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Geburtsbericht: nach 37 Sunden hielt ich meinen Prinzen in den Armen

13. Januar 2014 um 14:30 Letzte Antwort: 13. Januar 2014 um 14:43

Die erste Wehe spürte ich in der Nacht vom 27.12.2013 auf den 28.12. um genau 02:58 Uhr.
Das war ein wenig unangenehm, aber nichts, wobei ich dachte, ich müsste sofort ins Krankenhaus.
Von da an hatte ich sofort regelmäßige Wehen. Zunächst alle 15 Minuten, dann alle 10 und schließlich alle 8 Minuten.
Gegen halb sechs am Morgen beschloss ich, duschen zu gehen. Ich hatte das starke Gefühl, dass es los ging und wollte frisch gewaschen und mit rasierten Beinen ins Krankenhaus fahren. So viel Eitelkeit musste sein.
Enttäuscht stellte ich nach der mehr als wohltuenden Dusche fest, dass die Wehen nicht mehr da waren. Unentschlossen setzte ich mich ein bisschen vor den Fernseher und überlegte gerade, wieder ins Bett zu gehen, als die Wehen wieder da waren. Regelmäßig alle 8 Minuten.
Inzwischen war es kurz vor sieben und mein Mann stand auf. Ich sagte ihm, er solle bei seiner Arbeit anrufen und sagen, er würde an diesem Tag nicht zur Arbeit erscheinen. Gottseidank hatte er Urlaub auf Abruf
Wir frühstückten in Ruhe und ich rief im Krankenhaus an, um zu fragen, wie es weitergehen sollte. Man sagte mir, ich sollte kommen, wenn ich mich danach fühlte, was wir schließlich ein paar Stunden später auch taten. Angemeldet waren wir schon. Das spart wirklich eine Menge Zeit.
Im Krankenhaus angekommen (für das wir uns entschieden hatten, weil es eine hervorragende Neugeborenen Intensiv-Station hat für den Fall der Fälle) wurde ich zunächst ans CTG angeschlossen, das zwar alle 8 Minuten schöne Wehen aufzeichnete, aber leider reichte das nicht annähernd aus
Mein Muttermund war erst fingerdurchlässig, die Wehen noch bei Weitem zu schwach, um etwas bewirken zu können.
Wir wurden zwar aufgenommen, weil die Regelmäßigkeit der Kontraktionen schon ganz gut war, waren aber trotzdem enttäuscht.
Mein Mann und ich durften dann außerhalb der Klinik essen gehen und nach Rücksprache mit der Ärztin dort durfte ich endlich mal wieder in mein geliebtes Sushi-Restaurant.
Das hab ich auch so richtig schön ausgenutzt.
2 Stunden später bekam ich dann von der Ärztin bei der Untersuchung gesagt, dass mein Muttermund sich schon auf 5-6 cm geöffnet hätte.
Wahnsinn, dachte ich. Jetzt gehts los!
Im Kreisssaal wurde ein erneutes CTG geschrieben, dass allerdings nur schwache Wehen alle 8 Minuten aufzeichnete.
Die Hebamme kam und untersuchte mich auch noch einmal und es stellte sich heraus, dass der Befund der Ärztin falsch war und der Muttermund erst bei 2 cm war
Wir wurden wieder spazieren geschickt und sollten 2 Stunden später wieder kommen.
Nach einer erneuten Untersuchung wurde das ganze für diesen Tag abgebrochen. Es hatte sich den ganzen Tag über REIN GAR NICHTS getan.
Völlig frustriert gingen wir auf unser Zimmer und ins Bett (Wir hatten ein Familienzimmer) und ich hoffte inständig, dass die Fruchtblase vielleicht in der Nacht endlich platzte.
Doch welch Überraschung das tat sie nicht. Ich hatte eine unruhige schlaflose Nacht mit Wehen im 8 Minuten-Abstand, die aber immerhin bewirkt hatten, dass mein Muttermund bei der ersten Untersuchung am nächsten Tag einen Zentimeter weiter aufgegangen ist.
Vor dem Arzt drückte ich reichlich auf die Tränendrüse, denn ich hatte nun langsam wirklich keine Geduld mehr und wollte mich nicht wegschicken lassen!
Der Arzt ordnete endlich einen Wehentropf an, um das Ganze etwas zu beschleunigen.
Man glaubt es kaum: Allein die Androhung des Tropfes hat bewirkt, dass die Wehen plötzlich alle 3-4 Minuten kamen und viel stärker waren
2 Stunden lang wurde ein CTG geschrieben. Es war das transportable Gerät, ich durfte wenigstens die ganze Zeit laufen. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, waren aber ganz gut zu veratmen und ich dachte echt, es geht so richtig schön vorwärts.
Als die Hebamme kam, um mich erneut zu untersuchen, stellte sie fest, dass das allein noch nichts gebracht hatte. Also kam ich meine Frustration wuchs erneut an doch noch an den Wehentropf.
Und dann ging es endlich richtig los!
Plötzlich hatte ich von Null auf Hundert heftige Wehen alle 2-3 Minuten, die Schmerzen waren wirklich ekelig!
Zusätzlich bekam ich über den Tropf ein Schmerzmittel, dass mich glauben ließ, ich hätte das eine oder andere Glas Sekt zu viel getrunken
Das hat eine Weile ganz gut funktioniert. Ich hatte immer noch starke Schmerzen, aber konnte zwischen den Wehen wenigstens wieder gut Luft holen. Die Hebamme hatte inzwischen den diensthabenden Arzt gerufen, der mir endlich auch die Fruchtblase aufstach.
Ein sehr - ekeliges nasses (...) - Gefühl
Die Wehen wurden mehr und länger und irgendwann hatte ich Kontraktionen, die sich über 3-4 Minuten hinzogen. Der Wehentropf musste abgestellt werden, das Schmerzmittel half schon lange nicht mehr.
Ich hatte so heftige Schmerzen, dass ich ganz weggetreten war und irgendwann anfing, nach der PDA zu betteln. Der Anästhesist ließ sich Zeit, ich dachte ich sterbe!
Als er endlich kam, lag ich bereits 36 Stunden in den Wehen die schlimmsten Schmerzen, die ich je in meinem Leben gehabt hatte!
Aber die PDA wurde schnell gelegt und sass perfekt! Ich spürte meine Beine noch gut und auch den Druck, den das Köpfchen machte, hatte aber überhaupt keine Schmerzen mehr und konnte sogar ein paar Minuten die Augen zu machen.
Mein Mann holte mir Tee, als die Hebamme kam, mich noch ein mal untersuchte und endlich feststellte, dass der Muttermund komplett geöffnet wäre. Von da an durfte ich schon etwas mit schieben.
Mein Mann kam zurück, nahm meine Hand und als der Arzt kam, durfte ich endlich richtig mit schieben. Trotz der PDA merkte ich sehr deutlich, wann der Kopf meines Sohnes nach unten drückte und ich presste, was das Zeug hielt.
Mein Mann war toll, obwohl ich ihm wahrscheinlich fast die Hand gebrochen hab vor lauter Anstrengung
5-6 Presswehen später war der Kopf meines Babys geboren, eine weitere danach war er endlich da!
Mein Mann schnitt die Nabelschnur durch, dann wurde mein Sohn mir auf die Brust gelegt und ich durfte ihn endlich sehen!! Das war der wunderschönste Augenblick in meinem Leben! Nie hätte ich gedacht, dass wir dazu fähig sind, etwas so Vollkommenes und Wunderhübsches zu machen.
Während ich genäht wurde (Dammriss 2. Grades, Scheidenriss und Labienriss ) durfte mein Mann mit dem Kleinen kuscheln und bei der U1 zusehen.

Sean Benjamin
wog 3160 g bei einer Größe von 51 cm und einem Kopfumfang von 35 cm.
Er kam gesund und munter am 29.12.2013, pünktlich am ET, nach einer 37 Sunden Geburt auf die Welt.


Uns geht es sehr gut. Meine Geburtsverletzungen heilen gut ab, sind aber immer noch etwas unangenehm. Sitzen konnte ich ganze 10 Tage nicht!
Meinen Beckenboden merke ich allmählich auch, ein sehr unangenehmes Gefühl. Aber auch das werde ich noch in den Griff bekommen
Alles in Allem hatte ich eine wunderbare, aber extrem anstrengende und langwierige Geburt. Aber beim nächsten Mal werde ich mir definitiv eher den Wehentropf geben lassen

Wegen ein paar kleinerer "Auffälligkeiten" musste mein Kleiner dann erstmal auf die Kinderstation runter.
Der Kinderarzt stellte eine Vier-Finger-Furche fest, einen auffällig breiten Nasenrücken und eine Einkerbung am Steißbein.
Einzeln gesehen sind das keine schlimmen Sachen, aber alles zusammen hat die Ärzte stutzig werden lassen...
Ich war am Boden zerstört, als sie ihn mitnahmen
Nach unmengen Untersuchungen (Ultraschall und Blut) hat sich am nächsten Tag herausgestellt, dass mein Sohn kerngesund ist! Die Oberärztin der Klinik ist eine Spezialistin auf dem Gebiet der "Auffälligkeiten" und man hat uns versichert, dass der Kleiner nichts schlimmes hat. Dennoch haben wir einem Chromosomentest zugestimmt, dessen Ergebnis noch ausstehend ist.
Aber wir sind uns sicher, dass auch da nicht bei herauskommen wird.

Die Zeit, in der mein Kleiner nicht bei mir sein konnte, war die Hölle für mich
Umso erleichterter war ich, als festgestellt wurde, dass das nur falscher Alarm war. (Mein Bruder hat die gleichen "Auffälligkeiten" wie mein Sohn. Es scheint ja aus der Familie zu kommen Und er ist auch gesund und munter.)

Aber trotzdem: Sicher ist eben manchmal sicher!
Wir sind froh, dass er untersucht wurde, so haben wir immerhin die Gewissheit dass er gesund ist!

Ganz liebe Grüße
Nadine mit Sean im Arm (15 Tage alt )

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13. Januar 2014 um 14:43

37h ist hart
Aber herzlichen glückwunsch!

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