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Brief einer verzweifelten mutter (lang)

28. Oktober 2010 um 12:43


Brief einer verzweifelten Mutter!


Ich kann langsam nicht mehr, habe keine Kraft und keine Nerven mehr, die Situation macht mich langsam nur noch traurig und ich frage mich ständig WARUM?

Seit einigen Wochen geht das nun schon so. Es fing langsam an, dass mein Sohn so wurde.
Er fing irgendwann, ohne ersichtlichen Grund an zu weinen und schlechte Laune zu haben. Beruhigte sich irgendwann wieder und manchmal war nach ein paar Minuten die gleiche Situation da. Immer wieder habe ich mir gedacht, es ist nur eine Phase und es wird besser. Er lässt nur seinen Kitafrust bei dir aus.

Aber NEIN, es wird irgendwie immer schlimmer, er hat nun auch schlechte Laune wenn Mama und Papa gleichzeitig zu Hause sind. Wie haben wir gedacht, dass er durcheinander kommt, wenn wir beide gleichzeitig zu Hause sind, denn wir haben beide unterschiedliche Arbeitszeiten, immer wechselnd.

Anfang der Woche war ich am Nachmittag mit ihm alleine zu Hause und er hatte schon schlechte Laune als ich ihn aus der Kita abgeholt habe und er hörte nicht auf mich, wollte immer wieder auf die Straße rennen und das tun wo er drauf Lust hat.

Gestern hatte ich seit langen dann mal wieder Spätschicht und der Papa holte ihn aus der Kita ab.
Ich rief die beiden von der Arbeit aus an und fragte wie unser Sohn drauf ist.
Der Papa wurde mit offenen Armen empfangen, er hat sich gefreut und super gute Laune gehabt nicht gezickt und gar nix. Er hat am Telefon zwar Mama gesagt, war aber auch abgelenkt und wollte mir nicht gute Nacht sagen.

Es tat so weh im Herz zu sehen, dass er beim Papa ganz anders ist und bei mir den ganzen Frust ablässt. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann mein Sohn mich mit offenen Armen in der Kita begrüßt hat.

Ich habe schon alles versucht, wenn er so schlecht gelaunt ist; ihn ganz fest in den Arm genommen und ihn einfach fest gehalten, bis er vor Erschöpfung sich an mich gekuschelt hat; ihn in sein Zimmer geschickt, damit er da auszicken kann; in in die Ecke gestellt oder ihn auch ganz einfach ignoriert oder ihn auch einfach in den Arm genommen und ihn gefragt was mit ihm los sei, ob ihm was weh tut. Und ja wenn ich sehr ausgelaugt von der Arbeit und den letzten Tagen gewesen bin habe ich ihn auch angeschrien, weil ich überfordert bin.

Was soll ich machen, ich kann nicht mehr und habe das Gefühl das mein Kind mich nicht mehr liebt und mich sehr häufig als Ventil gebraucht.
Ich bin froh, dass ich nachher zur Arbeit muss um nicht mit anzusehen, dass es ihm beim Papa besser gefällt. Ich bin aber auch traurig, weil ich weiß, dass er wieder gute Laune haben wird und ich das nicht miterleben darf.

Mein Kind ist im übrigen fast 2 und ich habe das Gefühl er mutiert immer mehr mir gegenüber zu einem Terrorzwerg.

Danke für alle die es lesen. Ich musste es einfach mal niederschreiben und es wäre sehr hilfreich, wenn mir jemand einen hilfreichen tipp geben kann, denn viel Reserven habe ich leider nicht mehr. ich fühle mich so schon so ausgebrannt.

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28. Oktober 2010 um 13:17

So
abgedroschen sich dieser spruch auch anhört: es ist ganz normal! eine phase, die fenja auch gerade durchmacht und alle anderen kinder in ihrem alter, die ich aus kiga und krabbelgruppe kenne. und diese phase geht bei uns schon recht lange, und kann auch noch einige monate dauern habe ich zu meinem entsetzen gehört.

und ja: dein sohn nimmt dich als ventil. genau das ist zur zeit deine wichtigste aufgabe. er weiß, bei dir braucht er sich nicht zusammenzureissen oder sich zu verstellen, weil er sich deiner liebe sicher sein kann.

versuche, es gelassen zu nehmen. seinen trotzanfällen nicht zu sehr beachtung zu schenken.

hilfe würde ich mir nur dann holen, wenn es dich zu stark in deinem leben beeinträchtigt und du merkst, dass du entweder depressiv oder agressiv wirst durch die situationen. ich persönlich finde es hilfreicher, sich mit anderen müttern gleichaltriger kinder auszutauschen. dann merkt man nämlich, dass man nicht der einzige ist, der kurz vor einem nervenzusammenbruch steht.

versuche, auf die interessen deines sohnes einzugehen. fenja liebt zum beispiel tiere (wie wohl die meisten kinder). einmal in der woche machen wir daher etwas wie zoo, reiten, freigehege besuchen o.ä. es sind tolle tage, die wir beide losgelöst vom alltag verbringen und über die wir uns noch tagelang unterhalten.

und zum thema papa: fenja hatte auch ihre papa-zeiten, in denen ich mich ausgeschlossen fühlte. aber auch ihre mama-zeiten. mal so mal so. also auch das ist eine phase

DURCHHALTEN!

gruß,

mausala

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28. Oktober 2010 um 13:17

Bisher tue ich für mich sehr wenig
gehe nicht aus und treffe mich nur selten mit Freunden ohne Kind, also das man mal ganz ohne Kind unterwegs ist. Ich habe keinen Augleich zu meinem Arbeits- und Familienleben.

Danke dir für deine Antwort.

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28. Oktober 2010 um 13:22

Hallo mandelauge
ja, es ist eine Kita mit Krippe. Dei Kinder werden ab dem 1. LJ bis sie zur Schule kommen betreut.

Ich arbeite 80%, weniger geht finanziell leider gar nicht. Das Längste was unser Sohn dort sein muss sind 9 Stunden, sehr häufig jedoch ist er meist so 7 Stunden dort. ich weiß es ist ein langer tag,w enn er bis zu 9 Stunden da ist.


Ein Geschwisterchen, ist frühestens für das kommende Jahr geplant, jedoch bin ich im Moment am zweifeln ob ich dem überhaupt gewachsen bin.

DAnke für deine Antwort.

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29. Oktober 2010 um 12:03

Hallo
und sorry das ich jetzt erst antworten kann.

Erst einmal bedanke ich mich bei euch Viern. ich bedanke mich bei euch, dass ihr mir ganz sachlich geschrieben habt und mir keine Vorwürfe oder ähnliches macht und mir ein paar Tipps gebt.

Klar ist der Austausch hier sehr wichtig, jedoch ist es mir auch schon einmal passiert, dass ich von jemanden hier angegriffen wprden bin. Es war nicht unter diesem Nick, den habe ich mir gestern schnell angelegt, denn normalerweise bin ich mit einen anderen Nick im Web unterwegs.
Es ist halt nicht so einfach, wenn man schon am Boden liegt und noch mit Füßen getreten wird, desshalb der Nick.

Mit den Unternehmungen ist eine gute Idee. Da der Papa am WE arbeiten muss, habe ich den Kleinen gleich heute morgen gefragt, ob wir dieses oder jenes machen wollen und er sagte nein. Nun bin ich mir immer unsicherer, ob er nur Spaß macht, weil er das Wort NEIN momentan so liebt und gar nicht richtig versteht was ich meine, oder hmm.
Wenn er meist so schlecht drauf ist und viel weint, habe ich auch immer keine Lust mit raus zu gehen. Wenn wir dann auf dem Spielplatz sind, dann ist eh alles seins und er will alles haben Laufrad, Dreirad etc. Ein Laufrad bekommt er in ein paar Tagen zum Geburtstag.

Ist es denn bei euren Kleinen acuh so extrem mit deralles Meins- und Nein- Phase?
Auf dem Spielplatz, er ist relativ klein ( Rutsche, Buddelkasten, und 2 Teile die auf einer Feder sind zum schaukeln), will er am liebsten kein anderes Kind rauf lassen und das was das andere Kind gerade macht will auch er machen oder haben. Es ist so unangenehm, weil die anderen Kinder dann immer gucken. Immer fange ich an mich vor den Eltern zu rechtfertigen. Einmal meinte ein Papa zu mir: Das hatte unsere Kleine auch" Da war ich etwas erleichtert.

Was macht ihr noch so mit euren Zwergen um aus diesaem Alltagstroot raus zu kommen?

Ich danke euch nochmal ganz herzlich für eure Antworten.

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29. Oktober 2010 um 12:26

Fenjas
lieblingsbeschäftigung: rutsche blockieren sie lässt kein anderes kind vorbei. als mutter steht man dann irgendwie blöd da, ich bin mir auch immer unsicher, ob ich eingreifen soll oder nicht. ich meine, irgendwann würde ein größeres kind kommen und sie nicht tausendmal bitten sondern sie einfach wegschubsen, wahrscheinlich wäre sie danach geheilt. trotzdem sage ich meistens was oder turne sogar selber oben rum. das kommt auch drauf an, wie geduldig oder genervt ich an dem tag gerade bin.

ich kann nur nochmal betonen: es ist der ganz normale wahnsinn. gestern hatte ich eine freundin am telefon, die gerade geweint hat, weil sie auch wiedermal ein tobendes kind neben sich hatte und nicht wusste, was sie tun sollte.

schnapp dir doch einfach mal deinen sohn und erlebe ein abenteuer. vielleicht nennst du es auch so, und ihr macht es dann regelmäßig einmal die woche. ich hab mir als nächstes überlegt, mit dem zug zu fahren. einfach nur 2 stationen, so mit caprisonne und mini-picknick. oder ihr fahrt mal auf einen bauernhof? oder ihr macht gemeinsam selber saft aus frischem obst oder waffeln/plätzchen, die er selber ausstechen darf... eben irgendwas besonderes an eurem ganz persönlichen abenteuertag. was meinst du, wie schön es ist, wenn er dann - nachdem sich das ein bissel eingespielt hat - an diesem tag schon im kindergarten erzählt, dass heute dieser abenteuertag ist, weil er sich so drauf freut...

lg,

mausala

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