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Ein unschöner Geburtsbericht aus der Sicht eines Mannes

18. Januar 2018 um 18:08

Ich schreibe hier über die, aus meiner Sicht, traumatischen Erlebnisse bei der Geburt meines Kindes, die mich psychisch sehr mitgenommen haben. Ich hoffe es damit überwinden zu können. Ich habe schon mit meiner Frau und nahen Angehörigen darüber geredet mit der Hoffnung es akzeptieren zu können. Im Endeffekt geht es meiner Frau und dem Kind soweit ich das jetzt beurteilen kann gut. Aber nach drei Wochen bekomm ich immer mehr den Eindruck, dass mit einer anderen Hebamme die Geburt einfacher hätte verlaufen können.

Ich liebe meine Frau und sie hatte eine vollkommen unauffällige Schwangerschaft. Sie hat sich in einem Vorbereitungskurs darauf vorbereitet und ich hab sie auch immer dazu angehalten ihre Dammmassagen zu machen. Es war das erste Kind. Es war normal groß und da meine Frau selber relativ groß ist waren die Voraussetzungen eigentlich gut.

Wir hatten eigentlich eine Beleghebamme, die unglücklicherweise bei der Geburt verhindert war. So sind wir so in das Krankenhaus gefahren. Ich hatte es schon geahnt wir waren viel zu früh da. Wirklich los mit der Geburt ging es erst 18 Stunden später. Meine Frau bekam so erst ein Zimmer und drehte fleißig ihre Runden. Weil das hatten wir gelernt: Bewegung ist wichtig damit es voran geht.

Fünf Stunden vor der Geburt wurden die Wehen dann richtig heftig und meine Frau ist wieder auf die Entbindungsstation gegangen. Ich kam dann auch gerade wieder in Krankenhaus. Meine Frau hatte mich zwischenzeitlich zu Bekannten zum Schlafen geschickt, damit wenigstens einer von uns fit blieb.
Sie kam dann wieder an einen Wehenschreiber und es sollte gleich jemand kommen und nachschauen. Das gleich war dann eine dreiviertelstunde später. Wir waren in einem Raum den man im besten fall als bessere Abstellkammer beschreiben konnte. Außer einem Bett mit einem Tuch zum Festhalten an der Decke war nichts vorhanden. Die Untersuchung ergab dann dass der Muttermund 4cm offen war ( am Anfang war es 1 cm). Wir bekamen dann eine Hebamme zugewiesen und das erste was die Frau in den Mund nahm war ob meine Frau eine PDA haben wollte. Keine Frage ob sie nicht in ein anders Zimmer mit Badewanne gehen wolle und alles sonst was die anderen Zimmer so boten. Die waren nämlich augenscheinlich frei. Wir hatten vorher darüber gesprochen und meine Frau wollte nie eine PDA. Sie wollte nie ans Bett gefesselt sein, sich danach nicht bewegen können und nicht an den Wehentropf. Das hat die Hebamme so natürlich nicht erwähnt und erst als ich mit meiner Frau, die Wehen machten ihr schon wirklich zu schaffen, nochmal dran erinnert hatte lehnte sie die PDA ab. Es war hier schon wirklich schwer für mich weil ich nicht mehr wusste ob ich wirklich im Interesse meiner Frau handelte. Aber ich dachte schon die ganze Zeit: Hier läuft doch irgendwas falsch. Das hatte nichts damit zu tun wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde und wie es auch bei der Klinikbesichtigung rüber kam. Die Hebamme bot meiner Frau dann ein Schmerzmittel über den Tropf und das nahm sie dann auch. Sie durfte nun aber nicht mehr aufstehen, weil es auf den Kreislauf ging und war zudem neben dem Wehenschreiber noch an den Tropf gebunden.
Das Schmerzmittel half wirklich was die Schmerzen anging aber es hatte auch eine andere Wirkung. Es schwächte die Wehen so, dass es gar nicht mehr voran ging und als dann nach einer Stunde wieder der Muttermund kontrolliert wurde hatte sich gar nichts mehr getan. Das Schmerzmittel kam dann wieder weg und weil meiner Frau es im Bett dann kaum noch aushielt sagte ich ihr sie soll doch aufstehen. Ich pass schon auf sie auf. So konnte sie die Schmerzen viel besser aushalten, wobei sie immer noch an den Wehenschreiber und an dem Tropf hing und sich daher nur sehr eingeschränkt bewegen konnte. Aber siehe da, nach gerade einer dreiviertel Stunde war der Muttermund nun schon auf 7 cm. Genau wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde. Bewegung ist das beste. Nun bestand die Hebamme aber wieder darauf dass sich meine Frau ins Bett legte weil der Wehenschreiber sonst nicht richtig funktionieren würde. Das Schmerzmittel wurde auch wieder gegeben und das machte meine Frau wieder sehr müde und parallel gingen auch die Herztöne vom Kind runter. Es ging ab dann eigentlich recht schnell auch wenn ich es nicht mehr ganz auf die Reihe bekomme. Die Fruchtblase wurde aufgestochen und der Muttermund war dann recht schnell bei 10 cm. Die Hebamme war auch nicht die ganze Zeit da. Einmal kam sie von einer Raucherpause zurück was man roch. Meine Frau wollte dann gern auf einen Geburtshocker. Durfte sie nicht. Vierfüsserstand durfte sie auch nur ganz kurz weil dann der Wehenschreiber nicht mehr richtige Werte lieferte. An dem Strick an der Decke durfte sie sich auch nicht mehr festhalten sondern sollte schön an den Beinen ziehen. Das Ende vom Lied war dann, ich habe wirklich nur noch bruchstückhafte Erinnerungen, mit einer Saugglocke rausgezogen wurde während ein zweiter Arzt auf dem Bauch rumgesprungen ist und dass alles schön mit Dammschnitt. Ich höre die Ärztin immer noch zur Hebamme rufen: "Schneid tiefer." ...

Muss jetzt erst mal Pause machen beim Schreiben. Bin schon wieder fix und fertig.

Es war in diesem Moment zu viel für mich. Das Bild, als die Schnitt hat sich so in meinen Kopf gebrannt. Ich war kurz davor ein Loch in die Wand zu hauen, den Raum zu verlassen und so laut ich konnte "NEIN" zu schreien. Aber ich unterdrückte dass irgendwie alles. Ich musste bei meiner Frau bleiben. Sie erzählte mir später dass das Kind rausgezogen wurde obwohl sie in dem Moment nicht mal eine Wehe hatte. Ich hatte das Kind dann in den Armen und musste an Erzählungen anderer Väter von dem glücklichsten Moment in ihrem Leben denken. Ich fühlte gar nichts. Ich wusste nur, dass war der schlimmste Tag in meinen Leben. Meine Frau wurde dann zusammengeflickt, es sah so furchtbar aus und kam dann aufs Zimmer. Sie hatte starken Schmerzen in den Tagen danach inzwischen scheint es zu gehen, wobei ich manchmal den Verdacht habe dass sie mir etwas verschweigt.

Ich habe seit dem unkontrollierbare Muskelzuckungen, die ich vor meiner Frau so gut es geht verberge und wenn ich die ersten Tage allein Auto gefahren bin und allein auf der Straße war habe ich so lange und so laut es ging "NEIN" geschrien bis ich ganz heißer war. Ich bekomme es einfach aus meinen Kopf nicht raus. Ich habe es mit Reden versucht. Hab mir versucht klar zu machen es geht dem Kind gut und meiner Frau geht es ja auch irgendwie "gut". Die Begründung der Ärzte war das die Nabelschnur um das Kind lag, aber wie ich inzwischen weiß kommt das häufiger vor. Auch glaube ich daran das die Herztöne durch die Schmerzmittel runter gegangen sind, genau wie sie meine Frau so müde gemacht haben. Und dass sie halt die ganze Zeit an das Bett gefesselt wurde und nicht in die Geburtsposition konnte die sie wollte. Oder hätte ich von Anfang an nichts sagen sollen? Dann hätte sie wenigstens eine PDA gehabt und nicht so viele Schmerzen. Auch darüber mach ich mir große Vorwürfe.

Und unabhängig davon. Ich weiß nicht wie ich mit meiner Frau jeweils wieder Sex haben soll. Ich trau mich kaum sie in bestimmten Regionen anzufassen und habe Angst sie nackt zu sehen. Ich habe Angst die Narbe irgendwann zu sehen und ich hab Angst dass sie dann Schmerzen hat falls wir es mal wieder versuchen sollten. Ich bin ehrlich. Seit ich bin in meinem Leben nie ohne regelmäßige Selbstbefriedigung oder Sex ausgekommen. Bin da ein ganz normaler Mann. Aber seit der Geburt ist tote Hose. Ich will einfach nicht mehr. Die Vorstellung dass ich mich selbst befriedige während meine Frau sowas durchmachen muss widert mich an. Ich weiß nicht wie es weiter geht. Vielleicht wird es von allein besser. Ich werde es mit dem Sex versuchen wenn meine Frau irgendwann auf mich zukommen sollte weiß aber nicht was passiert?

Aber ich liebe meine Frau und wenn ich mein Kind in den Armen halte gibt es Momente wo ich alles ausblenden kann.


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21. Januar 2018 um 10:23
In Antwort auf eiche

Ich schreibe hier über die, aus meiner Sicht, traumatischen Erlebnisse bei der Geburt meines Kindes, die mich psychisch sehr mitgenommen haben. Ich hoffe es damit überwinden zu können. Ich habe schon mit meiner Frau und nahen Angehörigen darüber geredet mit der Hoffnung es akzeptieren zu können. Im Endeffekt geht es meiner Frau und dem Kind soweit ich das jetzt beurteilen kann gut. Aber nach drei Wochen bekomm ich immer mehr den Eindruck, dass mit einer anderen Hebamme die Geburt einfacher hätte verlaufen können.

Ich liebe meine Frau und sie hatte eine vollkommen unauffällige Schwangerschaft. Sie hat sich in einem Vorbereitungskurs darauf vorbereitet und ich hab sie auch immer dazu angehalten ihre Dammmassagen zu machen. Es war das erste Kind. Es war normal groß und da meine Frau selber relativ groß ist waren die Voraussetzungen eigentlich gut.

Wir hatten eigentlich eine Beleghebamme, die unglücklicherweise bei der Geburt verhindert war. So sind wir so in das Krankenhaus gefahren. Ich hatte es schon geahnt wir waren viel zu früh da. Wirklich los mit der Geburt ging es erst 18 Stunden später. Meine Frau bekam so erst ein Zimmer und drehte fleißig ihre Runden. Weil das hatten wir gelernt: Bewegung ist wichtig damit es voran geht.

Fünf Stunden vor der Geburt wurden die Wehen dann richtig heftig und meine Frau ist wieder auf die Entbindungsstation gegangen. Ich kam dann auch gerade wieder in Krankenhaus. Meine Frau hatte mich zwischenzeitlich zu Bekannten zum Schlafen geschickt, damit wenigstens einer von uns fit blieb.
Sie kam dann wieder an einen Wehenschreiber und es sollte gleich jemand kommen und nachschauen. Das gleich war dann eine dreiviertelstunde später. Wir waren in einem Raum den man im besten fall als bessere Abstellkammer beschreiben konnte. Außer einem Bett mit einem Tuch zum Festhalten an der Decke war nichts vorhanden. Die Untersuchung ergab dann dass der Muttermund 4cm offen war ( am Anfang war es 1 cm). Wir bekamen dann eine Hebamme zugewiesen und das erste was die Frau in den Mund nahm war ob meine Frau eine PDA haben wollte. Keine Frage ob sie nicht in ein anders Zimmer mit Badewanne gehen wolle und alles sonst was die anderen Zimmer so boten. Die waren nämlich augenscheinlich frei. Wir hatten vorher darüber gesprochen und meine Frau wollte nie eine PDA. Sie wollte nie ans Bett gefesselt sein, sich danach nicht bewegen können und nicht an den Wehentropf. Das hat die Hebamme so natürlich nicht erwähnt und erst als ich mit meiner Frau, die Wehen machten ihr schon wirklich zu schaffen, nochmal dran erinnert hatte lehnte sie die PDA ab. Es war hier schon wirklich schwer für mich weil ich nicht mehr wusste ob ich wirklich im Interesse meiner Frau handelte. Aber ich dachte schon die ganze Zeit: Hier läuft doch irgendwas falsch. Das hatte nichts damit zu tun wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde und wie es auch bei der Klinikbesichtigung rüber kam. Die Hebamme bot meiner Frau dann ein Schmerzmittel über den Tropf und das nahm sie dann auch. Sie durfte nun aber nicht mehr aufstehen, weil es auf den Kreislauf ging und war zudem neben dem Wehenschreiber noch an den Tropf gebunden.
Das Schmerzmittel half wirklich was die Schmerzen anging aber es hatte auch eine andere Wirkung. Es schwächte die Wehen so, dass es gar nicht mehr voran ging und als dann nach einer Stunde wieder der Muttermund kontrolliert wurde hatte sich gar nichts mehr getan. Das Schmerzmittel kam dann wieder weg und weil meiner Frau es im Bett dann kaum noch aushielt sagte ich ihr sie soll doch aufstehen. Ich pass schon auf sie auf. So konnte sie die Schmerzen viel besser aushalten, wobei sie immer noch an den Wehenschreiber und an dem Tropf hing und sich daher nur sehr eingeschränkt bewegen konnte. Aber siehe da, nach gerade einer dreiviertel Stunde war der Muttermund nun schon auf 7 cm. Genau wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde. Bewegung ist das beste. Nun bestand die Hebamme aber wieder darauf dass sich meine Frau ins Bett legte weil der Wehenschreiber sonst nicht richtig funktionieren würde. Das Schmerzmittel wurde auch wieder gegeben und das machte meine Frau wieder sehr müde und parallel gingen auch die Herztöne vom Kind runter. Es ging ab dann eigentlich recht schnell auch wenn ich es nicht mehr ganz auf die Reihe bekomme. Die Fruchtblase wurde aufgestochen und der Muttermund war dann recht schnell bei 10 cm. Die Hebamme war auch nicht die ganze Zeit da. Einmal kam sie von einer Raucherpause zurück was man roch. Meine Frau wollte dann gern auf einen Geburtshocker. Durfte sie nicht. Vierfüsserstand durfte sie auch nur ganz kurz weil dann der Wehenschreiber nicht mehr richtige Werte lieferte. An dem Strick an der Decke durfte sie sich auch nicht mehr festhalten sondern sollte schön an den Beinen ziehen. Das Ende vom Lied war dann, ich habe wirklich nur noch bruchstückhafte Erinnerungen, mit einer Saugglocke rausgezogen wurde während ein zweiter Arzt auf dem Bauch rumgesprungen ist und dass alles schön mit Dammschnitt. Ich höre die Ärztin immer noch zur Hebamme rufen: "Schneid tiefer." ...

Muss jetzt erst mal Pause machen beim Schreiben. Bin schon wieder fix und fertig.

Es war in diesem Moment zu viel für mich. Das Bild, als die Schnitt hat sich so in meinen Kopf gebrannt. Ich war kurz davor ein Loch in die Wand zu hauen, den Raum zu verlassen und so laut ich konnte "NEIN" zu schreien. Aber ich unterdrückte dass irgendwie alles. Ich musste bei meiner Frau bleiben. Sie erzählte mir später dass das Kind rausgezogen wurde obwohl sie in dem Moment nicht mal eine Wehe hatte. Ich hatte das Kind dann in den Armen und musste an Erzählungen anderer Väter von dem glücklichsten Moment in ihrem Leben denken. Ich fühlte gar nichts. Ich wusste nur, dass war der schlimmste Tag in meinen Leben. Meine Frau wurde dann zusammengeflickt, es sah so furchtbar aus und kam dann aufs Zimmer. Sie hatte starken Schmerzen in den Tagen danach inzwischen scheint es zu gehen, wobei ich manchmal den Verdacht habe dass sie mir etwas verschweigt.

Ich habe seit dem unkontrollierbare Muskelzuckungen, die ich vor meiner Frau so gut es geht verberge und wenn ich die ersten Tage allein Auto gefahren bin und allein auf der Straße war habe ich so lange und so laut es ging "NEIN" geschrien bis ich ganz heißer war. Ich bekomme es einfach aus meinen Kopf nicht raus. Ich habe es mit Reden versucht. Hab mir versucht klar zu machen es geht dem Kind gut und meiner Frau geht es ja auch irgendwie "gut". Die Begründung der Ärzte war das die Nabelschnur um das Kind lag, aber wie ich inzwischen weiß kommt das häufiger vor. Auch glaube ich daran das die Herztöne durch die Schmerzmittel runter gegangen sind, genau wie sie meine Frau so müde gemacht haben. Und dass sie halt die ganze Zeit an das Bett gefesselt wurde und nicht in die Geburtsposition konnte die sie wollte. Oder hätte ich von Anfang an nichts sagen sollen? Dann hätte sie wenigstens eine PDA gehabt und nicht so viele Schmerzen. Auch darüber mach ich mir große Vorwürfe.

Und unabhängig davon. Ich weiß nicht wie ich mit meiner Frau jeweils wieder Sex haben soll. Ich trau mich kaum sie in bestimmten Regionen anzufassen und habe Angst sie nackt zu sehen. Ich habe Angst die Narbe irgendwann zu sehen und ich hab Angst dass sie dann Schmerzen hat falls wir es mal wieder versuchen sollten. Ich bin ehrlich. Seit ich bin in meinem Leben nie ohne regelmäßige Selbstbefriedigung oder Sex ausgekommen. Bin da ein ganz normaler Mann. Aber seit der Geburt ist tote Hose. Ich will einfach nicht mehr. Die Vorstellung dass ich mich selbst befriedige während meine Frau sowas durchmachen muss widert mich an. Ich weiß nicht wie es weiter geht. Vielleicht wird es von allein besser. Ich werde es mit dem Sex versuchen wenn meine Frau irgendwann auf mich zukommen sollte weiß aber nicht was passiert?

Aber ich liebe meine Frau und wenn ich mein Kind in den Armen halte gibt es Momente wo ich alles ausblenden kann.


 

Ich habe den Eindruck Ihr hattet durch den Vorbereitungskurs eine zu konkrete Erwartungshaltung, wie eine Geburt abzulaufen hat. Das finde ich persönlich auch immer schwierig, wenn die Kursleitung dann das "ideale Geburtserlebnis" beschreibt und in den höchstenTönen lobt und nicht darauf eingeht, dass nicht alle Geburten so ablaufen können bzw. jegliche Art von Intervention verteufelt. Ich hatte beispielsweise damals gefragt wie denn die Abläufe bei einem ungeplanten Kaiserschnitt sind, nur um drauf vorbereitet zu sein, da wollte die Hebamme gar nicht so drauf eingehen. Insofern plädiere ich dafür, die Geburtsvorbereitungskurse auch immer kritisch zu hinterfragen.
Und auch bei außerklinischen- oder Beleggeburten kann es sein dass es nicht rund läuft (Verlegung, Chemie stimmt nicht, ...). Eine Geburt ist nunmal weder Wunschkonzert noch Ponyhof.

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23. Januar 2018 um 18:41

Ich könnte da gar nicht zu Hause sitzen und nicht wissen was gerade passiert,  wie es dem Partner geht.

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23. Januar 2018 um 15:48

Wieso ob wirklich freiwillig?  
Ich bin echt der Meinung,  wenn ein Paar ein Kind plant,  dass es dann mit dazu gehört,  dass der Mann sie bei der Geburt begleitet. 
Als Frau wird man da auch nicht gefragt bzw weiß, dass man das Kind auf die Welt bringen muss. Ich finde kein Mann muss sich da unten was angucken oder wie sie nähen etc, aber wieso um Gottes Willen kann er sich nicht so setzen, dass er für die Frau da ist, die Hebamme holen kann etc. Nee kapier ich nicht. 
Ich wäre richtig sauer aber auch verdammt enttäuscht gewesen, wenn mein Mann da nicht mitgekommen wäre. Ich als Frau habe die Wehen, die Schmerzen etc und da ist es für ihn schon zuviel,  mir einfach eine Stütze zu sein?

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18. Januar 2018 um 18:22

Das liest sich sehr schlimm und ich kann deine Angst verstehen. Hole dir bitte psychologische Hilfe!!!! Ohne wirst du es kaum verarbeiten können fürchte ich!

Alles gute für eure kleine Familie 

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18. Januar 2018 um 19:31

Das tut mir sehr leid, das zu lesen...das klingt nach einer sehr traumatischen geburt.
Ich kann mich mietze nur anschließen, such dir psychologische hilfe....
 

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18. Januar 2018 um 19:33

Alles gute für euch!!!

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19. Januar 2018 um 9:42

Zuallererst: Es tut mir wirklich sehr leid, dass ihr so ein schlechtes Erlebnis hattet. Ihr solltet euch beide Hilfe holen, eventuell ist das Erlebte auch an deiner Frau nicht spurlos vorbei gegangen. 

Mache dir klar: du trägst keine Schuld. Man liest so einiges über gestresstes KH Personal, die auf Grund der Überforderung weder die Geduld, noch die Zeit für lange Geburten haben. Das wird bei euch das eigentliche Problem gewesen sein. 

Wünsche euch dreien alles Gute!

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19. Januar 2018 um 15:37

Ich glaube mein wirkliches Problem ist nicht das Ende sondern der Weg der dahin geführt hat. Allein das meine Frau von vorhinein an diese beschissenen (tut mir Leid für den Ausdruck) Schläuche und Kabel gefesselt war obwohl da noch alles in Ordung war. Hätte sie sich in dem Raum ein bisschen bewegen können wäre das alles viel leichter für sie gewesen. Und dann dieser fast Zwang ihr Schmerzmittel aufzudrücken als gäbe es dazu keine Alternative. Hauptsache die Patientin liegt schön auf dem Bett kann sich im besten Fall nicht bewegen und man kann als Hebamme und Arzt schön an ihr rumdoktoren. Sie durfte ja am Ende nicht mal mehr aufs Klo sondern sie haben die Blase mit Kathether entleert! Davor haben die auch schon im Vorbereitungskurs gewarnt und es ist genau so gekommen. Man ist ja völlig machtlos wenn einem die Götter in Weiß gegenüberstehen. Und das hatte ich oben noch gar nicht geschrieben am Ende als die Ärzte kamen hat die Hebamme ständig noch drauf rumgeritten, dass sie ja eine PDA angeboten hätte aber wir hätten sie ja schließlich nicht gewollt. Nach dem Motto wer zu blöd ist, muss jetzt mit den Konsequenzen leben. Ich glaube fast fest daran, dass mit einer PDA es ein Kaiserschnitt geworden wäre, weil da gar nichts vorwärts gegangen wäre.

Ich kann nur jedem raten macht die Geburt mit einer Beleghebamme, der ihr vertraut. Das ist sehr gut angelegtes Geld. Und so hart es auch wird: Nehmt keine Schmerzmittel wenn ihr natürlich entbinden wollt. Auch wenn ich mich jetzt Anmaße über etwas zu urteilen, dass ich nie selber erfahren werden. Nicht jede Geburt kann toll und problemlos verlaufen. Manchmal laufen Dinge nicht wie es seien sollte und man muss akzeptieren, dass kein Weg um einen Kaiserschnitt oder obiges herum geführt hätte. Es geht schließlich um ein Leben.  Ich habe versucht es zu akzeptieren aber je mehr Zeit ins Land geht um so mehr wird mir klar das hier von Anfang an schon zuviel schief gelaufen ist.

Ich werde jetzt erst mal weiter sehen, ob die Zeit die Wunden heilt. Meine Frau war schon einmal schwanger und hat das Kind sehr früh verloren. Das war auch hart für mich aber ich habe es geschafft darüber hinweg zu kommen. Was mir sehr helfen würde wäre wenn meine Frau körperlich vollkommen heilen würde. Aber das muss erst die Zeit zeigen.

MfG und danke für die Anteilnahme

Ich will auch keinem die Lust auf eine Geburt vermiesen. Es kann auch toll sein seine Partnerin zu unterstützen und ich bin so mega stolz auf sie wie tapfer sie dass alles durchgestanden hat. Ich liebe sie dadurch noch viel mehr. Ich hätte nur zu gern gesehen wie das Kind auf natürlichen Weg das Licht der Welt erblickt hätte,  aber wenn man den Körper schlicht weg nicht lässt ... was soll man dann machen.

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19. Januar 2018 um 16:35

Das ist das erste Mal, das jemand so schreibt, wie ich es empfinde.
Ich hatte schon vor Schwangerschaft den total Horror vor einer Geburt und mir war immer klar, dass ich einen Kaiserschnitt wollte.
Ich konnte noch nie nachvollziehen, warum es anscheinend sooo toll sein soll, ein Baby da unten durchzupressen. Das ist mein aller intimster Bereich und da bin ich am verletzbarsten. Dass da unten was kaputtgeht oder jemand mir dort Schmerzen zufügt oder mich schneidet, ist eine absolute Horrorvorstellung von mir und hätte mich sicherlich stark traumatisiert.

Es tut mir leid, dass dich die Angelegenheit so mitnimmt und ganz besonders tut mir deine Frau leid, sie ist sicherlich auch stark betroffen, und hat sicherlich auch Angst vor Ihren Verletztungen und wie das mal aussehen wird, ob sie wieder fühlen wird, es wieder wie vorher wird...Sie macht sich sicher auch Gedanken über euren Sex.
Bitte versuche hier sehr sensibel zu sein, versucht offen zu reden, auch wenns peinlich und schwer ist und geb ihr Selbtvertrauen. 
Man kann bleibende Verletzungen auch nochmal operativ korrigieren, Beckenbodentraining etc. 
Bitte nehmt da alles mit was geht.

Sogar ich, und ich hatte keinerlei Geburtsvorgang, also keine WEhen, keine Muttermund¨offnung etc., sondern einen Kaiserschnitt hatte hinterher Probleme...Meine Gebärmutter hatte sich verlagert und "verkrampft" aufgrund einer unentdeckten Problematik während der Schangerschaft... Ich habe Beckenboden Vaginal Elektrostimulation benötigt, damit ich wieder mit meinem Partner verkehren konnte  
Wie du siehst, gibts da ne Menge Sachen, die man tun kann. 
Bez¨uglich eurer Psyche müsst ihr euch da viel selbst gegenseitig heilen und sich auch icht schämen, daevtl auch professionelle Hlfe zu holen.

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20. Januar 2018 um 20:32
In Antwort auf eiche

Ich schreibe hier über die, aus meiner Sicht, traumatischen Erlebnisse bei der Geburt meines Kindes, die mich psychisch sehr mitgenommen haben. Ich hoffe es damit überwinden zu können. Ich habe schon mit meiner Frau und nahen Angehörigen darüber geredet mit der Hoffnung es akzeptieren zu können. Im Endeffekt geht es meiner Frau und dem Kind soweit ich das jetzt beurteilen kann gut. Aber nach drei Wochen bekomm ich immer mehr den Eindruck, dass mit einer anderen Hebamme die Geburt einfacher hätte verlaufen können.

Ich liebe meine Frau und sie hatte eine vollkommen unauffällige Schwangerschaft. Sie hat sich in einem Vorbereitungskurs darauf vorbereitet und ich hab sie auch immer dazu angehalten ihre Dammmassagen zu machen. Es war das erste Kind. Es war normal groß und da meine Frau selber relativ groß ist waren die Voraussetzungen eigentlich gut.

Wir hatten eigentlich eine Beleghebamme, die unglücklicherweise bei der Geburt verhindert war. So sind wir so in das Krankenhaus gefahren. Ich hatte es schon geahnt wir waren viel zu früh da. Wirklich los mit der Geburt ging es erst 18 Stunden später. Meine Frau bekam so erst ein Zimmer und drehte fleißig ihre Runden. Weil das hatten wir gelernt: Bewegung ist wichtig damit es voran geht.

Fünf Stunden vor der Geburt wurden die Wehen dann richtig heftig und meine Frau ist wieder auf die Entbindungsstation gegangen. Ich kam dann auch gerade wieder in Krankenhaus. Meine Frau hatte mich zwischenzeitlich zu Bekannten zum Schlafen geschickt, damit wenigstens einer von uns fit blieb.
Sie kam dann wieder an einen Wehenschreiber und es sollte gleich jemand kommen und nachschauen. Das gleich war dann eine dreiviertelstunde später. Wir waren in einem Raum den man im besten fall als bessere Abstellkammer beschreiben konnte. Außer einem Bett mit einem Tuch zum Festhalten an der Decke war nichts vorhanden. Die Untersuchung ergab dann dass der Muttermund 4cm offen war ( am Anfang war es 1 cm). Wir bekamen dann eine Hebamme zugewiesen und das erste was die Frau in den Mund nahm war ob meine Frau eine PDA haben wollte. Keine Frage ob sie nicht in ein anders Zimmer mit Badewanne gehen wolle und alles sonst was die anderen Zimmer so boten. Die waren nämlich augenscheinlich frei. Wir hatten vorher darüber gesprochen und meine Frau wollte nie eine PDA. Sie wollte nie ans Bett gefesselt sein, sich danach nicht bewegen können und nicht an den Wehentropf. Das hat die Hebamme so natürlich nicht erwähnt und erst als ich mit meiner Frau, die Wehen machten ihr schon wirklich zu schaffen, nochmal dran erinnert hatte lehnte sie die PDA ab. Es war hier schon wirklich schwer für mich weil ich nicht mehr wusste ob ich wirklich im Interesse meiner Frau handelte. Aber ich dachte schon die ganze Zeit: Hier läuft doch irgendwas falsch. Das hatte nichts damit zu tun wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde und wie es auch bei der Klinikbesichtigung rüber kam. Die Hebamme bot meiner Frau dann ein Schmerzmittel über den Tropf und das nahm sie dann auch. Sie durfte nun aber nicht mehr aufstehen, weil es auf den Kreislauf ging und war zudem neben dem Wehenschreiber noch an den Tropf gebunden.
Das Schmerzmittel half wirklich was die Schmerzen anging aber es hatte auch eine andere Wirkung. Es schwächte die Wehen so, dass es gar nicht mehr voran ging und als dann nach einer Stunde wieder der Muttermund kontrolliert wurde hatte sich gar nichts mehr getan. Das Schmerzmittel kam dann wieder weg und weil meiner Frau es im Bett dann kaum noch aushielt sagte ich ihr sie soll doch aufstehen. Ich pass schon auf sie auf. So konnte sie die Schmerzen viel besser aushalten, wobei sie immer noch an den Wehenschreiber und an dem Tropf hing und sich daher nur sehr eingeschränkt bewegen konnte. Aber siehe da, nach gerade einer dreiviertel Stunde war der Muttermund nun schon auf 7 cm. Genau wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde. Bewegung ist das beste. Nun bestand die Hebamme aber wieder darauf dass sich meine Frau ins Bett legte weil der Wehenschreiber sonst nicht richtig funktionieren würde. Das Schmerzmittel wurde auch wieder gegeben und das machte meine Frau wieder sehr müde und parallel gingen auch die Herztöne vom Kind runter. Es ging ab dann eigentlich recht schnell auch wenn ich es nicht mehr ganz auf die Reihe bekomme. Die Fruchtblase wurde aufgestochen und der Muttermund war dann recht schnell bei 10 cm. Die Hebamme war auch nicht die ganze Zeit da. Einmal kam sie von einer Raucherpause zurück was man roch. Meine Frau wollte dann gern auf einen Geburtshocker. Durfte sie nicht. Vierfüsserstand durfte sie auch nur ganz kurz weil dann der Wehenschreiber nicht mehr richtige Werte lieferte. An dem Strick an der Decke durfte sie sich auch nicht mehr festhalten sondern sollte schön an den Beinen ziehen. Das Ende vom Lied war dann, ich habe wirklich nur noch bruchstückhafte Erinnerungen, mit einer Saugglocke rausgezogen wurde während ein zweiter Arzt auf dem Bauch rumgesprungen ist und dass alles schön mit Dammschnitt. Ich höre die Ärztin immer noch zur Hebamme rufen: "Schneid tiefer." ...

Muss jetzt erst mal Pause machen beim Schreiben. Bin schon wieder fix und fertig.

Es war in diesem Moment zu viel für mich. Das Bild, als die Schnitt hat sich so in meinen Kopf gebrannt. Ich war kurz davor ein Loch in die Wand zu hauen, den Raum zu verlassen und so laut ich konnte "NEIN" zu schreien. Aber ich unterdrückte dass irgendwie alles. Ich musste bei meiner Frau bleiben. Sie erzählte mir später dass das Kind rausgezogen wurde obwohl sie in dem Moment nicht mal eine Wehe hatte. Ich hatte das Kind dann in den Armen und musste an Erzählungen anderer Väter von dem glücklichsten Moment in ihrem Leben denken. Ich fühlte gar nichts. Ich wusste nur, dass war der schlimmste Tag in meinen Leben. Meine Frau wurde dann zusammengeflickt, es sah so furchtbar aus und kam dann aufs Zimmer. Sie hatte starken Schmerzen in den Tagen danach inzwischen scheint es zu gehen, wobei ich manchmal den Verdacht habe dass sie mir etwas verschweigt.

Ich habe seit dem unkontrollierbare Muskelzuckungen, die ich vor meiner Frau so gut es geht verberge und wenn ich die ersten Tage allein Auto gefahren bin und allein auf der Straße war habe ich so lange und so laut es ging "NEIN" geschrien bis ich ganz heißer war. Ich bekomme es einfach aus meinen Kopf nicht raus. Ich habe es mit Reden versucht. Hab mir versucht klar zu machen es geht dem Kind gut und meiner Frau geht es ja auch irgendwie "gut". Die Begründung der Ärzte war das die Nabelschnur um das Kind lag, aber wie ich inzwischen weiß kommt das häufiger vor. Auch glaube ich daran das die Herztöne durch die Schmerzmittel runter gegangen sind, genau wie sie meine Frau so müde gemacht haben. Und dass sie halt die ganze Zeit an das Bett gefesselt wurde und nicht in die Geburtsposition konnte die sie wollte. Oder hätte ich von Anfang an nichts sagen sollen? Dann hätte sie wenigstens eine PDA gehabt und nicht so viele Schmerzen. Auch darüber mach ich mir große Vorwürfe.

Und unabhängig davon. Ich weiß nicht wie ich mit meiner Frau jeweils wieder Sex haben soll. Ich trau mich kaum sie in bestimmten Regionen anzufassen und habe Angst sie nackt zu sehen. Ich habe Angst die Narbe irgendwann zu sehen und ich hab Angst dass sie dann Schmerzen hat falls wir es mal wieder versuchen sollten. Ich bin ehrlich. Seit ich bin in meinem Leben nie ohne regelmäßige Selbstbefriedigung oder Sex ausgekommen. Bin da ein ganz normaler Mann. Aber seit der Geburt ist tote Hose. Ich will einfach nicht mehr. Die Vorstellung dass ich mich selbst befriedige während meine Frau sowas durchmachen muss widert mich an. Ich weiß nicht wie es weiter geht. Vielleicht wird es von allein besser. Ich werde es mit dem Sex versuchen wenn meine Frau irgendwann auf mich zukommen sollte weiß aber nicht was passiert?

Aber ich liebe meine Frau und wenn ich mein Kind in den Armen halte gibt es Momente wo ich alles ausblenden kann.


 

Lieber Eiche,
Ich habe nun deinen Bericht mehrfach gelesen und wirken lassen.  Die Geburt meines Sohnes ist ähnlich verlaufen. Bis darauf dass due Nabelschnur am rechten Platz war und ich eine PDA wollte. Der signifikante Unterschied jedoch ist dass ich Krankenhauspersonal hatte dass uns zu jeder genauestens erklärt hat was los ist und uns damit die Angst genommen hat. Ich wurde sehr tief geschnitten und konnte 8 Wochen nur mit Schmerzen laufen. Auch brauchte es zwei Personen die auf den Bauch drückten. 3 x kam der Arzt um zu entscheiden ob wir es auf natürlichen Weg packen können....und trotz alle dem war es eine Traumgeburt. Bei euch hat das Personal einfach nur versagt. Ich rate euch beiden dringend zu einer therapeutischen Behandlung. Eventuell würe eine Traumatherapie was? Wünsche euch alles Gute. Die sichtbaren Narben werden verheilen da kannst du dir sicher sein. Das mit dem Sex kommt wieder. Aber für euren Seelenfrieden benötigt ihr Unterstützung 

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21. Januar 2018 um 10:23
In Antwort auf eiche

Ich schreibe hier über die, aus meiner Sicht, traumatischen Erlebnisse bei der Geburt meines Kindes, die mich psychisch sehr mitgenommen haben. Ich hoffe es damit überwinden zu können. Ich habe schon mit meiner Frau und nahen Angehörigen darüber geredet mit der Hoffnung es akzeptieren zu können. Im Endeffekt geht es meiner Frau und dem Kind soweit ich das jetzt beurteilen kann gut. Aber nach drei Wochen bekomm ich immer mehr den Eindruck, dass mit einer anderen Hebamme die Geburt einfacher hätte verlaufen können.

Ich liebe meine Frau und sie hatte eine vollkommen unauffällige Schwangerschaft. Sie hat sich in einem Vorbereitungskurs darauf vorbereitet und ich hab sie auch immer dazu angehalten ihre Dammmassagen zu machen. Es war das erste Kind. Es war normal groß und da meine Frau selber relativ groß ist waren die Voraussetzungen eigentlich gut.

Wir hatten eigentlich eine Beleghebamme, die unglücklicherweise bei der Geburt verhindert war. So sind wir so in das Krankenhaus gefahren. Ich hatte es schon geahnt wir waren viel zu früh da. Wirklich los mit der Geburt ging es erst 18 Stunden später. Meine Frau bekam so erst ein Zimmer und drehte fleißig ihre Runden. Weil das hatten wir gelernt: Bewegung ist wichtig damit es voran geht.

Fünf Stunden vor der Geburt wurden die Wehen dann richtig heftig und meine Frau ist wieder auf die Entbindungsstation gegangen. Ich kam dann auch gerade wieder in Krankenhaus. Meine Frau hatte mich zwischenzeitlich zu Bekannten zum Schlafen geschickt, damit wenigstens einer von uns fit blieb.
Sie kam dann wieder an einen Wehenschreiber und es sollte gleich jemand kommen und nachschauen. Das gleich war dann eine dreiviertelstunde später. Wir waren in einem Raum den man im besten fall als bessere Abstellkammer beschreiben konnte. Außer einem Bett mit einem Tuch zum Festhalten an der Decke war nichts vorhanden. Die Untersuchung ergab dann dass der Muttermund 4cm offen war ( am Anfang war es 1 cm). Wir bekamen dann eine Hebamme zugewiesen und das erste was die Frau in den Mund nahm war ob meine Frau eine PDA haben wollte. Keine Frage ob sie nicht in ein anders Zimmer mit Badewanne gehen wolle und alles sonst was die anderen Zimmer so boten. Die waren nämlich augenscheinlich frei. Wir hatten vorher darüber gesprochen und meine Frau wollte nie eine PDA. Sie wollte nie ans Bett gefesselt sein, sich danach nicht bewegen können und nicht an den Wehentropf. Das hat die Hebamme so natürlich nicht erwähnt und erst als ich mit meiner Frau, die Wehen machten ihr schon wirklich zu schaffen, nochmal dran erinnert hatte lehnte sie die PDA ab. Es war hier schon wirklich schwer für mich weil ich nicht mehr wusste ob ich wirklich im Interesse meiner Frau handelte. Aber ich dachte schon die ganze Zeit: Hier läuft doch irgendwas falsch. Das hatte nichts damit zu tun wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde und wie es auch bei der Klinikbesichtigung rüber kam. Die Hebamme bot meiner Frau dann ein Schmerzmittel über den Tropf und das nahm sie dann auch. Sie durfte nun aber nicht mehr aufstehen, weil es auf den Kreislauf ging und war zudem neben dem Wehenschreiber noch an den Tropf gebunden.
Das Schmerzmittel half wirklich was die Schmerzen anging aber es hatte auch eine andere Wirkung. Es schwächte die Wehen so, dass es gar nicht mehr voran ging und als dann nach einer Stunde wieder der Muttermund kontrolliert wurde hatte sich gar nichts mehr getan. Das Schmerzmittel kam dann wieder weg und weil meiner Frau es im Bett dann kaum noch aushielt sagte ich ihr sie soll doch aufstehen. Ich pass schon auf sie auf. So konnte sie die Schmerzen viel besser aushalten, wobei sie immer noch an den Wehenschreiber und an dem Tropf hing und sich daher nur sehr eingeschränkt bewegen konnte. Aber siehe da, nach gerade einer dreiviertel Stunde war der Muttermund nun schon auf 7 cm. Genau wie es im Vorbereitungskurs erzählt wurde. Bewegung ist das beste. Nun bestand die Hebamme aber wieder darauf dass sich meine Frau ins Bett legte weil der Wehenschreiber sonst nicht richtig funktionieren würde. Das Schmerzmittel wurde auch wieder gegeben und das machte meine Frau wieder sehr müde und parallel gingen auch die Herztöne vom Kind runter. Es ging ab dann eigentlich recht schnell auch wenn ich es nicht mehr ganz auf die Reihe bekomme. Die Fruchtblase wurde aufgestochen und der Muttermund war dann recht schnell bei 10 cm. Die Hebamme war auch nicht die ganze Zeit da. Einmal kam sie von einer Raucherpause zurück was man roch. Meine Frau wollte dann gern auf einen Geburtshocker. Durfte sie nicht. Vierfüsserstand durfte sie auch nur ganz kurz weil dann der Wehenschreiber nicht mehr richtige Werte lieferte. An dem Strick an der Decke durfte sie sich auch nicht mehr festhalten sondern sollte schön an den Beinen ziehen. Das Ende vom Lied war dann, ich habe wirklich nur noch bruchstückhafte Erinnerungen, mit einer Saugglocke rausgezogen wurde während ein zweiter Arzt auf dem Bauch rumgesprungen ist und dass alles schön mit Dammschnitt. Ich höre die Ärztin immer noch zur Hebamme rufen: "Schneid tiefer." ...

Muss jetzt erst mal Pause machen beim Schreiben. Bin schon wieder fix und fertig.

Es war in diesem Moment zu viel für mich. Das Bild, als die Schnitt hat sich so in meinen Kopf gebrannt. Ich war kurz davor ein Loch in die Wand zu hauen, den Raum zu verlassen und so laut ich konnte "NEIN" zu schreien. Aber ich unterdrückte dass irgendwie alles. Ich musste bei meiner Frau bleiben. Sie erzählte mir später dass das Kind rausgezogen wurde obwohl sie in dem Moment nicht mal eine Wehe hatte. Ich hatte das Kind dann in den Armen und musste an Erzählungen anderer Väter von dem glücklichsten Moment in ihrem Leben denken. Ich fühlte gar nichts. Ich wusste nur, dass war der schlimmste Tag in meinen Leben. Meine Frau wurde dann zusammengeflickt, es sah so furchtbar aus und kam dann aufs Zimmer. Sie hatte starken Schmerzen in den Tagen danach inzwischen scheint es zu gehen, wobei ich manchmal den Verdacht habe dass sie mir etwas verschweigt.

Ich habe seit dem unkontrollierbare Muskelzuckungen, die ich vor meiner Frau so gut es geht verberge und wenn ich die ersten Tage allein Auto gefahren bin und allein auf der Straße war habe ich so lange und so laut es ging "NEIN" geschrien bis ich ganz heißer war. Ich bekomme es einfach aus meinen Kopf nicht raus. Ich habe es mit Reden versucht. Hab mir versucht klar zu machen es geht dem Kind gut und meiner Frau geht es ja auch irgendwie "gut". Die Begründung der Ärzte war das die Nabelschnur um das Kind lag, aber wie ich inzwischen weiß kommt das häufiger vor. Auch glaube ich daran das die Herztöne durch die Schmerzmittel runter gegangen sind, genau wie sie meine Frau so müde gemacht haben. Und dass sie halt die ganze Zeit an das Bett gefesselt wurde und nicht in die Geburtsposition konnte die sie wollte. Oder hätte ich von Anfang an nichts sagen sollen? Dann hätte sie wenigstens eine PDA gehabt und nicht so viele Schmerzen. Auch darüber mach ich mir große Vorwürfe.

Und unabhängig davon. Ich weiß nicht wie ich mit meiner Frau jeweils wieder Sex haben soll. Ich trau mich kaum sie in bestimmten Regionen anzufassen und habe Angst sie nackt zu sehen. Ich habe Angst die Narbe irgendwann zu sehen und ich hab Angst dass sie dann Schmerzen hat falls wir es mal wieder versuchen sollten. Ich bin ehrlich. Seit ich bin in meinem Leben nie ohne regelmäßige Selbstbefriedigung oder Sex ausgekommen. Bin da ein ganz normaler Mann. Aber seit der Geburt ist tote Hose. Ich will einfach nicht mehr. Die Vorstellung dass ich mich selbst befriedige während meine Frau sowas durchmachen muss widert mich an. Ich weiß nicht wie es weiter geht. Vielleicht wird es von allein besser. Ich werde es mit dem Sex versuchen wenn meine Frau irgendwann auf mich zukommen sollte weiß aber nicht was passiert?

Aber ich liebe meine Frau und wenn ich mein Kind in den Armen halte gibt es Momente wo ich alles ausblenden kann.


 

Ich habe den Eindruck Ihr hattet durch den Vorbereitungskurs eine zu konkrete Erwartungshaltung, wie eine Geburt abzulaufen hat. Das finde ich persönlich auch immer schwierig, wenn die Kursleitung dann das "ideale Geburtserlebnis" beschreibt und in den höchstenTönen lobt und nicht darauf eingeht, dass nicht alle Geburten so ablaufen können bzw. jegliche Art von Intervention verteufelt. Ich hatte beispielsweise damals gefragt wie denn die Abläufe bei einem ungeplanten Kaiserschnitt sind, nur um drauf vorbereitet zu sein, da wollte die Hebamme gar nicht so drauf eingehen. Insofern plädiere ich dafür, die Geburtsvorbereitungskurse auch immer kritisch zu hinterfragen.
Und auch bei außerklinischen- oder Beleggeburten kann es sein dass es nicht rund läuft (Verlegung, Chemie stimmt nicht, ...). Eine Geburt ist nunmal weder Wunschkonzert noch Ponyhof.

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21. Januar 2018 um 10:54

So kann wohl nur jemand schreiben der keine Kinder hat es ist doch völlig logisch dass ein Mann seiner Frau da beistehen will und dabei sein möchte wenn dieses Wunder zur Welt kommt und seine ersten Atemzüge macht. Mein Mann war bei allen drei Geburten dabei und dafür bin ich wahnsinnig dankbar, er war mir eine enorme Stütze. Unsere Geburten verliefen zum Glück grösstenteils sehr unkompliziert und er hat mir dabei auch nicht zwischen die Beine geguckt sondern war bei mir oben beim Kopf. Für ihn waren das genauso einmalige und emotionale Erlebnisse wie für mich und ihm würde es sehr fehlen wenn er da nicht hätte dabei sein können.

Zum Thema: es liest sich für mich wirklich auch grauenhaft, vor diesem ans Bett gefesselt sein hat es mich auch immer gegraust. Es tut mir sehr Leid für euch Beide wie das gelaufen ist und würde euch unbedingt auch zu professioneller Hilfe raten! 

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21. Januar 2018 um 14:21

 da fällt mir ein, dass ich in meiner ersten Schwangerschaft gerne so eine Geburtssendung gesehen habe . Mein Mann saß mit großen Augen daneben und könnte nicht fassen wie ich mir das jetzt in hochschwangeren Zustand antun könne ...
ich war und bin da relativ schmerzfrei, denn raus muss es ja und man kann vorher nie sagen, wie es verläuft...
Bei mir wurde an Et +11 morgens eingeleitet. Nachts um halb zwölf war ich im Kreisssaal, um vier bekam ich dann Wehenhemmer umd man versuchte eine PDA zu setzen weil ein Kaiserschnitt vorgenommen werden musste und am Ende vom Lied wurde ich in Vollnarkose gelegt, weil der Anästhesist die PDA nicht gelegt bekam ... ich heulte vor Frust und meinem Mann wurde vergessen zu sagen, dass er nicht am Kaiserschnitt teilnehmen kann, wegen der Vollnarkose... er war voller Angst weil keiner kam um ihn zu holen und plötzlich kam die Hebi mit Baby durch die Schleuse... 
es lief alles anders als "geplant" und gewünscht, aber im Nachhinein kann man nur sagen, hauptsache ist, Kind und Mama ergeht es gut! 

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21. Januar 2018 um 16:50

Ich verstehe Dich und sehe das Geburtserlebnis des TE auch nicht als schön an, ja ich denke ebenso dass weniger Intervention mehr ist. Mir fiel jedoch auch auf, dass der TE und seine Frau sehr festgelegt auf den Geburtsverlauf schienen. Keine Schmerzmittel, Badewanne, Hocker etc. Das finde ich ein wenig schwierig, weil ich denke in einem Geburtsvorbereitungskurs sollte das Thema offener angegangen werden. Es klang für mich als gäbe es dort nur gut (Hocker, keine Schmerzmittel) vs böse ( PDA, Zugang, Kaiserschnitt). Die Zwischentöne (Dammschnitt bei Frühchengeburt, Zange statt Kaiserschnitt, Vierfüssler wird als unangenehm empfunden, Wannengeburt lässt die Wehentätigkeit zurückgehen) kommen nicht zur Sprache. Sehr einfältig von der Kursleitung, denn das fördert eine unrealistische Erwartungshaltung. 

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21. Januar 2018 um 18:39

Aber wie oft kommt das vor, dass Männer meinen, das Baby würde da einfach so rausflutschen, ohne irgendwelche Körpersäfte, mit einer lächelnden Frau, die danach wieder top aussieht?
Ich denke die meisten Männer sind heutzutage ziemlich aufgeklärt und wissen, dass eine Geburt nicht immer ein Spaziergang ist. Womit viele Männer wohl eher Probleme haben, ist die Verantwortung, die sie danach tragen. Das unterschätzen viele und wenn dann auch noch die Partnerin gesundheitliche Probleme durch die Geburt hatte bzw hat, dann verkraften das viele Männer einfach nicht wirklich. Die meisten sind gar nicht so harte Hunde wie man immer meint. Emotional nimmt die das sicher mehr mit als man denkt.

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21. Januar 2018 um 18:57

Bei ihm ist es ja das, was ich schreibe: seine Frau musste sowas erleben und er fühlt sich dafür schuldig. Ich glaube letztendlich wäre das auch gekommen wenn er was vom Dammschnittvorher  gewusst hätte. 

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21. Januar 2018 um 19:12

Andersrum wird doch auch interpretiert

Er schreibt, dass er es nicht erträgt, dass seine Frau sowas erleben muss(t)e und dass ihn nicht das Ende verfolgt, sondern der gesamte Weg dahin und dass von Anfang an wohl etwas schief lief. Das lässt Spielraum für viele Interpretationen. Gut möglich, dass er sich dennoch verantwortlich fühlt für das, was generell passiert ist, und nicht nur wegen einem Dammschnitt solche Probleme hat. Gut möglich, dass er die Situation schon vorher unterschätzt hat- Es gibt nicht nur eine Möglichkeit.

Fakt ist, der Mann hat Probleme und sollte sich helfen lassen. Er hat genauso einen Anspruch auf Behandlung seines Geburtstraumas - woher auch immer das herrührt - wie eine Mutter das hat.

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22. Januar 2018 um 10:09

Ich hab ja eine bevorstehende Geburt und mein Mann ist auch kritisch wenn es darum geht, dabeizusein. Aber ich frag mich echt, was die Frauen, die ohne den Mann ins Krankenhaus gehen über den gesamten Zeitraum machen? Für mich ist das eine furchtbare Vorstellung, wenn ich da 10+ Stunden in den Wehen liege und das auch noch vollkommen alleine in einem Raum, wo die Hebamme alle heiligen Zeiten mal reinschaut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da eben mal gemütlich ein Buch lesen kann, um die Zeit zu überbrücken. Schaut man da dann stundenlang die Decke an?

Wir haben den Kompromiss geschlossen, dass er die ganze Zeit bei mir bleibt, sich aber dann bei den Presswehen umdrehen kann und nicht hinschauen muss - aber mir halt trotzdem seine Hand geben und mit mir reden kann.
Er weiß aber auch jetzt schon um Dammschnitt, kristellern und das ganze Pipapo, da hat er hoffentlich keine Illusionen mehr.

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22. Januar 2018 um 10:25

Ist hier ja nicht der Fall, eiche schrieb nix davon, dass er gezwungen wurde, also ging er wohl freiwillig mit. Deshalb ist die Diskussion darüber echt müßig.
Dass es früher besser war bezweifel ich... 

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22. Januar 2018 um 10:31

Also mein Mann stand an meinem Kopfende. Er hat gesehen wie die Schere genommen wurde, aber dann weggeschaut. Ich habe den Dammschnitt nicht gemerkt. War erstmal erleichtert,  da ich vorher immer dachte ich bekomm das Kind da nicht durch. Da es eh schon riss und die Herztöne vom Kleinen anzeigten, dass er nun mal dringend raus muss, fand ich das auch richtig. 
Meinem Mann war klar, dass sowas nicht selten vorkommt. 
Er hat sich nur ganz kurz das Nähen angesehen.

Ich hatte eine PDA und obwohl man sagt, dass sie die Wehen verlangsamen kann,  hatte ich noch so starke Wehen, dass ein Wehenhemmer danach gespritzt werden musste. 
Dann war es ok. Der Arzt musste mithelfen,  so genanntes kristellern, was ich sehr erleichternd empfand und überhaupt nicht schlimm.
Nur um hier mal die Sorge zu nehmen dass ne PDA schnell in einen Kaiserschnitt endet. Habe ich so nicht erlebt,  sondern es wurde alles getan um diesen zu vermeiden.

Ich persönlich wollte auch nicht rumlaufen , nur liegen. ( Bei der 2. Geburt war es anders, da war stehen am Besten).

Ich frage mich warum du als Mann den Dammschnitt so schlimm fandest? Klar ist das nicht schön, wird aber in der Regel unter einer Wehe gemacht,  so dass man es nicht merkt.

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22. Januar 2018 um 10:32

Oh mein Gott... das tut mir so leid für euch! So etwas durchmachen zu müssen... unvorstellbar grausam!!! 

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22. Januar 2018 um 11:14

Oh mei...
kann man da überhaupt "zur Ruhe kommen" irgendwann? 
Ich wüsste nicht, was ich da täte... 

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22. Januar 2018 um 11:43
In Antwort auf dubravushka

Ich hab ja eine bevorstehende Geburt und mein Mann ist auch kritisch wenn es darum geht, dabeizusein. Aber ich frag mich echt, was die Frauen, die ohne den Mann ins Krankenhaus gehen über den gesamten Zeitraum machen? Für mich ist das eine furchtbare Vorstellung, wenn ich da 10+ Stunden in den Wehen liege und das auch noch vollkommen alleine in einem Raum, wo die Hebamme alle heiligen Zeiten mal reinschaut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da eben mal gemütlich ein Buch lesen kann, um die Zeit zu überbrücken. Schaut man da dann stundenlang die Decke an?

Wir haben den Kompromiss geschlossen, dass er die ganze Zeit bei mir bleibt, sich aber dann bei den Presswehen umdrehen kann und nicht hinschauen muss - aber mir halt trotzdem seine Hand geben und mit mir reden kann.
Er weiß aber auch jetzt schon um Dammschnitt, kristellern und das ganze Pipapo, da hat er hoffentlich keine Illusionen mehr.

Wenn Dein Mann jetzt schon andeutet dass er da Schwierigkeiten haben wird, würde ich mich nach alternativen Begleitern umsehen, etwa Deine Mutter oder eine gute Freundin (am besten eine die schon komplikationslos geboren hat). Dann kann Dein Mann am Anfang der Geburt mit kleinen Hilfsarbeiten wie Wasserglas holen oder Stirn abtupfen betraut werden und sich dann später ggf. verkrümeln.
Oder Du nimmst Dir eine Doula.

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22. Januar 2018 um 12:41
In Antwort auf waldmeisterin1

Wenn Dein Mann jetzt schon andeutet dass er da Schwierigkeiten haben wird, würde ich mich nach alternativen Begleitern umsehen, etwa Deine Mutter oder eine gute Freundin (am besten eine die schon komplikationslos geboren hat). Dann kann Dein Mann am Anfang der Geburt mit kleinen Hilfsarbeiten wie Wasserglas holen oder Stirn abtupfen betraut werden und sich dann später ggf. verkrümeln.
Oder Du nimmst Dir eine Doula.

Mit meiner Mutter hab ich so gut wie keinen Kontakt und ich hab keine enge Freundin vor Ort, die schon Mutter ist. An Doulas hab ich auch gedacht, aber die sind zumindest hier superesoterisch, was so gar nicht mein Ding ist (und außerdem auch total teuer).

Darum muss mein Mann da ran. Er hat ja auch wissentlich das Kind gezeugt und ich hab ihm immer gesagt, dass ich will dass er da dabei ist, noch bevor ich schwanger war. Da denk ich mir, dass er das schon durchstehen kann, nachdem ich mir jetzt schon seit Monaten die Seele aus dem Leib kotze und dort wohl auch keinen Spaziergang haben werde.

Wobei ich mir bei seinem Charakter auch gut vorstellen kann, dass wenn er dann draußen sitzt er nur noch sehr viel nervöser wird, als wenn er im Zimmer ist. Abschalten ist absolut nicht sein Ding, er würd sich dann eher die schlimmsten Dinge vorstellen.

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22. Januar 2018 um 12:56
In Antwort auf dubravushka

Mit meiner Mutter hab ich so gut wie keinen Kontakt und ich hab keine enge Freundin vor Ort, die schon Mutter ist. An Doulas hab ich auch gedacht, aber die sind zumindest hier superesoterisch, was so gar nicht mein Ding ist (und außerdem auch total teuer).

Darum muss mein Mann da ran. Er hat ja auch wissentlich das Kind gezeugt und ich hab ihm immer gesagt, dass ich will dass er da dabei ist, noch bevor ich schwanger war. Da denk ich mir, dass er das schon durchstehen kann, nachdem ich mir jetzt schon seit Monaten die Seele aus dem Leib kotze und dort wohl auch keinen Spaziergang haben werde.

Wobei ich mir bei seinem Charakter auch gut vorstellen kann, dass wenn er dann draußen sitzt er nur noch sehr viel nervöser wird, als wenn er im Zimmer ist. Abschalten ist absolut nicht sein Ding, er würd sich dann eher die schlimmsten Dinge vorstellen.

Dann würde ich versuchen, ihm so gut es geht Aufgaben zu übertragen. Rückenmassage etc.
Und sei ihm nicht böse, wenn er sich dann doch mal zwischenzeitig nach draußen verzieht.

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22. Januar 2018 um 13:12
In Antwort auf waldmeisterin1

Dann würde ich versuchen, ihm so gut es geht Aufgaben zu übertragen. Rückenmassage etc.
Und sei ihm nicht böse, wenn er sich dann doch mal zwischenzeitig nach draußen verzieht.

Ja das nehm ich mir so vor aber natürlich weiss ich nicht, wie meine Nerven dann sein werden - gute Vorsätze macht man ja leicht 

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22. Januar 2018 um 14:57

Danke für deine Bereitschaft das zu erzählen und deine Antwort an mich!

Es ist sicher immer noch schwer darüber zu sprechen/schreiben! Vergessen kann man nie!
Es freut mich dass ihr noch zwei gesunde Kinder bekommen durftet!

Alles gute für dich und deine Familie. 

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22. Januar 2018 um 15:37

Ja das wär super, wenns besser gehen würde als gedacht kommt sicher auch dann auf soo viele Faktoren an. Ich lass es einfach mal auf uns zu kommen und ich hoffe, dass unsere Vereinbarung so bestehen bleibt

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23. Januar 2018 um 15:48

Wieso ob wirklich freiwillig?  
Ich bin echt der Meinung,  wenn ein Paar ein Kind plant,  dass es dann mit dazu gehört,  dass der Mann sie bei der Geburt begleitet. 
Als Frau wird man da auch nicht gefragt bzw weiß, dass man das Kind auf die Welt bringen muss. Ich finde kein Mann muss sich da unten was angucken oder wie sie nähen etc, aber wieso um Gottes Willen kann er sich nicht so setzen, dass er für die Frau da ist, die Hebamme holen kann etc. Nee kapier ich nicht. 
Ich wäre richtig sauer aber auch verdammt enttäuscht gewesen, wenn mein Mann da nicht mitgekommen wäre. Ich als Frau habe die Wehen, die Schmerzen etc und da ist es für ihn schon zuviel,  mir einfach eine Stütze zu sein?

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23. Januar 2018 um 16:48

Mein freund war bei beiden geburten nicht dabei, weil er es nicht wollte. Ich hätte ihn nie dazu gezwungen...es war in ordnung für mich.
Trotzdem ist er ein guter papa und macht alles. Das ist für mich das wichtigste....

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23. Januar 2018 um 18:09
In Antwort auf pustew

Wieso ob wirklich freiwillig?  
Ich bin echt der Meinung,  wenn ein Paar ein Kind plant,  dass es dann mit dazu gehört,  dass der Mann sie bei der Geburt begleitet. 
Als Frau wird man da auch nicht gefragt bzw weiß, dass man das Kind auf die Welt bringen muss. Ich finde kein Mann muss sich da unten was angucken oder wie sie nähen etc, aber wieso um Gottes Willen kann er sich nicht so setzen, dass er für die Frau da ist, die Hebamme holen kann etc. Nee kapier ich nicht. 
Ich wäre richtig sauer aber auch verdammt enttäuscht gewesen, wenn mein Mann da nicht mitgekommen wäre. Ich als Frau habe die Wehen, die Schmerzen etc und da ist es für ihn schon zuviel,  mir einfach eine Stütze zu sein?

Ich finde das kann man nicht vergleichen. Manche Menschen können kein Blut usw sehen oder kippen dir direkt um wenn es ihnen zu viel wird. Da darf man dann als Gebärende noch aufpassen das der Partner sich den Kopf nirgendwo anhaut. Genauso gut könnte man argumentieren das Wunschkaiserschnitte abgeschafft werden. Man wusste ja auf was man sich einlässt. Auf die idee käme ja auch keiner. Abgesehen davon ist es zum teil schlimmer der passive als der aktive part zu sein. Wir kennen es doch alle wenn unsere Kinder Krank sind oder Schmerzen haben sind wir selbst total fertig. Mich nimmt das immer sehr mit und ich leide da auch wie ein Hund. Wäre ich ein Mann im Kreißsaal würde ich wohl von Anfang bis Ende heulen und wäre anschließend ein Fall für die Psychiatrie. Ich kann sowas nicht mit ansehen, wenn es aber um mich selbst geht bin ich hart im nehmen, wieso sollte ich da meinen Freund zwingen wenn er nicht will? Frauen haben die Wahl wie sie gebären wollen, aber Männer MÜSSEN sich nach den Frauen richten? Find ich massiv unfair. 

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23. Januar 2018 um 18:27

Es darf ja jeder seine Meinung haben und ich sehe das für mich so.
Würde es andersrum sein und mein Mann würde das Kind bekommen,  wäre es für mich völlig klar, dass ich ihn nicht alleine lasse. Es ist doch unser Kind weswegen der Partner Schmerzen hat.
Mein Mann kam mit. Er hatte auch Respekt davor, aber er hatte auch Sorge um mich und somit hätte er mich nicht alleine gelassen.
Es ist ja völlig okay ,wenn andere Frauen es anders entscheiden und sie da Verständnis haben. Ich hätte mich allein gelassen gefühlt.  Ich kenne niemanden wo der Mann nicht dabei war. Noch nicht mal wenn es schon das dritte Kind war.

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23. Januar 2018 um 18:41

Ich könnte da gar nicht zu Hause sitzen und nicht wissen was gerade passiert,  wie es dem Partner geht.

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24. Januar 2018 um 6:11

@Roliboli: eure Geschichte macht mich sehr betroffen. Vor allen Dingen,  dass man weiß,  dass sie eigentlich gesund wäre.
Es ist schön,  dass ihr dennoch noch zwei gesunde Kinder bekommen habt und diese euer Ritual "mitfeiern". Natürlich ist das traurig,  doch ich glaube,  dass es ihnen schon jetzt auch viel Einfühlungsvermögen vermittelt und sie ganz anders als andere Kinder damit umgehen. 

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25. Januar 2018 um 8:40
In Antwort auf waldmeisterin1

Ich habe den Eindruck Ihr hattet durch den Vorbereitungskurs eine zu konkrete Erwartungshaltung, wie eine Geburt abzulaufen hat. Das finde ich persönlich auch immer schwierig, wenn die Kursleitung dann das "ideale Geburtserlebnis" beschreibt und in den höchstenTönen lobt und nicht darauf eingeht, dass nicht alle Geburten so ablaufen können bzw. jegliche Art von Intervention verteufelt. Ich hatte beispielsweise damals gefragt wie denn die Abläufe bei einem ungeplanten Kaiserschnitt sind, nur um drauf vorbereitet zu sein, da wollte die Hebamme gar nicht so drauf eingehen. Insofern plädiere ich dafür, die Geburtsvorbereitungskurse auch immer kritisch zu hinterfragen.
Und auch bei außerklinischen- oder Beleggeburten kann es sein dass es nicht rund läuft (Verlegung, Chemie stimmt nicht, ...). Eine Geburt ist nunmal weder Wunschkonzert noch Ponyhof.

Ach,  kann man sich dann in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen? Nur doof wenn vor Schichtwechsel alles gut war....

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25. Januar 2018 um 9:22

Naja,  so sieht man es ja immer in Filmen

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25. Januar 2018 um 9:31

Seh ich genauso...  

Und wenn man den Wehenschreiber ständig um hat, hat man eben keine Bewegungsfreiheit, wie davor geschrieben.  

Soll auch Funk Teile geben...  Warum bekommt man die nicht...

Und warum hat man all den Schnick Schnack da, wenn die Frau das nicht ausprobien darf...

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25. Januar 2018 um 19:04

Ja ich habe mir alle Antworten wohl inzwischen mehrfach durchgelesen. Liest man dann die Geschichte von roliboli76 so macht das natürlich sehr betroffen. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie ich sowas hätte durchstehen sollen. Nocheinmal mein ganz herzliches Beileid von mir.

Was sicher auch stimmt ist das ich mit einer gewissen Erwartungshaltung in die Geburt gegangen bin und ich im vorhinein (übertriebene?) Angst vor einem Dammschnitt bei meiner Frau hatte. Das es für andere nicht traumatisch klingt verstehe ich. Deshalb schrieb ich ja auch schon von Anfang an aus meiner Sicht traumatisch. Weil einfach viele Dinge eingetroffen sind von denen ich gehofft hatte sie würden nicht passieren. Das es viel schlimmer hätte sein können ist mir auch bewusst. Aber wenn man sich in den Finger geschnitten hat sagt man sich ja auch nicht zum Glück ist der Arm noch dran. Sondern man fragt sich ob das sein musste.

Was man natürlich nie wissen kann ist, ob die Geburt wirklich hätte anders laufen können oder ob sie, selbst wenn meine Frau mehr Möglichkeiten in ihrer Bewegung oder den Positionen hätte haben können, am Ende genauso gekommen wäre und das Kind durch Nichterkennen eines kritischen Zustandes eventuell sogar wirklich einen Schaden davon getragen hätte. Dafür fehlt mir einfach auch das Fachwissen.

Aber wie schon gesagt am Schlimmsten fand ich einfach dieses Gefesselt sein an die Schläuche und Kabel von Anfang ohne ersichtlichen Grund. Und hier geht auch die Selbstdarstellung des Krankenhauses und die tatsächlichen Abläufe weit auseinander. Warum habe gibt es den das ganze Zeug wie Badewanne, Hocker etc. wenn nicht mal in Betracht gezogen wird es zu benutzen?

Bei der Geburt wollte ich übrigens dabei sein und meine Frau wollte es auch. Sie hat mir im Nachhinein auch gesagt, dass ich eine Stütze für sie war. Und trotz allem wäre ich auch bei der nächsten Geburt wieder dabei. Dann hoffe ich aber mit unserer Beleghebamme und auf einen anderen Ablauf.

Ich werde irgendwann auch noch schreiben wie sich die Sache weiterentwickelt.

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25. Januar 2018 um 20:59
In Antwort auf eiche

Ja ich habe mir alle Antworten wohl inzwischen mehrfach durchgelesen. Liest man dann die Geschichte von roliboli76 so macht das natürlich sehr betroffen. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie ich sowas hätte durchstehen sollen. Nocheinmal mein ganz herzliches Beileid von mir.

Was sicher auch stimmt ist das ich mit einer gewissen Erwartungshaltung in die Geburt gegangen bin und ich im vorhinein (übertriebene?) Angst vor einem Dammschnitt bei meiner Frau hatte. Das es für andere nicht traumatisch klingt verstehe ich. Deshalb schrieb ich ja auch schon von Anfang an aus meiner Sicht traumatisch. Weil einfach viele Dinge eingetroffen sind von denen ich gehofft hatte sie würden nicht passieren. Das es viel schlimmer hätte sein können ist mir auch bewusst. Aber wenn man sich in den Finger geschnitten hat sagt man sich ja auch nicht zum Glück ist der Arm noch dran. Sondern man fragt sich ob das sein musste.

Was man natürlich nie wissen kann ist, ob die Geburt wirklich hätte anders laufen können oder ob sie, selbst wenn meine Frau mehr Möglichkeiten in ihrer Bewegung oder den Positionen hätte haben können, am Ende genauso gekommen wäre und das Kind durch Nichterkennen eines kritischen Zustandes eventuell sogar wirklich einen Schaden davon getragen hätte. Dafür fehlt mir einfach auch das Fachwissen.

Aber wie schon gesagt am Schlimmsten fand ich einfach dieses Gefesselt sein an die Schläuche und Kabel von Anfang ohne ersichtlichen Grund. Und hier geht auch die Selbstdarstellung des Krankenhauses und die tatsächlichen Abläufe weit auseinander. Warum habe gibt es den das ganze Zeug wie Badewanne, Hocker etc. wenn nicht mal in Betracht gezogen wird es zu benutzen?

Bei der Geburt wollte ich übrigens dabei sein und meine Frau wollte es auch. Sie hat mir im Nachhinein auch gesagt, dass ich eine Stütze für sie war. Und trotz allem wäre ich auch bei der nächsten Geburt wieder dabei. Dann hoffe ich aber mit unserer Beleghebamme und auf einen anderen Ablauf.

Ich werde irgendwann auch noch schreiben wie sich die Sache weiterentwickelt.

Sehe ich auch so... Dann sollen die Kliniken nicht groß damit werben und es den Frauen,  dann nicht mal anbieten...

Und als einzige zum gebären da, kann man wohl den besten Raum angeboten bekommen... 

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