Home / Forum / Mein Baby / Etwas indiskrete frage!

Etwas indiskrete frage!

8. Juli 2008 um 14:00

hallo...mich würde mal interessieren, ob pflegeeltern vom staat finanziell unterstützt werden? wenn ja, in welcher höhe?
also ich hab nicht vor, ein pflegekind aufzunehmen. würde mich nur halt so interessieren...ich kenne eine familie, die ein pflegekind hat und denen wurde von jugendamt gesagt, sie sollten das kind nicht adoptieren "sonst wären sie ja schön blöd" (wegen der finanziellen unterstützung??). ich denke mal es ist ein unterschied, ob pflegekind oder adoptivkind...das ist doch eine frechheit oder??

lg
lyssa

Mehr lesen

11. Juli 2008 um 15:12

Pflegegeld
Hallo Lyssa,

ich bin Pflegemutter und ohne Pflegegeld würde ich kein Pflegekind erziehen.
Unser Pflegekind ist schwerst (!) behindert und ein Pflegafall. Der Schwerbehindertengrad meines Pflegekindes beträgt 80%. Es kann kaum sprechen und sich nicht selbst versorgen, es kann sich nicht kontrollieren, keine Gefahr einschätzen, neigt zur Selbstverletzung und ist traumatisiert. Es bringt ausserdem einen psychisch schwer kranken Elternteil mit sich, der regelmässig Kontakt hat - was ihm auch zusteht.
Die Besuche finden bei uns zuhause statt.


Ich habe meinen Job aufgegeben, um rund um die Uhr für dieses Kind dazusein.
Und nein: ich würde es nicht adoptieren!
Was ich an dem Kind leiste, soll erst mal jemand nachmachen!

Grüsse von
Claudia

Gefällt mir

11. Juli 2008 um 15:22

Nachtrag zu den Kosten
...als Pflegeeltern bezieht man etwa zwischen 500.- und 700.- Euro.
Wäre mein Pflegekind in einem entsprechenden Heim untergebracht, würde dieser Heimplatz pro Monat um die 5.000.- - 6.000.- Euro kosten in Anbetracht der Schwerbehinderung, die es mit sich bringt.

Wenn Du gerne ein Kind wie mein Pflegekind adoptieren möchtest, bewirb Dich unbedingt am Jugendamt, denn Du würdest dem Staat viel Geld sparen, vorausgesetzt Du bringst die notwendige Eignung mit Dir.

Claudia

Gefällt mir

11. Juli 2008 um 15:47

Re: "Nunja"
....ganz offen gesagt:
wenn unser Pflegekind zur Adoption frei stünde (was nicht der Fall ist oder sein wird - es stand schon ein Jahr auf der Liste zur Pflege, da schwer vermittelbar durch die Behinderung!):

ich würde es nicht adoptieren!
Die wirtschaftliche Unterstützung wollen wir nicht missen!
Wie gesagt: ich habe damals meinen guten Job aufgegeben, um mich um dieses Kind kümmern zu können.
Würden wir es adoptieren, müssten wir etliche Kosten, die die schwere Behinderung des Kindes mit sich bringt, selbst tragen.
Ob wir die Pflege tatsächlich auch körperlich und psychisch schaffe, bis unser Pflegekind volljährig ist, ist fraglich.

Wir hatten schon Feuer in der Wohnung, nächtliche Wanderungen durch die Küche, bei denen mal Salz auf die heisse Herdplatte gestreut wurde usw.
Wir müssen hier jeden Tag, jede Nacht alles hermetisch abriegeln, das Kind kann keine Sekunde unbeaufsichtigt bleiben.

Durch das Pflegegeld ist es gewährleistet, dass ich weiterhin zum grössten Teil zuhause bleibe, auch als Pflegeperson.
Bei jedem Waschgang, Toilettengang usw. muss ich dabei sein. Beim Essen (es könnte mit dem Messer sich selbst verletzen), beim Trinken (es könnte ins Glas beissen...).

Ich will nicht mal die Vormundschaft, weil mir das zuviel Verantwortung zu der Verantwortung wäre, die ich schon durch die Pflegschaft habe.

Ich sehe mein Pflegemutterdasein als Aufgabe, die ich gerne mache....aber nicht als Mutterschaft vergleichbar mit einem leiblichen oder einem Adoptivkind!


Grüsse,
Claudia

Gefällt mir

11. Juli 2008 um 20:08

Pflegekind aus dem Ausland
Gibt es auch eine Unterstützung, wenn das Pflegekind aus dem Ausland kommt? Ist es überhaupt erlaubt ein Pflegekind aus dem Ausland zu holen?

Gefällt mir

11. Juli 2008 um 20:10
In Antwort auf lohsweet

Pflegekind aus dem Ausland
Gibt es auch eine Unterstützung, wenn das Pflegekind aus dem Ausland kommt? Ist es überhaupt erlaubt ein Pflegekind aus dem Ausland zu holen?

Pflegekind aus dem Ausland
....ich kenne nur zwei Fälle, die ein Pflegekind aus dem Ausland über eine Vermittlungsstelle aufgenommen haben - aber da scheint es enorme Probleme zu geben.

Möchtest Du wohl eines aus dem Ausland aufnehmen?
Claudia

Gefällt mir

12. Juli 2008 um 7:15
In Antwort auf lyall_12038527

Pflegekind aus dem Ausland
....ich kenne nur zwei Fälle, die ein Pflegekind aus dem Ausland über eine Vermittlungsstelle aufgenommen haben - aber da scheint es enorme Probleme zu geben.

Möchtest Du wohl eines aus dem Ausland aufnehmen?
Claudia

"Pflegekind aus dem Ausland"
Eher andersrum. Ich habe über ein ganz tolles Mädchen aus dem Ausland gelesen, sie ist leicht behindert (hat erst mit 3,5 Jahren gelernt zu gehen und hat wohl noch Schwierigkeiten mit Motorik, ist aber sonst intelligent und kontaktfreudig). Sie hat in ihrem Land wegen der Behinderung und der großen Menge an zur Adoption frei gegebenen Kindern keine Aussichten auf Adoption oder Pflegeeltern. Wegen des Alters (sie wird bald fünf) muss sie in ein Behindertenheim in einer anderen Stadt verlegt werden, was ganz bestimmt schlimm für sie sein wird. Ich würde ihr unheimlich gerne helfen und weiß nicht wie.

Gefällt mir

12. Juli 2008 um 8:39
In Antwort auf lohsweet

"Pflegekind aus dem Ausland"
Eher andersrum. Ich habe über ein ganz tolles Mädchen aus dem Ausland gelesen, sie ist leicht behindert (hat erst mit 3,5 Jahren gelernt zu gehen und hat wohl noch Schwierigkeiten mit Motorik, ist aber sonst intelligent und kontaktfreudig). Sie hat in ihrem Land wegen der Behinderung und der großen Menge an zur Adoption frei gegebenen Kindern keine Aussichten auf Adoption oder Pflegeeltern. Wegen des Alters (sie wird bald fünf) muss sie in ein Behindertenheim in einer anderen Stadt verlegt werden, was ganz bestimmt schlimm für sie sein wird. Ich würde ihr unheimlich gerne helfen und weiß nicht wie.

Wie-wo-was....
Wie bist Du denn zu dem geschilderten Bericht gekommen?
Könntest Du eine Patenschaft für das Kind übernehmen?

LG
Claudia

Gefällt mir

12. Juli 2008 um 12:32
In Antwort auf lyall_12038527

Wie-wo-was....
Wie bist Du denn zu dem geschilderten Bericht gekommen?
Könntest Du eine Patenschaft für das Kind übernehmen?

LG
Claudia

...
Ich habe im Internet eine private Initiative gefunden, die in dem besagten Land aktiv ist und bedürftigen Familien und Kindern hilft. Unter anderem war da auch Bericht über dieses Mädchen. Wenn ich das richtig verstehe, Patenschaft wäre Geld für das Mädchen zu schicken und ihr so ein mehr oder weniger erträgliches Leben zu ermöglichen. Nur bin ich sehr skeptisch ob sie was davon zu sehen bekommt. Was das Mädchen dringend braucht ist eine Familie, die sie aufnimmt.
Welcher Art Probleme haben denn die zwei Familien mit Auslands-Pflegekindern?
LG
lohsweet

Gefällt mir

12. Juli 2008 um 12:37
In Antwort auf lohsweet

...
Ich habe im Internet eine private Initiative gefunden, die in dem besagten Land aktiv ist und bedürftigen Familien und Kindern hilft. Unter anderem war da auch Bericht über dieses Mädchen. Wenn ich das richtig verstehe, Patenschaft wäre Geld für das Mädchen zu schicken und ihr so ein mehr oder weniger erträgliches Leben zu ermöglichen. Nur bin ich sehr skeptisch ob sie was davon zu sehen bekommt. Was das Mädchen dringend braucht ist eine Familie, die sie aufnimmt.
Welcher Art Probleme haben denn die zwei Familien mit Auslands-Pflegekindern?
LG
lohsweet

Probleme
...juristische Probleme: die Kinder sind von Ausweisung bedroht, obwohl sie traumatisiert sind.
Es gibt keine fundierte gesetzliche Ebene, auf der man Kinder aus dem Ausland in Pflege nehmen kann.


Selbst wenn es ginge:
Ihr müsstet Euch auch einer berechtigten Eignungsüberprüfung unterziehen, inwieweit Ihr psychisch belastbar seid, mit der Behinderung des Kindes umzugehen.

Ich kann jetzt aus eigener Erfahrung sagen, dass im Bezug auf unserer Pflegetochter das Jugendamt selbst an uns herangetreten ist, weil es uns sehr gut kannte.....und "trotzdem" stossen auch wir als "getestet und für gut befundene" Pflegeeltern manchmal an unsere Grenzen.

Ich hatte ja schon geschildert, welchen Situationen wir uns immer wieder zu stellen haben.

Persönlich würde ich empfehlen, sich nach geeigneter Hilfe vor Ort für das Kind umzusehen und wenn Ihr gerne selbst ein Kind aufnehmen möchtet, hier werden deutschlandweit händeringend Pflegefamilien gesucht!!!

Lieber Gruß und alles Gute,
Claudia

Gefällt mir

13. Juli 2008 um 0:27
In Antwort auf lyall_12038527

Probleme
...juristische Probleme: die Kinder sind von Ausweisung bedroht, obwohl sie traumatisiert sind.
Es gibt keine fundierte gesetzliche Ebene, auf der man Kinder aus dem Ausland in Pflege nehmen kann.


Selbst wenn es ginge:
Ihr müsstet Euch auch einer berechtigten Eignungsüberprüfung unterziehen, inwieweit Ihr psychisch belastbar seid, mit der Behinderung des Kindes umzugehen.

Ich kann jetzt aus eigener Erfahrung sagen, dass im Bezug auf unserer Pflegetochter das Jugendamt selbst an uns herangetreten ist, weil es uns sehr gut kannte.....und "trotzdem" stossen auch wir als "getestet und für gut befundene" Pflegeeltern manchmal an unsere Grenzen.

Ich hatte ja schon geschildert, welchen Situationen wir uns immer wieder zu stellen haben.

Persönlich würde ich empfehlen, sich nach geeigneter Hilfe vor Ort für das Kind umzusehen und wenn Ihr gerne selbst ein Kind aufnehmen möchtet, hier werden deutschlandweit händeringend Pflegefamilien gesucht!!!

Lieber Gruß und alles Gute,
Claudia

Nicht einfach...
Unterscheidet sich die Eignungsüberprüfung für Adoptiv- und Pflegeeltern? Oder sind die Voraussetzungen gleich, die man erfüllen muss?

Du hast ja auch extrem schweirige Situation mit deinem Pflegekind, das ist ja nicht immer der Fall (Hut ab).

Es ging mir ja nicht darum Pflegemutter zu werden, sondern darum DEM Mädchen zu helfen. Die könnte ich direkt einpacken! So eine süße Maus!

LG und viel Kraft!
lohsweet

Gefällt mir

13. Juli 2008 um 10:14
In Antwort auf lohsweet

Nicht einfach...
Unterscheidet sich die Eignungsüberprüfung für Adoptiv- und Pflegeeltern? Oder sind die Voraussetzungen gleich, die man erfüllen muss?

Du hast ja auch extrem schweirige Situation mit deinem Pflegekind, das ist ja nicht immer der Fall (Hut ab).

Es ging mir ja nicht darum Pflegemutter zu werden, sondern darum DEM Mädchen zu helfen. Die könnte ich direkt einpacken! So eine süße Maus!

LG und viel Kraft!
lohsweet

Eignungsverfahren
Danke .

Im Grunde genommen sind die Eignungsverfahren Ado/Pflege ziemlich gleich, wobei es beim Pflegeverfahren etwas feinere Abstimmungen gibt im Hinblick auf den Umgang mit der leiblichen Familie.

Auf den wird man normalerweise sehr gut vorbereitet.
Auch das Einfühlungsvermögen im Hinblick auf das Pflegekind wird da trainiert - wie fühlt es sich, wenn es von seiner Familie getrennt lebt, wie geht man angemessen und respektvoll mit der leibliche Familie um usw. usw.

Wie ist denn die genaue Hintergrundsituation des Mädchens? In welchem Land lebt es? In welchem sozialen Umfeld lebt es? Wie sieht die Familie aus? Wie könnte man die Familie unterstützen, dass sie das Kind nicht in ein Heim geben muss?

Lieber Gruss
Claudia

Gefällt mir

13. Juli 2008 um 22:53
In Antwort auf lyall_12038527

Eignungsverfahren
Danke .

Im Grunde genommen sind die Eignungsverfahren Ado/Pflege ziemlich gleich, wobei es beim Pflegeverfahren etwas feinere Abstimmungen gibt im Hinblick auf den Umgang mit der leiblichen Familie.

Auf den wird man normalerweise sehr gut vorbereitet.
Auch das Einfühlungsvermögen im Hinblick auf das Pflegekind wird da trainiert - wie fühlt es sich, wenn es von seiner Familie getrennt lebt, wie geht man angemessen und respektvoll mit der leibliche Familie um usw. usw.

Wie ist denn die genaue Hintergrundsituation des Mädchens? In welchem Land lebt es? In welchem sozialen Umfeld lebt es? Wie sieht die Familie aus? Wie könnte man die Familie unterstützen, dass sie das Kind nicht in ein Heim geben muss?

Lieber Gruss
Claudia

Familie
Das Mädchen lebt in Moskau in einem Kinderheim,es wurde direkt nach der Geburt im Krankenhaus zurück gelassen. Da sie gehebehindert ist und bestimmtes Alter erreicht hat, wird sie nach Vorschrift in einen Erwachsenen-Behindertenheim verlegt. Ob da nur Physischkranke, oder auch Psychischkranke leben, ist nicht klar. In Russland, weit weg von der Hauptstadt, ist es oft der Fall. Zu wenig Pflegepersonal, grober Umgang, Not und Elend.Und da muss sie hin. Das wird sie kaputt machen.
Ach, ich könnte schon wieder los heulen....

Gefällt mir

14. Juli 2008 um 7:18
In Antwort auf lohsweet

Familie
Das Mädchen lebt in Moskau in einem Kinderheim,es wurde direkt nach der Geburt im Krankenhaus zurück gelassen. Da sie gehebehindert ist und bestimmtes Alter erreicht hat, wird sie nach Vorschrift in einen Erwachsenen-Behindertenheim verlegt. Ob da nur Physischkranke, oder auch Psychischkranke leben, ist nicht klar. In Russland, weit weg von der Hauptstadt, ist es oft der Fall. Zu wenig Pflegepersonal, grober Umgang, Not und Elend.Und da muss sie hin. Das wird sie kaputt machen.
Ach, ich könnte schon wieder los heulen....

...kommt leider oft vor
....das, was Du schilderst, kommt leider oft vor.
Ich habe Dir mal eine private Nachricht geschrieben, weil ich Gedanken hatte, wie man vielleicht das Mädchen vor Ort unterstützen kann.
Melde dich einfach mal bei mir.

LG
Claudia

Gefällt mir

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Wohin mit 2 Kindern (Wochendtripp)???
Von: lyssade22
neu
8. Mai 2010 um 20:06
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen