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Ein netter Spiegelartikel zum Geschenkerummel bei Kleinstkindern

20. April 2015 um 14:17 Letzte Antwort: 21. April 2015 um 14:34

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kindergeburtstag-mail-von-eltern-zu-geschenken-sorgt-fuer-spott-a-1029388.html

Weiß gerade nicht ob ich lachen oder weinen soll...

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20. April 2015 um 21:21

Diese Grundeinstellung nervt mich auch total!
Mein Bruder und meine Schwägerin sind leider auch so. Ich mache mir Gedanken, mache verschiedene Vorschläge und immer kommt nur: "Nein, sowas brauchen die Kinder nicht, das interessiert sie sowieso nicht... bla bla bla Die Wunschliste soll abgearbeitet werden, alle anderen Vorschläge werden abgeschmettert. Naja, ich kanns nicht ändern, aber Spaß macht mir das Schenken so nicht!

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20. April 2015 um 21:39

Obsessive Eltern planen Kindergeburtstag: "Einladung aus der Hölle"
Eltern müssen eine Menge Dinge tun, die ihnen vorher kein Mensch erklärt hat. Zu den Herausforderungen dieser Art gehört der Kindergeburtstag. Wie viele Kinder einladen? Mottoparty? Welche Spiele? Süßigkeiten? Drinnen oder draußen? Zur (eigenen) Entspannung einen Film zwischendurch? Was kommt in die Partytüte?

Die Summe der Entscheidungen gibt den eingeladenen Gästen einen recht intimen Einblick ins Familienleben: Wie kreativ sind die Eltern? Wie halten sie es mit gesunder Ernährung? Mit Filmen? Kindergeburtstage werden unter Eltern zuweilen rezensiert wie eine Opernaufführung, das macht die Sache nicht einfacher.

Ein Kindergeburtstag ist also in gewissem Sinne eine innen- und außenpolitische Veranstaltung zugleich. Das Kind muss glücklich, der Ruf sollte danach möglichst nicht im Eimer sein.

Das kann man auch entspannter sehen, sagen Sie? Stimmt, einerseits. Andererseits gibt es da eine E-Mail von Eltern, deren Sohn offenbar bald ein Jahr alt wird und die es im Internet gerade als "Einladung aus der Hölle" zu einiger Berühmtheit bringt. Und aus der sich die Frage ergibt: Wie sehr sollten sich Eltern einen Kopf machen?

Die Eltern bitten darin um vier Geschenke: einen Spieltunnel, ein Spielzelt, ein Buch und einen wannenförmigen Tisch, den man mit Wasser füllen kann. Dazu Links zu den Produkten und der Hinweis, dass eine weitere Wunschliste an eine Oma und eine Tante des Kleinen verschickt worden sei, "um Dopplungen zu vermeiden".

Zweifel an der Dringlichkeit der Vorschläge bleiben nicht. "Wenn ihr diese Dinge nicht bekommt, sagt Bescheid, dann kaufen wir sie für ihn." Wer es sich nicht nehmen lassen will, selbst etwas auszusuchen, muss Bedingungen erfüllen: Immer den Bon beilegen, für den möglichen Umtausch. Schließlich schlage der Muttermilchersatz mit 80 Dollar pro Woche zu Buche.

Stichwort Buch: Das bitte (bis auf das konkret benannte) nicht schenken, denn der Junior habe bereits 32 Bücher im Regal stehen, "25 weitere Bücher warten auf ihn im Vorrat, wenn er 3+ Jahre alt ist (und im Moment hasst er es, wenn wir versuchen, ihm vorzulesen)."

"Meine Schwester ist auch so"

Wer jetzt denkt: "Na gut, dann eben ein Käppi mit seinem Namen drauf", sollte Bedingung Nummer 3 beachten: Kleidung mit Namen drauf steigere das Risiko für Kidnapping, "deswegen müssen wir seinen Namen nicht auf Kleidung oder Spielzeug rumposaunen (er bekommt ein personalisiertes Geschenk von [geschwärzt], aber das kommt nur drinnen zum Einsatz)".

Jemand veröffentlichte die anonymisierte E-Mail vor zwei Tagen auf dem Portal "ur". Von wem genau sie stammt, ist nicht bekannt.

Ob authentisch oder nicht - die E-Mail hat ganz offensichtlich einen Nerv getroffen: Rund drei Millionen Menschen haben sich den Brief inzwischen angesehen, Hohn und Spott sammeln sich in Tausenden Kommentaren auf Reddit.com.

"Ich frage mich", schreibt jemand, "ob sie seine Legosteine zählen, um sicherzugehen, dass er nicht zu viele hat." Andere erkennen eigene Verwandte in der E-Mail wieder: "Meine Schwester ist auch so. Um sie zu ärgern, kaufe ich jedes Jahr etwas komplett Bescheuertes, das meine Nichte mit Sicherheit nicht brauchen kann." Arme Nichte.

Ein anderer schlägt Ergänzungen vor: "Bei der Veranstaltung ist Abendgarderobe erwünscht. Wir haben die Nummern von zwei Schneidern beigefügt, die euch helfen, die richtige Kleidung zu bekommen. Wir würden es zu schätzen wissen, wenn ihr nur zu diesen Schneidern geht." Die meisten empören oder belustigen sich an dem geschäftsmäßigen Ton, Persiflagen machen in Form von ganzen Vertragswerken für die Geburtstagsgäste die Runde.

Es gibt aber auch vereinzelt andere Meinungen: "Bin ich der Einzige, der das nicht für eine große Sache hält?", schreibt "Notme222". "Schaut doch aus, als würden sie versuchen, die Sache pragmatisch anzugehen."

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20. April 2015 um 22:04

Grundsätzlich...
finde ich Wunschlisten ja gar nicht verkehrt. Wenn jemand das Kind nicht so gut kennt oder einem nichts einfällt, ist es sinnvoll die Eltern zu fragen, was das Kind gebrauchen könnte.

Nur manchmal hat man ja auch einen schönen Einfall für ein Geschenk, welches nicht auf der Wunschliste steht - eine Idee, worauf die Eltern selbst vielleicht gar nicht gekommen wären. So etwas birgt natürlich ein gewisses Risiko, dass es dem Kind vielleicht nicht gefällt. Vielleicht ist es aber auch das schönste Geschenk von allen!

Findest du es nicht anmaßend, wenn die Eltern von vorn herein sagen, dass solche Geschenke nicht erwünscht sind? Wo bleibt da die Überraschung? Die Spannung? Das liebevolle Nachdenken darüber, was dem Kind gefallen könnte?

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20. April 2015 um 22:38

Gut...
ich würde so etwas auch immer vorher mit den Eltern absprechen, damit nichts geschenkt wird, was das Kind bereits hat. So eine Auflistung von Bedingungen und Dingen, die auf keinen Fall geschenkt werden dürfen, finde ich aber einfach völlig übertrieben!

Die Eltern spielen sich auf, als die einzigen, die wissen was gut für das Kind ist und stoßen jedem vor den Kopf, der gerne etwas individuelles schenken möchte.

Ist es das Wert? Ist es so schlimm, wenn mal ein Geschenk dabei ist, was nicht so gut ankommt?

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20. April 2015 um 22:58

Die sind schon recht radikal
Aber wer kennt schon die Verwandtschaft. Manchmal muss man etwas direkter sein. Wir haben gerade den dritten Geburtstag hinter uns. Es haben alle gefragt was er brauchen kann und ich habe Vorschläge verteilt. Nicht was von welcher Marke, sondern etwas in Richtung Polizeiauto, was für die Kinderküche oder so. Denke, dass auch alle ganz froh um die Vorschläge waren, denn er hat auch schon Mist bekommen, den er dann gar nicht mir heim nehmen wollte an Weihnachten Naja mein Papa hat sich nicht daran gehalten. Er schenkt gerne Geld und dann ne Kleinigkeit dazu. Habe ihm vorgeschlagen, dass er einfach ein Päckchen Straßenreinigung besorgt , da flippt Sohnemann aus vor Freude. Team er kam mit Kreide, Geld und einem Kindergrill. der Grill ist nicht verkehrt, aber erstens haben wir keinen Platz, zweitens hat er den bei den Schwiegereltern schon. Naja, vielleicht lernt Opa jetzt, dass ich die Vorschläge im Namen meines Kindes mache und nicht weil ich etwas nicht möchte. Habe für ihn auch eine Apfelschälmaschine gewünscht. Braucht man nicht, nimmt Platz weg und ist eigentlich nichts für Kinder. Aber Sohnemann hat sich gefreut wie Bolle und schält mehr Äpfel als wir essen können. Ordentliche Vorschläge, von mir aus auch eine Wunschliste bei Amazon können helfen etwas zu finden was dann auch wirklich genutzt wird. Ansonsten kann man so kleinen Kindern doch was für ein paar Groschen holen und einen Gutschein oder Geld dazu legen. Seifenblasen und DM Gutschein, Das geht immer.

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21. April 2015 um 14:34

Die andere Seite kenne ich auch
Mein Papa z.B. weiß genau, dass ich kein Marzipan mag und wir haben ihm auch mindestens schon 3x gesagt, dass auch sonst bei uns niemand Marzipan isst. Trotzdem bringt er immer wieder Marzipan mit. Keine Ahmung warum er das macht. Ich glaube er denkt einfach nicht darüber nach.

Solche Leute gibt es immer, die immer das schenken, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Wie du selbst gemerkt hast, ändert es aber auch nichts, vorher darüber zu sprechen. Im Gegenteil rufen solche genauen Anweisungen bei dem ein oder anderen wohl eine Jetzt-Erst-Recht-Reaktion aus.

Was ich aber viel schlimmer finde ist, dass durch diesen geschäftsmäßigen Ton und den erhobenen Zeigefinger ja nichts falsches zu schenken, der Spaß am Schenken verloren geht - und zwar genau bei den Leuten, die sich Mühe geben und nicht einfach irgendwas schenken wollen. Das finde ich einfach schade - sowohl für die Schenkenden, wie auch für das Kind!

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