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Depressiv in der 3. Schwangerschaft

5. Juni 2016 um 12:44

Hallo Zusammen,

ich merke gerade mein Text ist sehr lang! Auch falls ihn niemand lesen sollte, hat es vielleicht mal gut getan sich das Problem vom Herzen zu schreiben...

habe hier in Forum viel zum Thema Depressionen in der SS gelesen, aber nichts, was irgendwie meinem Problem ähnelt. Ich bin jetzt in der 3. SS (mein älterer Sohn ist fast 6 und der Kleine 14 Monate) Heute bin ich in der 20. SSW. Gleich zu Beginn habe ich die SS verheimlicht- auch vor meinem Mann. Wir wollten zwar das 3. Kind und auch so zeitnah aber zu dem Zeitpunkt hatten wir eine Krise und gerade nicht - oder nur das nötigste- miteinander gesprochen.Es waren viele Kleinigkeiten, kein großer Auslöser für den Streit, er war immer treu, arbeitet zwar viel (wir sind selbstständig) aber ist in der Zeit, wenn er zuhause ist, ein guter Vater und unterstützender Ehemann. Nur die Nähe fehlt halt immer. Klar, zwei Kinder, Firma, Verpflichtungen über Verpflichtungen! In einem Streit hat er gesagt, dass ich nicht fähig wäre, oder es mir zu viel wäre die Kinder zu hüten/beaufsichtigen/erziehen (also weil ich in Elternzeit bin) und das hat mich verletzt, ich habe entschieden, dass ich doch kein 3. Kind möchte, weil mir/uns das zu viel wird und wir den zwei schon nicht gerecht werden, wie er sagt. Da war ich aber schon schwanger. Und so hat es seinen Lauf genommen. Ich war die ganze Zeit über nicht vorsichtig in der SS, rauche und trinke zwar nicht, aber habe auch meine SS Vorsorge vernachläsigt, war nicht beim Frauenarzt bis zur 10 Woche, habe keine Vitamine und Folsäure genomme und sonst die SS komplett ignoriert. In der 12 SSW habe ich es ihm gesagt, er hat sich von Herzen gefreut, das hat man gesehen. Ich habe ihm gleich gesagt, dass ich mich nicht auf das Kind freue, weil wir in unserer Beziehung so viele Probleme haben (was eigentlich nicht der Fall ist) und obwohl er mich aufmunterte und optimistisch war, half es mir nix! Ich habe es ihm verboten es jemanden zu erzählen, ich fühlte mich unwohl jemanden zu sagen, dass ich wieder SS bin, weil ich dachte, sie würden negativ über mich denken. Meine Mutter fand es zu früh und überhaupt ein 3. Kind könnten wir uns vom Zeitfaktor und unserem Lebensstil und den wenigen Nerven die wir haben, nicht leisten. Das hatte sie mehrfach zu mir und meinen Schwestern gesagt... Meine ältere Schwester hatte auch solche Andeutungen gemacht...Ich freute mich Null auf das Kind. Hoffte das "Problem" würde sich irgendwann von selbst lösen. Hasste mich für meine Gedanken, zwingte mich, mich zu freuen und fühlte mich schlechter, weil es nicht ging...ich geriet in einem Teufelskreis und ich wurde krank. Übelkeit wurde schlimmer, mein Mann erzählte beim Frühstück meiner Mutter, dass ich Schwanger war. Ihre Reaktion: "War das ein Unfall oder Absicht" Ich hasst mich, meine Mutter und das Kind. Die ganze Welt. Da war ich 14 oder 15 Woche. Alle erzähl mir wie anstrengend es sein wird und wenn es wirklich anstrengend ist, kommt sowas wie: " ja sag ich ja, das ist nicht zu unterschätzen" Ich darf auch keine Schwäche zeigen, sonst bekomme ich andere Sprüche aufgedrückt. Habe mich lange Zeit viel übergeben, auch mal Blut, oder nur Säure und Schaum. Mein großer sieht das morgens und weint und macht sich sorgen...es hat mir das Herz gebrochen. Und so zieht sich das die ganze Zeit hin. Letzte woche ( 19.SSW) war ich im Krankenhaus mit Nierenschmerzen. Harnstau und vorzeitige Wehen. Außerdem habe ich eine furchtbare Akne bekommen, ich sehe aus wie ein Monster, trotz Make-up! Neben den Beschwerden, sehe ich auch noch hässlich aus, schäme mich dafür und alle sprechen mich darauf an. Freitag wurde ich entlassen, Samstag ist mein Älterer mit 40 Fieber aufgewacht. Für mich keine Pause zum Durchatmen. Schlaflose Nächte, die ganze Woche vier Arztbesuche, der kleine hat sich angesteckt, mein Mann muss beruflich 2 Wochen nach Hamburg, also haben wir die Schwiegermutter gebeten bei mir zu bleiben. Eine altmodische, gefühlose Frau. Aber zumindest kann sie im Haushalt helfen. Und jetzt kommt der Grund, warum ich überhaubt im Netz gelesen habe und diesen Forumeintrag mache. Ich komme mit den zwei anderen im Moment nicht zurecht. Der Große hat eine Angina, muss ein Antibiotikum nehmen und will es absolut nicht. Er bockt total und gibt nicht nach! Hab alles versucht. Lieb und mit Strafen. Er gibt nicht nach. Jetzt habe ich das Gefühl, mein Mann hat recht, ich komme mit den zwei nicht zurecht! Und alle anderen haben recht, es ist mega anstrengend und wird schlimmer mit drei. Eigentlich stimmt das nicht, ich nehme mir das einfach zu sehr zu Herzen und steigere mich in die Sachen rein, suche nur nach Fehlern bei dem Großen und sage sie ihm ständig. Dann ärgere ich mich über mich selbst warum ich so schlecht bin. Manchmal schaue ich ihn an und er sieht traurig aus beim Spielen und ich weine dann, so wie jetzt. Dabei weiss ich, dass ich eine gute Mutter bin und einen tollen Sohn habe. Die Tagesmutter hat ihn damals schon sehr gelobt und auch in der Kita ist er immer vorbildlich gewesen. Letztens war ich in der Vorschule beim Elterngespräch, sie hat ihn mega gelobt und sagt, er ist wohl erzogen, sehr höflich, immer hilfbereit, intelligent und eine große Bereicherung für die Gruppe, generell für jeden, der ihn kennt. Irgendwas scheine ich ja richtig zu machen, gemacht zu haben, aber jetzt spüre ich das nicht. Ich komme mir vor wie ein Monster, hasse mich selbst!!! Vorhin war ich mit dem Kleinen spazieren, er hat im Kinderwagen geweint und hat sich nicht beruhigen lassen, das hat mich total aus der Fassung gabracht. Ich bin nach hause und habe ihn meinem Mann gegeben. Als wäre ich nicht genervt genug, kommt die Schwiegermutter mit ihren Kommentaren, " Na das war ja ein langer Spaziergang, wollte er nicht mit dir spazieren? und dann zu ihrem Sohn/meinem Mann "Schatz gib ihn mir, er spaziert gerne mit Oma" na das hat mir den Rest gegeben!!! Mein Mann an sein Auto gewerkelt und ich zuhause ein Meer geheult.... am Montag habe ich einen Termin bei der FA ich denke ich erzähle ihr von meinen Gefühlen. Obwohl ich nicht weis, ob ich mich trauen werde.

Hat eine Mehrfachmutter ähnliche Erfahrungen gemacht? Dass sie denkt, sie hat ihre Kinder nicht unter Kontrolle oder sie der Grund ist, warum ihre Kinder traurig sind?

Hoffe auf Tipps, wie ich mit meinen ständigen Tiefs umgehen soll oder wie ich mit meinen Kindern umgehen soll.

Grüße
T.

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5. Juni 2016 um 20:22

2. Schwangerschaft
Ich hatte ein Jahr nach der Geburt meiner Großen eine schwere Depression, gegen die ich ca 10 Monate gekämpft und schließlich auch gewonnen habe. Es war harte Arbeit. Dann kam Nr.2: Die Schwangerschaft von schwerer Übelkeit und Hyperemisis geprägt. In der 9. Woche war ich kurz vor der Abtreibung, so schlecht ging es mir. Seitdem habe ich immer wieder Schuldgefühle wegen diesen Gedanken, konnte mich nicht auf mein Kind freuen. Zum Glück konnte ich für mich eine Depression soweit ausschließen, auch meine Psychologin war guter Dinge, weil diese Gefühle eben nicht dauerhaft da waren. Ich kann aber sagen, dass es schon ziemlich an der Grenze zur Depression war.
Mein Sohn kam vor 3 1/2 Wochen zur Welt, trotz allem gesund (Folsäure hab ich auch nicht genommen). Ich merke den Babyblues, aber nur in kleinen Anflügen.

Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht mehr kannst: mit Hilfe deines Gynäkologen kannst du eine Haushaltshilfe beantragen. Wirf deine Schwiegermutter bitte raus, wenn sie dir nicht gut tut. Umgib dich mit Leuten, die dich unterstützen (und sei es nur, weil sie dafür bezahlt werden).
Du bist nunmal schwanger, ob du dich nun so freust wie es die Medien zu verlangen zu scheinen oder nicht, definiert nicht deine Mutterqualitäten. Du hast zwei Kinder, die du schon ein ganzes Stück groß bekommen hast, und das sogar ganz toll. Dass die auch ihre Schwierigkeiten mit der Tatsache, dass Mama nicht so fit ist, haben, ist ja verständlich. Da kommt es zu Reibungen. Erkläre deinen Kids, dass es dir so geht wie es dir geht und dass es bald besser sein wird. Kinder verstehen so was auf eine andere Art als Erwachsene, aber sie verstehen es.

Wenn du das Gefühl hast, dass die negativen Gedanken deine Denkweise ändern und dass du selbst anfängst, ihnen zu glauben: ab zum Arzt, sprich mit deiner Hebamme oder auch mit den Leuten einer Beratungsstelle. Pro Familia z.B. ist nicht nur für Abbrüche da, sondern auch um zu helfen.
Gerade jetzt, wo du Wehen hast, ist es wichtig, dass du auch psychisch Entlastung findest. Was du schreibst, scheint mir noch nicht nach einer Depression, aber nach einer echten Grenzsituation, länger sollte das so nicht laufen.

Ich hoffe wirklich, dass du gut durch die Schwangerschaft kommst. Kannst dich hier gerne melden, wie es dir weiter geht, ich bin ja auch neugierig.

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3. Juli 2016 um 10:12


Wie geht es dir mittlerweile?

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18. August 2016 um 22:27

Nach der 3. geburt....
gings bei mir stimmungsmässig steil bergab.... ich hatte immer mal depressive Phasen, war aber immer stabil, konnte meinen beiden grossen (jetzt 7 und 5 Jahre) gut gerecht werden und hab in Teilzeit gearbeitet... sogar bis in die 3. SS rein. dann hab ich ab der 20. SSW ein Beschäftigungsverbot vom Arzt bekommen. ich war froh und wollte die Zeit Zuhause geniessen und freute mich aufs dritte Kind, auch wenn es nicht geplant war... und dann wars irgendwann soweit. sie war grad 3 Tage auf der Welt da bin ich so dermassen eingeknickt dass einfach nichts mehr ging. ich war nur am heulen und hatte kaum Kraft sie zu wickeln etc.zog mich zurück und igelte mich Zuhause ein. Für die beiden grossen tats mir leid und auch für meinen Mann der mir nicht helfen konnte. Ich hielt es für den ganz normalen Babyblues, der ja auch wieder verschwindet. Aber Fehlanzeige!! Meine Tochter ist nun 16 Monate alt und ich hänge immer noch in meinem tiefen Loch fest und komme nicht raus. Wollte nach 12 Monaten Elternzeit wieder arbeiten aber daran ist nicht zu denken... bin bereits in psychiatrischer Behandlung und muss auch Antidepressiva nehmen. Bin seit Monaten krankgeschrieben und warte drauf dass ich endlich zur Kur kann. Hoffe es wir irgendwann wieder besser, muss mich sehr überwinden das Haus zu verlassen und auch für meine Kinder ist es nicht schön. Besonders die kleinste kriegt es öfter zu spüren da ich von ihrem Weinen und den Wutanfällen dermassen genervt und gestresst bin. Meinen Haushalt mach ich überwiegend abends da ich morgens zu nichts zu gebrauchen bin und auch sonst geht alles nur sehr schleppend. Auch wenns blöd klingt, aber es tut gut zu wissen dass man damit nicht so allein ist wie man oft denkt

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