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Hab Angst...schaffe ich das alles, mit noch einem Kind?!

17. November 2010 um 11:02

Hallo Mamas,

ich hoffe, ihr verkloppt mich gleich nicht verbal, wenn ich euch meine Geschichte bzw. meine Sorgen schildere. Ich habe wirklich Angst/Sorgen wegen unserer Zukunft. Sorry für den langen Bericht, aber ich denke, ihr solltet alle Details kennen.
Zu mir/uns:
wir sind verheiratet, haben ein 1jähriges Kind, ein Haus (in dem noch einge Menge gemacht werden muss) und einen Haushalt, der natürlich auch geschmissen werden muss. Wir gehen beide arbeiten, der Papa im 24-Std Schicht Dienst, ich 24 Std/Woche an 4 Tagen. An den Tagen, an denen der Papa keine Zeit hat aufzupassen, kommt das Kind zur Oma.
Ich gehe seit ca 10 Monaten wieder arbeiten, schon im Mutterschutz habe ich außerdem angefangen im Haus zu helfen, wir haben es von Grund auf saniert, und es ist noch eine komplette Etage und das Treppenhaus zu machen plus Garten/Stellplatz. Also noch jede Menge Zeit-/Arbeits- und Geldaufwand.
Das heißt auch, dass ich kaum Zeit hatte für das Kind, was mir unendlich leid tut. Seitdem wir dort wohnen (Okt) ist es natürlich ruhiger geworden und wir können als Familie auch mehr gemeinsam unternehmen.
Leider nicht alles, z.B. lässt mein Mann uns gerne am Wochenende abends alleine zu Hause um zum Sport zu gehen, also noch ein paar Tage/Std mehr im Monat, an denen wir/ich alleine zu Hause sind. Das macht mir echt zu schaffen, vor allem, wenn das Kind mal einen ganz schlechten Tag hat..dann heule ich wie ein Schlosshund mit, aus lauter Verzweiflung, weil ich an meine Grenzen komme. Arbeiten, Haushalt, Hausfinanzierung und Kind....um ehrlich zu sein, bleibt vieles an mir hängen. Vielleicht auch nur, weil mein Mann es locker sieht, der Boden muss eben nicht jede Woche gewischt werden, wenn mich was stört, soll ich es selbst weg machen usw.
Wir können momentan noch nicht mal auf Socken durchs Treppenhaus laufen, weil es so dreckig/staubig ist (ich putze es regelmäßig!!!). Noch ein Ding, über das ich mir Sorgen mache...Staub und ein kleines Würmchen, passt doch irgendwie nicht, oder?! Und wie gesagt, wir müssen noch soooo viel machen.

Jetzt will er ein zweites Kind haben, am besten so schnell wie möglich, damit der Altersabstand zwischen den Kids nicht zu groß ist. Er und seine Schwester hatten auch nur 2,5 Jahre (verstehen sich heute zwar, haben aber als Kids wohl nicht viel miteinander gemacht).
Aber verzichten will er glaube ich auf nichts...Sport mehrfach die Woche, mal Freunde oder Arbeitskollegen treffen. Hab ich ja eigentlich auch nix gegen, nur hab ich oft das Gefühl, dass ich dann zurück stecken muss. Er sagt immer: dann geh doch auch aus, treff dich mit Freundinnen usw. Mach ich auch. Aber kann man nicht auch mal was als Familie machen?! Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Couchpatatoe, ich will auch raus. Aber eben auch öfter mal als Familie, Ausflüge machen etc. Wenn jetzt aber beide eher ihr Ding durchziehen, wo ist da der Sinn? Wieso noch ein Kind und ich muss/soll mich kümmern?

Naja, auf jeden Fall hab ich jetzt mal durchgerechnet...wenn ich beruflich ausfalle, müssen wir schon mächtig zurück stecken. Wir müssen fast 30 Jahre den Kredit zurück zahlen, wenn wir keine Sondertilgung machen können. Urlaub fällt aus, ebenso meine private Altersvorsorge. Für mindestens 2 Jahre. Wenn nicht sogar mehr, könnte ja sein, dass ich meinen Job hinterher, mit 2 Kindern, nicht mehr organisiert bekomme (arbeite im Büro, aber würde mich innerhalb der Firma schon mal gerne umorientieren und was anderes machen wollen). Teilzeit ist bei uns nämlich auch nicht gerne gesehen, fast unmöglich das beim Chef durchzukriegen.
Dann die Kosten. Entschuldigt bitte, aber es ist ja so, dass Kinder Geld kosten und man ihnen trotzdem was gönnen möchte. Ich bin in einfachen Verhältnissen groß geworden. Gegen Ende meiner Wohnzeit bei den Eltern hätten wir jedoch auch fast den Gerichtsvollzieher vor der Tür gehabt, weil mein Vater sich mit seiner Selbstständigkeit verrechnet hat. Was meint ihr, wie man sich da fühlt?! Das wünscht man keinem, und ich eben auch nicht meiner Familie. Weiter...Es fängt bei den Kindergartenkosten an(die liegen bei ca 350 EUR), hinterher Freizeitkosten (Ausflüge, Fahrrad, Spielekonsole, Computer), Schulkosten (Ausflüge, Klassenfahrten, Bücher) und Klamotten (Teenies wollen ja keine gebrauchten Klamotten sondern das, was in ist). Zum Schluss vielleicht noch Studium und/oder Führerschein/Auto. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich meinem Kind alles kaufen würde, was es sich wünscht. Aber von allem ein bisschen wäre ja schön.

Ich mache mir eben Sorgen:
- wird es dem zweiten Kind gut gehen in dieser Umgebung oder schadet es seiner Gesundheit?
- halte ich es mit 2 Kindern alleine zu Hause aus, psychisch und physisch?
- wer schmeißt den Haushalt und hält das Haus sauber?
- hab ich am Ende noch einen Job?
- können wir unser Haus finanzieren?
- wann wird das Haus so bewohnbar sein, wie ich es gerne hätte? Wann wird der Garten fertig sein, damit die Kinder dort spielen können?
- kann ich meinen Kindern etwas bieten und ihre Wünsche erfüllen?

Ich hoffe, es kann sich hier eine Mama mit Erfahrung oder mit den selben Sorgen melden und mir schildern, wie sie sich letztenendes entschieden hat bzw. wie sie das macht...

Kinder sind eine Bereicherung fürs Leben, das weiß ich...nur frage ich mich: bin ich letztenendes lieber eine gute, ausgeglichene Mutter für ein Kind, oder eine schlechte, gestresste und immer in Sorge für 2???

Danke und LG

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17. November 2010 um 12:18

Also erstmal
ihr müßt euch BEIDE eigig sein, was den Kinderwunsch betrifft.Dein Kleiner ist gerade mal 1 Jahr und ich versteh nicht, dass dein Mann da so einen Streß macht.

Dann müßte er erstmal an seiner Einstellung zur Familie arbeiten. Wenn er eine Familie will, MUSS er für sie da sein und nicht sein Ego-Trip durchziehen.

Dann mußt DU den Druck rausnehmen. Kann es sein, dass du sehr hohe Erwartungen an dich hast?
Ein bißchen Staub schadet nicht, es sollte natürlich nicht hochgradig dreckig sein.
Finanziell gesehen, klar mit Kredit im Nacken ist es nicht einfach aber 30 Jahre abzahlen ist fast normal.
Du redest davon, was du deinem Kind alles bieten willst. Viele Dinge finde ich einfach überzogen.
Ein Auto/Führerschein kann sich das Kind auch selbst finazieren, bin ich der Meinung. Sparen, Nebenjob, Ausbildung.
man hilft ja trotzdem gern.

Urlaube find ich persönlich schön und gut aber nicht lebenswichtig. Wenn man ein haus hat und viel reinstecken muß, muß man irgendwo Abstriche machen. Das ist ganz normal.
350 Eur Kita ist krass aber okay, es ist ja dem Gehalt angepasst, also wird das Familieneinkommen schon demensprechend sein.

Dir muß erstmal klar werden, was du wirklich willst und dann rede offen und ehrlich mit deinem Mann und sieh das alles nicht so verbissen.

Eine Baustelle nach der anderen angehen und nicht alles aufeinmal.

lg sannie

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18. November 2010 um 7:09

Guten Morgen Kathy
ist eure "Baustelle" denn heute fertig, oder muss auch noch hier und da was gemacht werden?! Vielleicht kannst du mir ein bisschen erzählen, wie du/ihr das gemacht habt, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Ich hatte gestern ein Gespräch mit meinem Mann...ich habe ihm noch mal meine größten Bedenken geschildert, und er versteht es auch. Dummerweise hatte er mir vorher nie erzählt, dass er bereits einen Plan für das Dachgeschoss erstellt hat, worin eben aufgeführt ist, was er noch machen möchte und wie lange es dauert. Klingt für dich/euch vielleicht komisch, aber wir hatten schon mal so einen Zeitplan, als wir noch nicht hier gewohnt haben, und der hat uns quasi etwas unter Druck gesetzt das alles in dem Rahmen zu schaffen. 50 Tage braucht er, um alles fertig zu stellen (klar, sind da auch Pausen drin bzw. ist der Plan nicht eng gesteckt, um nicht zu sehr unter Druck zu geraten), aber dann wäre das DG fertig. Jetzt muss ich mal mit meiner Mutter sprechen, dass sie den kurzen vielleicht doch noch ein/zwei Tage mehr nimmt bzw. ich unsere freien Tage mit unserem Kind alleine verbringe, damit er werkeln kann.
Ich finde, das klingt schon etwas besser, oder?! Jedenfalls war ich gestern doch schon etwas erleichtert...

Ich möchte dir auch noch deine Fragen beantworten:
Meine Schwester und ich liegen kein Jahr auseinander. Ich weiß nicht, wie meine Mutter das gemacht hat, sich um uns beide so gut zu kümmern. Naja, trotzdem gab es früher Zickereien unter uns, als wir kleiner waren und im Teenie-Alter natürlich auch. Wir haben zwar heute kein inniges Verhältnis, sehen uns nur ein paar Mal im Jahr, weil sie in einer anderen Stadt wohnt, trotzdem bin ich froh, dass wir uns hatten und Dinge wie teilen, Rücksicht nehmen etc gelernt haben.

Wegen der Kita-Kosten...ja, die sind wirklich hoch bei uns. Ich habe jedoch gehört, dass das 2. Kind quasi frei ist. Das wäre natürlich super. Ist nur die Frage, ob wir fürs erste Kind überhaupt einen Platz bekommen, und dann fürs 2. auch.

Manchmal denke ich, wie hier auch andere schreiben, dass ich mir einen zu großen Kopf mache und auch zu viele Erwartungen an mich habe. Da habt ihr schon recht. Es war schon immer so. Da sollte ich auch wirklich dran arbeiten und nicht immer alles "kontrollieren", sondern dem Leben auch einfach seinen Lauf lassen...

Ich danke euch allen soweit für eure Antworten, die sehr hilfreich sind.

LG

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18. November 2010 um 10:03

Hi!
Erstma finde ich, du musst dich für deine Zweifel nicht entschuldigen, sondern im Gegenteil. Wenn sich jede Mutter so Gedanken machen würde, bevor sie ein Kind bekommt, hätten wir sehr viel weniger unglückliche Mütter und Kinder!

Ich würde an deiner Stelle noch mit einem zweiten Kind warten. Bei uns gibt es zwar nicht ganz so viel Stress, weil unser Haus fertig ist, aber Fragen wie "berufliche Zukunft" und "persönliche Freiheiten" beschäftigen mich auch schon sehr lange. Immer wieder zermartere ich mir den Kopf ob und wann ein zweites Kind kommen soll. Ich habe mich auch ziemlich verrückt machen lassen von den Mamis, denen ein geringer Altersabstand so wichtig ist. Aber ich finde, das ist Quatsch! Kinder mit geringem Altersabstand können sich genauso lieben oder weniger mögen wie Kinder, die altersmäßig weiter voneinander entfernt sind! Die besten beispiele habe ich in der eigenen Familie! das KANN also nicht das Argument sein!

Du hast völlig Recht: Was nützt eine gestresste, unglückliche Mutter ihren Kindern? Du kannst die Schwangerschaft und Kleinkinderjahre gar nicht richtig genießen und wenn es ganz schlimm kommt, leidet eure Ehe sogar darunter. Und du willst doch allen (auch dir selbst!) gerecht werden,. oder?

Höre auf dein herz, das wird dir schon sagen, wann der richtige Zeitpunkt ist! Und dann kann dein älteres Kind schon richtig mithelfen, wenn das geschwisterchen da ist. Das macht ihm bestimmt Spaß!

LG
Kitty

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