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Gibt es eine Umgangspflicht?

16. August 2007 um 13:47

Ich erzähl mal kurz meine Geschichte:

Ich bin seit 2 Jahren und 3 Monaten von meinem Mann getrennt und wir sind immer noch nicht geschieden. Scheinbar ist unser Gericht wohl überlastet.
Unsere Kinder sind jetzt fast 5 und mein Noch-Ehemann kümmert sich viel zu wenig um die Beiden. Das erste dreiviertel Jahr hat er sie, wie üblich alle 14 Tage übers Wochenende genommen. Dann 3 Monate nur noch Sonntags und dann über ein halbes Jahr gar nicht mehr. Seit Januar nimmt er sie wieder aber nur alle 14 Tage Sonntags für 2 Stunden.
Die Kinder leiden. Ständig fragen sie mich warum sie nicht länger beim Papa bleiben dürfen und ich sag ihnen immer, dass sie von mir aus hin dürfen und das sie dass mit dem Papa besprechen müssen.
Seine Ausrede ist, dass er angeblich kein Geld hat um den Kindern was zu essen zu kaufen. Lachhaft!! Er arbeitet seit 9 Jahren in einer Firma und verdient jede Menge Kohle.
Das Jugendamt und mein Anwalt sagen mir immer, dass man da nichts gegen machen kann und das man ihn nicht zwingen kann.
Hat er denn nur Rechte und keine Pflichten?
Ich bin auch berufstätig und so lange die Beiden im Kindergarten sind, geht das alles. Aber was mache ich, wenn die Beiden in die Schule gehen? Ich kann keine 12 Wochen Urlaub im Jahr machen und mit 6 bzw. 7 kann ich sie doch nicht allein lassen wenn ich arbeite. Muss er mir was zum Babysitter dazu geben, wenn er sie nicht holt?
Zu meiner Schwägerin hat er gesagt, dass wenn er die Kinder holt, hätte ich frei und den Gefallen würde er mir nicht mehr tun.

Als alleinerziehende hat man doch echt die A-Karte! Er macht wie er will und ich kann nix dagegen machen. Ich würd sie ihm gar nicht mehr geben, doch das darf ich auch nicht!

Hat jemand einen Tip oder Rat für mich?

Gruß naleni1

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16. August 2007 um 16:31

Hm
Hallo Naleni,

das ist ja so eine ähnliche Diskussion, wie wir sie im Thread "Mama, wo ist der Papa" führen. Auch das Kind hat ein Recht auf Umgang mit dem Vater. Ob du allerdings gerichtlich erwirken kannst, dass er die Kinder jedes zweite WE holt und sie die Hälfte der Ferien betreut, weiß ich nicht. Natürlich kann man den Umgang gerichtlich erzwingen, doch wieviel, dass weiß ich nicht. Ich sehe das genauso wie du, dass er sich dann an den Betreuungskosten beteiligen müsste. Wenn ihr noch unter einem Dach leben würdet, würdet ihr euch doch auch mit der Betreuung abwechseln. Darum finde ich auch die Äußerung seiner Schwester gegenüber schon ärgerlich. Es sagt aber einiges über ihn aus. Was hat er dann eigentlich? Immer frei, oder wie?
Ich würde mich da aber erst einmal nicht vom JA abspeisen lassen. Die scheuen nur die Mühe. Und der Anwalt ist vielleicht auch nicht der Beste. Hol dir doch noch eine weitere Meinung von einem anderen Anwalt ein.

Liebe Grüße
deine Heike

http://hometown.aol.de/learohse/Heike_S_Mayer.html

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17. August 2007 um 13:19
In Antwort auf bala_12245282

Hm
Hallo Naleni,

das ist ja so eine ähnliche Diskussion, wie wir sie im Thread "Mama, wo ist der Papa" führen. Auch das Kind hat ein Recht auf Umgang mit dem Vater. Ob du allerdings gerichtlich erwirken kannst, dass er die Kinder jedes zweite WE holt und sie die Hälfte der Ferien betreut, weiß ich nicht. Natürlich kann man den Umgang gerichtlich erzwingen, doch wieviel, dass weiß ich nicht. Ich sehe das genauso wie du, dass er sich dann an den Betreuungskosten beteiligen müsste. Wenn ihr noch unter einem Dach leben würdet, würdet ihr euch doch auch mit der Betreuung abwechseln. Darum finde ich auch die Äußerung seiner Schwester gegenüber schon ärgerlich. Es sagt aber einiges über ihn aus. Was hat er dann eigentlich? Immer frei, oder wie?
Ich würde mich da aber erst einmal nicht vom JA abspeisen lassen. Die scheuen nur die Mühe. Und der Anwalt ist vielleicht auch nicht der Beste. Hol dir doch noch eine weitere Meinung von einem anderen Anwalt ein.

Liebe Grüße
deine Heike

http://hometown.aol.de/learohse/Heike_S_Mayer.html

Hallo Heike,
erstmal Danke für deine Antwort. Ich habe mir auch schon überlegt zu einem anderen Anwalt zu gehen, doch dann dachte ich, das ich für den Streß keine Kraft mehr habe. Seit über 2 Jahren terrorisiert er mich. Er hat mir wirklich schon alles vorgeworfen.
Die Kinder lieben ihn, und das soll ja auch so sein. Aber ich glaube, dass sie Beiden schon merken, dass er es nicht erwiedert, und das tut mir so leid für die Zwerge.
Ich habe niemand, auch nicht aus der Familie der mich unterstützt. Ich würde auch gerne mal wieder aus gehen. Er hat jeden Tag, jedes Wochenende frei. Ich find das echt gemein! Die Kinder sind doch nicht nur meine. Ich finde, dass er genauso Verantwortung übernehmen müsste wie ich das muss.
Wie kann er seine Wut auf mich auf dem Rücken der Kinder austragen. Ich finde es unmöglich erst gewünschte Kinder in die Welt zu setzen und sich dann nicht mehr darum zu kümmern. Sie sind doch sein Fleisch und Blut. Ich kann das einfach nicht begreifen.

LG Nadine

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20. August 2007 um 19:04
In Antwort auf vanja_12572711

Hallo Heike,
erstmal Danke für deine Antwort. Ich habe mir auch schon überlegt zu einem anderen Anwalt zu gehen, doch dann dachte ich, das ich für den Streß keine Kraft mehr habe. Seit über 2 Jahren terrorisiert er mich. Er hat mir wirklich schon alles vorgeworfen.
Die Kinder lieben ihn, und das soll ja auch so sein. Aber ich glaube, dass sie Beiden schon merken, dass er es nicht erwiedert, und das tut mir so leid für die Zwerge.
Ich habe niemand, auch nicht aus der Familie der mich unterstützt. Ich würde auch gerne mal wieder aus gehen. Er hat jeden Tag, jedes Wochenende frei. Ich find das echt gemein! Die Kinder sind doch nicht nur meine. Ich finde, dass er genauso Verantwortung übernehmen müsste wie ich das muss.
Wie kann er seine Wut auf mich auf dem Rücken der Kinder austragen. Ich finde es unmöglich erst gewünschte Kinder in die Welt zu setzen und sich dann nicht mehr darum zu kümmern. Sie sind doch sein Fleisch und Blut. Ich kann das einfach nicht begreifen.

LG Nadine

Also ich....
... kann deine situation nur zu gut nachfühlen...bei mir und bei meinem ex freund geht das jetz schon jahre so...mal holt er die kleine regelmäßig, dann lässt er es wieder schleifen, und wenn wir dann streit bekommen deswegen, dann kommt er wieder garnicht. Meine Tochter merkt das natürlich auch, wie er sich verhält und ehrlich gesagt, hat sie nicht wirklich Lust, zu ihm zu gehen (was ich verstehe). mittlerweile hab ich mir selbst gesagt, entweder er tanzt nach meiner pfeiffe oder er soll aufs gericht gehn, weil ich kann es mir nicht leisten, mich auf jemanden zu verlassen, der ständig kurz vor knapp absagt und ich dann schauen muss, wie ich arbeiten gehn kann usw...

ich denke, am besten wäre es, ihn eine entscheidung treffen zu lassen, entweder er kümmert sich richtig um die kinder oder er soll es lassen, aber so, das ist ncht gut für die kinder!

so ich hoffe ich konnte dir mit meinem endlos beitrag etwas helfen

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9. August 2010 um 10:47

Umgangspflicht
Hallo,
bei mir ist es ähnlich wie bei Heike.....und grade steck ich mal wieder in einer emotionalen Krise.
Mein zukünftiger Ex-Mann ist der Meinung es reicht, wenn er seine 4 Kinder (5-13) alle 2 Wochen für 24 h nehmen nimmt. Mehr muss er nicht. War mal seine Aussage.
Er holt sie auch regelmässig jedes 2. Wochenende. Klar, die Kinder würden ihren Vater gern öfter sehen. Aber leiden denke nicht allzu sehr darunter, aber ich.

Ich bin Single und würde mich auch gern mal ab und an mit jemandem treffen, rausgehen. Wie soll ich je wieder eine neue Beziehung finden, wenn ich so selten aus dem Haus komme. Selbst in den Ferien beharrt er auf seine 24h.

Es ist mir auch einfach zu viel, gut die Kinder sind in der Schule auch und im Kindergarten, aber ich bräuchte einfach auch mehr Auszeiten und mehr Abwechslung. Bin ich da zu egoistisch?

Gibt es nicht eine Möglichkeit ihn zu mehr zu bewegen?

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11. August 2010 um 19:40

Nein du kannst ihn nicht zwingen
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden.

III. Die Androhung der zwangsweisen Durchsetzung der Umgangspflicht
eines Elternteils gegen dessen erklärten Willen ist jedoch
regelmäßig nicht geeignet, den mit ihr verfolgten Zweck zu
erreichen. Ein Umgang mit dem Kind, der nur mit Zwangsmitteln
gegen seinen umgangsunwilligen Elternteil durchgesetzt werden
kann, dient in der Regel nicht dem Kindeswohl. Insoweit ist der
mit der gerichtlichen Zwangsmittelandrohung erfolgende Eingriff in
das Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit des Elternteils nicht
gerechtfertigt, es sei denn, es gibt im Einzelfall hinreichende
Anhaltspunkte, die darauf schließen lassen, dass ein erzwungener
Umgang dem Kindeswohl dienen wird.

1. Die zwangsweise Durchsetzung des Umgangs, bei der von dem
Elternteil nicht nur bloße Anwesenheit, sondern eine emotionale
Zuwendung zum Kind erwartet wird, widerstrebt seinen Gefühlen,
die er gegenüber dem Kind hegt. Ein solcher an den Tag gelegter
Widerwille, verbunden mit einer ablehnenden Haltung zum Kind,
kann bei einem erzwungenen Umgang mit dem Kind nicht ohne
Auswirkungen auf das Kind bleiben. Das Kind gerät in eine
Situation, in der es nicht die mit dem Umgang bezweckte
elterliche Zuwendung erfährt, sondern spüren muss, wie es als
Person abgelehnt wird, und dies nicht von irgendjemandem,
sondern gerade von seinem Elternteil. Dies birgt die große
Gefahr, dass das Selbstwertgefühl des Kindes Schaden nimmt.

Bei der Eignung des Einsatzes von Zwangsmitteln gegen einen
Elternteil zur Durchsetzung eines von diesem nicht gewollten
Umgangs mit seinem Kind kommt es nicht darauf an, ob ein
solcher Umgang das Kindeswohl gefährden könnte, sondern ob ein
solcher Umgang dem Kindeswohl dient. Der Gesetzgeber ist davon
ausgegangen, dass der Umgang des Kindes mit seinen Eltern für
seine Entwicklung von herausragender Bedeutung ist und seinem
Wohl dient. Dies rechtfertigt den mit der Inpflichtnahme der
Eltern bewirkten Eingriff in ihr Grundrecht auf Schutz der
Persönlichkeit. Allerdings gilt das nur soweit und solange, wie
der Umgang dem Kindeswohl auch tatsächlich dienlich sein kann.
Wird dieser Zweck durch das gesetzliche Mittel, das ihn
erreichen soll, verfehlt, ist es nicht geeignet, den Eingriff
in das Persönlichkeitsrecht des Elternteils zu rechtfertigen.
Dies gilt auch für die gesetzlich eröffnete Möglichkeit, die
Umgangspflicht mittels Androhung von Zwangsmitteln
durchzusetzen. Dem steht nicht entgegen, dass 1684 Abs. 4 BGB
die Einschränkung und den Ausschluss des Umgangsrechts nur
zulässt, wenn anderenfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre.
Diese Regelung hat die Grenzen des elterlichen Umgangsrechts
zum Gegenstand, nicht die Durchsetzung der Umgangspflicht.
---------------------------

Tut mir leid für dich. Da wirst du wohl alles allein irgendwie organisieren müssen.

Saraa

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19. September 2012 um 22:33

Deine frage nach umgangspflicht von vor langer zeit
hallo naleni1,

bei der recherche nach umgangspflicht wurde mir dein zugegebenermaßen schon alter post zum thema angezeigt. ich bin da auch grade am hadern mit dem kindsvater. keine ahnung, ob du hier noch registriert bist und ob dich meine nachricht erreicht. aber ich frage trotzdem mal nach, wie sich bei dir das alles entwickelt hat und wie du in den letzten jahren damit umgegangen bist.
konkret: ich ärgere mich zum wiederholten mal über den kindsvater, weil er mir einfach seine urlaube (und das sind einige übers jahr verteilt) mitteilt und ich muss sie schlucken. es wird nicht vorher abgesprochen. wie ich in der zeit klarkomme, interessiert nicht.
mein sohn ist 7 jahre alt.
würd mich freuen, von dir zu hören.
lg, nicola

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