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Gebärmutter tragisch verloren! Wer noch? Wer hilft?

10. Februar 2015 um 11:34

Hallo,
vielleicht gibt es hier jemanden, der aehnliches erlebt hat.

Leider ist das Internet nur voll von Berichten von Frauen, die unheimlich gluecklich ueber die Entfernung der Gebaermutter sind. Das kann ich von mir nicht behaupten und Positives kann ich daran auch nicht finden...

Bei der Geburt meines Kindes hatte ich eine unstillbare Blutung mit der Folge, dass, um mein Leben zu retten, meine Gebaermutter entfernt werden musste. Ich habe dabei ziemlich viel Blut verloren und war lange auf der Intensivstation. Ich habe sachlich verstanden, dass dieser Schritt notwendig war, um mein Leben zu retten. Aber irgendwie schaffe ich es nicht, darueber hinwegzukommen.

Ich bin von den Erlebnissen im OP, die ich bei vollem Bewusstsein erlebt habe, traumatisiert. Der Satz des Arztes: "Frau X, wir kaempfen jetzt um ihr Leben." verfolgt mich Tag und Nacht

Darueber hinaus habe ich Angst, was mit meinem Koerper passiert, wie er die Organentnahme verkraftet und was sich veraendern wird (Zyklus-Hormone, Sexualitaet, Gesundheit). Allein die Vorstellung, dass da in der Mitte etwas fehlt, ruft in mir einen Ekel hervor. Ich weiss nicht, ob ich mich jemals wieder richtig leiden kann.

Ausserdem bin ich so traurig bei dem Gedanken, nie wieder Kinder bekommen zu koennen. Ich bin noch nicht sooo alt und wir wollten auch noch weitere Kinder.

Natuerlich habe ich versucht Hilfe zu bekommen. Leider brachte das nicht, was ich mir erhofft hatte. Eine Psychologin noch im Krankenhaus meinte, dass ich mir einen schoenen Abend mit Freunden machen solle, der Gynaekologe, der die OP durchfuehrte meinte nach zehn Tagen, dass er nicht nachvollziehen kann, warum ich noch so traurig sei, ich kann froh sein noch am Leben zu sein. Bei einer weiteren Psychologin bekam ich zu hoeren, seien sie froh, dass sie ueberhaupt Kinder haben. Haken sie die Vergangenheit ab und blicken sie nach vorn.

Das alles hilft mir aber leider gar nicht. Ich finde diese Ratschlaege so daneben, ja gar demuetigend. Man wuerde doch zu jemanden, der sein Augenlicht verloren hat auch nicht sagen, dass er froh sein soll noch hoeren zu koennen.

Warum nimmt mich denn niemand ernst? Ist hier jemand, der aehnliches erlebt hat? Wie habt ihr es geschafft, darueber hinweg zu kommen? Ich waere ueber Berichte von euch sehr dankbar.

Viele Gruesse

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10. Februar 2015 um 11:48

Liebe Tread-Verfasserin,
Es tut mir wirklich leid, daß du so etwas einschneidendes, traumatisierenden erleben musstest.
Wahrscheinlich ist dies alles noch gar nicht so lange her?
Ich kann dich verstehen, auch wenn ich keine ähnliche Erfahrung gemacht habe.
Evtl kannst du dich bei einem Gyn oder einer Hebamme über Selbsthilfe-Gruppen informieren.
Es muss doch jemanden geben, der dich in der Verarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses unterstützen kann.

Evtl tatsächlich deine Hebamme. Meiner Erfahrung nach sind die oft viel einfühlsamer als die Ärzte.

Sorry, dass ich dir nicht wirklich weiterhelfen konnte, ich wollte dir nur sagen, dass ich dich verstehen kann und es absolut falsch ist zu sagen:" die kann doch froh sein, dass sie noch lebt..."
Natürlich bist du froh, dass du noch hier bist, aber das hilft dir in deinem Schmerz nicht wirklich weiter....

Ich wünsche dir trotzdem alles Liebe für eure Zukunft!

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10. Februar 2015 um 12:02

Es tut mir so leid für dich!!
es tut mir wirklich leid, was du da erleben musstest! ich kann dir leider keine psychologische hilfe bieten, aber ich könnte dir die körperlichen veränderungen erzählen. ich hatte vor 2,5 jahren eine gebärmutterentfernung...

allerdings hatte ich schon drei kinder und wahnsinnige probleme mit zysten, blutungen und schmerzen...

nach der entnahme hatte ich auch viele seltsame gedanken! ich konnte mich gar nicht wie eine richtige frau fühlen...weil eben ein stück von mir fehlte, was eine frau ausmachte!

was deine bedenken über die körperlichen veränderungen betrifft, kann ich da ein stück weit aufklären:

zyklus/hormoe: da du ja keinen einnistungsplatz mehr für deine gesprungene eizelle hast, kann sich auch nix einnisten...sodass du klar keine periode mehr bekommst! einen eisprung bekommst du trotzdem, nur dass sich dieses in der bauchhöhle auflöst!

sexualität: ich weiß nicht wie lange die entnahme schon her ist, daher weiß ich nicht, ob du schon GV in dieser zeit hattest...falls nicht, wird sich nicht viel ändern...bei mir war es "beim ersten mal" etwas krampfhaft, weil ich nicht wusste, ob es weh tut, ob ich überhaupt was spühre..ect... beim zweiten mal (und etwas alkohol) war ich wesentlich lockerer...da hat lediglich beim O*gasmus das nachzucken der GM gefehlt...aber es war schön wie immer...also keine sorge, auf den S.ex wirkt sich da nix aus...

Gesundheit: nach 2,5 jahren, kann ich dir gar keinen bericht über meine gesundheit geben...ich bin gesund/krank wie sonst auch ... ich habe mich psychisch lange damit rumgequält, aber es gut verarbeitet!

ich wünsche dir, dass du lernst, damit positiv umzugehen...und vielleicht irgendwann damit leben kannst! ich drücke dich ganz fest!!

lg enomie

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11. Februar 2015 um 13:01

Vielen Dank!
Der Zuspruch von euch hilft ein wenig und es tut gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin.

Ja, es ist gerade einmal drei Wochen her und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich je darüber hinwegkommen soll. Ihr schreibt zwar alle, dass der Schmerz weniger wird, aber wie, wenn ich jeden Tag grausam daran denken muss.

Außerdem scheint mich das Thema zu verfolgen: da bekommt man Willkommensgeschenke fürs Baby und was fällt mir als erstes in die Hand - ein Gratiskondom mit einer Broschüre Verhütung in der Stillzeit. Na danke!
Dann flattern die Rechnungen vom Krankenhaus ins Haus mit den Berichten... Das tut so weh!

Enomie, du schreibst, dass du dich auch lange damit rumgequält hast. Was hast du dagegen unternommen? Was hat dir geholfen?

Was mich auch total aufregt sind diese "Normalmamas", die sich über Stilleinlagen, Hundefutter und Spielgruppen unterhalten. (hat natürlich alles seine Berechtigung). Ich fühle mich im Vergleich dazu wie eine Außerirdische.

Danke nochmal, für die lieben Worte und die Anteilnahme!

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11. Februar 2015 um 13:23
In Antwort auf ibsfmk

Vielen Dank!
Der Zuspruch von euch hilft ein wenig und es tut gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin.

Ja, es ist gerade einmal drei Wochen her und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich je darüber hinwegkommen soll. Ihr schreibt zwar alle, dass der Schmerz weniger wird, aber wie, wenn ich jeden Tag grausam daran denken muss.

Außerdem scheint mich das Thema zu verfolgen: da bekommt man Willkommensgeschenke fürs Baby und was fällt mir als erstes in die Hand - ein Gratiskondom mit einer Broschüre Verhütung in der Stillzeit. Na danke!
Dann flattern die Rechnungen vom Krankenhaus ins Haus mit den Berichten... Das tut so weh!

Enomie, du schreibst, dass du dich auch lange damit rumgequält hast. Was hast du dagegen unternommen? Was hat dir geholfen?

Was mich auch total aufregt sind diese "Normalmamas", die sich über Stilleinlagen, Hundefutter und Spielgruppen unterhalten. (hat natürlich alles seine Berechtigung). Ich fühle mich im Vergleich dazu wie eine Außerirdische.

Danke nochmal, für die lieben Worte und die Anteilnahme!

Was mir geholfen hat?
die beste hilfe ist einfach der alltag! ich habe mir selbst viel streß gemacht, mich mit freunden verabredet, viel zeit mit den kindern...der haushalt wurde extrem penibel erledigt...alles gemacht, nur damit ich keine zeit hatte zum nachdenken!

da ich lange zeit von depressionen geplagt war (nicht wegen der entnahme der GM), habe ich gelernt, meine gedanken zu kontrollieren und abzuschalten, wenn ich gemerkt habe, dass das "loch" wieder näher kommt!

unternimm was! geh viel spazieren, kümmere dich um dein baby...triff dich mit freunden, such dir ein zeiteinnehmendes hobby...alles was ablenkt ist super!!

ich wünsche dir viel kraft und ablenkung...

wenn du wen zum quatschen brauchst, einfach pn an mich

lg

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11. Februar 2015 um 13:46

Ich schliesse mich nutella an...
geh nochmals zu einem Psychologen. Ich finde, dass du mit diesem die ganze Geschichte anschauen solltest. Das, was du schilderst ist ein traumatisches Erlebnis. Du warst der Situation komplett ausgeliefert, man hat "einfach mit dir gemacht"... das ist schwer zu verkraften. Wie sollst du dich da an dem "neuen Zustand erfreuen"? Wie sollst du etwas so urplötzlich annehmen können, das eigentlich gegen deinen Willen geschehen ist? Was dein Leben bzw deine Vorstellungen, Pläne komplett auf den Kopf stellt? SO hast du dir die Geburt deines Kindes nicht vorgestellt... Das heisst ja noch lange nicht, dass du die Notwendigkeit des Eingriffs anzweifelst...

Ich hatte auch eine traumatische Geburt (betraf bei uns aber mehr den Zustand meiner Tochter) und ich hatte lange zu kämpfen damit. Ich habe die Geburt ca 1 Jahr lang täglich gedanklich wieder durchgespielt, immer und immer wieder. Irgendwann gings dann wieder besser... es ist mehr in den Hintergrund gerückt. Es wird besser, aber es braucht Zeit.

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11. Februar 2015 um 16:41

Hi
Mir ist sowas noch nicht passiert und uch kenne auch keinen, aber ich wollte schreiben du weist gar nicht wie der schmerz weniger werfen soll, ich denke das das ähnlich ist wie wenn ein geliebter mensch stirbt, am anfang denkst du immer dran bist immer traurig, aber auch das wird mit der zeit besser, auch wenn es länger dauert. Ich würde mir auch nochmal hilfe holen, zu verschiedenen psychologen gehen. Ich denke auf langer sicht wird es dir besser gehen. Ich würde mich auf mein baby konzentrieren und mich an ihm erfreuen, vielleicht rutsch so langsam der schmerz in den hintergrund. Alles gute für dich

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14. Februar 2015 um 17:07

Du erzählst mir meine Geschichte!
Du bist nicht allein!!!

Es wird alles besser werden - aber es braucht lange Zeit.
Bei mir ist alles 2011 geschehen - noch immer knabbere ich ordentlich daran. Habe solange gesucht, bis ich eine Psychologin fand, die mir innerhalb von kürzester Zeit von einem Großteil meiner schlechten Gefühle befreien konnte.

Es Kann und wird dich fast niemand verstehen. Ich spreche gar nicht darüber, weil es mit dem Besten Willen niemand verstehen kann, der es nicht am eigenen Leib erlebt hat.

Freue dich so gut wie irgendwie möglich deines Lebens. Sei dankbar für alles, was geklappt hat in deinem Leben - täglich alle Kleinigkeiten. Das lässt all die Trauer leichter vorübergehen - man lenkt einfach den Fokus mehr aufs Positive anstatt auf das Negative!

Ich denke mir auch oft, der liebe Gott hatte wohl was ganz anderes mit mir vor, als ich mir gedacht habe. Er hat ganz bestimmt einen besseren und ganz besonderen Plan mit mir, den ich ohne dieses Erlebnis NIE gegangen wäre.

Nach solch einer Situation kann man nie mehr ganz die "alte" werden. Es verändert zwangsläufig die eigene Einstellung, weil es einfach ein zu einschneidendes Erlebnis ist.

Ich hoffe, es geht dir schon besser.
Ich hatte Not-Sectio, multiple Not-Operationen, massive Bluttransfusionen aufgrund der massiven Nachblutung, Künstlicher Tiefschlaf (Koma) , wochenlange Intensivstation, mein Kind war ein Frühchen in der 29. SSW. Vorher hatte ich eine Fehlgeburt, die mich auch zwei Jahre massiv trauern lies.


Und es ist alles wieder (fast - die fehlende Gebärmutter, der unerfüllte wunsch nach weiteren Kindern, und die Narben - die sind natürlich geblieben) GUT geworden!

Und ich bin jeden Tag dankbar, dass mein Kind ganz gesund ist - ist ja bei einem Frühchen und überhaupt bei gar keinem Neugeborenen selbstverständlich.

Einiges sogar viel besser als Vorher - weil man es mit der Zeit - nach der Trauer - alles anders zu sehen beginnt.
Ich habe aber auch noch immer wieder Trauerphasen, oder vereinzelt Zeiten wo mich die Vgh kurz einholt. Aber es wird immer besser und weniger!!!!

Aber ich verstehe dich von Herzen und du bist nicht allein!!!!!!!!!


Unbekannterweise - drücke ich dich ganz ganz ganz feste!

Es wird wieder alles gut!!!!!!!

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15. Februar 2015 um 11:18

Danke maryk36
Das was du schreibst, tut mir sehr gut!

Leider gelingt es mir (noch) nicht, das Positive zu sehen. Zwar sagt mir meine Familie, dass sie froh sind, dass ich bei ihnen bin, aber irgendwie gelingt es mir nicht, deren Freude zu teilen.

Auch diesen Weg, der Gott (oder wie auch immer man es nennen will), für mich vorgesehen hat, kann und will ich nicht einsehen. Ich finde es so gemein, ich bin kein böser Mensch, warum passiert mir dann so etwas. Ich habe gelernt, dass wenn man Gutes tut, wird einem gutes widerfahren. Das wonach ich mein ganzes Leben gelebt habe, existiert plötzlich nicht mehr.

Natürlich freue ich mich, dass es meinen Kindern gut geht, besonders, weil das nichts selbstverständliches ist. Andererseits fühle ich mich, als ist in mir ein schwarzes Loch. Außer Schmerz kann ich nichts fühlen. Die "Alte" werde ich nie wieder sein können. Ich bin plötzlich jemand anderes, der ich nicht sein wollte. Ich komme damit einfach nicht klar.

Ich hoffe, dass ich, wie du maryk36, bald jemanden finde, der mich versteht und mir helfen kann und nicht immer nur die Standardsprüche ablässt.

Viele Grüße

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