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Geburtsbericht meiner Hausgeburt

27. Februar 2018 um 11:03

Hallo ihr lieben,

unser Sohn ist jetzt schon 6 Wochen alt und ich wollte euch hier mal von meiner Geburt erzählen. Schon vor der Schwangerschaft war mir klar, dass ich, wenn es möglich ist, eine Hausgeburt möchte und nicht in der Klinik hier entbinden wollte. Wir wohnen in Mecklenburg-Vorpommern, daher gibt es nicht wirklich Auswahl an Krankenhäuser und das hier hat nicht den besten Ruf. Zum Glück gibt es hier noch eine Hebamme, die Hausgeburten betreut, wohnt 50 km entfernt, dauerte dann unter der Geburt 1,5h bis sie hier war.

Die Schwangerschaft lief abgesehen, von den üblichen Wehwechen problemlos, wir haben noch den Ultraschall in der 22. Woche beim Arzt machen lassen und ab der 26. Woche hat die Hebamme die Vorsorgen gemacht.
Bei 40+3 (nach der vordaterierung der Ärztin und 40+1 gerechnet ab letzter Periode) war die Hebamme das letzte Mal da. Aber da ich ja über ET war, musste ich zum Arzt. Zu meiner Ärztin wollte ich nicht, hab mich da einfach nicht wohl gefühlt, also wurde geplant, dass wir uns am nächsten Tag in der Klinik (120 km entfernt) treffen, in der die Hebamme arbeitet und dort die Untersuchung gemacht wird.
Ich hab Abends noch 2.5 h auf dem Boden gesessen mit dem dicken Bauch und den kaputten Reißverschluss der Hundebox genäht, damit wir den Hund am nächsten Tag mitnehmen können um dann mit ihr am Strand noch zu spazieren...hätte ich mir sparen können Am Abend haben wir uns ins Bett gekuschelt und ich dachte mir so: man hat ja gehört, dass das Prostaglandin im Sperma die Geburt fördern kann, also schaden wird es wohl nicht, wenn wir jetzt miteinander schlafen, aber richtig damit gerechnet, dass das was bewirkt habe ich nicht

Aber dann in der Nacht wurde ich um 4 Uhr von leichten, aber schon regelmäßigen Wehen geweckt, ab da alle 10 Minuten. Schlafen ging nicht mehr, also aufstehen, frühes Frühstück und um halb sieben oder so der erste Anruf bei der Hebamme. Gegen 10 war sie dann da und hat mich untersucht, Gebärmutterhals weich, aber noch 1 cm da und MuMu zu. Kind lag tief im Becken und Herztöne waren gut. Also weiter so machen und sie käme abends nochmal vorbei.
Ich hab dann von 11 bis 12.30 noch mal etwas geschlafen, danach waren die Wehen unregelmäßig. Aber laufen ist ja auch gut und der Hund musste eh raus, auf dem Spaziergang entstand dann das letzte Bild mit Babybauch. Die Wehen wurden wieder regelmäßig und ich musste ab dann auch immer kurz stehen bleiben unter der Wehe. Um 17Uhr war die Hebamme wieder da und dann die Ernüchterung….es hat sich den ganzen Tag nichts getan, MuMu immer noch zu…. Sie sagte, dass es gut sein kann, dass es aufhört und erst nächste Woche weiter geht und wir uns dann wohl am nächsten Morgen wieder sehen werden, ich solle versuchen zu schlafen.

Um 21 Uhr hab ich mich ins Bett gelegt und zusammen mit der Entspannung aus dem Geburstsvorbereitungskurs versucht zu schlafen (das ging sonst immer, ich war ganz schnell weg). Ich konnte mich auch schön entspannen, aber ich habe dadurch den Beginn der Wehe nicht gespürt und dann überkam sie mich und ich musste ganz schnell hoch auf die Knie, in den Vierfüßler um das irgendwie auszuhalten und dann war die Entspannung wieder weg… haben das so noch bis 11 probiert aber musste ich wieder aufstehen. Wir sind dann ins Wohnzimmer und haben eine Runde Carcassone gespielt (ich hab gewonnen   da fing es dann an, dass mich die Wehen in die Knie zwangen, ich begann im stehen und am Ende war ich auf den Knien und der Oberkörper nach vorne gebeugt, als ob ich wen anbeten wollen würde. Musste dann auch ständig aufs Klo^^ Um 12 hab ich zu meinem Freund gesagt, er solle mal auf die Uhr gucken, wie lang und in welchen Abständen die Wehen kommen. War dann so alle 5 Minuten und jeweils immer eine gute Minute lang.
Dann merkte ich, dass ich so nicht mehr lange alleine weiter machen konnte, dachte ja auch daran, dass bis nachmittags sich nichts getan hatte und das ganze wohl noch bis morgens dauern wird…. Hab meine Hebamme angerufen und sie zögerte erst, machte sich dann aber auf den Weg und um 2 war sie dann da. Die Wehen waren da nicht ganz ohne, sie zwangen mich weiter in die Knie, aber in den Pausen lief ich noch durch die Gegend und suchte Handtücher und so. Dann hat sich mich untersucht und sagte nur: Ich weiß nicht, was ihr gemacht habt, aber der MuMu ist fast komplett offen und wenn du einen Druck nach unten spürst, kannst du da jetzt schon mitgehen.

Vorher dachte ich noch, ich kann auf gar keinen Fall schreien oder laut sein, denn unter unserem Wohnzimmer ist das Schlafzimmer der Nachbarn…aber das war dann plötzlich egal, ich fing immer mehr an Geräusche zu machen^^ Ich weiß es nicht mehr genau aber die Austreibungsphase war so ca. eine halbe Stunde und da hatte ich dann schon dolle Schmerzen, dachte es zerreißt mich. Mein Freund saß auf einem Stuhl, ich war im Vierfüßler und hab mich in seinen Schoß gestützt und in den Wehen ihm den Rücken und Arm zerdrückt. Und ich hab in einer Lautstärke geschrien, die ich so gar nicht von mir kannte. War aber gar nicht so gut, da dadurch meine Kraft nicht an unten ging um dem Baby zu helfen. Haben einmal versucht, dass ich in der Hocke bin und mein Freund mich von hinten stütz, das ging aber gar nicht, also wieder umdrehen. Langsam war ich mit meinen Kräften echt am Ende, aber dank ein paar letzter, deutlicheren Worte der Hebamme unterstützt brachte ich dann um 3.18 unseren Sohn zur Welt J Er lag dann zu meinen Füßen, ich zog meinen Pullover aus, nahm ihn hoch und mir wurde geholfen mit ihm auf die Couch zu kommen.
Ich war fix und fertig und konnte das gar nicht glauben, ihm ging es gut. Er wurde dann aber zu kühl und dann hat mein Freund ihn auf die Brust genommen du gewärmt. Da guckte er mich dann mit seinen groooßen dunklen Augen an und es war sooo schön. Dann hab ich ihn wieder genommen, er wollte aber noch nicht trinken, brabbelte noch sein Fruchtwasser raus.
Ich war ein wenig gerissen und musste mit ein paar Stichen genäht werden, danach wurde der kleine Mann dann untersucht, alles dran und gut, bei 3360g und 51 cm, Kopfumfang 35cm. Gegen 5 hat er dann das erste Mal getrunken und die Hebamme hat sich verabschiedet und meinte, dass sie am Abend noch mal nach uns sehen wird. Da ich ja über 24h wach war, war ich echt sehr erschöpft…gegen 7 bin ich das erste Mal aufgestanden um kurz ins Bad zu gehen.

Das kommt mir alles jetzt schon sooo weit weg vor, auch wenn es nur 6 Wochen sind. Mit Baby ändert sich die Zeitrechnung^^ Ist ganz schön lang geworden aber es hat sich ja auch über einen recht langen Zeitraum gezogen. Ich empfand die Geburt zwar schon als Kräftezehrend, aber auch wunderschön und ich freue mich schon sehr, wenn ich irgendwann hoffentlich wieder schwanger bin und das nochmal erleben darf.

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Liebe Grüße
Malibuechen und Sohnemann, der ganz friedlich bei mir im Tuch schlummert, so da ich das hier mal in Ruhe aufschreiben konnte J
 
 
 

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27. Februar 2018 um 13:38

Herzlichen glückwunsch zur geburt eures kleinen prinzen....❤

sehr schöner bericht!! 😍

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