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Hab sie kurz eingesperrt wie mach ich's wieder gut?

26. Oktober 2011 um 14:10

Mann, fühl ich mich miiiies

Meine Tochter ist im Moment oft sehr emotional, wie alle Kinder wahrscheinlich in ihrem Alter ( 20 Monate). Wenn etwas nicht so läuft oder klappt, wie sie es will, steigert sie sich ganz doll rein und schreit auch mal in höchsten Tönen. Sie ist dann auch überhaupt nicht zugänglich und will auch nicht angefasst werden. Normalerweise setz ich mich dann daneben hin und warte, bis sie sich wenigstens etwas einkriegt.

Heute war aber von Anfang an nicht ihr Tag und das Geheule und Gezeter brach ständig aus...als es dann Zeit für ihren Mittagsschlaf wurde, lief das eigentlich ganz friedlich ab und ich war ehrlich gesagt heilfroh, dass sie schlief und ich ne Pause bekam...einziges Problem: sie hatte noch nen Einmalhandschuh auf ihrer Hand. Den hatte sie gefunden und nicht mehr hergegeben, drum liess ich ihn ihr und wollte ihn abziehen, wenn sie schläft.Leider wurde sie dadurch wach und bekam nen Riesenanfall! Sie schrie und tobte, obwohl ich gleich sagte, dass ich ihr den eh wieder anzieh. Aber wie immer registrierte sie meine Worte gar nicht, sondern schrie noch lauter und meinte immer ,,Meiner!Meiner!" ich versuchte ihr klarzumachen, dass ich ihr den eh nicht wegnehm und wurde leider auch immer lauter, um zu ihr durchzudringen

irgendwann war ich dann auch so auf 180, dass ich unbedingt rausmußte, um mich wieder einzukriegen. Ging also auf den Balkon und damit sie mir nicht nachläuft und ich ihrem Geschrei dadurch wieder nicht entkommen kann, hab ich ihre Zimmertür zugemacht und sie zum ersten Mal eingesperrt in ihrem Leben ich war etwa 2-3 Minuten draußen bis ich mich berappelt hatte, dann ging ich wieder zu ihr. Sie bot ein Bild des Jammers, wollte sofort auf meinen Arm und schniefte sich dort in den Schlaf...

ich fühl mich schrecklich, dass ich die Ruhe nicht bewahren konnte! Ich fühlte mich in dem Moment so hilflos und um meine ,,Mittagspause" betrogen, war auf meine eigene Blödheit sauer, dass ich ihr den Handschuh abziehen wollte...und brachte kein Verständnis mehr für ihre Sicht auf.

Mann, Scheisse, wie soll denn das noch werden, wenn sie älter wird, wenn ich jetzt schon an meine Grenzen stoß?

Wie soll ich mich verhalten, wenn sie wieder wach ist? Besonders lieb? Mich entschuldigen? Oder so tun, als wär nichts gewesen?

Hoff, jemand nimmt sich die Zeit, das hier durchzulesen und hat Antworten auf meine Fragen

LG

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26. Oktober 2011 um 14:28

Meinste echt?
ich denk, ich bin schliesslich die Erwachsene und sollte nicht auch noch so emotional werden...aber das ist manchmal leichter gesagt als getan!

Ich hab immer gleich übelste Sorge, dass ich ihr schade, wenn ich mal nicht lieb und geduldig bin und ich hab ja wie gesagt auch geschrien.

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26. Oktober 2011 um 14:37

Sie hat's gemerkt
ich hab die Tür nicht zugesperrt, nur geschlossen! Sie ist noch zu klein, um sie dann selber aufzumachen. Normalerweise mach ich die Tür niemals zu, weder tags noch nachts, sie soll immer zu uns können. Darum war das heute für uns beide so bemerkenswert und neu!

Handschuh: ich bin eigentlich eher der Typ sehr besorgte Mutter und nur darum wollt ich den abnehmen: weil ich dachte, auch wenn es extrem unwahrscheinlich ist, aber nicht dass sie den irgendwie verschluckt o.ä. man soll die Kleinen ja auch mit unaufgeblasenen Luftballons unbeaufsichtigt lassen.

Vielleicht sollt ich mich besser mal ,,locker machen", manchmal hab ich das Gefühl, dann wär mein Nervenkostüm auch belastbarer.

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26. Oktober 2011 um 14:53

Danke
das tut grad richtig gut! Es hilft wirklich viel zu wissen, dass man selber nicht die einzige ist, der nach 6 Stunden Eiertanz die Luft ausgeht. Und genau so kommt's mir an manchen Tagen vor: ich versuch, der Diplomat zu sein, gefährliche Klippen möglichst zu umschiffen, lass mir Ablenkungen und Spiele einfallen, um sie bei Laune zu halten und damit ihr alltägliche Aktivitäten wie Haushalt, Einkaufen, Waschen und Zähne putzen Spaß machen...und fühl mich dadurch oft angespannt.Manchmal denk ich inzwischen echt: Ey, Mädl, ab und zu im Leben muß etwas sein, auch wenn's keinen Spaß macht! Es gibt nicht immer nen Animateur für Dich! Aber für diese Lektion ist sie wohl doch noch zu jung!?

Nein, ich schrei echt nicht gerne, ich hasse es sogar. Als sie noch ein Baby war, wußte ich ja, dass die Zeit kommt, da nicht mehr immer nur Harmonie herrscht.

Tja, obwohl ich damals versuchte, mich zu wappnen, bin ich heute doch erschrocken über die Heftigkeit der Situation!

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26. Oktober 2011 um 17:38


Hab mir die anderen Antworten nicht durchgelesen. Aber ich finde, du hast in der Situation genau richtig gehandelt.

"Mann, Scheisse, wie soll denn das noch werden, wenn sie älter wird, wenn ich jetzt schon an meine Grenzen stoß?" - Darum geht es doch beim Zusammenleben mit anderen Menschen: Grenzen anderer und seine eigenen Grenzen ernst zu nehmen und zu wahren. Vor allem auch die eigenen Grenzen ernst nehmen!
"Ich fühl mich schrecklich, dass ich die Ruhe nicht bewahren konnte!" - Es ist viel besser, du bist im Umgang mit deinem Kind du selbst (auch wenn du mal lauter wirst), als wenn du immer krampfhaft versuchst ruhig zu bleiben. Klar, richtig ausrasten sollte man nicht, aber man soll sich auch nicht völlig verstellen. Auch Mütter sind nur Menschen! Und je älter dein Kind wird, desto mehr fordert es auch, dass du deine Grenzen aufzeigst.
Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern sind völlig normal! Wichtig ist nur, dass sie fair ausgetragen werden, und dafür trägst du die Verantwortung. Verhindern kannst du Auseinandersetzungen allerdings nicht immer. Ihr habt euch quasi um nen Handschuh gezankt. Und zum Schluss lagt ihr euch in den Armen. Ist doch alles bestens. Ich würde nur eventuell an deiner Stelle früher auf deine eigenen Grenzen eingehen. Soll heissen, wenn du merkst, dass du wütend wirst, deinem Kind kurz klar machen, was du gerade empfindest (Ich will jetzt den Handschuh haben, du bekommst ihn später wieder. Ich will, dass du jetzt schläfst!), damit sich das ganze nicht so hochschaukelt. Toben wird sie dann trotzdem, aber solange ihr euch 2-3 min später wieder in den Armen liegt ist doch alles wunderbar.

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26. Oktober 2011 um 19:53


also erstmal wünsch ich dir weiter viel kraft, die "trotz"-phase gut durchzustehen. im schnitt ist das mit vier, fünf jahren schon sehr abgeschwächt. es wird also besser

tatsächlich kann deine tochter aber mit 20 monaten mit einer entschuldigungsfloskel nichts anfangen. kannste also machen um dich besser zu fühlen. kannste aber auch sein lassen.

du liebst deine tochter sehr, das erkennt man an deiner reaktion. denn du warst darauf bedacht, deine emotionen in den griff zu bekommen, bevor schlimmeres passiert.
der mensch handelt nun mal im affekt und das war dir sehr bewusst.
also gutgemacht


ob sie es vergisst, kann ich nicht sagen. meine mutter kann sich heute noch erinnern, wie sie mit drei jahren in die dunkle kammer gesperrt wurde, weil sie ihr leberwurstbrot nicht essen wollte. aber meine oma war ansich keine liebevolle mutter. das ist bei dir sicher anders.
ich denke, es zählt die nettobilanz. mehr gute und tolle, als schlechte erinnerungen und gefühle.

alles gute

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