Home / Forum / Mein Baby / Entwicklungsstand einer 4-jährigen

Entwicklungsstand einer 4-jährigen

10. November 2014 um 13:31 Letzte Antwort: 11. November 2014 um 11:50

Hallo,

ich wollte mal fragen, ob Ihr Ratschläge oder Tipps habt, wie man die Selbständigkeit bzw auch Geduld bei einer 4-jährigen fördern kann. Meine wird morgen 4 und macht quasi nix alleine. Sie hat keine Geduld, null Frustrationstoleranz. Wenn etwas nicht sofort klappt, gibt sie auf.
Das Ergebnis ist, daß sie hinter ihren Freundinnen ordentlich zurück liegt. Sie kann nicht puzzlen (gibt ja auch sofort auf, wenn es nicht gleich paßt), sie kann nicht malen (etwas auszumalen ist auch echt zu anstrengend), sie kann keinen Kreis oder so zeichnen, alles ist eher so Krikelkrakel. Sie malt über die Ränder, weil man für genau malen ja konzentriert sein müßte, so Dinge.
Ich mache mir halt Sorgen, daß sie es echt lernen müßte, weil sie sonst mal Probleme in Richtung Schule bekommen wird. Es ist jetzt schon unschön, wenn sie mitbekommt, daß die anderen mehr können als sie.
Sie ist jeden Tag im Kindergarten, ich will sie dann nachmittags auch nicht "allein" lassen, wenn sie von mir beschäftigt werden will, da krieg ich dann auch ein schlechtes Gewissen. Hab aber das Gefühl, daß es nicht gut ist, daß sie immer alles vorgekaut bekommt und sich nie selbst bemühen muß.

Für Tipps und Ideen oder auch Erfahrungen wär ich dankbar.

Mehr lesen

10. November 2014 um 15:48

Thema Puzzle
Meine Grosse (jetzt 7) hatte null Geduld beim puzzlen. Die Kleine (jetzt 4 1/2) konnte schon vor 3 eine Stunde am gleichen Puzzle sitzen. Die Grosse hatte eigentlich erst mit ihrer Schwester gelernt zu puzzlen, da sie es peinlich fand, dass die Kleine Schwester besser ist. Jetzt machen sie beide die gleichen Puzzles mit max 200 Teilen. Seit August geht sie in die Schule und ist eine der besten Schülerinnen.

Ich glaube, dass ist eine reine Interessensfrage. Deine Maus kann sicher anderes besser. Mach Dir keine Sorgen!

Emma mit drei Prinzessinnen

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
10. November 2014 um 18:58

Hast du mal ihre Augen checken lassen?
deswegen hatte meine Tochter damals auch kein Interesse.
manchen macht es aber auch einfach keinen Spass, meine Tochter war etwas weitsichtig.
LG

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
10. November 2014 um 21:04

Ich verstehe deine Sorge...
meine fast vierjährige Tochter ist ein bisschen ähnlich. Sie will nichts üben. Wenn neue Dinge nicht sofort klappen, will sie es nicht wieder probieren. Da hilft kein geduldiges Ermutigen. Jüngstes Beispiel: Fahrradfahren. Sie wollte es eigentlich umbedingt (der Wunsch kam von ihr, nicht von uns), kann es eigentlich - aber das Anfahren klappt noch nicht alleine. Sie lässt sich aber absolut nicht erklären, wie die Pedale stehen müssen/ sie das am besten anfängt. Jetzt haben wir es erstmal wieder gelassen - das muss sie ja nicht unbedingt jetzt lernen. Es ist aber schon frustrierend zu sehen, wie sie sich da selbst im Weg steht.
Anderes Beispiel: alleine anziehen. Ich war fest überzeugt, dass sie das eigentlich kann, sie weigerte sich aber, es auch nur zu versuchen. Wenn ich sie dazu gedrängt habe, kam so eine Show von wegen "sieh mal, ich versuche es ganz arg, aber es geht eben nicht". Zeigen lassen wollte sie es sich auch nicht. Irgendwann habe ich beschlossen, dass es so nicht weiter geht und habe ihr erklärt, dass ich ab jetzt höchstens noch bei einzelnen Handgriffen helfe - aber sie nicht mehr komplett anziehe. Nach langem Gezetere hat sie es dann schließlich erstmals ernsthaft versucht - und konnte es natürlich perfekt. Jetzt ist sie sehr stolz auf sich. Aber solchen Druck ausüben möchte ich eigentlich auch nicht häufiger.
Viele von den Kommentaren unten beziehen sich so stark auf "sie muss doch nicht puzzeln" - ich glaube eigentlich nicht, dass es der TE so sehr darum geht, dass ihre Tochter bestimmte Sachen können und machen soll. Ich verstehe es eher so, dass sie generell beunruhigt ist, dass ihre Tochter wenig Neues lernen kann, weil sie es nicht versucht und sofort aufgibt. Und da finde ich schon auch, dass man versuchen sollte, ihr darüber hinwegzuhelfen. Sie verbaut sich doch sonst viele schöne Erfahrungen/Erfolgserlebnisse.

Mir zumindest macht dieser Charakterzug meiner Tochter auch etwas Sorgen - obwohl sie für ihr Alter wirklich sehr gut entwickelt ist (z.B. auch schon vollständige Menschen malen kann, perfekt ausmalt, sehr gut spricht, ca. 30 Lieder auswendig singen kann und auch motorisch gut dabei ist). Und ich suche auch noch nach einer guten Strategie, um sie sanft zu ermutigen

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
11. November 2014 um 10:43


Danke für die Tipps, insbesondere von Queenie. Und danke für die Geburtstagswünsche. Meine Kleine hat schon fleißig ausgepackt und ist jetzt im Kindergarten, stolz wie Oskar.

Ja, mir geht es tatsächlich nicht darum, ob sie jetzt puzzlen kann oder nicht. Es geht mir darum, daß ich mir Sorgen mache, daß sie so eine geringe Frustrationstoleranz hat und sich deswegen so schwer tut, Neues zu lernen. Ich wurde bereits im Kindergarten von der Heilpädagogin darauf angesprochen.

Im Kinderturnen sind wir, und das macht ihr auch viel Spaß. Sowas wie Fernsehen oder ähnliches gibt es nur ausgesprochen begrenzt, weil ich denke, daß sowas das "berieselt werden lassen" noch verstärken würde.

Von der Logik her müßte man immer noch kleinere Schritte machen, die dann zu Erfolgserlebnissen führen. Manchmal frage ich mich aber, wie man noch kleinere Schritte machen kann.

Aber trotzdem erstmal danke für die Ideen. Ich spekuliere ja auch darauf, daß sie ein Spätzünder ist, der sich irgendwann mal selbst motivieren kann. Ich bin halt nur etwas berunruhigt, weil man bisher noch nichts von irgendeiner Selbstmotivation sieht.

Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
11. November 2014 um 11:50


Ich kann deine Sorgen nachvollziehen... Die Beobachtungen die du von deiner Tochter schilderst lassen schließen, dass sie sich zum in einer Phase ihrer Entwicklung befindet, wo solche Dinge wie Malen und Puzzeln grade uninteressant sind, weil sie sich grade aktiv anderen Dingen widmet. Wenn du das Gefühl hast, dass sie diese Dinge auch nicht gerne tut, weil sie schnell Frustriert ist wenn sie nicht schnell genug ist oder fahrig wird, kann es wie du schon schriebst auch helfen ihre Frustrationstoleranzgrenze zu erhöhen.

Deine Tochter, wie alle Kinder, steht Gefühlen gegenüber, die sie nicht zu bewältigen im Stande sind - noch nicht. Es ist wichtig, ihren negativen Gefühlen in einer solchen Frustsituation Raum zu geben und ihnen mit Ernsthaftigkeit zu begegnen.
"Du bist ärgerlich, dass es nicht gleich geklappt hat." Somit gibst du den Gefühlen ausdruck. Wichtig ist, sie dann zu Motivieren, weiter zu machen. Wenn sie durch äußere Motivation etwas erreicht hat, wird sich auch schnell die intrinsische, innere Motivation einstellen.

Dennoch, zum Puzzeln oder Malen wirst du sie nur bewegen können, wenn sie selbst auch möchte. Vielleicht helfen hier auch gezielt Angebote, die locken um kreativ zu werden. Ein Puzzel aus einem Familienfoto, oder aus dem eigenen Bild. Oder als vereinfachte Form, ein Mandala legen, aus gesammelten Steinen und Ästen. Schöne Stifte, die sie sich ausgesucht hat oder eine große Leinwand sie sie nach Herzenslust bunt bemalen kann. Die eigene Köeperwahrnehmung spielt auch eine Rolle beim "Malen" lernen. Wie nehme ich mich wahr? Kenne ich alle Körperteile?

Nimm dir den Druck, stärke deine Tochter in ihren positiven Fähigkeiten. Sie malt nicht gerne, aber springt gerne draußen herum? Wie wäre ein aufgemaltes Hüpfspiel mit Kreise im Hof?

Ich habe schon oft, die Beobachtung gemacht, dass Kinder in ihrem Alter oft ihre Motorik ausbessern, sich viel mit Bewegung und Sprache beschäftigen und Rollenspiele spielen. Im Vorschulalter spielen dann Dinge wie logisches Denken und künstlerische Gestaltung eine Rolle.

LG




Gefällt mir Hilfreiche Antworten !
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook