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Geburtstrauma ist wieder da

19. April 2016 um 17:32

Hi...

Ich habe 2013 in der 38. ssw entbunden.
Sturzgeburt... Der Kleine hatte die Nabelschnur um den Hals und die Herztöne wurden schlechter. Dann musste ganz schnell mit saugglocke und Zange eingegriffen werden.
Aber als er da war ging es ihm gut.

Ich konnte mich jetzt 2,5 Jahre nicht an die Geburt erinnern. An gar nichts. ...

Ich dachte ich käme damit klar, aber plötzlich weis ich wieder alles. Dadurch hat sich die Beziehung zu dem kleinen auch wieder verschlechtert.
(Postpartale Depression und Posttraumatische Belastungsstörung, was beides mit dem kleinen zusammen in einer Psychiatrie behandelt wurde)

Wir waren auf einem relativ guten Weg, aber jetzt Fluten mich Bilder von der Geburt und das ich momentan das einzige was in meinem Kopf Platz hat.
Klar kümmere ich mich um den kleinen, aber ich funktioniere nur und habe dabei keinerlei Emotionen. ...

Ging es jemandem ähnlich?

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19. April 2016 um 23:28

Weis das ich Hilfe brauche. Deshalb bin ich ja auch in einer Therapie.
Ich wünschte auch dass es anders wäre und alles wie im Bilderbuch. Aber so ist es eben nicht immer und wäre schön wenn sowas nicht verurteilt würde. Es sucht sich niemand aus wie das Leben weiter geht. Und es hat auch niemand einen Einfluss darauf, wen man wie intensiv liebt. Selbst wenn es das eigene Kind ist und es so erwartet wird.

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22. April 2016 um 13:15

Hui
Einerseits ist es ja ein Fortschritt, dass dein Hirn der Meinung ist, dass es nun an der Zeit ist, das zu bewältigen. Andererseits verstehe ich, dass dich das nun fertig macht. Natürlich kommt das nun in einer Phase, in der dein Kind sich krass verändert und recht anstrengend ist.

Ist dein Kind in einer Kita? Ich habe meine Hexe letztes Jahr nach stationär behandelter Depression in die Kita gegeben. Es tut mir gut, dass ich einerseits Zeit für mich habe und andererseits weiß, dass die Erzieherinnen mehr Geduld mit ihr haben und besser auf sie eingehen können, als ich das den ganzen Tag könnte (aus diesem Grund habe ich auch eine recht hohe Stundenzahl für sie). Für die Zeit, die sie daheim ist, nehme ich mir dann gezielt etwas vor und bemühe mich, dass ich dann auch wirklich auf sie eingehen kann. Das hört sich jetzt vielleicht etwas Rabenmuttermäßig an, aber es hilft mir.
Daneben hilft es mir, mit meiner Therapeutin gezielt über die Bindung zu meinem Kind und auch die Erziehung zu sprechen.

Wenn du aber das Gefühl hast, dass es gerade gar nicht geht, dann gehe bitte, so grausam es klingt, den Schritt zurück in die Klinik (auch ohne Kind). Dann kannst du aktiv an deinem Trauma arbeiten und deinem Kind danach wieder gefühlt besser gerecht werden. Ich vermute, dass damit dir und auch deinem Kind deutlich mehr geholfen ist.

Fühl dich ganz doll gedrückt, nur weil eine Geburt "erfolgreich" verlaufen ist, heißt das nicht, dass du damit glücklich sein musst. Das ist nunmal ein wirklich einschneidendes Erlebnis, das Spuren hinterlässt. Ach ja, es gibt Psychologinnen, die gleichzeitig Hebammen sind. Vielleicht findest du ja jemanden, mit dem du diese Geburt noch einmal durchgehen kannst und dann auch verstehst, weshalb Entscheidungen so getroffen wurden, wie es passiert ist. In den USA ist diese Art der Bewältigung von traumatischen Geburten inzwischen echt verbreitet und bringt wohl auch wirklich was.

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3. Mai 2016 um 12:43

Therapie
Ich würde dir auch raten eine Therapie zu besuchen. Eine Freundin vo mir ist Psychotherapeutin, die Geburtstraumata aufarbeitet mithilfe von Hypnose. Sie erzählt oft davon und meint das dieses Phänomen häufiger vorkommt als man vielleicht denken würde. Also schäm dich nicht dafür und versuche es offen und ehrlich anzugehen die Bindung zwischen dir und deinem Kind wieder herzustellen.

LG

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