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Für alle Sternenkinder

21. Juni 2014 um 23:07

Du bist ein Schatten am Tage...

Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Wo ich mein Zelt aufschlage,
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage
Und in der Nacht mein Licht.

Wo ich auch nach dir frage,
Find' ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Du bist ein Schatten am Tage,
Doch in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.


Friedrich Rückert (1788-1866)



Hab das Gedicht grad beim Lernen für Literaturgeschichte entdeckt (Teil der Kindertotenlieder Rückerts) - ich finde es faszinierend, dass bereits im 19. Jahrhundert Sternenkindern mit Gedichten gedacht wurde.... es ist total schön und so passend.


Ich zünde hiermit für alle Sternchen eine Kerze an.

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21. Juni 2014 um 23:29

Danke
Für das Gedicht. Ich wäre auch eher davon ausgegangen, dass das zu dieser Zeit nicht themstisiert wurde.
Macht mich immer wieder traurig, daran zu denken. Ist das eigentlich normal, dass eine Fehlgeburt einen ausgerechnet nach der Geburt eines gesunden Kindes nochmal so einholt?? Man müsste doch dann eigentlich gerade so dankbar für das lebende Kind sein...

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21. Juni 2014 um 23:46
In Antwort auf aprilmami14

Danke
Für das Gedicht. Ich wäre auch eher davon ausgegangen, dass das zu dieser Zeit nicht themstisiert wurde.
Macht mich immer wieder traurig, daran zu denken. Ist das eigentlich normal, dass eine Fehlgeburt einen ausgerechnet nach der Geburt eines gesunden Kindes nochmal so einholt?? Man müsste doch dann eigentlich gerade so dankbar für das lebende Kind sein...

Ich halte das für absolut normal...
eine Mutter trauert klarerweise um ihr Kind - das war (entgegen vieler Annahmen) schon im Mittelalter so....

besonders interessant finde ich, dass das Gedicht von einem Mann stammt - auch heute tun sich Männer ja noch recht oft schwer, über den Verlust eines Kindes zu sprechen bzw. fällt es ihnen oft schwerer als den Frauen, ihre Trauer zu zeigen.

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22. Juni 2014 um 6:57


Ein wirklich wunderschönes Gedicht Kannte ich gar nicht.

Aber dass es im ursprünglichen Sinne um Sternenkinder geht, glaub ich nicht, auch wenn es natürlich sehr passend ist. Bei Wikipedia steht dazu jedenfalls: "Als Kindertodtenlieder bezeichnete der Dichter Friedrich Rückert die 428 Gedichte, die er unter dem Eindruck des Todes seiner Kinder Luise und Ernst 1833/1834 schrieb.Alle damals sechs Kinder Rückerts waren im Dezember 1833 an Scharlach erkrankt. Am 31. Dezember 1833 starb Rückerts jüngstes Kind und einzige Tochter Luise (* 25. Juni 1830). Am 16. Januar 1834 starb Rückerts Sohn Ernst (* 4. Januar 1829). Die übrigen vier Kinder erholten sich von der Krankheit."

Traurig genug... Wie auch immer - ich finde, Friedrich Rückert hat damit der Trauer von verwaisten Eltern ein würdiges Denkmal gesetzt.

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