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Freiwillig abgegeben...freiwillig wieder gesehen!!!

30. Juli 2007 um 10:37

Hallo,

sicher gehöre ich hier zu einer verschwindend geringen Anzahl von Müttern, die ihr Kind freiwillig zur Adoption gegeben haben. Damals habe ich wohl eine eigenartige Erziehung genossen, mich deshalb wegen der Schwangerschaft geschämt, sie verheimlicht und sie sogar verdrängt. Sowas gibts. Glückliche zufällige Umstände führten dazu, daß ich im Krankenhaus entbunden habe. Ich weiß nicht, was geschehen wäre, wenn es wer weiß wo passiert wäre...ein heißes Thema. Jedenfalls habe ich meine Tochter dann im Krankenhaus zur Adoption freigegeben. Ich wollte da nur durch und raus und wieder normal leben. Realitätsverdrängung. Es hat funktioniert. Ganz schlimm das alles....damals.

Ich hatte auch all die Jahre keine wirklichen Probleme damit, habe ja keine Beziehung zu dem kleinen Wesen in meinem Bauch aufgebaut.

Tja, nun nach 17 Jahren (habe inzwischen eine Familie mit zwei Kindern) haben wir uns getroffen. Sie hat mich ziemlich schnell gefunden, wir haben viel telefoniert und Fotos getauscht. Beim ersten Treffen hatte ich meine Kinder dabei. Die Halbgeschwister sollten sich doch unbedingt kennengelernen!! Und es war einfach toll. Garnicht so sehr emotional. Tränen sind ja schon genug geflossen. Aber es war ein komisches Gefühl, ich habe viele Ähnlichkeiten zu mir erkannt, und zum Vater!!

Und da kommt mein riesengroßes Problem, das Gefühl von damals ist wieder da: Sag ichs ihm? Wie und wann sag ichs ihm? Ich bin überfordert. Wir haben alle Jubeljahre auf Klassentreffen Kontakt. Dadurch habe ich auch erfahren, daß er vor 2 Monaten (endlich und langersehnt!!) Vater wurde. Sollte er jetzt von seiner großen Tochter erfahren? Eigentlich denke ich schon. Männliche Bekannte meinten auch, sie persönlich würden ganz gut mit der Situation klarkommen. Aber ich habe schon wieder das blöde Gefühl, mich bloß zustellen, alte Fehler zugeben zu müssen. Aber i c h habe doch alles durchstehen müssen. Diese verdammte Angst ... ich denke, je eher je besser für mich. Das ist so leicht gesagt. Vielleicht gibt es hier jemanden mit ähnlichem Schicksal?

Mein jetziges familiäres und privates Umfeld weiß über alles Bescheid, und es tut gut, endlich so offen über alles reden zu können.

Nochmal zurück zu meiner Tochter: Sie hatte eine wundervolle Kindheit, Eltern und Großeltern bedanken sich auf das herzlichste für das schönste Geschenk ihres Lebens, daß ich ihnen gemacht habe. Wir wohnen ziemlich weit von einander entfernt, werden uns aber öfter besuchen. Das alles läuft wunderbar...

Ich hoffe bald berichten zu können von dem letzten erlösenden Schritt, den ich noch gehen muß.

Bis dahin vielen Dank für eure Interesse an meinem Erlebten!
Mamanke

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2. August 2007 um 16:53

Hallo Mamanke
das ist ja super, daß Du so einen tollen Kontakt zu Deiner Tochter bekommen hast!
Ich würde dem Vater auf jeden Fall sagen, daß er schon längst vater ist!
Auch wenn es schwer fällt, alle Beteidigten haben doch ein Recht es zu wissen!
Ich habe meinen Sohn vor 18 Jahren zur Adoption gegeben. Leider will er keinen Kontakt zu mir

Wenn Du Lust hast Dich mit anderen Betroffenen auszutauschen, besuch doch unser öffendliches Forum:
www.adoption.siteboard.de

Wünsche Euch alles Gute!

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10. August 2007 um 15:23

Hi Mamanke
Hat Deine Tochter das Bedürfnis, den leiblichen Vater mal zu sehen!?
Dann ermögliche es ihr - und warne ihn fairnesshalber vor/sag es ihm. Das Mädel hat ein Recht drauf, seine Wurzeln kennen zu lernen und er wird sich freuen, so kurz hintereinander zum zweiten Mal Vater zu werden!

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1. November 2007 um 11:16

Hallo Lavana..
Ich denke, deine Mutter hat Angst, sie schämt sich oder es ist ihr peinlich. Im Laufe der Jahre hat sich bestimmt eine Abwehrhaltung entwickelt, sie hat sicher Angst vor den eigenen Gefühlen. Es ist nur schwer, den ersten Kontakt zu knüpfen. Man hat Angst vor Enttäuschung. Und davor, wie man sich verhalten soll. Einfach Unsicherheit. Vielleicht weiß ihr jetziges Umfeld garnichts davon. Zum Glück habe ich offen darüben gesprochen mit meinem Mann, es kam alles nicht so sehr überraschend. Und meine Tochter war ja auch aufgeklärt.

Und: Eine Schwangerschaft kann man sehr wohl verdrängen. Ich habe damals keine Beziehung zu dem kleinen Wesen in meinem Bauch aufgebaut, es total ignoriert. Auch die Geburt ist verdrängt. Kaum mehr vorstellbar, zumal ich inzwischen zwei weitere wundervolle Schwangerschaften und Entbindungen durchlebt hatte.

Mal sehen, wie herzlich unsere Beziehung sich noch entwickelt. Ob ich sie lieben lerne? Sehr schwierige Gefühle. Aufgrund meiner damaligen Realitätsverdrängung stellen sich vielleicht auch schwieriger Gefühle ein. Ich hoffe da auf die Zeit und folgende Treffen.

Deiner Mutter mangelt es sicher nicht an Neugier oder Sehnsucht, sie wird sich in einer Kapsel befinden, die aufgeknackt werden muß. So ist das Leben...

Liebe Grüße von Mamanke.

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