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Diktat üben auf dem Tablet?

6. Oktober 2014 um 17:21

Noch ne Schulfrage:
Wir müssen gerade fürs erste Diktat am Donnerstag üben. Und die Rechtschreibung meiner Tochter ist nett formuliert kreativ. Außerdem hat sie eine auditive Wahrnehmungsstörung und "hört" die Wörter niucht wirklich so, dass sie daraus auf die Rechtschreibung schließen kann. Daher muss sie viel üben um anders zu lernen, wie was geschrieben wird. Zur Zeit funktioniert Diktat üben noch ganz gut. Ich diktier ihr so 15 bis 20 Wörter, teilweise als kurzen Satz. Das auf Papier schreiben muss sie auch noch viel üben. Aber ich habe überlegt zu als zusätzliche Übung und da sie gerne auf dem Tablet spielt ihr zusätzlich was zu diktieren, was sie auf dem Tablet tippen kann. Da muss sie ja uch genau überlegen, welcher Buchstabe jetzt kommt.
Gute oder blöde Idee? Gibts etl. auch ne App, die da gut ist zum schreiben üben wie gesagt, nur als Zusatz, zum mehr üben mit Spaß)?

Mathehausaufgaben waren heute übrigens trotz großer Menge unproblematisch.

Argh, jetzt gibt mir meine Tochter gerade die neue "Wortliste" fürs Diktat. Es ist dasselbe Gedicht, dass sie letzte Woche schon bekommen haben (keine Ahnung ob das diktiert wird - Gott sei dank ist Morgen Elternabend zum Nachfragen), aber diesmal sind alle Wörte klein geschrieben (auch die Hauptwörter). Was soll der Mist denn?

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6. Oktober 2014 um 19:14

Hey
Also wegen der auditiven Wahrnehmungsstörung würde ich eher dazu animieren, dass sie viel liest.
Je öfter sie ein Wort geschrieben sieht, desto mehr brennt sich die Schreibweise ein. Durch häufiges Lesen steigert sich die Menge an unterschiedlichen Worten und sie gleicht auf diese Weise aus.
Schreiben lassen würde ich nur von Hand, weil sie dann die Verbindung zwischen dem gesagten Wort und dem Schreiben bekommt. Hört sie das Wort irgendwann, kann sie sich dann die Schreibweise bildlich vorstellen, weil sie es zB schon einmal gelesen hat und die Verknüpfung zur korrekten Schreibweise ist da. Wenn sie jetzt aber zusätzlich noch die Buchstaben auswählen muss auf der Tastatur, wird der Vorgang meiner Ansicht nach erschwert.
Ich würde da dann eher kleine Bücher für Leseanfänger draufladen.

Lg

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7. Oktober 2014 um 1:13

Würde ich nicht machen
absolut nicht, die Druckbuchstaben auf dem tablet verwirren sie dann sicher wieder. auch wenn noch in der ersten und zweiten die Druckbuchstaben gelehrt werden , sehen sie doch anders aus , als auf dem tablet.
ich schlag auch vor , das sie so langsam ans lesen herangeführt wird... sie muss jetzt nicht gleich ganze bücher verschlingen , aber animier sie bei jeder Gelegenheit zu lesen. zb in der Stadt, soll sie dir den namen des geschäfts sagen oder beim frühstück was auf der wurstpackung steht...
in der 2.klasse werden nicht neue texte im diktat geschrieben.
die kinder kriegen den immer ca 1 Woche vorher, üben ihn im unterricht und sind auch teil der hausaufgabe. immer wieder den text diktieren, schwere wörter wiederholen lassen.

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7. Oktober 2014 um 4:58

Huhu
Für ein spezielles Diktat halte ich das tablet nicht für sinnvoll, aber für generell kann man das machen. So als regelmäßige Übung. Dann natürlich die Vorschlagsfunktion am Tablet ausschalten.

Finde es auch wichtig das sie viel liest im alltag (bsp einkaufen - hol mir bitte beim wurstregal den gekochten schinken) abends kann sie dir ja erst eine seite vorlesen und dann übernimmst du

Also generelle ständige Übung

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7. Oktober 2014 um 8:48

Hey!
Ich verstehe, was du meinst, glaube aber, dass das nach hinten los gehen könnte... In dem Alter und mit ihrer Wahrnehmungsstörung wäre es wichtig, dass sie die haptische Erfahrung mit dem Stift auf Papier macht, um das Hören-Verstehen-Wiedergeben zu üben.
Ein Wort auf dem Tablet zu tippen ist eine ganz andere Erfahrung, als dieses Wort Buchstabe für Buchstabe zu schreiben.
Das Tablet ist zum Lesen üben geeignet; und Lesen fördert die Rechtschreibung auch!
Viel Erfolg!

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7. Oktober 2014 um 8:51

Lass sie es doch
Ganz nirmal auf dem Papier üben, das Buchstabensuchen auf dem Tablett dauert doch viel länger und frustriert höchstens.
LG

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7. Oktober 2014 um 8:57

Danke
Ich habe ihr den Text gestern einmal diktiert. Sie hatte gigantische 3 von 21 Worten richtig geschrieben. Dann habe ich sie den Text noch einmal auf Papier abschreiben lassen und dann hatte sie keinen Bock mehr. Aber auf dem Tablet hat sie ihn mit Vergnügen noch mal abgetippt. Abends als der Papa da war hat sie ihn noch mal von alleine auf Papier angeschrieben, nachdem ich ihr verboten habe nochmal auf dem Tablet zu tippen.

Ich lasse sie im Alltag immer wieder lesen und ermutige sie zum Lesen.

Zum Thema Rechtschreibung lernen durch lesen: Daran glaube ich aus eigener Erfahrung nicht mehr. Ich habe von Kindheit an sehr sehr viel gelesen und hatte in der Schule trotzdem extreme Rechtschreibprobleme und auch heute noch muss ich einige Wörter nachschauen.

Außerdem:
Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät, ist es nchit
witihcg in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot
snid, das ezniige was wcthiig ist, ist daß der estre und der
leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset
knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe
Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn
enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems.

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7. Oktober 2014 um 9:26

...
Hallo,

mal ne Frage: Wird bei ihr in der Schule als Diktat ein geübter Text diktiert oder ein unbekannter Text mit den bekannten Wörtern?
Anfang der zweiten Klasse kann man da ja noch gar nicht viel erwarten!

Lesen an sich ist sicher nicht schlecht, führt aber nur bei den Kindern zu einer deutlichen Verbesserung der Rechtscheibung, die ein "Gespür" fürs Richtigschreiben haben. Diese Kinder erfassen durchs häufige Sehen die richtige Schreibweise - Kinder, die sich damit schwer tun, werden nur minimal besser schreiben durchs viele Lesen. Da sind Kinder gerade in dem Alter noch SEHR unterschiedlich.

Üben auf dem Tablet ZUSÄTZLICH zum normalen Schreiben finde ich nicht schlecht. Vor allem, weil sie bewusst jeden einzelnen Buchstaben raussuchen muss. Hat natürlich nur dann Sinn, wenn sie es gern macht.

Was bei vielen Kindern eine sinnvolle Übung ist: Lege das Blatt / Buch / ... mit den zu übenden Wörtern in einen Raum. Sie soll ihr Heft / Blatt / ... in einem anderen Raum haben. Dann läuft sie in den anderen Raum, schaut sich ein Wort an, versucht es sich einzuprägen bis sie wieder zu ihrem Heft geht, um das Wort zu schreiben.
Das nennt sich Laufdiktat und ist sozusagen wie eine Zwischenstufe zwischen Abschreiben und Diktieren: Sie hat die Hilfestellung durch das Anschauen des Wortes, muss es sich aber die kurze Zeit merken, bis sie wieder am Schreibtisch sitzt.
Das macht vielen Kindern auch mehr Spaß als stures Diktieren, weil sie erstens Bewegung haben, und zweitens bessere Chancen auf Erfolg. Und generell ist es eigentlich auch wichtiger, dass die Kinder die Wörter häufig RICHTIG schreiben, damit sie sich die richtige Schreibweise einprägen. Wenn du ihr die Wörter täglich diktierst und sie sich täglich größtenteils falsch schreibt, kann sich die richtige Schreibweise in ihrem Gedächtnis nicht festigen...
Vielleicht probiert ihr sowas mal aus?

LG

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7. Oktober 2014 um 9:39
In Antwort auf blablabla174

...
Hallo,

mal ne Frage: Wird bei ihr in der Schule als Diktat ein geübter Text diktiert oder ein unbekannter Text mit den bekannten Wörtern?
Anfang der zweiten Klasse kann man da ja noch gar nicht viel erwarten!

Lesen an sich ist sicher nicht schlecht, führt aber nur bei den Kindern zu einer deutlichen Verbesserung der Rechtscheibung, die ein "Gespür" fürs Richtigschreiben haben. Diese Kinder erfassen durchs häufige Sehen die richtige Schreibweise - Kinder, die sich damit schwer tun, werden nur minimal besser schreiben durchs viele Lesen. Da sind Kinder gerade in dem Alter noch SEHR unterschiedlich.

Üben auf dem Tablet ZUSÄTZLICH zum normalen Schreiben finde ich nicht schlecht. Vor allem, weil sie bewusst jeden einzelnen Buchstaben raussuchen muss. Hat natürlich nur dann Sinn, wenn sie es gern macht.

Was bei vielen Kindern eine sinnvolle Übung ist: Lege das Blatt / Buch / ... mit den zu übenden Wörtern in einen Raum. Sie soll ihr Heft / Blatt / ... in einem anderen Raum haben. Dann läuft sie in den anderen Raum, schaut sich ein Wort an, versucht es sich einzuprägen bis sie wieder zu ihrem Heft geht, um das Wort zu schreiben.
Das nennt sich Laufdiktat und ist sozusagen wie eine Zwischenstufe zwischen Abschreiben und Diktieren: Sie hat die Hilfestellung durch das Anschauen des Wortes, muss es sich aber die kurze Zeit merken, bis sie wieder am Schreibtisch sitzt.
Das macht vielen Kindern auch mehr Spaß als stures Diktieren, weil sie erstens Bewegung haben, und zweitens bessere Chancen auf Erfolg. Und generell ist es eigentlich auch wichtiger, dass die Kinder die Wörter häufig RICHTIG schreiben, damit sie sich die richtige Schreibweise einprägen. Wenn du ihr die Wörter täglich diktierst und sie sich täglich größtenteils falsch schreibt, kann sich die richtige Schreibweise in ihrem Gedächtnis nicht festigen...
Vielleicht probiert ihr sowas mal aus?

LG

Laufdiktat
klingt spannend, probier ich heute mal.

Tja, wenn ich wüßte ob der Text denn sie bekommen hat diktiert wird. Die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrer finde ich eher mangelhaft. Werde ich heute Abend auf dem Elternabend ansprechen. Und auch fragen, ob der Text diktiert wird.

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7. Oktober 2014 um 13:30

Anfang Klasse 2
Wird in Ba-Wü ein geuebter Text genommen. Manchmal werden die Saetze umgestellt oder in anderer Reihenfolge diktiert, aber beim ersten Diktat ist es bestimmt noch der genau gleiche Text.
Die Idee mit dem Tablet finde ich auch nicht doof. Ueben soll abwechslungsreich sein und verschiedene Taktiken beinhalten.
Welcher Weg bei ihr der beste ist, muesst ihr herausfinden. Laufdiktat wurde ja auch schon genannt.... Viel Erfolg!

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7. Oktober 2014 um 20:52


Sei mir nicht böse, aber ich arbeite zufällig an einer Grundschule und das wird von vielen Lehrerinnen gemacht. Macht den meisten Kindern Spaß und führt zu guten Fortschritten!

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7. Oktober 2014 um 20:57
In Antwort auf blablabla174


Sei mir nicht böse, aber ich arbeite zufällig an einer Grundschule und das wird von vielen Lehrerinnen gemacht. Macht den meisten Kindern Spaß und führt zu guten Fortschritten!

Laufdiktat
Wurde bei uns auch gemacht und war auch sinnvoll. Kommt aber auf den Lehrer an, wenn die Kinder was davon haben sollen, muss schon für ein bisschen Ruhe gesorgt werden.
Daheim gibts ja eh nicht so die extreme Ablenkung durch Klassenkameraden.

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7. Oktober 2014 um 21:12

Mir ist
Noch was eingefallen: ich hab so früher Vokabeln geübt. Auf Alltagsgegenstände Post-its draufkleben mit dem jeweiligen Wort. Vielleicht findet ihr ja ein paar Gegenstände aus dem Diktatin eurer Wohnung.
Für so nen Test, welcher Lerntyp sie ist, ist sie sicher noch zu klein?

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7. Oktober 2014 um 21:17

Bin auch
GS Lehrerin und meine Meinung ist: zusätzlich kann das für ihre Motivation sehr zuträglich sein. Wenn es ihr Spaß macht auf dem Tablet zu schreiben. Viele unterschätzen den Faktor Motivation. V.a. für Kinder die häufig Misserfolge haben im Fach Deutsch, wird das Fach oft schon in der GS negativ besetzt. Kinder brauchen v.a. Motivation und wenn diese nicht über Erfolge reinkommt dann doch bitte über die Freude an der Sache und neue Methoden und Medien.
Natürlich sollte dein Kind mit der Hand schreiben. Buchstaben oder Wörter kneten kann auch toll sein für die haptische Erfahrung. Vorlesen, Reime, Wortspiele. Das alles ist für die Schreibkompetenz förderlich.
Zusätzlich zur Handschrift spricht für mich nichts gegen Schreibspaß am Tablet. Mach es interessant und lass es nicht zum Zwang ausarten, der mit Druck verbunden ist.
In der 2. Klasse werden nur geübte Texte geschrieben. Ich schreibe jetzt mit meinen 3. Klässlern Diktate, bei denen ich nur Lernwörter vorgebe. Unser erstes jetzt hatte 40 Wörter und war ein Wendediktat. Ich verfechte die alternative Diktatpraxis. Dieses Diktieren und Kinder schreiben bringt für die Rechtschreibkompetenz fast nix....
nur ein BBeispiel: ein Kind hat ganz schnell ganz viele Fehler wenn es die Groß-und Kleinschreibung noch nicht zu 100 Prozent kann. Ein Kind, welches Probleme mit dem langen "i" hat, hat automatisch weniger Fehler, obwohl dieser Fehler gleich blöd ist. Das eine Kind bekommt eine 6 und das andere eine 4. Ist das objektiv?
Und zum Themaa kann ich als Lehrer aber die Fehler sehen. ...lass ich nicht gelten denn wer regelmäßig Arbeitsblätter, Aufgaben und Hausaufgaben kontrolliert, kennt die Fehler der einzelnen Kinder. Nur deshalb muss dieser Diktatstress nicht sein.
Ich möchte meine Kids immer dahin bringen, dass sie selbst Strategien anwenden, ihre Fehler finden und selbst kontrollieren. Deshalb wähle ich alternative Diktate bei denen diese Kompetenzen gefördert werden.
Viel Erfolg euch und v.a. deinem Kind weiterhin Spaß am Schreiben. Auch am Tablet.
Lg manguuu

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7. Oktober 2014 um 21:23
In Antwort auf sarita_12325271

Bin auch
GS Lehrerin und meine Meinung ist: zusätzlich kann das für ihre Motivation sehr zuträglich sein. Wenn es ihr Spaß macht auf dem Tablet zu schreiben. Viele unterschätzen den Faktor Motivation. V.a. für Kinder die häufig Misserfolge haben im Fach Deutsch, wird das Fach oft schon in der GS negativ besetzt. Kinder brauchen v.a. Motivation und wenn diese nicht über Erfolge reinkommt dann doch bitte über die Freude an der Sache und neue Methoden und Medien.
Natürlich sollte dein Kind mit der Hand schreiben. Buchstaben oder Wörter kneten kann auch toll sein für die haptische Erfahrung. Vorlesen, Reime, Wortspiele. Das alles ist für die Schreibkompetenz förderlich.
Zusätzlich zur Handschrift spricht für mich nichts gegen Schreibspaß am Tablet. Mach es interessant und lass es nicht zum Zwang ausarten, der mit Druck verbunden ist.
In der 2. Klasse werden nur geübte Texte geschrieben. Ich schreibe jetzt mit meinen 3. Klässlern Diktate, bei denen ich nur Lernwörter vorgebe. Unser erstes jetzt hatte 40 Wörter und war ein Wendediktat. Ich verfechte die alternative Diktatpraxis. Dieses Diktieren und Kinder schreiben bringt für die Rechtschreibkompetenz fast nix....
nur ein BBeispiel: ein Kind hat ganz schnell ganz viele Fehler wenn es die Groß-und Kleinschreibung noch nicht zu 100 Prozent kann. Ein Kind, welches Probleme mit dem langen "i" hat, hat automatisch weniger Fehler, obwohl dieser Fehler gleich blöd ist. Das eine Kind bekommt eine 6 und das andere eine 4. Ist das objektiv?
Und zum Themaa kann ich als Lehrer aber die Fehler sehen. ...lass ich nicht gelten denn wer regelmäßig Arbeitsblätter, Aufgaben und Hausaufgaben kontrolliert, kennt die Fehler der einzelnen Kinder. Nur deshalb muss dieser Diktatstress nicht sein.
Ich möchte meine Kids immer dahin bringen, dass sie selbst Strategien anwenden, ihre Fehler finden und selbst kontrollieren. Deshalb wähle ich alternative Diktate bei denen diese Kompetenzen gefördert werden.
Viel Erfolg euch und v.a. deinem Kind weiterhin Spaß am Schreiben. Auch am Tablet.
Lg manguuu

Ach so,
Das Kind mit dem i Problem hat natürlich deshalb weniger Fehler, weil im Diktat weniger Worte vorkommen bei denen dieses Wissen angewendet werden muss. Groß-und Kleinschreibung hingegen ist viel häufiger gefragt. Nur zum Verständnis.

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7. Oktober 2014 um 21:36
In Antwort auf sarita_12325271

Bin auch
GS Lehrerin und meine Meinung ist: zusätzlich kann das für ihre Motivation sehr zuträglich sein. Wenn es ihr Spaß macht auf dem Tablet zu schreiben. Viele unterschätzen den Faktor Motivation. V.a. für Kinder die häufig Misserfolge haben im Fach Deutsch, wird das Fach oft schon in der GS negativ besetzt. Kinder brauchen v.a. Motivation und wenn diese nicht über Erfolge reinkommt dann doch bitte über die Freude an der Sache und neue Methoden und Medien.
Natürlich sollte dein Kind mit der Hand schreiben. Buchstaben oder Wörter kneten kann auch toll sein für die haptische Erfahrung. Vorlesen, Reime, Wortspiele. Das alles ist für die Schreibkompetenz förderlich.
Zusätzlich zur Handschrift spricht für mich nichts gegen Schreibspaß am Tablet. Mach es interessant und lass es nicht zum Zwang ausarten, der mit Druck verbunden ist.
In der 2. Klasse werden nur geübte Texte geschrieben. Ich schreibe jetzt mit meinen 3. Klässlern Diktate, bei denen ich nur Lernwörter vorgebe. Unser erstes jetzt hatte 40 Wörter und war ein Wendediktat. Ich verfechte die alternative Diktatpraxis. Dieses Diktieren und Kinder schreiben bringt für die Rechtschreibkompetenz fast nix....
nur ein BBeispiel: ein Kind hat ganz schnell ganz viele Fehler wenn es die Groß-und Kleinschreibung noch nicht zu 100 Prozent kann. Ein Kind, welches Probleme mit dem langen "i" hat, hat automatisch weniger Fehler, obwohl dieser Fehler gleich blöd ist. Das eine Kind bekommt eine 6 und das andere eine 4. Ist das objektiv?
Und zum Themaa kann ich als Lehrer aber die Fehler sehen. ...lass ich nicht gelten denn wer regelmäßig Arbeitsblätter, Aufgaben und Hausaufgaben kontrolliert, kennt die Fehler der einzelnen Kinder. Nur deshalb muss dieser Diktatstress nicht sein.
Ich möchte meine Kids immer dahin bringen, dass sie selbst Strategien anwenden, ihre Fehler finden und selbst kontrollieren. Deshalb wähle ich alternative Diktate bei denen diese Kompetenzen gefördert werden.
Viel Erfolg euch und v.a. deinem Kind weiterhin Spaß am Schreiben. Auch am Tablet.
Lg manguuu

Du sprichst mir aus der Seele!
Und nicht nur aus meiner Erfahrung als LA-Studentin und Referendarin, sondern auch als Mutter einer Tochter mit Rechtschreibproblemen.
Meine Mittlere hat z. B. bei den alternativen Diktaten immer eine gute Note geschafft, weil sie da eine Chance hatte, ihre Strategien anzuwenden. Sie hat es geschafft, sich einen Satz einzuprägen und den dann meist richtig hinzuschreiben. Sie hat es auch geschafft, schwierige Wörter im Wörterbuch nachzuschlagen, aber im normalen Diktat ging einfach gar nichts. Dafür hat sie im Aufsatz weit weniger Fehler gemacht als in einem normalen Diktat. Warum? Weil sie da Wörter gewählt, die sie kannte und mochte. Und sie schrieb nicht in einer einfachen Sprache, sondern fand eher die außergewöhnlichen Wörter spannend, aber die konnte sie sich auch eher einprägen.
Während meine Große in normalen Diktaten immer supergut war und eine gute Rechtschreibnote einheimste, achtete sie in Aufsätzen lange nicht so darauf, weil das ja nicht wichtig war.

Sicher ist die Große die bessere Rechtschreiberin, aber die Mittlere hat ihre Strategie gefunden und ich war froh darüber, wenn ihre Grundschullehrerinnen ähnlich tickten wie du oder ich. Weil es sie einfach dann motivierte, dass eben nicht direkt eine 6 darunter stand, sondern sie eine wirkliche Chance hatte. Selbst wenn in Klasse 4 z. B. ein Teil als Abschreibediktat gemacht wurde und dieser nur 10% zählte, so war es eben in dem Bereich eine 1 und im normalen eine 6 und zusammengerechnet eine 5-6. Aber es war keine 6 und die Leistung für das richtige Abschreiben wurde honoriert. Der ist manch anderen nicht so gut gelungen...

Aaaah, ich schweife ab...sorry.

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8. Oktober 2014 um 9:18

Ja-ein
ich glaube, bevor man mit einer tastatur umgehen kann, sollte man den bleistift oder schreibstift beherrschen und damit umgehen können. warum ich das sage? aus erfahrung weiß ich, dass die von mir selbst per hand geschriebenen sachen länger hängen bleiben im kopft als sachen, die ich einfach runtertippe. ich habe auch einen migrationshintergrund und in der grundschule hatte ich enorme probleme mit der deutschen rechtschreibung. mir blieb auch nichts anderes übrig, als es immer wieder zu üben und mir eselsbrücken zu bauen, sowas wie: tu-wörter haben was mit TUN zu tun, die schreibt man klein. das sind also die strategien, die hier schon jemand erwähnt hat.

andererseits kann das schreiben auf dem tablet auch die freude am schreiben wachhalten. grade bei rückschlägen kann es einfach schön sein. kinder sollen ja auch spielerisch lernen können. die kunst ist es wohl, die goldene mitte zu finden zwischen spaßfaktor und lernen-müssen.

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