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Frühgeburt Zwillinge 24. SSW

3. Oktober 2011 um 11:50

Hallo an alle!

Ich bin ganz neu hier und muss mich gleich mit einem großen Problem an euch wenden, bevor ich komplett durchdrehe:

(Ich weiß nicht, ob ich damit jetzt in der richtigen Kategorie bin, aber ich wusste nicht, wo es sonst reinpassen könnte.)

Meine Schwägerin war mit Zwillingen schwanger. Bis zum 19.09. hat auch alles noch ganz gut ausgesehen: Organscreening in Ordnung, Babys für Zwillinge überdurchschnittlich gut entwickelt, alles bestens.
Nur hat sie dann letzte Woche Mittwoch Wehen bekommen, wurde ins Krankenhaus gebracht und da sich die Geburt nicht mehr verhindern ließ, musste sie die Babys zur Welt bringen - in der 24. Schwangerschaftswoche!

Die Babys haben aber Gott sei Dank gleich spontan zu atmen begonnen - was unter diesen Umständen schon sehr viel wert ist.
Am Donnerstag wurden beim Buben leichte Hirnblutungen festgestellt. Der Arzt sagte aber, dass es nicht schlimm ist und solange es nicht mehr wird, wird das Gehirn nicht geschädigt und das Blut wird vom Körper absorbiert. Am Freitag sind die Blutungen schlimmer geworden. Freitagnacht wurden auch beim Mädchen massive Gehirnblutungen festgestellt. Außerdem wurde sie ab diesem Zeitpunkt unterstützend beatmet, damit sie mehr Kraft für den Rest hat.

Die Auskunft der Ärzte ist folgende: Im Moment können sie aufgrund der Bilder nur sagen, dass es sich um eine massive Hirnblutung handelt. Allerdings ist es schon oft vorgekommen, dass alles wilder aussieht, als es ist, weil es irgendwie so viele Hohlräume gibt, in die Blut eindringen kann, wodurch aber das Hirn nicht geschädigt wird. Es sieht dann auf den Bildern aber trotzdem schlimm aus. Es kann aber auch sein, dass wirklich das Gehirn sehr geschädigt wird. Weil die Babys aber noch so klein sind und sich alles noch entwickelt, übernimmt dann oft das restliche Gehirn Aufgaben von den Bereichen, die geschädigt wurden. Außerdem kann man viel mit Physiotherapie beheben, sollte es wirklich motorische Einschränkungen geben. Wie schlimm es allerdings wirklich ist, kann man nur abwarten.
Laut aktuellem Stand (also wenn nicht noch irgendwelche unvorhersehbaren Katastrophen eintreten) kommen die Babys aber auf jeden Fall durch.

In meiner Familie ist natürlich jetzt jeder ziemlich fertig. Am Samstag hat sogar mein kleiner Bruder geweint - das hat er nichtmal gemacht, als unser Opa gestorben ist.
Ich versuche, für die Familie stark zu sein, nicht zu heulen und alle irgendwie aufzubauen und die positiven Dinge zu sehen. Ich glaube, das gelingt mir auch relativ gut.
Ich will meine Familie nicht mit den Sorgen und Gedanken belasten, die ich mir so mache. Die haben ohnehin mittlerweile Sorgen genug.

Ich denke, das ist soweit auch eine ganz gute Lösung. Nur brauche ich selbst auch irgendein Ventil, wo ich meine Sorgen ablassen kann, sonst brech ich irgendwann zusammen...

Es ist alles im Moment so schrecklich. Man kann einfach nichts für die Babys tun. Die sind gerade mal 30 cm groß und wiegen etwas über ein halbes Kilo und müssen das alles ganz allein durchstehen. Nichteinmal die Ärzte können großartig etwas tun, außer abwarten, bis die nächste Katastrophe eintritt und dann darauf reagieren...
Ich weiß, dass ich meinem Bruder und meiner Schwägerin am besten helfe, indem ich einfach für sie da bin und ihnen zuhöre, wenn sie jemanden zum reden brauchen. Und indem ich ihnen bei der Hausarbeit helfe oder auf ihre 2-jährige aufpasse, während sie im Krankenhaus bei den Zwillingen sind. Rein vom Denken her ist mir klar, dass ich nicht mehr tun kann und dass das in dieser Situation alle Hilfe ist, die man geben kann. Aber es fühlt sich trotzdem so an, als wär es einfach zu wenig, als müsste ich irgendwas tun...

Und in dieser Situation will man natürlich mit irgendeinem Freund reden - vorzugsweise jemand, der von dem allen nicht persönlich betroffen ist, weil man Leuten, denen es sowieso schon schlecht geht, nicht auch noch seine Sorgen aufladen möchte.
Jetzt hätte ich eigentlich eine sehr gute Freundin, zu der ich damit gehen wollte. Am Mittwoch habe ich mehrmals versucht sie zu erreichen, am Donnerstag habe ich ihr eine SMS geschrieben, was passiert ist. Sie hat sich nicht gemeldet - weder telefonisch noch per SMS noch hat sie abgehoben, als ich sie angerufen habe. Am Freitagabend bin ich dann zu Hause wegen der Hiobsbotschaft wegen den Gehirnblutungen etwas durchgedreht und hab wieder versucht, sie zu erreichen. Da sie nicht abgehoben hat, hab ich ihr eine SMS geschrieben, dass sie bitte anrufen soll und ich jemanden zum reden brauche. Sie hat sich dann etwas später dazu erbarmt und doch noch angerufen. Ich hab ihr dann die ganze Situation erklärt und ins Telefon geheult. Bis heute hat sie sich nicht gemeldet um vielleicht nachzufragen, wie es aktuell aussieht oder wie es mir so geht... Ich versteh das nicht!
Ich meine, ok, wir hatten dieses Jahr eine kleine Krise, die wir erst vor kurzem Bereinigen konnten. Aber seit einem klärenden Gespräch war alles wieder in Ordnung. Ok, sie hat mir auch gesagt, dass sie in nächster Zeit wahrscheinlich nicht so viel unternehmen will, weil sie irgendwie im Moment nicht so viele Leute um sich haben will. Außerdem hat sie einen neuen Freund, mit dem sie viel Zeit verbringt. Seh ich alles ein.
Aber ich denke, wenn eine gute Freundin so eine Krise hat, stell ich meine eigenen Befindlichkeiten (von wegen "Ich mag im Moment keine Leute um mich haben.") doch etwas zurück und kümmer mich um den anderen, oder? Immerhin hab ich mir fast ein Jahr lang beinahe tagtäglich das immer gleiche Gejammer über einen Typen, den sie wollte - er aber sie nicht, angehört und war für sie da. Und da hatte ich auch meine eigenen Probleme und hab ihr trotzdem zugehört.
Ich weiß nicht, ob ich da jetzt überreagiere oder ich einfach nur auf irgendjemanden sauer sein will...aber mich regt das aktuell richtig auf:
Es gibt eine wirklich schwerwiegende Krise, ich weiß nicht, wohin mit meinen Problemen und sie ist nicht da!


Na gut, falls es sich jemand angetan hat, diesen ganzen Konvolut an Wirrwarr zu lesen, Dankeschön!

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3. Oktober 2011 um 21:05

Hallo
hab zwar `nur`ein frühchen von 32+2 SSW, aber erfahrungsgemäß kann ich Dir sagen, das grad Freund(innen) nichts von Frühchen, komplikationen etc. hören wollen! Verrückt ist aber so, die Menschen wollen glückliche Mamas mit propperen Babies, aber nicht so was!
man steht meist alleine da, oder es kommt der Satz - es wird schon wieder......Ich denke deine Freundin ist einfach überfordert!

hab viel Hilfe bei www-frühchenforum-online.de gefunden, die sind sehr, sehr lieb und da gibt es auch so extreme Frühchen wie ihr sie jetzt habt!

Alles Gute

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5. Oktober 2011 um 11:30

Sie schaffen es nicht!
Hallo ihr 2!

Danke, dass ihr mir geantwortet habt.
Es gibt schlechte Nachrichten: Gestern hat mich meine Mutter angerufen und mir gesagt, dass mein Bruder + Frau gerade ein Gespräch mit den zuständigen Ärzten hatten. Die haben gesagt, dass die Zwillinge zu klein, zu schwach und durch die massiven Hirnblutungen zu schwer geschädigt sind. Sie werden es so oder so nicht schaffen und die Ärzte empfehlen, die Geräte abzuschalten und die Zwerge gehen zu lassen.
Genaues weiß ich leider noch nicht, weil ich nur mit meiner Mutter gesprochen habe und die am Telefon die ganze Zeit geheult hat. Ich wusste nicht, ob ich mich bei den beiden melden soll, deswegen habe ich ihnen gestern ihre Ruhe gelassen...

Das Leben kann echt grausam sein!

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5. Oktober 2011 um 14:35
In Antwort auf lacy_12118194

Sie schaffen es nicht!
Hallo ihr 2!

Danke, dass ihr mir geantwortet habt.
Es gibt schlechte Nachrichten: Gestern hat mich meine Mutter angerufen und mir gesagt, dass mein Bruder + Frau gerade ein Gespräch mit den zuständigen Ärzten hatten. Die haben gesagt, dass die Zwillinge zu klein, zu schwach und durch die massiven Hirnblutungen zu schwer geschädigt sind. Sie werden es so oder so nicht schaffen und die Ärzte empfehlen, die Geräte abzuschalten und die Zwerge gehen zu lassen.
Genaues weiß ich leider noch nicht, weil ich nur mit meiner Mutter gesprochen habe und die am Telefon die ganze Zeit geheult hat. Ich wusste nicht, ob ich mich bei den beiden melden soll, deswegen habe ich ihnen gestern ihre Ruhe gelassen...

Das Leben kann echt grausam sein!

Nottaufe
Gerade hat mich mein Bruder angerufen: Heute ist die Nottaufe...was/wann/wie danach passiert, weiß ich noch nicht.
Sie haben gesagt, dass sie keinen Taufpaten haben, weil sie das niemanden antun wollen. Ich hätts sofort gemacht, aber ich kann nicht dabei sein, weil ich auf ihre 2-jährige aufpassen darf/soll. (Wenigstens kann ich irgendwie helfen.) Wahrscheinlich wird das mein Freund übernehmen. Er hätte ohnehin der Taufpate vom Buben werden sollen. Ich denke, sie würden sich freuen, wenn die Kleinen wenigstens eine anständige Taufe mit richtigem Taufpaten hätten...

Am liebsten würd ich jetzt um mich treten und schlagen und jemanden anbrüllen...nur ist da niemand, den man anbrüllen und die Schuld geben könnte...

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5. Oktober 2011 um 19:33

Oh nein
mir bricht es das Herz, es tut mir so unendlich leid......

welch schlimme Zeit für euch und vorallem für die armen Eltern!

mir fehlen die Worte.......


LG

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5. Oktober 2011 um 23:08
In Antwort auf cadi_12568246

Hallo
hab zwar `nur`ein frühchen von 32+2 SSW, aber erfahrungsgemäß kann ich Dir sagen, das grad Freund(innen) nichts von Frühchen, komplikationen etc. hören wollen! Verrückt ist aber so, die Menschen wollen glückliche Mamas mit propperen Babies, aber nicht so was!
man steht meist alleine da, oder es kommt der Satz - es wird schon wieder......Ich denke deine Freundin ist einfach überfordert!

hab viel Hilfe bei www-frühchenforum-online.de gefunden, die sind sehr, sehr lieb und da gibt es auch so extreme Frühchen wie ihr sie jetzt habt!

Alles Gute


Fühl Dich gedrückt....sende Euch viel Kraft rüber.

@Erdbeerm.: Du sprichst mir immer wieder aus der Seele...für "andere Kinder" fehlt einfach immer wieder das Verständnis...(meiner kam bei 32+4)
Können uns gerne mal per PN unterhalten

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6. Oktober 2011 um 9:21

R.I.P.
Die 2 sind heute Nacht gestorben.
Laut Ärzten sind sie ganz friedlich eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. Wenigstens durften sie die letzten Stunden gemeinsam in einem Brutkasten verbringen und müssen jetzt keine Schmerzen mehr haben.

Den Eltern geht es natürlich nicht so toll...aber sie halten sich tapfer.
Die Kleine ist erst 2 Jahre und bekommt zwar mit, dass irgendwas nicht stimmt und dass die Babys, die in Mamas Bauch waren jetzt nicht mehr dort sind usw. Aber ich glaube, sie begreift noch nichts vom Tod usw. Die Babys konnte sie auch nicht sehen, deswegen glaube ich, wird ihr das ganze erst in ein paar Jahren bewusst werden. Bzw. haben die Eltern sicher noch ein Gespräch mit der Psychologin im Krankenhaus. Die wird ihnen sicher sagen können, wie man das einem so kleinen Kind am besten erklärt.

Naja, irgendwie müssen wir jetzt damit klarkommen. Wir sind auf jeden Fall alle für die 2 da und tun alles, was wir können...

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7. Oktober 2011 um 9:15
In Antwort auf lacy_12118194

R.I.P.
Die 2 sind heute Nacht gestorben.
Laut Ärzten sind sie ganz friedlich eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. Wenigstens durften sie die letzten Stunden gemeinsam in einem Brutkasten verbringen und müssen jetzt keine Schmerzen mehr haben.

Den Eltern geht es natürlich nicht so toll...aber sie halten sich tapfer.
Die Kleine ist erst 2 Jahre und bekommt zwar mit, dass irgendwas nicht stimmt und dass die Babys, die in Mamas Bauch waren jetzt nicht mehr dort sind usw. Aber ich glaube, sie begreift noch nichts vom Tod usw. Die Babys konnte sie auch nicht sehen, deswegen glaube ich, wird ihr das ganze erst in ein paar Jahren bewusst werden. Bzw. haben die Eltern sicher noch ein Gespräch mit der Psychologin im Krankenhaus. Die wird ihnen sicher sagen können, wie man das einem so kleinen Kind am besten erklärt.

Naja, irgendwie müssen wir jetzt damit klarkommen. Wir sind auf jeden Fall alle für die 2 da und tun alles, was wir können...

In den Armen...
Korrektur: Nicht laut Ärzten sonder so:
Die Eltern haben in der Nacht einen Anruf bekommen, dass es dem Buben schon sehr schlecht geht und wenn sie ihre Kinder auf ihrem letzten Weg begleiten wollen, sollen sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus kommen.
Die Babys wurden dann aus dem Inkubator genommen und von allen Schläuchen, Kabeln usw befreit und in die Arme der Eltern gelegt.
Das Mädchen ist um ca. 2 oder 3 eingeschlafen, der Bub dann um 5 oder 6.
So waren sie wenigstens nicht allein.

Ich bewundere die Stärke der Eltern, dass sie das durchgestanden haben...

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10. Oktober 2011 um 10:40


ich möchte mein Beileid aussprechen
meine Zwillinge kamen auch 24 5ssw und sind nach 4 Tagen mit schweren Hirnblutungen eingeschlafen auch bei ihnen wurden die geräte abgeschaltet
ganz viel kraft

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11. Oktober 2011 um 9:48

Beerdigung
Am Freitag ist die Beerdigung...
Meine Schwägerin hat mir erzählt, wie alles ablaufen wird. Weil sie es nicht schaffen wird, Erde auf den Sarg ihrer Babys zu werfen, werden stattdessen weiße Rosenblütenblätter genommen. Der Bestatter hat gesagt, er wird den Totengräber anweisen, die Grabwände mit weißem Papier auszukleiden - notfalls macht er es auch selbst, falls der vergisst oder nicht will. Am Ende lassen wir weiße Luftballons mit einem Herz mit den Namen der Babys steigen. Ich denke, das klingt alles sehr nett und ist auf jeden Fall ein würdiger Abschie...

Meine Mutter organisiert ein Blumengesteck für meinen Bruder+Frau und mich+Anhang. Ich hab mich für weiße Lilien entschieden.

Ich weiß aber absolut nicht, ob ich Ihnen eine Beileidskarte geben soll und wenn ja, was soll ich da drauf schreiben? Irgendwie klingt alles, was man da reinschreiben könnte für mich nach abgedroschenen leeren Phrasen...
Hat jemand eine Idee, wie man die richtigen Worte findet?

Mein Freund und ich haben jetzt auch einen Stern nach den Zwergen benennen lassen. Da sollte am Mittwoch oder Donnerstag die Urkunde und eine Sternenkarte mit der Position per Post kommen.
Ich hab mir gedacht, ich arrangier das alles in einem schönen Bilderrahmen, dazu die Namen der Kleinen, schönes Papier für den Hintergrund und dazu ein Zitat aus "Der kleine Prinz":
"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!
Ich hab mir gedacht, so haben sie wenigstens eine Erinnerung, die sie wie ein Bild an die Wand hängen können. Außerdem fand ich die Idee mit der Sterntaufe ganz nett. Falls sie das Bild jetzt noch nicht aufhängen können, dann sollen sie es halt für eine Zeit irgendwo verräumen, wo sie es nicht sehn müssen. Und wenn sie es nie aufhängen, macht das auch nichts.
Ich weiß halt nicht immer, ob ich das richtige für sie tue oder das richtige zu ihnen sage...aber ich denke, das ist immer noch besser, als gar nichts zu sagen oder ihnen aus irgendeiner Unbeholfenheit heraus nicht für sie da zu sein...

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11. Oktober 2011 um 11:09

...
Ja, das mit der Karte habe ich mir auch gedacht. Es würde alles irgendwie seltsam klingen, egal was ich rein schreiben würde...
Kinder habe ich noch keine, also fällt das weg. Wäre aber auf jeden Fall eine schöne Idee gewesen.

Ich bin auf jeden Fall für sie da und höre ihnen zu, wenn sie über irgendetwas reden wollen. (Wobei ich ihnen aber keine Gespräche oder Themen aufzwinge, sondern sie einfach reden lasse, wenn sie Lust dazu haben.) Ich weiß zwar nicht immer, was ich dazu sagen soll, aber ich bin da und höre zu. Ich denke, das ist das Wichtigste.
Und ich versuche herauszuhören, was sie an den einzelnen Tagen am meisten beschäftigt und versuche dann immer, darauf angemessen zu reagieren.
Z.B. hat meine Schwägerin am Freitag davon geredet, dass sie kein schönes Foto hat, das sie auf eine Erinnerungskarte beim Begräbnis geben könnte oder bei ihnen zuhause an die Wand hängen könnte. Deshalb bin ich auf die Idee mit der Sterntaufe gekommen. Das ist zwar kein Foto und auch nicht wirklich ein Ersatz, aber immerhin etwas, das als Erinnerung irgendwie passend wäre... Ich hoffe, sie sehen es auch so.

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17. Oktober 2011 um 10:01

Beerdigung...
Am Freitag war die Beerdigung. Es war ziemlich schlimm...
Man weiß zwar, wie groß 70 cm in etwa sind, aber wenn man dann einen weißen Sarg in dieser Größe sieht - noch dazu auf einem extra breiten Doppelgrab - verschlägt es einem absolut die Sprache.
Es waren relativ viele Leute da, die Abschied genommen haben. Das hat uns etwas verwundert - mit einigen hätte man gar nicht gerechnet.

Während der Sarg abgesenkt wurde, wurde "Leaving on a jetplane" gespielt und wir haben rote Herzluftballons mit den Namen der Zwillinge steigen lassen.
Ich war die ganze Zeit über halbwegs gefasst, aber ab da war es bei mir auch vorbei.

Irgendwann in der Mitte der Beerdigung hat dann meine kleine Nichte lautstark nach mir zu rufen begonnen. Ich hab sie der Mutter meiner Schwägerin abgenommen und sie hat sich an mir festgeklammert und an meine Schulter gekuschelt. Wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, wer sich da an wem festgehalten hat.

Danach waren die Leute irgendwie alle sehr schnell weg. Das war irgendwie seltsam. Wir waren noch bei meinem Bruder und haben ihnen die eingerahmte und dekorierte Urkunde über die Sterntaufe geschenkt. Sie haben sich sehr gefreut und es hat sie irgendwie etwas aufgeheitert, denke ich.
In der Nacht haben wir Ihnen das Sternbild gezeigt, in dem "ihr" Stern drinnen ist...

Ich denke, es geht ihnen mittlerweile besser, als ich es erwartet hätte, obwohl natürlich alle traurig sind.

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1. Dezember 2011 um 20:16

@Fruchtzwerg
glaub mir, ich weiß wie Du dich fühlst. Bis zum 18.10 habe ich auch noch im Zwillingsforum mitgeschrieben. Am 18.10 öffnete sich mein Muttermund und am 28.10 ( 23+6) wurden meine Mädchen geholt. Uns machten die Ärzte auch erst Mut, wil Sie überdurchschnittlich entwickelt waren.Aber leider sind sie dann auch gestorben. Das tut richtig weh. Ich habe in diesen Tagen so intensiv geliebt, gehofft und auch wut gehabt, warum der liebe Gott meinen Kindern so etwas antut. Auch habe ich versucht für den Rest der Familie stark zu sein. Aber irgendwann kommt es trotzddem wieder hoch. Ich drücke Dich ganz,ganz fest. Ganz liebe Grüße aus Dortmund.
Anja

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30. Dezember 2011 um 22:14

Frühchen
Hallo,

erst einmal mein herzlichstes Beileid. Beim lesen, kamen mir erst einmal die tränen. Unsere Zwillinge wurden in der 34 ssw geholt. Sind jetzt 12 Wochen alt. Erst jetzt realisiert man wieviel glück man hatte, das es ihnen gut geht.

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15. März 2012 um 18:19

Wie gehts es den zwillingen heute?
bin auch eine frühchen mama.meine kleine kam un der 25 ssw in letzten jahr.sie war 3 monate in kh.wollte fragen wie es den zwilingen deines brudes so geht?und wie geht es dir heute?

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24. Januar 2013 um 14:27

?
Sehr taktvoll, deine Antwort!!!

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24. Januar 2013 um 15:45

Es tut mir sehr leid
das ich diese frage gestellt habe.ich hab das was unten stand nicht gelesen und deswegen wusste ich nicht,daß die babys es nicht geschafft haben und übrigens.ich hab die frage nicht aus reiner neugier gestellt...ich hab auch ein frühchen das 2011 auf die welt kam.. es tut mir wirklich leid wenn ich jemanden mit meinem beitrag hier verlezt habe..mfg.

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11. Februar 2013 um 21:18

@sumisumsum
Reg dich nicht auf...das kann passieren und der Tread ist auch schon ne ganze Weile alt. Schon bissl über ein Jahr. Ich finde es dann eher taktlos von derjenigen, die auf deinen Post reagiert hat...dich taktlos zu nennen...einfach drüber weglesen.

Alles gute.

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