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Ersatzpapa/Mama

21. Dezember 2014 um 20:59

Wie ist das bei euch alleinerziehenden ist der neue Partner der Ersatzpapa/mama geworden und gleich von anfang an oder hat das viiiel Zeit gebraucht?

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21. Dezember 2014 um 21:18

...
Das ging relativ schnell.
Wir wurden ein Paar als mein Sohn 3 wurde. Unsere Kennlernphase ging fast ein halbes Jahr und da wurde auch mein Sohn schon mit einbezogen...da kannte er ihn nur als einen Freund von mir. Als wir ein Paar wurden, hat er viel Zeit mit meinem Sohn verbracht. Er wollte von Anfang an am normalen Familienleben teilhaben und hatte keinerlei Berührungsängste. Er war nie nur "Mamas Freund".
Unsere Beziehung läuft seit einem Jahr und seit kurzem nennt der Kleine ihn Papa...das kam plötzlich von ihm ganz allein. Mein Partner bezeichnet ihn schon lange als seinen Sohn.

Ich denke, dass das bei jedem anders ist und von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Gibt es einen Vater, der sich um das Kind kümmert? Wie alt ist das Kind? Wie bereit ist der Partner dafür? Wie kommt das Kind mit dem Partner klar? Wie offen ist das Kind? Wie ist die Bindung untereinander? Wieviel Familienleben gibt es im Alltag? Wieviel Patz nimmt der Partner in der Erziehung ein?

Das lief bei uns alles ziemlich glatt. Schon in der Kennlernphase hatten beide eine tolle Bindung und es gab immer nur ein Wir und kein "mein Sohn und ich".

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21. Dezember 2014 um 21:35

Mein Mann und ich
haben uns kennengelernt bzw. kamen zusammen als meine Große 3 Monate alt war.
Für ihn war sie nie ein Problem, im Gegenteil... er behauptet bis heute steif und fest, dass er sich auch in sie verliebt habe, weil diesem zahnlosen Lächeln konnte ja keiner widerstehen und ihm wurde dann auch echt bewusst, wie toll das ist....
Da sich der leibliche Vater nie interessiert hat, nicht einmal einen Blick aufs Kind geworfen hat, obwohl ich sie zur Gerichtsverhandlung und auch zum Termin zur Vaterschaftsanerkennung dabei hatte und jegliche Kontaktaufnahme scheiterte, gab es nie den Konflikt, das irgendjemand jemand anderem was wegnimmt, weder dem Kind, noch dem Mann.
Wir haben das alles offen gehalten, aber da er immer dabei war, sagten eben alle "Da ist der Papa" oder "Geh mal zum Papa". Also nicht ich oder Menschen, die darüber Bescheid wussten, sondern eben die Leute auf dem Spielplatz, beim Bäcker, auf dem Kitafest, etc.
Und klar hat sie irgendwann wie alle Kinder "Papapapapa" gebrabbelt und wir haben das schon als "Papa" interpretiert, aber nie forciert. Und dann war er eben irgendwann der Papa, wurde auch so von mir bezeichnet und von allen, die Bescheid wussten, weil die Beziehung zwischen mir und ihm so gefestigt war bzw. auch die zwischen ihr und ihm so war, wie es zwischen Vater und Kind ist.
Er hat die ersten Zähne miterlebt, die erste böse Erkältung mit hohem Fieber, die eingerannte Stirn, hat sich mit ihr über alle Fortschritte gefreut, alle väterlichen Sorgen gemacht. Nein, er ist kein Ersatzpapa, er ist ihr Papa und das betonte sie mit 7, als sie erfuhr, dass er eben nicht ihr leiblicher Vater ist genauso wie mit 15 heute.
Jaaa, war perfekt und ist einfach so. Ich freue mich für uns alle. Wir haben Phasen durch, in denen man das nicht thematisieren durfte, weil sie es furchtbar fand, dass sie nicht sein leibliches Kind ist, "weil sie ihn doch so liebt und das doch gar nicht normal ist", wir sind aktuell in der Phase: "Mein Papa ist eigentlich der Allercoolste, weil er ja gar nicht mein Papa ist!"

Das Thema ist echt kein einfaches, auch wenn es bei uns sehr einfach war. Ich würde prinzipiell nie darauf drängen und es vor allem immer in Abhängigkeit von der Beziehung zum leiblichen Vater sehen. Auch ein Mann an Mamas Seite, der nicht Papa genannt wird, kann einen großen Stellenwert einnehmen und eine gute Beziehung zum Kind haben. Man braucht das Wort nicht, um nach außen hin einen auf heile Familie zu machen. Es geht rein um die Beziehung zwischen Kind und neuem Partner der Mutter. Um wenn das passt, dann kann auch Stefan, Michael oder Kevin die Paparolle ausfüllen, ohne so genannt zu werden. Man kann aber auch im Extremfall jedes Jahr einen neuen Papa präsentieren, der nichts bedeutet oder 15 Jahre denselben, der einfach nur ein A.r.sc.h ist.
Meine Große meinte kürzlich: "Ok, Mama wird man durch Geburt, aber Papa durch das Verhalten!"
Nett, dass sie noch den Nachsatz anfügt, dass ich auch eine ganz akzeptable Mutter bin....

Zwingt euren Kindern keinen Papa auf, wenn sie schon einen haben. Eure Partner können trotz allem wichtige Menschen für sie sein. Aber gebt ihnen einen Papa, wenn sie einen brauchen, überlegt euch aber gut, ob er Papa genannt werden muss....nur weil es bei uns 15 Jahre gut ging, bedeutet das nicht, dass es bei allen klappt.

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21. Dezember 2014 um 21:46


wow das klingt echt super bei euch.
Hut ab vor den Männern. Ich meine es ist sicherlich schon eine "Hürde" ein Kind als sein eigenes anzunehmen,aber viel mehr noch ein unglaubliches Geschenk ein wichtiger Teil des Lebens zu werden. Hätte mein Partner schon ein Kind (und keine Mama dazu die im Hintergrund fungiert,wäre ich glaube Feuer und Flamme gerade bei einem Baby/Kleinkind )
Wenn der leibliche Partner noch present ist,dann gestaltet sich natürlich die SItuation mit dem "Ersatzerlternteil" nochmal ganz anders,als wenn man komplett frei und ungebunden ist.
Bei mir wirds keinen leiblichen Papa der die Rolle ausfüllen kann geben,daher einfacher für den Partner in der SItuation den Platz einzunehmen (wenn er bereit ist)

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21. Dezember 2014 um 23:07

Bei und ist es so
Das mein Mann mich und meinen Sohn kennen lernte, als der Kleine 1 Jahr alt war. Mir war von Anfang an wichtig, dass mein Mann genau weiss worauf er sich einlässt. Schliesslich gibt es mich nur im Doppelpack. Aber ich wollte auch schauen ob mein Sohn meinen Mann überhaupt mag, akzeptieren kann und auch Vertrauen zu ihn fassen kann.
Da wir früh merkten, dass diese Beziehung etwas besonderes war und mein Kleiner auch super mit ihm klar gekommen ist, hat mein Mann sich auch aktiv am Familienleben beteiligt. Er hat auch alle Sachen gemacht ohne dass ich ihn dazu drängen oder aufforden musste (Windeln wechseln, Füttern, Baden, Fieber messen, trösten usw.) am Anfang hatte er noch etwas mühe, da er immer Angst davor hatte etwas falsch zu machen. Aber auch das haben meine zwei Männer gut zusammen gemeistert. Mein Sohn hat dann von sich aus meinem Mann angefangen Papa zu sagen. Er sagt aber auch seinem leiblichen Papa, Papa. Aber für uns ist es auch kein Problem, wenn mein Sohn sich nicht mehr wohl dabei fühlen sollte und meinen Mann mit Vornamen ansprechen würde. Er soll sich so ausdrücken dürfen, wie er sich wohl fühlt.

Ausserdem kommt es nicht drauf an, wie jemand genannt wird, sondern dass man weiss, dass man auf die Person zählen kann, ihr Vertrauen kann unf sich geborgen fühlt.

Nicht die Zeugung macht aus einem Mann einen Vater und auch kein Wort macht ihn dazu.

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21. Dezember 2014 um 23:43

Also
Meine Kinder kennen meinen Freund schon seit sie Babys waren, es war dann für die Größeren erstmal komisch als wir zusammen kamen (sie waren damals 6). Meine beiden Kleineren waren damals 2 und 3, der 2-Jährige hat ihn ziemlich schnell Papa genannt, das war für mein Partner dann ok, habe auch mit ihm darüber geredet.
Der richtige Papa ist aber auch noch der Papa
Als wir dann zusammen gezogen sind haben mich die Großen gefragt ob sie ihn Papa nennen können, wir haben gesagt, dass sie ihn nennen können wie sie wollen, sie sind bei seinem Vornamen geblieben. Mein mittlerweile 4-jähriger hat das Papa dann aber nach seinem Einzug übernommen. Die jüngste von meinem Mann nennt mich auch Mama, sie war erst 1 Jahr alt als wir zusammen kamen und hatte nie sonderlich viel Kontakt zu ihrer Mutter, sie ist jetzt 2 und versteht das alles noch nicht so ganz. Die anderen, außer die Größte, haben das Mama dann auch übernommen. Allerdings rutscht manchmal doch ein Mama bzw. Papa raus und dann ist das auch nicht schlimm

Mein Freund übernimmt sonst eigentlich auch alle Aktivitäten die ein Vater so übernimmt, spielt mit den Kindern, geht mit auf Turniere/Spiele/Auftritte oder wenn es seine Arbeit zulässt bringt er die Kinder zum KiGa/Schule oder zu Freunden oder holt sie wieder ab.

Meine Kinder haben aber noch Kontakt zu ihrem "richtigen" Vater und mein Freund wird ihn ja nicht ersetzen, Ersatzpapa wäre also vielleicht das falsche Wort, er ist aber auf jeden Fall wie ein Vater für sie. Sozusagen, den Vater den sie nie hatten, da ihr leiblicher Vater erst was mit ihnen unternimmt seit wir nicht mehr zusammen sind.

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