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Bitte um eure Meinung

8. Dezember 2016 um 10:40

Ich weiß momentan nicht mehr weiter:
Mein Mann und ich sind seit 11 Jahren zusammen, seit 8J verheiratet, haben drei gemeinsame Kinder (7, knapp 5 und der Jüngste 3 Monate) und ein Haus gebaut. Ich bin aktuell in Elternzeit, mein Mann freischaffender Künstler. Als unsere ersten beiden Kinder klein waren, hatten wir versucht, daß ich Teilzeit arbeite, aber mein Mann hatte häufig monatelang keine Aufträge, so daß ich 2014 eine Vollzeitstelle anfing, um die Kosten zu decken. Und damit fing der Stress an: ich war von 07:00-18:00 weg, häufig auch an den Wochenenden, meine Kinder litten hierunter und ich auch. Obwohl die Kinder von 08:00-14:00 im Kindergarten waren, empfand mein Mann es permanent als zu wenig Zeit, um selber die wenigen Aufträge erledigen zu können, die er hatte und den Haushalt halbwegs zu schaffen. Oft kam ich abends nach Hause, das Geschirr vom Vortag stapelte sich, Wäscheberge lagen herum und die Kinder hatten Hunger. Mein Mann verzog sich dann ins Schlafzimmer, ich mußte übernehmen und konnte erst mich selber ausruhen, nachdem die Kinder im Bett waren. Insgesamt litt mein Mann auch furchtbar unter seiner Rolle als Hausmann, obwohl ich ihm immer wieder sagte, daß ich die Rolle des zuhausebleibenden eine extrem schwere und verantwortungsvolle Aufgabe finde, die meinen vollsten Respekt hat.

Vor einem Jahr wurde ich dann (ungeplant) schwanger und gleich zu Beginn sagte ich meinem Mann, daß er meine Elternzeit als Chance für sich nutzen soll, mindestens einen 450,- Job anzufangen, da wir mit dem Elterngeld allein niemals über die Runden kommen würden. Außerdem könne er dann seine Freiberuflichkeit so wieder aufbauen, daß ich nach der Elternzeit nicht wieder Vollzeit arbeiten muß.
Seit August bin ich nun zuhause, aber bislang ist nichts passiert. Die Sommermonate hatte er keine Aufträge, er saß nur zuhause herum. Zeitungsannoncen, in denen 450,-Jobs angeboten wurden, ignorierte er, obwohl ich ihm mehrere zeigte, die seinem Wunsch entsprechen konnten. Mittlerweile hat er wieder ein paar Aufträge, aber sein Tagesablauf sieht so aus, daß er irgendwann gegen 10uhr anfängt zu arbeiten, dann mittags wieder eine Pause von 2-3h und dann erneut 2-3h arbeiten, teilweise fehlt ihm dann aber irgendein Material und er fährt das dann einkaufen und dann war es das für den Tag. Und falls er dann doch mal ein paar Tage konzentrierter gearbeitet hat, benötigt er mindestens 3-4 Tage Erholung, bevor er den nächsten Auftrag beginnen kann. Mich nervt diese Arbeitseinstellung kollossal, da ich gewohnt bin, meine Zeit so konzentriert und strukturiert wie möglich zu nutzen.
Dazu kommen gesundheitliche Probleme bei ihm - er hat seit einiger Zeit Bluthochdruck, weshalb er oft Kopfschmerzen hat. Dieser wird jetzt endlich behandelt, trotzdem ist er permanent müde. Er selber sagt auch, daß er immer erschöpft, ausgelaugt und müde ist, antriebslos und für sich selber keine Zukunft mehr sieht außer seine Rolle als Vater. Ich habe ihm schon mehrfach gesagt, daß das alles stark nach Depression klingt und er bitte Hilfe annehmen soll - er lehnt das aber komplett ab. Ich habe ihm vorgeschlagen, ein regelmäßiges Hobby zu beginnen - abgelehnt. Sich mit alten Freunden zu treffen - abgelehnt. Ich bin fest davon überzeugt, daß eine regelmäßige Arbeit ihm sehr helfen würde, sein Selbstwertgefühl zu bessern - aber ich kann mich nicht für ihn irgendwo bewerben.
Er hat permanent schlechte Laune, kritisiert mich in allem was ich tue oder nicht tue (bin zu nachgiebig mit den Kindern, putze nicht genug, räume nicht auf usw), letztens warf er mir vor, ihn nur als Samenspender mißbraucht zu haben... meine Argumente läßt er alle nicht gelten und schließt sich lieber im Schlafzimmer ein.
Die schlechte Stimmung zuhause läßt auch die Kinder leiden - ich merke, daß die beiden Mädels sich häufiger streiten, die Große ist ausgesprochen zickig un die Mittlere macht konsequent immer das Gegenteil von dem,was man sagt.
Ähnliche Situationen wie aktuell hatten wir bereits 1-2 Mal in der Vergangenheit und ich habe immer versucht durchzuhalten, darauf zu vertrauen, daß es schon irgendwann besser wird... daß ich meinen Kindern nicht den Vater nehmen will und auch aus Mitleid mit meinem Mann, da ich nicht will, daß er nach einer möglichen Trennung komplett abstürzt. Bisher ging es wirklich irgendwann wieder besser, aber ich bin selber einfach an einem Punkt, daß ich einfach keine Kraft mehr habe, um für alle anderen stark zu sein. Das permanente Schlechtmachen raubt mir auch mein Selbstwertgefühl, ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, mit meinem Mann noch 20-30 Jahre zusammenzuleben. Ich frage mich dann oft was meine Kinder dann wohl denken, vllt nicht jetzt aber in 4-5 Jahren, da sich ja die grundsätzliche Situation bei uns nicht ändern wird....
Ich merke, daß ich mich mittlerweile für meinen Mann schäme, wenn die anderen Männer nach einer 40-50h Woche am Wochenende im Haushalt oder im Garten helfen, wenn die anderen Frauen sich darüber beschweren, daß ihre Männer neben ihrem Vollzeitjob am Wochenende noch freiberuflich einen Nebenjob haben ( ok, das ist das andere Extrem) - und mein Mann den ganzen Nachmittag verschläft. Die Kinder machen manchmal ja shcon Witze darüber, wenn wir nachmittags draußen waren, ob ihr Papa jetzt schläft oder wach ist, wenn wir nach Hause kommen.
Den ganzen Tag habe ich im Hinterkopf, ob mein Mann jetzt wieder meckern wird, da ich vllt das Sofa nicht aufgeräumt habe oder weil die Kinder ihr spielzeug haben herumliegen lassen. Dadurch bin ich selber sehr schnell gereizt und oft ungerecht zu den Kindern, was mir selber immer leid tut.

Vllt wäre eine Trennung auf Zeit gut - mich hält halt davon ab, daß ich weder meinen Kindern noch meinem Mann eine Trennung zumuten will, außerdem wüßte ich auch nicht, wie ich das finanziell alles schaffen soll... andererseits will ich auch nicht mich selber und meine Bedürfnisse vollständig aufgeben müssen.
Ich habe mal eine Online Beratung von Profamilia angeschrieben - die Dame meinte, ich könne meinen Mann nicht ändern und müsse versuchen, mir selber ein dickeres Fell anzulegen, bzw eine Therapie für mein Selbstwertgefühl machen.....

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8. Dezember 2016 um 12:23
In Antwort auf anonym2016

Ich weiß momentan nicht mehr weiter:
Mein Mann und ich sind seit 11 Jahren zusammen, seit 8J verheiratet, haben drei gemeinsame Kinder (7, knapp 5 und der Jüngste 3 Monate) und ein Haus gebaut. Ich bin aktuell in Elternzeit, mein Mann freischaffender Künstler. Als unsere ersten beiden Kinder klein waren, hatten wir versucht, daß ich Teilzeit arbeite, aber mein Mann hatte häufig monatelang keine Aufträge, so daß ich 2014 eine Vollzeitstelle anfing, um die Kosten zu decken. Und damit fing der Stress an: ich war von 07:00-18:00 weg, häufig auch an den Wochenenden, meine Kinder litten hierunter und ich auch. Obwohl die Kinder von 08:00-14:00 im Kindergarten waren, empfand mein Mann es permanent als zu wenig Zeit, um selber die wenigen Aufträge erledigen zu können, die er hatte und den Haushalt halbwegs zu schaffen. Oft kam ich abends nach Hause, das Geschirr vom Vortag stapelte sich, Wäscheberge lagen herum und die Kinder hatten Hunger. Mein Mann verzog sich dann ins Schlafzimmer, ich mußte übernehmen und konnte erst mich selber ausruhen, nachdem die Kinder im Bett waren. Insgesamt litt mein Mann auch furchtbar unter seiner Rolle als Hausmann, obwohl ich ihm immer wieder sagte, daß ich die Rolle des zuhausebleibenden eine extrem schwere und verantwortungsvolle Aufgabe finde, die meinen vollsten Respekt hat.

Vor einem Jahr wurde ich dann (ungeplant) schwanger und gleich zu Beginn sagte ich meinem Mann, daß er meine Elternzeit als Chance für sich nutzen soll, mindestens einen 450,- Job anzufangen, da wir mit dem Elterngeld allein niemals über die Runden kommen würden. Außerdem könne er dann seine Freiberuflichkeit so wieder aufbauen, daß ich nach der Elternzeit nicht wieder Vollzeit arbeiten muß.
Seit August bin ich nun zuhause, aber bislang ist nichts passiert. Die Sommermonate hatte er keine Aufträge, er saß nur zuhause herum. Zeitungsannoncen, in denen 450,-Jobs angeboten wurden, ignorierte er, obwohl ich ihm mehrere zeigte, die seinem Wunsch entsprechen konnten. Mittlerweile hat er wieder ein paar Aufträge, aber sein Tagesablauf sieht so aus, daß er irgendwann gegen 10uhr anfängt zu arbeiten, dann mittags wieder eine Pause von 2-3h und dann erneut 2-3h arbeiten, teilweise fehlt ihm dann aber irgendein Material und er fährt das dann einkaufen und dann war es das für den Tag. Und falls er dann doch mal ein paar Tage konzentrierter gearbeitet hat, benötigt er mindestens 3-4 Tage Erholung, bevor er den nächsten Auftrag beginnen kann. Mich nervt diese Arbeitseinstellung kollossal, da ich gewohnt bin, meine Zeit so konzentriert und strukturiert wie möglich zu nutzen.
Dazu kommen gesundheitliche Probleme bei ihm – er hat seit einiger Zeit Bluthochdruck, weshalb er oft Kopfschmerzen hat. Dieser wird jetzt endlich behandelt, trotzdem ist er permanent müde. Er selber sagt auch, daß er immer erschöpft, ausgelaugt und müde ist, antriebslos und für sich selber keine Zukunft mehr sieht außer seine Rolle als Vater. Ich habe ihm schon mehrfach gesagt, daß das alles stark nach Depression klingt und er bitte Hilfe annehmen soll – er lehnt das aber komplett ab. Ich habe ihm vorgeschlagen, ein regelmäßiges Hobby zu beginnen – abgelehnt. Sich mit alten Freunden zu treffen – abgelehnt. Ich bin fest davon überzeugt, daß eine regelmäßige Arbeit ihm sehr helfen würde, sein Selbstwertgefühl zu bessern – aber ich kann mich nicht für ihn irgendwo bewerben.
Er hat permanent schlechte Laune, kritisiert mich in allem was ich tue oder nicht tue (bin zu nachgiebig mit den Kindern, putze nicht genug, räume nicht auf usw), letztens warf er mir vor, ihn nur als Samenspender mißbraucht zu haben... meine Argumente läßt er alle nicht gelten und schließt sich lieber im Schlafzimmer ein.
Die schlechte Stimmung zuhause läßt auch die Kinder leiden – ich merke, daß die beiden Mädels sich häufiger streiten, die Große ist ausgesprochen zickig un die Mittlere macht konsequent immer das Gegenteil von dem,was man sagt.
Ähnliche Situationen wie aktuell hatten wir bereits 1-2 Mal in der Vergangenheit und ich habe immer versucht durchzuhalten, darauf zu vertrauen, daß es schon irgendwann besser wird... daß ich meinen Kindern nicht den Vater nehmen will und auch aus Mitleid mit meinem Mann, da ich nicht will, daß er nach einer möglichen Trennung komplett abstürzt. Bisher ging es wirklich irgendwann wieder besser, aber ich bin selber einfach an einem Punkt, daß ich einfach keine Kraft mehr habe, um für alle anderen stark zu sein. Das permanente Schlechtmachen raubt mir auch mein Selbstwertgefühl, ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, mit meinem Mann noch 20-30 Jahre zusammenzuleben. Ich frage mich dann oft was meine Kinder dann wohl denken, vllt nicht jetzt aber in 4-5 Jahren, da sich ja die grundsätzliche Situation bei uns nicht ändern wird....
Ich merke, daß ich mich mittlerweile für meinen Mann schäme, wenn die anderen Männer nach einer 40-50h Woche am Wochenende im Haushalt oder im Garten helfen, wenn die anderen Frauen sich darüber beschweren, daß ihre Männer neben ihrem Vollzeitjob am Wochenende noch freiberuflich einen Nebenjob haben ( ok, das ist das andere Extrem) – und mein Mann den ganzen Nachmittag verschläft. Die Kinder machen manchmal ja shcon Witze darüber, wenn wir nachmittags draußen waren, ob ihr Papa jetzt schläft oder wach ist, wenn wir nach Hause kommen.
Den ganzen Tag habe ich im Hinterkopf, ob mein Mann jetzt wieder meckern wird, da ich vllt das Sofa nicht aufgeräumt habe oder weil die Kinder ihr spielzeug haben herumliegen lassen. Dadurch bin ich selber sehr schnell gereizt und oft ungerecht zu den Kindern, was mir selber immer leid tut.

Vllt wäre eine Trennung auf Zeit gut – mich hält halt davon ab, daß ich weder meinen Kindern noch meinem Mann eine Trennung zumuten will, außerdem wüßte ich auch nicht, wie ich das finanziell alles schaffen soll... andererseits will ich auch nicht mich selber und meine Bedürfnisse vollständig aufgeben müssen.
Ich habe mal eine Online Beratung von Profamilia angeschrieben - die Dame meinte, ich könne meinen Mann nicht ändern und müsse versuchen, mir selber ein dickeres Fell anzulegen, bzw eine Therapie für mein Selbstwertgefühl machen.....
 

Hallo,

die Dame von Profamilia hat recht - auch wenn das sehr platt formuliert ist.

Es tut mir sehr leid für dich und deine Kinder, dass ihr in so einer passiven Situation seid. Das ist das, was DU ändern kannst und musst. Im Moment bist du codepressiv bzw -abhängig. Du machst das Problem deines Mannes zu deinem, zerbrichst dir seinen Kopf. Nach dem, was du beschreibst, ist dein Mann depressiv. Das fatale an solchen Erkrankungen ist, dass es hier keine rationalen Lösungen gibt (zumindest solche, die du vorschlägst). Dein Mann muss selbst erkennen und handeln. Er macht umso mehr zu, je mehr Druck du aufbaust. Je weniger er tut, desto mehr Druck entsteht für dich und du gibst ihn weiter. Ein Dilemma.

Deine Aufgabe ist, dich und die Kinder zu schützen. Wenn du daraus Reserven hast, deinem Mann mit Verständnis und Liebe zu begegnen. Nicht mehr und nicht weniger. Leider. Ich empfehle dir, dir Hilfe für dich zu holen - von einem Psychotherapeuten. Z.B. Krisenintervention - hier bekommt man sehr schnell Termine. In diesem geschütztem Hafen kannst du auch weitere Schritte besprechen und durchführen (z.b. eine Trennung, sollte es keinen anderen Weg geben).

Ich wünsche dir alles Gute. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, erst wenn der Leidensdruck deines Mannes groß genug ist, wird er was tun. Gib ihm die Sicherheit, dass wenn es soweit ist, dass er dann auf dich zählen kann, aber du musst dich schützen. Das wird er verstehen. Irgendwann. Ich wünsche es dir.

Und: Sowas ist auch immer eine Chance, daran zu wachsen.

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8. Dezember 2016 um 14:49

Ich denke, seine Idee und Einstellung zum Leben ist falsch. Das ist bei "Künstlern" ja häufig so, dass sie so durchs Leben schludern...

mit Verantwortung für Kinder geht das aber nicht! Die Familie muss abgesichert sein, finanziell und eben auch personell, dass halt alles sauber ist, Essen auf den Tisch kommt, etc etc pp.

Da scheint er keine Lust drauf zu haben und "arbeitet" so wie er lustig ist und der Rest ist Faulheit.
Wo ist das denn bitte ein Vorbild als Vater?

Du musst aufhören ihn dabei zu unterstützen Und anfangen von ihm zu fordern! Er muss monatlich Summe X einfahren und sich mit am Haushalt beteiligen, da du ja auch arbeitest. Kunst ist schön und gut, aber er sollte besser einer regelmässigen Arbeit nachgehen und seine Kunst, die ja anscheinend nicht viel einbringt, am WE oder Urlauben nachgehen, dann klimpert die Familienkasse halt ab hnd zu mal extra! 

Du unterstützt mit deinem Verständnis und Übernahme ALLER Verantwortung doch nur, dass er es eben NICHT tut.

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8. Dezember 2016 um 15:15
In Antwort auf anonym2016

Ich weiß momentan nicht mehr weiter:
Mein Mann und ich sind seit 11 Jahren zusammen, seit 8J verheiratet, haben drei gemeinsame Kinder (7, knapp 5 und der Jüngste 3 Monate) und ein Haus gebaut. Ich bin aktuell in Elternzeit, mein Mann freischaffender Künstler. Als unsere ersten beiden Kinder klein waren, hatten wir versucht, daß ich Teilzeit arbeite, aber mein Mann hatte häufig monatelang keine Aufträge, so daß ich 2014 eine Vollzeitstelle anfing, um die Kosten zu decken. Und damit fing der Stress an: ich war von 07:00-18:00 weg, häufig auch an den Wochenenden, meine Kinder litten hierunter und ich auch. Obwohl die Kinder von 08:00-14:00 im Kindergarten waren, empfand mein Mann es permanent als zu wenig Zeit, um selber die wenigen Aufträge erledigen zu können, die er hatte und den Haushalt halbwegs zu schaffen. Oft kam ich abends nach Hause, das Geschirr vom Vortag stapelte sich, Wäscheberge lagen herum und die Kinder hatten Hunger. Mein Mann verzog sich dann ins Schlafzimmer, ich mußte übernehmen und konnte erst mich selber ausruhen, nachdem die Kinder im Bett waren. Insgesamt litt mein Mann auch furchtbar unter seiner Rolle als Hausmann, obwohl ich ihm immer wieder sagte, daß ich die Rolle des zuhausebleibenden eine extrem schwere und verantwortungsvolle Aufgabe finde, die meinen vollsten Respekt hat.

Vor einem Jahr wurde ich dann (ungeplant) schwanger und gleich zu Beginn sagte ich meinem Mann, daß er meine Elternzeit als Chance für sich nutzen soll, mindestens einen 450,- Job anzufangen, da wir mit dem Elterngeld allein niemals über die Runden kommen würden. Außerdem könne er dann seine Freiberuflichkeit so wieder aufbauen, daß ich nach der Elternzeit nicht wieder Vollzeit arbeiten muß.
Seit August bin ich nun zuhause, aber bislang ist nichts passiert. Die Sommermonate hatte er keine Aufträge, er saß nur zuhause herum. Zeitungsannoncen, in denen 450,-Jobs angeboten wurden, ignorierte er, obwohl ich ihm mehrere zeigte, die seinem Wunsch entsprechen konnten. Mittlerweile hat er wieder ein paar Aufträge, aber sein Tagesablauf sieht so aus, daß er irgendwann gegen 10uhr anfängt zu arbeiten, dann mittags wieder eine Pause von 2-3h und dann erneut 2-3h arbeiten, teilweise fehlt ihm dann aber irgendein Material und er fährt das dann einkaufen und dann war es das für den Tag. Und falls er dann doch mal ein paar Tage konzentrierter gearbeitet hat, benötigt er mindestens 3-4 Tage Erholung, bevor er den nächsten Auftrag beginnen kann. Mich nervt diese Arbeitseinstellung kollossal, da ich gewohnt bin, meine Zeit so konzentriert und strukturiert wie möglich zu nutzen.
Dazu kommen gesundheitliche Probleme bei ihm – er hat seit einiger Zeit Bluthochdruck, weshalb er oft Kopfschmerzen hat. Dieser wird jetzt endlich behandelt, trotzdem ist er permanent müde. Er selber sagt auch, daß er immer erschöpft, ausgelaugt und müde ist, antriebslos und für sich selber keine Zukunft mehr sieht außer seine Rolle als Vater. Ich habe ihm schon mehrfach gesagt, daß das alles stark nach Depression klingt und er bitte Hilfe annehmen soll – er lehnt das aber komplett ab. Ich habe ihm vorgeschlagen, ein regelmäßiges Hobby zu beginnen – abgelehnt. Sich mit alten Freunden zu treffen – abgelehnt. Ich bin fest davon überzeugt, daß eine regelmäßige Arbeit ihm sehr helfen würde, sein Selbstwertgefühl zu bessern – aber ich kann mich nicht für ihn irgendwo bewerben.
Er hat permanent schlechte Laune, kritisiert mich in allem was ich tue oder nicht tue (bin zu nachgiebig mit den Kindern, putze nicht genug, räume nicht auf usw), letztens warf er mir vor, ihn nur als Samenspender mißbraucht zu haben... meine Argumente läßt er alle nicht gelten und schließt sich lieber im Schlafzimmer ein.
Die schlechte Stimmung zuhause läßt auch die Kinder leiden – ich merke, daß die beiden Mädels sich häufiger streiten, die Große ist ausgesprochen zickig un die Mittlere macht konsequent immer das Gegenteil von dem,was man sagt.
Ähnliche Situationen wie aktuell hatten wir bereits 1-2 Mal in der Vergangenheit und ich habe immer versucht durchzuhalten, darauf zu vertrauen, daß es schon irgendwann besser wird... daß ich meinen Kindern nicht den Vater nehmen will und auch aus Mitleid mit meinem Mann, da ich nicht will, daß er nach einer möglichen Trennung komplett abstürzt. Bisher ging es wirklich irgendwann wieder besser, aber ich bin selber einfach an einem Punkt, daß ich einfach keine Kraft mehr habe, um für alle anderen stark zu sein. Das permanente Schlechtmachen raubt mir auch mein Selbstwertgefühl, ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, mit meinem Mann noch 20-30 Jahre zusammenzuleben. Ich frage mich dann oft was meine Kinder dann wohl denken, vllt nicht jetzt aber in 4-5 Jahren, da sich ja die grundsätzliche Situation bei uns nicht ändern wird....
Ich merke, daß ich mich mittlerweile für meinen Mann schäme, wenn die anderen Männer nach einer 40-50h Woche am Wochenende im Haushalt oder im Garten helfen, wenn die anderen Frauen sich darüber beschweren, daß ihre Männer neben ihrem Vollzeitjob am Wochenende noch freiberuflich einen Nebenjob haben ( ok, das ist das andere Extrem) – und mein Mann den ganzen Nachmittag verschläft. Die Kinder machen manchmal ja shcon Witze darüber, wenn wir nachmittags draußen waren, ob ihr Papa jetzt schläft oder wach ist, wenn wir nach Hause kommen.
Den ganzen Tag habe ich im Hinterkopf, ob mein Mann jetzt wieder meckern wird, da ich vllt das Sofa nicht aufgeräumt habe oder weil die Kinder ihr spielzeug haben herumliegen lassen. Dadurch bin ich selber sehr schnell gereizt und oft ungerecht zu den Kindern, was mir selber immer leid tut.

Vllt wäre eine Trennung auf Zeit gut – mich hält halt davon ab, daß ich weder meinen Kindern noch meinem Mann eine Trennung zumuten will, außerdem wüßte ich auch nicht, wie ich das finanziell alles schaffen soll... andererseits will ich auch nicht mich selber und meine Bedürfnisse vollständig aufgeben müssen.
Ich habe mal eine Online Beratung von Profamilia angeschrieben - die Dame meinte, ich könne meinen Mann nicht ändern und müsse versuchen, mir selber ein dickeres Fell anzulegen, bzw eine Therapie für mein Selbstwertgefühl machen.....
 

Ich hab dazu mal ne Frage.....ich meine vor Jahren mal hier schon mal etwas ähnliches gelesen zu haben.... Hast du schon mal darüber geschrieben?

Ich verstehe dein Dilemma - ich bin mittlerweile alleinerziehend, der Vater meiner Kinder ist auch depressiv, hat Panikattacken.... irgendwann kommt der Punkt an dem ein Zusammenleben schlicht unmöglich wird. auch wenn noch Gefühle da sind. 

Ich kann dir nur Mut zusprechen: ehrlichgesagt fällt es mir leichter alleinerziehend zu sein, als weiter diesen alltag zu erleben. Das klingt jetzt gemein, aber ständig diese "negative Stimmung", immer und jederzeit.... Nach der Trennung und dem ersten Schmerz war ich wie befreit. 
 

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8. Dezember 2016 um 20:42

Hallo
Das klingt sehr anstrengend und frustrierend... Es scheint als hätte dein Mann eine Depression und er scheint generell (?) von der Arbeitsmoral her, sich eher nicht zu stressen...
Doch solange er nicht erkennt, dass er Hilfe braucht, wird er daran nichts ändern. Das Problem ist nur, dass er dich mit in ein Loch zieht. Und dein Pensum.... Mann oh mann drei Kinder, vorher noch Vollzeit plus Haushalt und und und... Ich würd da wohl zusammenbrechen...
Leider ist dein Mann da nun das vierte Kind zu allem dazu.... Du musst schauen ob du so weiterleben kannst wenn dein Mann nichts ändern kann oder will... Klar, ihr habt gebaut und drei Kinder, da gibt man eine Beziehung nicht leichtfertig auf.
Aber du musst schauen dass du nicht auf der Strecke bleibst und gesund für deine Kinder
Hol dir Hilfe bei einem Psychologen oder Supervisor! 
Und überlege was DU für die Zukunft deiner Kinder und DICH willst. 
Lg

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8. Dezember 2016 um 22:52

Mir geht es da wie ashni... Der Vater meiner akinder ist depressiv, das würde immer schlimmer. Dann hat eine junge Frau ihn angehimmelt und er dachte, das holt ihn da raus, und drehte alles um, da war ICH dann Schuld an allem, und die Kinder, weil das ja alles zu stressig ist, die Kinder hatten wir auch nur, weil ich die wollte...
ich habe es dann beendet. 
Äund ich blühe Sitemap wieder auf. Ich bin wieder die starke Frau, die ich vorher war, lache wieder viel mehr, habe meine Kraft für die Kinder und mich. Ich bin wieder eine bessere Mama, weil ich nicht mehr so viel Kraft an die schlechten Launen meines Exmannes verliere. Ich muss nicht mehr die Kinder von ihm fernhalten, weil er ja ach so müde ist. Ich muss mich nicht mehr jeden Tag fragen, in was für einer Laune er wohl nachhause kommt, ob er heute lächeln kann oder mal wieder nicht.

er sagt es selbst: es ist, als sei mir eine Last von den Schultern genommen worden. Oh ja.
ich hatte so wahnsinnige Angst davor, Alleinerziehend zu sein. Und es ist manchmal echt hart, ich habe hier keine Familie in der Nähe und mein Ex sieht die Kinder zwar regelmäßig, ist aber auch nicht immer zuverlässig.
Aber die Vorteile überwiegen einfach. Diese Last, die weg ist. Ich weiß, wo ich dran bin. Es ist MEIN Haus, meine Ordnung, meine Stimmung.

Er ist seit der Trennung plötzlich zum Superpapa mutiert und macht tolle Sachen mit den Jungs. Die Kinder haben so eine bessere Mama und endlich wieder einen Papa.

emotional ist es manchmal sehr hart, wir haben immer wieder fiese Phasen. Aber das wird alles.

also. Überlege Dir, was für Dich und die Kinder am Besten ist. Du verlierst viel Kraft an Deinen Mann, die Du anders nutzen könntest. 
Ihn kannst Du nicht ändern. Vielleicht schaffst Du es, Dich ohne Trennung auf DICH und die Kinder zu konzentrieren und er mus halt schauen, wie er da reinpasst. Oder aber die Trennung ist das Beste. Das kannst nur Du wissen..

ich wünsche Dir alles Gute!

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9. Dezember 2016 um 7:12
In Antwort auf anonym2016

Ich weiß momentan nicht mehr weiter:
Mein Mann und ich sind seit 11 Jahren zusammen, seit 8J verheiratet, haben drei gemeinsame Kinder (7, knapp 5 und der Jüngste 3 Monate) und ein Haus gebaut. Ich bin aktuell in Elternzeit, mein Mann freischaffender Künstler. Als unsere ersten beiden Kinder klein waren, hatten wir versucht, daß ich Teilzeit arbeite, aber mein Mann hatte häufig monatelang keine Aufträge, so daß ich 2014 eine Vollzeitstelle anfing, um die Kosten zu decken. Und damit fing der Stress an: ich war von 07:00-18:00 weg, häufig auch an den Wochenenden, meine Kinder litten hierunter und ich auch. Obwohl die Kinder von 08:00-14:00 im Kindergarten waren, empfand mein Mann es permanent als zu wenig Zeit, um selber die wenigen Aufträge erledigen zu können, die er hatte und den Haushalt halbwegs zu schaffen. Oft kam ich abends nach Hause, das Geschirr vom Vortag stapelte sich, Wäscheberge lagen herum und die Kinder hatten Hunger. Mein Mann verzog sich dann ins Schlafzimmer, ich mußte übernehmen und konnte erst mich selber ausruhen, nachdem die Kinder im Bett waren. Insgesamt litt mein Mann auch furchtbar unter seiner Rolle als Hausmann, obwohl ich ihm immer wieder sagte, daß ich die Rolle des zuhausebleibenden eine extrem schwere und verantwortungsvolle Aufgabe finde, die meinen vollsten Respekt hat.

Vor einem Jahr wurde ich dann (ungeplant) schwanger und gleich zu Beginn sagte ich meinem Mann, daß er meine Elternzeit als Chance für sich nutzen soll, mindestens einen 450,- Job anzufangen, da wir mit dem Elterngeld allein niemals über die Runden kommen würden. Außerdem könne er dann seine Freiberuflichkeit so wieder aufbauen, daß ich nach der Elternzeit nicht wieder Vollzeit arbeiten muß.
Seit August bin ich nun zuhause, aber bislang ist nichts passiert. Die Sommermonate hatte er keine Aufträge, er saß nur zuhause herum. Zeitungsannoncen, in denen 450,-Jobs angeboten wurden, ignorierte er, obwohl ich ihm mehrere zeigte, die seinem Wunsch entsprechen konnten. Mittlerweile hat er wieder ein paar Aufträge, aber sein Tagesablauf sieht so aus, daß er irgendwann gegen 10uhr anfängt zu arbeiten, dann mittags wieder eine Pause von 2-3h und dann erneut 2-3h arbeiten, teilweise fehlt ihm dann aber irgendein Material und er fährt das dann einkaufen und dann war es das für den Tag. Und falls er dann doch mal ein paar Tage konzentrierter gearbeitet hat, benötigt er mindestens 3-4 Tage Erholung, bevor er den nächsten Auftrag beginnen kann. Mich nervt diese Arbeitseinstellung kollossal, da ich gewohnt bin, meine Zeit so konzentriert und strukturiert wie möglich zu nutzen.
Dazu kommen gesundheitliche Probleme bei ihm – er hat seit einiger Zeit Bluthochdruck, weshalb er oft Kopfschmerzen hat. Dieser wird jetzt endlich behandelt, trotzdem ist er permanent müde. Er selber sagt auch, daß er immer erschöpft, ausgelaugt und müde ist, antriebslos und für sich selber keine Zukunft mehr sieht außer seine Rolle als Vater. Ich habe ihm schon mehrfach gesagt, daß das alles stark nach Depression klingt und er bitte Hilfe annehmen soll – er lehnt das aber komplett ab. Ich habe ihm vorgeschlagen, ein regelmäßiges Hobby zu beginnen – abgelehnt. Sich mit alten Freunden zu treffen – abgelehnt. Ich bin fest davon überzeugt, daß eine regelmäßige Arbeit ihm sehr helfen würde, sein Selbstwertgefühl zu bessern – aber ich kann mich nicht für ihn irgendwo bewerben.
Er hat permanent schlechte Laune, kritisiert mich in allem was ich tue oder nicht tue (bin zu nachgiebig mit den Kindern, putze nicht genug, räume nicht auf usw), letztens warf er mir vor, ihn nur als Samenspender mißbraucht zu haben... meine Argumente läßt er alle nicht gelten und schließt sich lieber im Schlafzimmer ein.
Die schlechte Stimmung zuhause läßt auch die Kinder leiden – ich merke, daß die beiden Mädels sich häufiger streiten, die Große ist ausgesprochen zickig un die Mittlere macht konsequent immer das Gegenteil von dem,was man sagt.
Ähnliche Situationen wie aktuell hatten wir bereits 1-2 Mal in der Vergangenheit und ich habe immer versucht durchzuhalten, darauf zu vertrauen, daß es schon irgendwann besser wird... daß ich meinen Kindern nicht den Vater nehmen will und auch aus Mitleid mit meinem Mann, da ich nicht will, daß er nach einer möglichen Trennung komplett abstürzt. Bisher ging es wirklich irgendwann wieder besser, aber ich bin selber einfach an einem Punkt, daß ich einfach keine Kraft mehr habe, um für alle anderen stark zu sein. Das permanente Schlechtmachen raubt mir auch mein Selbstwertgefühl, ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, mit meinem Mann noch 20-30 Jahre zusammenzuleben. Ich frage mich dann oft was meine Kinder dann wohl denken, vllt nicht jetzt aber in 4-5 Jahren, da sich ja die grundsätzliche Situation bei uns nicht ändern wird....
Ich merke, daß ich mich mittlerweile für meinen Mann schäme, wenn die anderen Männer nach einer 40-50h Woche am Wochenende im Haushalt oder im Garten helfen, wenn die anderen Frauen sich darüber beschweren, daß ihre Männer neben ihrem Vollzeitjob am Wochenende noch freiberuflich einen Nebenjob haben ( ok, das ist das andere Extrem) – und mein Mann den ganzen Nachmittag verschläft. Die Kinder machen manchmal ja shcon Witze darüber, wenn wir nachmittags draußen waren, ob ihr Papa jetzt schläft oder wach ist, wenn wir nach Hause kommen.
Den ganzen Tag habe ich im Hinterkopf, ob mein Mann jetzt wieder meckern wird, da ich vllt das Sofa nicht aufgeräumt habe oder weil die Kinder ihr spielzeug haben herumliegen lassen. Dadurch bin ich selber sehr schnell gereizt und oft ungerecht zu den Kindern, was mir selber immer leid tut.

Vllt wäre eine Trennung auf Zeit gut – mich hält halt davon ab, daß ich weder meinen Kindern noch meinem Mann eine Trennung zumuten will, außerdem wüßte ich auch nicht, wie ich das finanziell alles schaffen soll... andererseits will ich auch nicht mich selber und meine Bedürfnisse vollständig aufgeben müssen.
Ich habe mal eine Online Beratung von Profamilia angeschrieben - die Dame meinte, ich könne meinen Mann nicht ändern und müsse versuchen, mir selber ein dickeres Fell anzulegen, bzw eine Therapie für mein Selbstwertgefühl machen.....
 

Danke für Eure Meinungen...
Ja - vor Jahren hatten wir eine ähnlich harte Zeit, irgendwie haben wir dann aber die Kurve gekriegt, hauptsächlich deswegen, weil ich dann halt Vollzeit arbeiten gegangen bin...
Ihr habt recht - irgendwie ist er wie mein viertes Kind und das nervt mich so. Ich muß ihn morgens sogar wecken, damit er rechtzeitig aufsteht um die mittlere zum Kiga zu bringen. Ich muß ihn an alles erinnern und selbst DInge, die ich ihm monatelang immer wieder sage, werden deswegen nicht gemacht...
Seine Arbeitsmoral war, wenn ich ehrlich bin, schon immer sehr "gemütlich". Mir geht das aktuell halt nur so auf den Keks, weil wir nun zum ersten Mal wirklich den ganzen Tag zusammen sind. Bislang war ja immer einer von uns tagsüber außer Haus, er hatte ja vor dem Umzug eine eigene kleine Werkstatt, wo er tagsüber war, so daß ich nicht so direkt mitbekommen habe, wie er den Tag verbrachte.
Dennoch hat er neu durchaus sicherlich eine depressive Verstimmung (mindestens), was er aber überhaupt nicht einsieht.
Ich werde mich mal nach einer ANlaufstelle für mich selber erkundigen, vielleicht kann ich dann auch für mich eher eine Entscheidung finden.

 

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9. Dezember 2016 um 8:39
In Antwort auf anonym2016

Danke für Eure Meinungen...
Ja - vor Jahren hatten wir eine ähnlich harte Zeit, irgendwie haben wir dann aber die Kurve gekriegt, hauptsächlich deswegen, weil ich dann halt Vollzeit arbeiten gegangen bin...
Ihr habt recht - irgendwie ist er wie mein viertes Kind und das nervt mich so. Ich muß ihn morgens sogar wecken, damit er rechtzeitig aufsteht um die mittlere zum Kiga zu bringen. Ich muß ihn an alles erinnern und selbst DInge, die ich ihm monatelang immer wieder sage, werden deswegen nicht gemacht...
Seine Arbeitsmoral war, wenn ich ehrlich bin, schon immer sehr "gemütlich". Mir geht das aktuell halt nur so auf den Keks, weil wir nun zum ersten Mal wirklich den ganzen Tag zusammen sind. Bislang war ja immer einer von uns tagsüber außer Haus, er hatte ja vor dem Umzug eine eigene kleine Werkstatt, wo er tagsüber war, so daß ich nicht so direkt mitbekommen habe, wie er den Tag verbrachte.
Dennoch hat er neu durchaus sicherlich eine depressive Verstimmung (mindestens), was er aber überhaupt nicht einsieht.
Ich werde mich mal nach einer ANlaufstelle für mich selber erkundigen, vielleicht kann ich dann auch für mich eher eine Entscheidung finden.

 

Hallo
Es könnte so sehr meine Geschichte sein. Mein Freund und vater meiner zwei Kinder ist auch Künstler und mein drittes Kind.

Ich bin seit fast 20 Jahren mit ihm zusammen und liebe ihn wirklich, aber es ist hart für alles allein verantwortlich zu sein und nie "eine Schulter zum Anlehnen" zu haben.
Ich habe vor dem zweiten Kind auch vollzeit gearbeitet und habe nebenbei den gsamten Haushalt, Kochen, Behörden usw. allein gemeistert.

Als ich mit dem zweiten Kind schwanger wurde, habe ich gesagt, dass ich nicht mehr vollzeit arbeiten werde und er soundsoviel Geld zusteuern muss. Er hat lange nicht darauf reagiert, dann kam der Punkt an dem ich keine Lust mehr hatte und ich auch langsam den Respekt vor ihm verlor.
Ich habe ihm die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt entweder du findest bis dahin einen Job, oder ich bin mit den Kindern weg. Ich weiß, das war fies, aber es hat geklappt.

Er hat jetzt eine halbe Stelle, die ihm sehr viel Spaß macht und kann nebenbei seiner Selbstständigkeit nachgehen. Natürlich bin ich immer noch die Hauptverdienerin, aber er hat einen geregelten Tagesablauf und vor allen Dingen bekommt er Bestätigung in seinem Job.
Es gibt oft noch Reibungspunkte, aber ich habe auch gelernt ihn zu verstehen. Er würde gerne seine Familie ernähren, kann es aber nicht. Dadurch hat er mit seinem Selbstwertgefühl zu kämpfen.
Es ist für "schwache" Männer ganz oft sehr schwer mit "starken" Frauen. Du meisterst eine Vollzeitstelle, drei Kinder und Haushalt, er schafft nichtmal eine dieser Aufgaben.
Das ist natürlich erstmal für uns schwer, weil wir alles alleine tragen und uns nicht leisten können selber mal schwach zu sein, weil sonst alles zusammenbrechen würde.
Auf der anderen Seite zeigen wir unseren Männern Tag für Tag ihr Unvermögen auf, das Leben so zu meistern wie es eigentlich von ihnen erwartet wird.

Naja, was soll ich dir raten. Erstmal, es muss sich was ändern, ansonsten verlierst du allen Respekt vor dienem Mann und wenn es nur ein 450 Euro Job ist. Mache ihm klar, wie wichtig dir das ist und dass du Konsequenzen ziehen wirst.
Dann musst du dich damit abfinden, dass du wahrscheinlich immer die Stärkere sein musst, die sich neben den Kindern auch um den Mann kümmern muss.
Und als Drittes, überlege dir, ob er es wert ist so zu kämpfen. Bei meinem Mann ist es so, dass er neben allen Unzulänglichkeiten der liebevollste Vater auf der Welt ist und ich weiß, dass er auch für mich alles tun würde.
Alles Gute wünsche ich dir
 

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