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Das Leben als Mutter und als Kind...oder: Leben am Limit

5. Februar 2017 um 14:00

Manchmal frage ich mich: Lief das früher entspannter ab...dieses Leben als Mutter und als Kind...oder war es einfach anders?

Heute ist wieder so ein Tag: Wir haben kindfrei und meine Gedanken kreisen.
Wir nehmen uns an diesen Tagen etwas vor als Paar...man könnte dies und das machen und das wäre auch noch eine tolle Idee. Und wie schaut die Realität aus? Mein Mann schaut Fußball und ich liege auf dem Sofa und hänge am Handy und ich finde es einfach nur wahnsinnig toll.
ich wollt eigentlich vor dem Frühstück joggen gehen. Bis jetzt habe ich es geschafft zu duschen.
Das sind Momente in denen ich mich frage, ob der Alltag früher auch so ablief und ich versuche es mit meiner Kindheit zu vergleichen.

Das beste Beispiel ist die Organisation eines Treffen für meinen Sohn und seine Freunde. Ihr lest richtig...Organisation! Anders kann man es gar nicht nennen.
Wisst ihr eigentlich wie Scheisse schwierig es ist einen Termin! zum Spielen für meinen 6jährigen zu organisieren?
Früher kam ich heim, habe gegessen, Hausaufgaben gemacht und bin dann los zu meiner Freundin. Das ist heute irgendwie anders. Da kommt mein Sohn heim und fragt mich "Mama, kann die Nele zum spielen kommen?". Na selbst verfreilich! Und dann geht der Spaß los.
Ich greife zum Hörer und wähle die Nummer von Neles Mama. Eine freundliche Stimme begrüßt mich und ich schildere mein Anliegen. Die gute Frau ist begeistert über die Idee und sagte dann zu mir "Moment ich hole Neles Terminplaner.". Ihren was? Ja, Nele hat einen Terminplaner...so wie 90% aller Freunde von meinem Sohn.
Als Neles Mama wieder am Telefon war nahm es seinen Lauf. "Heute ist das zu kurzfristig. Also morgen ist schlecht. Da hat sie Musikschule. Übermorgen ist ihr Schwimmkurs und am Wochenende sind wir unterwegs. Hm...Montag wäre eine Möglichkeit, weil die Tanzlehrerin meinte, dass es nächste Woche wohl keinen Kurs gibt.". Nach 5 Minuten waren wir dann beim 17.02.2017 angelangt und mir wurde klar: Ich bin nicht nur Mutter von einem 6jährigen...ich bin auch seine Sekretärin und Neles, Sinas, Franzis und Oskars Mutter auch. What the f***
Ich krame in meinen Erinnerungen, aber finde nichts. Bei uns gab es damals nur eins: Spontanität.
Das versuche ich meinem Sohn auch zu ermöglichen und er geht nur 1x in der Woche zum Training. Die restliche Zeit ist für Freunde da...wenn die denn Zeit haben.
In der Kita ist es teilweise nicht anders...Montag Sport, Dienstag Ausflug, Mittwoch Bibliothek und Freitag Besuch im Altenheim und das jede Woche.

Letzte Woche kam es dann bei Pauline zu einem Treffen. Paulines Mama meinte zu mir "Ich schreibe dir bei WhatsApp wann du ihn holen kannst.".
Öhm...wir wohnen 150m voneinander entfernt. Wenn ich am Küchenfenster stehe, dann sehe ich wie er Paulines Haustür passiert. Er muss über keine Straße. Sein Schulweg ist dagegen 400m lang und um einiges "gefährlicher", weil er über eine Ampel muss. Er hat eine Uhr und kann diese auch lesen.
Ich bekam damals eine Uhr ans Gelenk und die Ansage "Du bist um 17 Uhr daheim.".
Ich bin also nicht nur Mutter und Sekretärin...ich bin auch noch Chauffeur.

Oder kennt ihr die Kita/Klassen-WhatsApp Gruppen? Es vergeht kaum ein Tag, wo ich mal in der Kita nicht von einer Mutter mit den Worten "Hast du's in der Gruppe gelesen?" angesprochen werde. Irgendwas ham se immer.
Hör ma...ich bin nicht mal mehr bei Facebook, weil es mir auf den Pisser ging.

Sacht ma...ist das bei euch auch so? Ich könnte 100 Beispiele nennen und bei jedem denke ich mir What the f***.
Alles ist so schnell...so medial...so anders und ich bin dagegen und will das nicht für meinen Sohn. Ich möchte, dass mein Sohn spontan seine Freunde treffen kann und nicht nen Termin in 4 Wochen machen muss.
Für Kinder muss ein Tag schon 30 Stunden haben und ich verstehe es nicht.

Ich war auch mal so. Ich war Mutter, Partnerin und Frau und alles hatte seine festen Termin, damit nichts zu kurz kam. Putzen, kochen, arbeiten, Kind pädagogisch richtig bespassen, 6 Stunden an die frische Luft, Fitness, Wellness, Paarzeit. Mich hat das krank gemacht...dieser Druck.
Jetzt klingelt früh der Wecker, ich mache mich zurecht, gehe arbeiten, hole meinen Sohn ab und dann? Dann machen wir das auf was wir Lust haben und wenn wir gammeln wollen, dann gammeln wir und wenn wir mal nen Tag nicht an die frische Luft kommen, dann ist es halt so, aber wir haben Spaß!


Wie ist das bei euch? Wie ist das bei euren Kids und deren Freunde?

Liebste Grüße
Carpe





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5. Februar 2017 um 16:14

Noch ist mein Sohn nicht in dem Alter, aber es graut mir ehrlich gesagt auch vor solchen Situationen. Hoffe es hält sich in Grenzen.

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5. Februar 2017 um 16:54

Mein sohn ist auch noch nicht in dem alter. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das genau so ablaufen wird.  Hab auch schon respekt davor...

carpe, ich liebe deine texte bzw. deine art zu schreiben. Es ist so ehrlich und witzig. Es macht einfach spaß deine threads zu lesen. Danke dafür....

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5. Februar 2017 um 16:57

Hehe, ich musste ein bisschen schmunzeln bei deinem Text, weil ich mich bzw uns da doch ein bisschen wiedererkenne.
Allein die Situation mit dem Kinderfrei, die du zuerst beschreibst. Heute ging es uns exakt genauso. Kind unterwegs und wir kommen überhaupt nicht aus dem Quark. Bis 12 im Bett rumgehangen, sogar da gefrühstückt... dann irgendwann haben wir uns aufgerafft, aber doch nix produktives getan^^
ich habe jetzt Muffins gebacken und wir haben einen Kaffee getrunken

Mit den Verabredungen und der ganzen Planung ist es definitiv heute komplizierter als in meiner Kindheit. Da ist man einfach raus und irgendwer war schon da... oder man hat eben einfach bei Freunden geklingelt, einer hatte immer Zeit. Hobbies hatte ich auch, Reiten, Fußball, aber dennoch irgendwie immer genug Zeit. Heute ist das scheinbar anders. Jedes Kind hat gefühlte 1000 Hobbies, Förderung oder sonst was.
Mein Sohn ist 4,5 und hat noch kein festes Hobby, er soll lieber spielen, sich mit Freunden treffen, draußen sein.. Hobbies kann er natürlich gerne machen und wir unterstützen ihn auf jeden Fall, aber bisher äußerte er noch nicht den Wunsch und wir haben es ihm bisher noch nicht aktiv angeboten. Daran dachte ich so ab nächstes Jahr. Generell hat sich die Gesellschaft schon stark verändert. Nicht nur zum negativen, vieles finde ich besser und halte es selbst so, aber auch zum schlechten, es wird sich um jeden Pups Gedanken gemacht und alles analysiert. Bloß keine Fehler machen, in keinerlei Hinsicht.... das zieht sich eben so durch. Die Anforderungen an das Leben, an sich selbst und das Elternsein werden immer größer und eigentlich fast utopisch. Aber so lange man doch das Gefühl hat, die Nachbarin sind viel perfekter als man selbst, wird dieser Druck wohl bleiben...

Ich habe mir lange Zeit auch so einen Druck gemacht, aber mittlerweile setze ich meine Prioritäten anders, mein Kind steht an erster Stelle und wir möchten demnächst (gerne dieses Jahr) dann auch Nr 2 haben. Ich arbeite weiter meine paar Stündchen und absolviere nebenbei ein Fernstudium. Aber genau in dieser Reihenfolge. Und ohne immer alles perfekt machen zu müssen... seitdem ich weiß, dass meine Familie mich liebt, auch wenn man hier nicht vom Boden essen kann, ich keine Millionen zum Haushaltseinkommen beisteuer und nicht immer nur Bestnoten habe, lebt es sich wirklich wesentlich besser

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5. Februar 2017 um 18:10

Ich find das auch total übertrieben wenn ein Kind an 4 von 5 Tagen irgendeinen Kurs hat  
Aber bei uns ist es auch fast so. Montags ist turnen im vom Kiga von 14.45 bis 15.45. Der Papa bringt ihn von dort mit und dann ist es schon zu spät für einen Treffen für ne Stunde lohnt sich das auch nicht das jemand vorbei kommt. Dienstag ist nix da haben wir Zeit und treffen uns auch öfter mit seinen Kiga freunden. Mittwochs is turnen mit meiner Freundin und ihrem Kleinen, von 15 bis 16 Uhr, da kann man an dem Tag auch nix mehr groß machen. Donnerstags haben wir jetzt logo von 14. bis 15 Uhr. Also ist da auch nimmer viel. Und Freitags muss ich aktuell arbeiten da ist bei uns fliegender Wechsel. Mann kommt ich geh, also wird da auch nix gemacht weil das meinem Mann zu blöd ist. Und WE ist bei so vielen Familienzeit, da wird nix mit anderen Kindern gemacht. Obwohl wir uns am WE meist zu tode langweilen und froh wären wenn da mal jemand Zeit hätte. 
Und bei seinen Kumpels siehts ähnlich aus. Da arbeitet die Mama auch an 2 3 Tagen Nachmittags und da kann man sich dann auch nicht treffen. 

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5. Februar 2017 um 19:16

Bei mir das totale Gegenteil, zum Glück.
 ICH war das Kind, das jeden Tag irgendein förderndes Hobby als Termin hatte, organisiert von meiner Mutter, die auch im wirklichen Leben Sekretärin war. Habe mir geschworen, den Druck mache ich meinen Kindern nicht. Daher haben wir ein entspanntes Leben, um das uns viele beneiden. Hobbies und Sport machen wir trotzdem und auch Freunde haben wir, nur eben fallen die weg mit dem dicksten Termin Kalender, das klappt einfach nicht. Ist aber nicht schlimm.
Bin alleinerziehende Mama von 2 Kindern und habe sehr selten kinderfrei.

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5. Februar 2017 um 20:49
In Antwort auf carpe3punkt0

Manchmal frage ich mich: Lief das früher entspannter ab...dieses Leben als Mutter und als Kind...oder war es einfach anders?

Heute ist wieder so ein Tag: Wir haben kindfrei und meine Gedanken kreisen. 
Wir nehmen uns an diesen Tagen etwas vor als Paar...man könnte dies und das machen und das wäre auch noch eine tolle Idee. Und wie schaut die Realität aus? Mein Mann schaut Fußball und ich liege auf dem Sofa und hänge am Handy und ich finde es einfach nur wahnsinnig toll.
ich wollt eigentlich vor dem Frühstück joggen gehen. Bis jetzt habe ich es geschafft zu duschen. 
Das sind Momente in denen ich mich frage, ob der Alltag früher auch so ablief und ich versuche es mit meiner Kindheit zu vergleichen.

Das beste Beispiel ist die Organisation eines Treffen für meinen Sohn und seine Freunde. Ihr lest richtig...Organisation!  Anders kann man es gar nicht nennen. 
Wisst ihr eigentlich wie Scheisse schwierig es ist einen Termin! zum Spielen für meinen 6jährigen zu organisieren?
Früher kam ich heim, habe gegessen, Hausaufgaben gemacht und bin dann los zu meiner Freundin. Das ist heute irgendwie anders. Da kommt mein Sohn heim und fragt mich "Mama, kann die Nele zum spielen kommen?". Na selbst verfreilich! Und dann geht der Spaß los.
Ich greife zum Hörer und wähle die Nummer von Neles Mama. Eine freundliche Stimme begrüßt mich und ich schildere mein Anliegen. Die gute Frau ist begeistert über die Idee und sagte dann zu mir "Moment ich hole Neles Terminplaner.". Ihren was? Ja, Nele hat einen Terminplaner...so wie 90% aller Freunde von meinem Sohn.  
Als Neles Mama wieder am Telefon war nahm es seinen Lauf. "Heute ist das zu kurzfristig. Also morgen ist schlecht. Da hat sie Musikschule. Übermorgen ist ihr Schwimmkurs und am Wochenende sind wir unterwegs. Hm...Montag wäre eine Möglichkeit, weil die Tanzlehrerin meinte, dass es nächste Woche wohl keinen Kurs gibt.". Nach 5 Minuten waren wir dann beim 17.02.2017 angelangt und mir wurde klar: Ich bin nicht nur Mutter von einem 6jährigen...ich bin auch seine Sekretärin und Neles, Sinas, Franzis und Oskars Mutter auch. What the f***
Ich krame in meinen Erinnerungen, aber finde nichts. Bei uns gab es damals nur eins: Spontanität. 
Das versuche ich meinem Sohn auch zu ermöglichen und er geht nur 1x in der Woche zum Training. Die restliche Zeit ist für Freunde da...wenn die denn Zeit haben.
In der Kita ist es teilweise nicht anders...Montag Sport, Dienstag Ausflug, Mittwoch Bibliothek und Freitag Besuch im Altenheim und das jede Woche.  

Letzte Woche kam es dann bei Pauline zu einem Treffen. Paulines Mama meinte zu mir "Ich schreibe dir bei WhatsApp wann du ihn holen kannst.".
Öhm...wir wohnen 150m voneinander entfernt. Wenn ich am Küchenfenster stehe, dann sehe ich wie er Paulines Haustür passiert. Er muss über keine Straße. Sein Schulweg ist dagegen 400m lang und um einiges  "gefährlicher", weil er über eine Ampel muss.  Er hat eine Uhr und kann diese auch lesen.
Ich bekam damals eine Uhr ans Gelenk und die Ansage "Du bist um 17 Uhr daheim.".
Ich bin also nicht nur Mutter und Sekretärin...ich bin auch noch Chauffeur.

Oder kennt ihr die Kita/Klassen-WhatsApp Gruppen? Es vergeht kaum ein Tag, wo ich mal in der Kita nicht von einer Mutter mit den Worten "Hast du's in der Gruppe gelesen?" angesprochen werde. Irgendwas ham se immer.
Hör ma...ich bin nicht mal mehr bei Facebook, weil es mir auf den Pisser ging.  

Sacht ma...ist das bei euch auch so? Ich könnte 100 Beispiele nennen und bei jedem denke ich mir What the f***. 
Alles ist so schnell...so medial...so anders und ich bin dagegen und will das nicht für meinen Sohn. Ich möchte, dass mein Sohn spontan seine Freunde treffen kann und nicht nen Termin in 4 Wochen machen muss.
Für Kinder muss ein Tag schon 30 Stunden haben und ich verstehe es nicht.

Ich war auch mal so. Ich war Mutter, Partnerin und Frau und alles hatte seine festen Termin, damit nichts zu kurz kam. Putzen, kochen, arbeiten, Kind pädagogisch richtig bespassen, 6 Stunden an die frische Luft, Fitness, Wellness, Paarzeit. Mich hat das krank gemacht...dieser Druck. 
Jetzt klingelt früh der Wecker, ich mache mich zurecht, gehe arbeiten, hole meinen Sohn ab und dann? Dann machen wir das auf was wir Lust haben und wenn wir gammeln wollen, dann gammeln wir und wenn wir mal nen Tag nicht an die frische Luft kommen, dann ist es halt so, aber wir haben Spaß! 


Wie ist das bei euch? Wie ist das bei euren Kids und deren Freunde?

Liebste Grüße 
Carpe





 

Na ja ich bin alleinerziehend und kindfrei ist ehrlich gesagt fast nur möglich, wenn meine Eltern es möglich machen.
Aber auch da gammel ich meistens rum
Wenn meine Tochter (6,5J.) sich verabreden will mit anderen aus der Klasse ist das meist auch mehr Kalender abgleichen als alles andere.
Mo, Di und Do kann sie sich verabreden, da hat sie nix.
Mittwoch und Freitag ist sie beim Geräteturnen 2 bzw 3 Stunden, da ist nix mehr mit treffen, da geht es nach Hause und nach dem Abendessen ins Bett.
Aber trotz nur 2 Nachmittagen in der Woche , die sie nicht kann, ist es teils schwer sich zu verabreden, denn die anderen können dann meist Mo, Di und/oder Do. nicht.
Am Wochenende wäre ich auch mal froh, wenn sie jemanden hat der Zeit hätte, aber wie viel hier schon schrieben, ist da oftmals Familytime und man trifft sich nicht.

Aber in der Kita war es bei uns schlimmer als heute in der Schule.
Da war treffen, dann in 4-5 Wochen mach bar.

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5. Februar 2017 um 22:07

Genau so läuft es heutzutage.... und ich finde es gräßlich  die armen Kinder haben kaum noch Freizeit und das beginnt immer früher! 
Wir haben uns geschworen, dass unser Sohn das nicht mit zu machen hat! Ein Zusatzangebot in der Woche (wie z.Bsp. Fußball oder was auch immer) wenn er das möchte und sonst nichts! 
Er soll Kind sein dürfen und wie wir Eltern eine unbeschwerte Kindheit erleben!!!
Liebe carpe du hättsst es nicht besser schreiben können. Mein Mann war auch beim lesen deines Textes am schmunzeln... 
Wir sind solche Neandertaler  wir sind nicht bei Facebook und auch nicht bei Whatsapp und vermissen rein gar nichts 

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5. Februar 2017 um 22:32

Ich hatte ja letztens auch mal nen Thread wo es um Aktivitäten ging, und ob das alles nicht zuviel ist...

ich hab letztendlich die Termine meiner Tochter halbiert: 1 von 2 Musikunterrichtsstunden die Woche weg und Dienstags zum Tanzen nur wenn sie Lust hat 🙃, also spontan.
Bleibt nurnoch Di Klavier halbe Stunde und Freitags eine Musikstunde und im Anschluss ne halbe Stunde Klavier. Ende!

manche Mädels in ihrer Klasse haben JEDEN TAG was! Englisch, Tanzen, Musik...

Ich hab das jetzt alles mal entschleunigt, mal sehn wies wird.

Annas bester Freund ist meist gut verfügbar, allerdings muss ich ihn meist holen&bringen aber das ist das kleinere Übel...

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6. Februar 2017 um 3:25
In Antwort auf carpe3punkt0

Manchmal frage ich mich: Lief das früher entspannter ab...dieses Leben als Mutter und als Kind...oder war es einfach anders?

Heute ist wieder so ein Tag: Wir haben kindfrei und meine Gedanken kreisen. 
Wir nehmen uns an diesen Tagen etwas vor als Paar...man könnte dies und das machen und das wäre auch noch eine tolle Idee. Und wie schaut die Realität aus? Mein Mann schaut Fußball und ich liege auf dem Sofa und hänge am Handy und ich finde es einfach nur wahnsinnig toll.
ich wollt eigentlich vor dem Frühstück joggen gehen. Bis jetzt habe ich es geschafft zu duschen. 
Das sind Momente in denen ich mich frage, ob der Alltag früher auch so ablief und ich versuche es mit meiner Kindheit zu vergleichen.

Das beste Beispiel ist die Organisation eines Treffen für meinen Sohn und seine Freunde. Ihr lest richtig...Organisation!  Anders kann man es gar nicht nennen. 
Wisst ihr eigentlich wie Scheisse schwierig es ist einen Termin! zum Spielen für meinen 6jährigen zu organisieren?
Früher kam ich heim, habe gegessen, Hausaufgaben gemacht und bin dann los zu meiner Freundin. Das ist heute irgendwie anders. Da kommt mein Sohn heim und fragt mich "Mama, kann die Nele zum spielen kommen?". Na selbst verfreilich! Und dann geht der Spaß los.
Ich greife zum Hörer und wähle die Nummer von Neles Mama. Eine freundliche Stimme begrüßt mich und ich schildere mein Anliegen. Die gute Frau ist begeistert über die Idee und sagte dann zu mir "Moment ich hole Neles Terminplaner.". Ihren was? Ja, Nele hat einen Terminplaner...so wie 90% aller Freunde von meinem Sohn.  
Als Neles Mama wieder am Telefon war nahm es seinen Lauf. "Heute ist das zu kurzfristig. Also morgen ist schlecht. Da hat sie Musikschule. Übermorgen ist ihr Schwimmkurs und am Wochenende sind wir unterwegs. Hm...Montag wäre eine Möglichkeit, weil die Tanzlehrerin meinte, dass es nächste Woche wohl keinen Kurs gibt.". Nach 5 Minuten waren wir dann beim 17.02.2017 angelangt und mir wurde klar: Ich bin nicht nur Mutter von einem 6jährigen...ich bin auch seine Sekretärin und Neles, Sinas, Franzis und Oskars Mutter auch. What the f***
Ich krame in meinen Erinnerungen, aber finde nichts. Bei uns gab es damals nur eins: Spontanität. 
Das versuche ich meinem Sohn auch zu ermöglichen und er geht nur 1x in der Woche zum Training. Die restliche Zeit ist für Freunde da...wenn die denn Zeit haben.
In der Kita ist es teilweise nicht anders...Montag Sport, Dienstag Ausflug, Mittwoch Bibliothek und Freitag Besuch im Altenheim und das jede Woche.  

Letzte Woche kam es dann bei Pauline zu einem Treffen. Paulines Mama meinte zu mir "Ich schreibe dir bei WhatsApp wann du ihn holen kannst.".
Öhm...wir wohnen 150m voneinander entfernt. Wenn ich am Küchenfenster stehe, dann sehe ich wie er Paulines Haustür passiert. Er muss über keine Straße. Sein Schulweg ist dagegen 400m lang und um einiges  "gefährlicher", weil er über eine Ampel muss.  Er hat eine Uhr und kann diese auch lesen.
Ich bekam damals eine Uhr ans Gelenk und die Ansage "Du bist um 17 Uhr daheim.".
Ich bin also nicht nur Mutter und Sekretärin...ich bin auch noch Chauffeur.

Oder kennt ihr die Kita/Klassen-WhatsApp Gruppen? Es vergeht kaum ein Tag, wo ich mal in der Kita nicht von einer Mutter mit den Worten "Hast du's in der Gruppe gelesen?" angesprochen werde. Irgendwas ham se immer.
Hör ma...ich bin nicht mal mehr bei Facebook, weil es mir auf den Pisser ging.  

Sacht ma...ist das bei euch auch so? Ich könnte 100 Beispiele nennen und bei jedem denke ich mir What the f***. 
Alles ist so schnell...so medial...so anders und ich bin dagegen und will das nicht für meinen Sohn. Ich möchte, dass mein Sohn spontan seine Freunde treffen kann und nicht nen Termin in 4 Wochen machen muss.
Für Kinder muss ein Tag schon 30 Stunden haben und ich verstehe es nicht.

Ich war auch mal so. Ich war Mutter, Partnerin und Frau und alles hatte seine festen Termin, damit nichts zu kurz kam. Putzen, kochen, arbeiten, Kind pädagogisch richtig bespassen, 6 Stunden an die frische Luft, Fitness, Wellness, Paarzeit. Mich hat das krank gemacht...dieser Druck. 
Jetzt klingelt früh der Wecker, ich mache mich zurecht, gehe arbeiten, hole meinen Sohn ab und dann? Dann machen wir das auf was wir Lust haben und wenn wir gammeln wollen, dann gammeln wir und wenn wir mal nen Tag nicht an die frische Luft kommen, dann ist es halt so, aber wir haben Spaß! 


Wie ist das bei euch? Wie ist das bei euren Kids und deren Freunde?

Liebste Grüße 
Carpe





 

Ich habe bei der Lektüre Deines Threads Tränen gelacht (und das passiert mir selten bei Gofem), weil er auf eine wahnsinnig witzige Weise die groteske Realität widerspiegelt. So erlebe ich sie auch (staunend!) als Mutter und frage mich, ob sich in diesen paar Jahren ( ich bin schon 36 und fühle mich, als hätte ich gerade gestern mit meiner Freundin Puppen gespielt) die Welt so makaber verändert hat oder ob das bloß ein böser Traum ist, aus dem ich noch aufwachen werde, denn so wie Du Deine Kindheit beschreibst, war meine auch und so wie Du die Kindheit der Freunde Deines Kindes schilderst, erlebe ich sie auch. Termine, Verabredungen, Organisation, Zeitmangel, Planung bis ins kleinste Detail, Lebensmittelunverträglichkeiten, Allergien....meine Güte....wie schade, wie grausam für diese armen Kinder. Ich war nie so und solange ich lebe, werde ich versuchen meine Kinder vor diesem Wahnsinn zu bewahren. Das steht fest!

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Von: knautschhaut
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5. Februar 2017 um 0:24
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