denken: Hey, hab dich mal nicht so. Viele wünschen sich Kinder und können keine bekommen und du heulst wegen so einer Kleinigkeit rum. Ich weiß ja selbst das es dumm von mir ist, aber das Gefühl nur eine Art Wirt zu sein, ist echt schlimm.

ZB ist es auch so, das egal was ich mache, mein Partner immer das Baby erwähnt bzw. mit ihm spricht. Ich mein es ist ja gut mit dem Baby zu sprechen, aber nicht so als wäre ich nur die Hülle. Gestern zb. gab es seit ich schwanger bin das erste mal Leberkäse und er sagt zu meinem Bauch, bekommt die Mila heut das erste mal Leberkäse? Und das geht andauernd so, nur noch. Ich weiß es liest sich wohl lustig, aber ich finde es nicht mehr lustig...sondern ich fühle mich, als stünde ich im Weg und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis man mich nicht mehr braucht und das ist, sobald das Baby da ist.

Ich hoffe das mich jemand verstehen kann und mir vielleicht ein paar Ratschläge geben kann. Entschuldigt den langen Text. Ich weiß das ich um ein Gespräch mit meinem Mann nicht drumrum komme, aber vielleicht kann mir jemand Tipps geben wie ich das in den Griff kriege...Danke

Wünsch euch einen schönen Tag. LG

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5. Juli 2014 um 11:07

Kann dich verstehen
Bin heute 29+0 und ich fühl mich genauso fühl mich wie nen brutkasten jeder kommt und fragt was macht das baby alles gut mit dem baby mach das nicht bla bla bla kanns nicht mehr hören
Mein Mann ist allerdings anders als deiner Sachen kaufen OK wenn ich bei Hebamme wa erzählen OK oder FA aber mit dem Kind reden oder den Bauch mal streichen vergiss es nur ab und an mal aber auch nur wenn ich mecker werde wohl bis zur Geburt alleine klarkommen müssen danach denek ich wird er es besser verstehen

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22. Juli 2014 um 14:27


Huhu, ich danke euch sehr für eure Antworten. Hab jetzt lange nicht reingeschaut, da ich nicht dachte, das sich noch jemand meldet. Danke amelie7013 für deine aufmunternden Worte, es ist wirklich schon besser, eben auch seitdem ich eine Woche später expoldiert bin. Mein Partner war ganz entsetzt und hatte nicht den Hauch einer Idee, das ich mich so dabei fühlen könnte. Scheinbar muss man das Thema doch aufgreifen, auch wenn es schwer ist und vielleicht auch peinlich.

blondehoelle, bei dir hoffe ich, das es mittlerweile auch wieder rosiger aussieht? Schön auch ein paar Leidensgenossinen zu haben, bzw. jemanden der das selbe durchgemacht hat, da fühlt man sich dann gleich viel besser. Natürlich kann ich auch die Umgebung verstehen und weiß auch, das sie es nicht mit Absicht machen. Aber als erwachsener Mensch erwartet man in diesem Fall doch viel Toleranz von dem Gegenüber und das können diese dann nicht immer erfüllen. Jedenfalls weiß ich für die Zukunft, wie ich besser mit Schwangeren umgehen kann. Ein gutes hat es also doch...

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30. Juli 2014 um 11:58

Also, ...
...dein Problem muss man natürlich ernst nemmen und kann sich nicht einfach hinstellen und sagen: "Viele wünschen sich Kinder und können keine bekommen und du heulst wegen so einer Kleinigkeit rum". Leute die so etwas sagen, können sich in deine Lage nicht versetzten, weil sie selbst keine Kinder haben und es deshalb es nicht nachvollziehen können. Mach dir nichts daraus.

Klar kann man verstehen, dass du dich ihrgendwo vernachlässigt fühlst, weil es so rüber kommt, als würden deine Mitmenschen ihre Aufmerksamkeit fasst nur deinem Baby witmen. Dass Du deshalb langsam eine Eifersucht entwickelst ist auch verständlich und in deinem Fall auch völlig normal und nichts wofür du dich schämen müsstest. Ich glaube, dass es viele Frauen gibt die sich so fühlen wie Du.

Ich würde dir vorschlagen, dass du dich deiner Hebame oder deiner Frauenärztin anvertraust auch wenn du dich schämst.Sprich ganz alleine mit einer von denen und sag denen, dass dich das belastet. Da diese Leute sich um Frauen kümmern die Schwanger sind, kommen auch Frauen mit sollchen Problemen zu denen. Deshalb denke ich, dass sie sich damit gut auskennen und dir auch gute Ratschläge geben können wie du damit umgehen kannst.

Ich wünsche Dir viel Glück

Liebe Grüße


Katrin

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12. August 2014 um 14:48
In Antwort auf katinka921

Also, ...
...dein Problem muss man natürlich ernst nemmen und kann sich nicht einfach hinstellen und sagen: "Viele wünschen sich Kinder und können keine bekommen und du heulst wegen so einer Kleinigkeit rum". Leute die so etwas sagen, können sich in deine Lage nicht versetzten, weil sie selbst keine Kinder haben und es deshalb es nicht nachvollziehen können. Mach dir nichts daraus.

Klar kann man verstehen, dass du dich ihrgendwo vernachlässigt fühlst, weil es so rüber kommt, als würden deine Mitmenschen ihre Aufmerksamkeit fasst nur deinem Baby witmen. Dass Du deshalb langsam eine Eifersucht entwickelst ist auch verständlich und in deinem Fall auch völlig normal und nichts wofür du dich schämen müsstest. Ich glaube, dass es viele Frauen gibt die sich so fühlen wie Du.

Ich würde dir vorschlagen, dass du dich deiner Hebame oder deiner Frauenärztin anvertraust auch wenn du dich schämst.Sprich ganz alleine mit einer von denen und sag denen, dass dich das belastet. Da diese Leute sich um Frauen kümmern die Schwanger sind, kommen auch Frauen mit sollchen Problemen zu denen. Deshalb denke ich, dass sie sich damit gut auskennen und dir auch gute Ratschläge geben können wie du damit umgehen kannst.

Ich wünsche Dir viel Glück

Liebe Grüße


Katrin


Hey Katrin, ich danke dir für deine mitfühlenden und aufbauenden Worte. Da fühlt man sich gleich viel besser. Zum Glück ist es aber mittlerweile auch wieder so, das ich mich entspannen und auf unser Baby freuen kann

Trotzdem muss ich dir danken, weil du einfach so tolerant und unvoreingenommen bist und auch super tolle Ratschläge erteilst. Daumen hoch für dich von mir für deinen tollen Post. Danke.

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12. August 2014 um 16:39

88 dounts
Ja mir geht es besser hab irgendwann gesagt ja danke mir gehts auch gut das hat geklappt

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13. September 2014 um 18:06

Beruhige dich
Als erstes: du bist KEIN schlechter Mensch.

Ich kenne das Gefühl, das du hast. Bei mir kam es nicht während der Schwangerschaft, da war ich noch der Ansprechpartner für jeden. Klar, Kommentare wie bei dir, kamen auch "ohh, kriegt der kleine heute das erste Mal..." Das gehört irgendwie dazu, aber das scheint bei deinem Mann und deiner Verwandtschaft überhand zu nehmen.

Bei mir war es erst nach der Geburt richtig heftig und dann beim Stillen. Da kam sowas andauernd. "Oh, es gibt Steak, das kriegt der Kleine dann morgen früh zum Frühstück." Wenn jemand angerufen hat wurde ich nicht gefragt "na, wie gehts dir?" sondern "wie gehts dem Kleinen? alles okay bei euch?" Es ist, als existiert man als Mensch gar nicht mehr, sondern ist nur noch ein Mittel zum Zweck der Erfüllung der Aufgabe der Babyversorgung.

Klar fühlt man sich da irgendwie unnötig! Ich kann dich da voll verstehen.

Aber glaub mir: deine Kleine braucht dich. Und sonst erst Mal eigentlich niemanden. Du bist nicht unnötig! Wenn die Kleine da ist, dann wirst du am allermeisten gebraucht.

Wenn du das Gefühl hast, jemand hat mehr Interesse an dem Kind als an dir: sag es demjenigen. Oder tu es verdeckt: "ja, ihr gehts gut, mir übrigens auch, danke der Nachfrage." Dann denken die Leute meistens etwas nach.

Glaub mir: du bist nicht allein. Ich bin mir sicher, viele Mamis und werdende Mamis kennen das.

Kopf hoch. Du bist wegen dieses Gefühls kein schlechter Mensch, sondern einfach ein Mensch. Ein ganz normaler Mensch.

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