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Burn-Out als Mutter?

26. Juni 2013 um 18:12 Letzte Antwort: 26. Juni 2013 um 21:47

Hallo,

habe mich hier neu angemeldet, da ich Rat brauche.

Ich werde bald 26 Jahre alt, habe einen 4 jährigen Sohn mit dem ich seit einiger Zeit in Therapie bin (Verhaltensauffälligkeiten, hohe motorische Unruhe usw). Seit kurzem ist noch dazu gekommen, dass bei ihm die "Bluterkrankheit" festgestellt wurde.
Wir müssen 3x wöchentlich nachmittags zur Therapie (Motopädie, Heilpädagogik und Ergotherapie).

Ich bin halbtags berufstätig schon seit dem 2. Geburtstag meines Sohnes. Auf der Arbeit bin ich sehr eingespannt, da wir schon seit längerem Personalmangel haben und mein Chef auch eher cholerisch veranlagt ist.

Lange Zeit war ich alleinerziehend, habe aber schon seit ein paar Jahren einen neuen Partner, der beruflich aber auch voll eingespannt ist und -natürlicherweise- auch erst abends nach Hause kommt.

Ich bin in den letzten Wochen an einen Punkt angekommen, wo ich das Gefühl habe, dass ich einfach nicht mehr "kann". Morgens zum Kindergarten hetzen weil ich pünktlich auf der Arbeit sein muss, mittags hole ich meinen Sohn ab, fahre mit ihm dann direkt weiter zur Therapie.
Mein Sohn braucht auch ansonsten sehr viel Aufmerksamkeit -ich bin jetzt mal so frei zu behaupten, dass er viel mehr Aufmerksamkeit braucht als ein "normales" Kind. Die Nachmittage (also auch nach den Therapien oder den therapiefreien Tagen) bin ich also auch immens eingespannt und beschäftige mich mit meinem Sohn.

Den Haushalt mache ich auch weitesgehend alleine (haben eine Doppelhaushälfte). Natürlich hilft mir mein Partner, aber auf Grund der beruflichen Belastung bleibt der große Part natürlich an mir hängen.

Abends wenn ich im Bett liege, bin ich immer nur froh, dass der Tag rum ist. Denke mit Schrecken an den nächsten Tag... alles ist immer so hektisch, beruflich bin ich zur Zeit wegen oben genanntem Problem auch immer sehr belastet und ich habe das Gefühl, dass ich ständig unter Strom stehe.

Mir ist oft zum Weinen zumute. Zärtlichkeit bei mir und meinem Partner läuft daher zur Zeit auf Sparflamme. Ich bin einfach nur froh, wenn ich abends mal für ein paar Minuten meine Ruhe habe. Mein Sohn schläft in letzter Zeit auch immer sehr schlecht und spät ein. Gestern dauerte es bis 21.30 Uhr bis er endlich eingeschlafen war (er ruft dann auch immer nach mir... weil er nicht einschlafen kann).

Gestern habe ich meinen Partner mal auf eine Kur für mich und meinen Sohn angesprochen. Er sagte, dass wenn er Arzt wäre, mir keine Kur gestatten würde. Es würde ja so viele schlimmere Fälle geben. Natürlich gibt es schlimmere Fälle, das weiß ich.

Habe manchmal das Gefühl, dass ich kurz vor einem Burn-Out stehe. Das meine Grenze erreicht ist. Aber wenn ich zu einem Arzt gehen würde, würde er mich bestimmt nicht ernst nehmen. Ich bin doch erst fast 26 - und dann schon Burn-Out? Und "nur" ein Teilzeit-Job? So sieht das jedenfalls auch mein Partner.

Ich weiß nicht, ob ich übertreibe. Vielleicht brauche ich auch einfach nur mal Urlaub.

Ich würde aber gerne eure Meinung mal dazu wissen! Was sagt ihr dazu? Übertreibe ich wirklich was eine Kur angeht? Bitte schreibt mir eure ehrlichen Antworten.

Vielen Dank.

"Teppichboden"

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26. Juni 2013 um 21:21

Du übertreibst nicht
Ich finde es fast übermenschlich, was Du alleine stemmst. Das hält auf Dauer keiner aus. Und Burn-Out hat nichts mit dem Alter zu tun.
Ich würde Dir dringend raten, Dir im Alltag etwas Hilfe zu holen. Kann Dein Sohn mittags etwas länger im Kiga bleiben damit Du nach der Arbeit mal Luft holen kannst? Oder Du organisierst Dir einen Babysitter, damit Du mal etwas allein unternehmen kannst. Oder könnte ihn jemand anders mal zur Therapie begleiten (Familie, Freunde)?
Und auch wenn Dein Partner voll beruftstätig ist, sollte er Dir mehr unter die Arme greifen.
Ich kenne das Gefühl immer unter Strom zu stehen und alles allein schaffen zu wollen. Aber auf Dauer gehst Du dadurch kaputt und damit ist niemandem geholfen!
Alles Gute!

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26. Juni 2013 um 21:47

Was die Kur angeht ...
übertreibst Du nicht. Du solltest Dich nicht entmutigen lassen. Klemm Dich dahinter und beantrage es.

Ich finde die Belastung durch Deinen Sohn schon hoch.

Soweit ich weiß ist ein Burnout ein absoluter Erschöpfungszustand, zu dem auch gehört, dass man nicht mehr funktioniert.
Solange Du noch funktionierst hast Du keinen Burnout. Du könntest Dich jedoch auf dem Weg dahin befinden.

Es scheint aber auch in der Beziehung eine Schräglage zu existieren.
Was ist der Deal zwischen Euch? Traditionelle Rollenverteilung oder verdient er so viel mehr und arbeitet so viel mehr, so dass Du mit der Übernahme aller Pflichten gleich zu ziehen versuchst?
Wie kommt er mit der Belastung durch die Erkrankung Deines Sohnes klar?

Es hört sich so an, als ob Du einfach keine Gelegenheit hast um mal Pause zu machen. Daher wohl der verzweifelte Versuch durch eine Kur eine solche Pause her zu stellen.
Ich kenne das sehr gut. Bei mir gehen auch die Urlaubstag für die Kitaschließtage drauf, so dass ich entweder arbeite oder die Kinder um mich herum habe.

Es ist wohl also so, dass Du Ruhephasen unter dem gewöhnlichen Lauf der Dinge nicht herstellen kannst. Das wirst Du sicher auch nach einer Kur nicht können.

Andererseits wohnt ihr in einer Doppelhaushälfte, die natürlich auch kostet und ihr habt sicher auch sonst Ansprüche die bezahlt werden wollen.
Wie sieht es mit dem Partner aus? Setzt er voraus dass Du Dich finanziell an allem zu beteiligen hast oder könnte er auch mal eine berufliche Auszeiten mit tragen, wenn er sich schon sonst an nichts beteiligt.

Schau einfach, dass Du im Alltag Ruhephasen einbauen kannst. Sei es auch dadurch dass Du eine Betreuung für Dein Kind organisierst und den Partner mit Sohn am Wochenende los schickst.

Wie sieht es aus? Spielst Du vor ihm eher die starke taffe Powerfrau die nichts umhauen kann? Was für ein Image hast Du und wie wirst Du gerne wahrgenommen? Kannst Du Dich bei ihm schwach anlehnen?
Es wäre wichtig wirklich ehrlich zuzugeben, dass Du nicht mehr kannst und Du doch nicht so leistungsfähig bist wie Du es vielleicht gedacht hast, als Du anfingst zu arbeiten, mit Kind. Dass auch die Belastung durch die Erkrankung das System zum kippen gebracht hat.
Dann ist man einfach nicht mehr die Powerfrau, sondern schwach und muss wirklich auch mit dem neuen Image leben, um erhört zu werden.
Also ich habe den Verdacht, dass daher auch herrühren kann, dass er meint dass es sicher andere gibt die eher eine Kur genehmigt bekämen, weil Du das Image einer Powerfrau hast.

LG

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