Forum / Mein Baby

die ersten Wochen als Neu-Mama...Depression?

Letzte Nachricht: 19. August um 21:41
15.08.21 um 16:42

Liebe Mamis, Neu-Mamis und Leser,

ich bin vor 4 Wochen Mama eines wunderbaren Jungen geworden - es ist mein erstes Kind.
Schon im Krankenhaus habe ich den Baby-Blues voll zu spüren bekommen und habe jeden Tag aus den verschiedensten Gründen geweint. Man sagte mir, das legt sich wieder. Jetzt nach 4 Wochen kämpfe ich immer noch oft mit meinen Gefühlen. Ich bin sehr oft traurig, einerseits, weil ich mich an die vollkommen neue Situation noch nicht so recht gewöhnt habe dann aber auch wieder, weil ich das Gefühl habe, dass ich diesem kleinen Menschlein nicht gerecht werden kann.
Was mir auch sehr schwer fällt, ist dass ich mich zu Hause eingesperrt fühle. Ich habe das Gefühl, ich bin seit 4 Wochen nur noch auf der Couch und stille. Versteht mich nicht falsch - es war immer mein Wunsch, mein Kind zu stillen, aber die eine Brust schmerzt nach 4 Wochen immer noch beim trinken - weshalb ich nur im Liegen stillen kann. Das grenzt mich natürlich in meiner Aktivität ein und ich kann nirgendwo hin, wo ich mich nicht nach 2 Stunden zum Stillen hinlegen kann.
Die Nächte sind ok, ich habe schon akzeptiert, dass ich nachts auch mal 2-3 Stunden durch die Wohnung spaziere.
Irgendwie hört man von allen Mamis immer nur, wie wunderbar es ist, eine Baby zu haben. Und jetzt sitze ich zu Hause und frage mich, was mit mir falsch ist, dass ich nicht rundum die Uhr glückseelig bin. Wie machen es andere Neu-Mamis mit ihren frischen Babys? Könnt ihr überall hingehen, sobald das Baby im sitzen trinken kann?
Ich bitte euch, mich nicht zu verurteilen.
Liebste Grüße Honey

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15.08.21 um 22:44

Liebe Honey,

niemand sollte dich verurteilen. Und deine Gefühle haben ihre Berechtigung, für diese musst du dich weder schämen noch selbst fertig machen. Und genauso wichtig ist die Tatsache, dass du keine perfekte Mutter sein musst, denn solange du das beste für dein Kind willst, bist du die perfekte Mutter in den Augen deines Sohnes. Das ist alles was zählt.
So viel erst einmal vorweg.
Ich bin eine Frau, die tatsächlich eher robust ist und viel wegstecken kann. Aber die erste Zeit mit meiner Tochter hat mich auch ziemlich umgehauen. Bin bis heute noch schneller eine Heulsuse, als ich es vorher je war. Aber damit lässt sich umgehen. Es müssen nur kleine Kinder in irgendwas involviert sein.

In den ersten Wochen nach der Geburt war ich allerdings so müde und kaputt, da kann man einfach nicht rund um die Uhr glücklich sein und auf Wolke sieben schweben. Wie fertig ich war habe ich erst so richtig gemerkt, als es wieder besser wurde. Dazwischen habe ich vor allem funktioniert. Die Situation ist einfach so neu und ungewohnt, da muss man sich erst einmal zurecht finden. Aber ich kann dir versprechen, dass es besser wird. Und wenn nicht, und die Gedanken trüber werden, dann solltest du nicht davor zurück schrecken, dir Hilfe zu suchen.

Hast du denn Unterstützung von deiner Familie, von deinem Mann? So das du mal Kraft schöpfen kannst? Das würde bestimmt helfen.

Meine Tochter war ein recht einfaches Baby (und trotzdem war ich am Anfang so geschafft) so konnten wir sie tatsächlich fast überall hin mit nehmen. Ich hatte allerdings auch nie wirklich Probleme beim Stillen und konnte es auch in verschiedenen Sitzpositionen. Das wurde auch mit der Zeit leichter, weil das Kind mehr mithelfen und unterstützen konnte. Also bei allem, wo es viel Trubel gab wurde es irgendwann zu viel. Aber sonst ging alles: Silvesterfeier, Geburtstage, ne Hochzeit, Turniertage in der Schwimmhalle mit anschließender Party, Besuche über das Wochenende bei einer Freundin und vieles mehr. Meine Tochter ist inzwischen 2 Jahre alt, aber in ihrem ersten Jahr hat sie vieles mitgenommen. Danach war dann ja Corona, da wurde es deutlich weniger.

Aber ich hatte das Gefühl, dass du dringend jemanden brauchst, der die Mut macht.
Also fühl dich gedrückt
Katha

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17.08.21 um 18:02

Liebe Katha,

ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und mir so lieb zugeredet hast. Es tut wirklich sehr gut auch von anderen Muttis zu hören, wie es ihnen in der ersten Zeit erging. 

Ich werde von meinem Mann sehr gut unterstützt, er ist sogar noch bis Ende Monat zu Hause und hilft mir. Sobald er wieder arbeitet, wird sich alles nochmal ein bisschen ändern, aber ich denke, dass wird auch irgendwie gehen.
Schlimm ist meistens nur die Angst davor, was kommen könnte. Meist wird es dann eh nicht so schlimm, wie man befürchtet hatte.
Auch meine Geschwister/Mama unterstützen mich, aber sie können mir halt mein Gefühl in mir nicht nehmen.
Zumal noch dazu kommt, dass meine Schwester drei kleine Kinder hat und den Alltag scheinbar ganz easy meistert und es trotzdem schafft morgens top gestylt aus dem Haus zugehen. Meine Schwestrer unterstützt mich zwar sehr, aber ihr lockerer Umgang mit dem Mama-sein verunsichert mich mehr.

Danke tausend mal für deine Worte, ich werde durchhalten und versuchen, nicht zu viel von mir selbst zu verlangen.

Liebe Grüße Ramona

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17.08.21 um 18:10
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Liebe Honey,

niemand sollte dich verurteilen. Und deine Gefühle haben ihre Berechtigung, für diese musst du dich weder schämen noch selbst fertig machen. Und genauso wichtig ist die Tatsache, dass du keine perfekte Mutter sein musst, denn solange du das beste für dein Kind willst, bist du die perfekte Mutter in den Augen deines Sohnes. Das ist alles was zählt.
So viel erst einmal vorweg.
Ich bin eine Frau, die tatsächlich eher robust ist und viel wegstecken kann. Aber die erste Zeit mit meiner Tochter hat mich auch ziemlich umgehauen. Bin bis heute noch schneller eine Heulsuse, als ich es vorher je war. Aber damit lässt sich umgehen. Es müssen nur kleine Kinder in irgendwas involviert sein.

In den ersten Wochen nach der Geburt war ich allerdings so müde und kaputt, da kann man einfach nicht rund um die Uhr glücklich sein und auf Wolke sieben schweben. Wie fertig ich war habe ich erst so richtig gemerkt, als es wieder besser wurde. Dazwischen habe ich vor allem funktioniert. Die Situation ist einfach so neu und ungewohnt, da muss man sich erst einmal zurecht finden. Aber ich kann dir versprechen, dass es besser wird. Und wenn nicht, und die Gedanken trüber werden, dann solltest du nicht davor zurück schrecken, dir Hilfe zu suchen.

Hast du denn Unterstützung von deiner Familie, von deinem Mann? So das du mal Kraft schöpfen kannst? Das würde bestimmt helfen.

Meine Tochter war ein recht einfaches Baby (und trotzdem war ich am Anfang so geschafft) so konnten wir sie tatsächlich fast überall hin mit nehmen. Ich hatte allerdings auch nie wirklich Probleme beim Stillen und konnte es auch in verschiedenen Sitzpositionen. Das wurde auch mit der Zeit leichter, weil das Kind mehr mithelfen und unterstützen konnte. Also bei allem, wo es viel Trubel gab wurde es irgendwann zu viel. Aber sonst ging alles: Silvesterfeier, Geburtstage, ne Hochzeit, Turniertage in der Schwimmhalle mit anschließender Party, Besuche über das Wochenende bei einer Freundin und vieles mehr. Meine Tochter ist inzwischen 2 Jahre alt, aber in ihrem ersten Jahr hat sie vieles mitgenommen. Danach war dann ja Corona, da wurde es deutlich weniger.

Aber ich hatte das Gefühl, dass du dringend jemanden brauchst, der die Mut macht.
Also fühl dich gedrückt
Katha

Liebe Katha,

ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und mir so lieb zugeredet hast. Es tut wirklich sehr gut auch von anderen Muttis zu hören, wie es ihnen in der ersten Zeit erging. 

Ich werde von meinem Mann sehr gut unterstützt, er ist sogar noch bis Ende Monat zu Hause und hilft mir. Sobald er wieder arbeitet, wird sich alles nochmal ein bisschen ändern, aber ich denke, dass wird auch irgendwie gehen.Schlimm ist meistens nur die Angst davor, was kommen könnte. Meist wird es dann eh nicht so schlimm, wie man befürchtet hatte.Auch meine Geschwister/Mama unterstützen mich, aber sie können mir halt mein Gefühl in mir nicht nehmen.Zumal noch dazu kommt, dass meine Schwester drei kleine Kinder hat und den Alltag scheinbar ganz easy meistert und es trotzdem schafft morgens top gestylt aus dem Haus zugehen. Meine Schwestrer unterstützt mich zwar sehr, aber ihr lockerer Umgang mit dem Mama-sein verunsichert mich mehr.

Danke tausend mal für deine Worte, ich werde durchhalten und versuchen, nicht zu viel von mir selbst zu verlangen.

Liebe Grüße Honey

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18.08.21 um 22:37
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Liebe Katha,

ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und mir so lieb zugeredet hast. Es tut wirklich sehr gut auch von anderen Muttis zu hören, wie es ihnen in der ersten Zeit erging. 

Ich werde von meinem Mann sehr gut unterstützt, er ist sogar noch bis Ende Monat zu Hause und hilft mir. Sobald er wieder arbeitet, wird sich alles nochmal ein bisschen ändern, aber ich denke, dass wird auch irgendwie gehen.Schlimm ist meistens nur die Angst davor, was kommen könnte. Meist wird es dann eh nicht so schlimm, wie man befürchtet hatte.Auch meine Geschwister/Mama unterstützen mich, aber sie können mir halt mein Gefühl in mir nicht nehmen.Zumal noch dazu kommt, dass meine Schwester drei kleine Kinder hat und den Alltag scheinbar ganz easy meistert und es trotzdem schafft morgens top gestylt aus dem Haus zugehen. Meine Schwestrer unterstützt mich zwar sehr, aber ihr lockerer Umgang mit dem Mama-sein verunsichert mich mehr.

Danke tausend mal für deine Worte, ich werde durchhalten und versuchen, nicht zu viel von mir selbst zu verlangen.

Liebe Grüße Honey

Liebe Honey,

wirklich gerne habe ich mir Zeit genommen, denn ich weiß, dass es manchmal einfach schon hilft, wenn man weiß, dass man mit seinen Sorgen und Problemen nicht alleine ist. Gerade wenn du eine Schwester hast, die scheinbar alles locker wuppt, dann können da schon Selbstzweifel laut werden. Aber die Erfahrungen, die ich gemacht habe sind, dass alle irgendwie Leichen im Keller haben. Niemand ist immer perfekt und jeder hat mal einen schlechten Tag. Das ist total in Ordnung und es hilft wirklich sehr sich selbst auch einzugestehen, dass man nicht immer alles perfekt auf die Kette bekommen muss. Viele Mamas tragen leider nach außen hin die perfekte Fassade und reden nur darüber wie toll alles läuft und wie super ihre Kinder sind. Da reden die wenigsten über Überforderung, schlaflose Nächte oder den Wäscheberg, der sich im Keller stapelt. Ich bin immer sehr froh über Mamas, die da anders sind und mir auch erzählen, dass sie die Fugen in der Dusche nicht sauber bekommt und daran verzweifelt. Das reduziert den Druck, den man sich selbst macht, wenn du verstehst was ich meine.

Toll, dass du Unterstützung hast. Ein Mann, der einem zur Seite steht ist wirklich viel wert. So ein Exemplar habe ich zum Glück auch zu Hause. Ist auch sehr hilfreich, dass er schon früh alleine mit der Kleinen und vollständig zuständig war.

Und je mehr du dir zutraust und dich mit deinem Kind in unterschiedlichen Situationen selbst erlebst, ohne dass etwas schlimmes passiert oder es zur Kathastrophe kommt, desto selbstbewusster und entspannter kannst du dich neuen Situationen stellen. Ihr findet noch zueinander und du lernst dein Kleines immer besser kennen. Ich kann dir sagen, dass noch so viel tolles auf dich wartet. Ich liebe gerade die Zeit, die wir jetzt haben. Man kann mit ihr schon so viel machen und sie versteht so vieles, das macht richtig Spaß.

Aufmunternde Grüße
Katha

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19.08.21 um 16:46
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Liebe Honey,

wirklich gerne habe ich mir Zeit genommen, denn ich weiß, dass es manchmal einfach schon hilft, wenn man weiß, dass man mit seinen Sorgen und Problemen nicht alleine ist. Gerade wenn du eine Schwester hast, die scheinbar alles locker wuppt, dann können da schon Selbstzweifel laut werden. Aber die Erfahrungen, die ich gemacht habe sind, dass alle irgendwie Leichen im Keller haben. Niemand ist immer perfekt und jeder hat mal einen schlechten Tag. Das ist total in Ordnung und es hilft wirklich sehr sich selbst auch einzugestehen, dass man nicht immer alles perfekt auf die Kette bekommen muss. Viele Mamas tragen leider nach außen hin die perfekte Fassade und reden nur darüber wie toll alles läuft und wie super ihre Kinder sind. Da reden die wenigsten über Überforderung, schlaflose Nächte oder den Wäscheberg, der sich im Keller stapelt. Ich bin immer sehr froh über Mamas, die da anders sind und mir auch erzählen, dass sie die Fugen in der Dusche nicht sauber bekommt und daran verzweifelt. Das reduziert den Druck, den man sich selbst macht, wenn du verstehst was ich meine.

Toll, dass du Unterstützung hast. Ein Mann, der einem zur Seite steht ist wirklich viel wert. So ein Exemplar habe ich zum Glück auch zu Hause. Ist auch sehr hilfreich, dass er schon früh alleine mit der Kleinen und vollständig zuständig war.

Und je mehr du dir zutraust und dich mit deinem Kind in unterschiedlichen Situationen selbst erlebst, ohne dass etwas schlimmes passiert oder es zur Kathastrophe kommt, desto selbstbewusster und entspannter kannst du dich neuen Situationen stellen. Ihr findet noch zueinander und du lernst dein Kleines immer besser kennen. Ich kann dir sagen, dass noch so viel tolles auf dich wartet. Ich liebe gerade die Zeit, die wir jetzt haben. Man kann mit ihr schon so viel machen und sie versteht so vieles, das macht richtig Spaß.

Aufmunternde Grüße
Katha

Liebe Katha,

du hast so recht mit alles was du schreibst. Ich finde, man sollte viel öfter mit sich selbst ehrlich sein und die kleinen Schwächen, mit denen man kämpft annehmen und auch offen darüber sprechen. Es gibt immer irgendwo eine Mama, die froh ist, wenn sie hört, anderen geht es genau so.

Um meinen Mann bin ich auch sehr froh und dankbar, dass er nicht vom alten Schlag ist, wo es noch hieß, die Frauen müssen die Kinderbetreuung alleine übernehmen.

Ich werde auf jeden Fall mutig sein und versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen.
Und ich freue mich auf die Zeit, die du so schön beschreibst. Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen alles Gute.
Grüße Honey

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19.08.21 um 21:41
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Liebe Katha,

du hast so recht mit alles was du schreibst. Ich finde, man sollte viel öfter mit sich selbst ehrlich sein und die kleinen Schwächen, mit denen man kämpft annehmen und auch offen darüber sprechen. Es gibt immer irgendwo eine Mama, die froh ist, wenn sie hört, anderen geht es genau so.

Um meinen Mann bin ich auch sehr froh und dankbar, dass er nicht vom alten Schlag ist, wo es noch hieß, die Frauen müssen die Kinderbetreuung alleine übernehmen.

Ich werde auf jeden Fall mutig sein und versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen.
Und ich freue mich auf die Zeit, die du so schön beschreibst. Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen alles Gute.
Grüße Honey

Liebe Honey,

das sind auf jeden Fall gute Ansätze, die du da hast. 

Ich wünsche dir und deiner Familie auch alles Gute und nie vergessen, du bist mit deinen Problemen nicht allein. 

Liebe Grüße Katha

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