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Hat jemand ein hochsensibles Kind?

29. Oktober 2014 um 10:53 Letzte Antwort: 29. Oktober 2014 um 23:53

Mögt Ihr mir schreiben wie sich das bei Eurem Kind äußert und ob es Unterschiede gibt zwischen Kita/Schule und Zuhause?

Wie und wo erfolgt die Diagnostik?

Liebe Grüße

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29. Oktober 2014 um 13:45


Schieb....

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29. Oktober 2014 um 13:58

Hallo!
Ich hab eins. Mein Sohn ist hochsensibel. Ich merks mir mal für heute Abend und schreibe dann ein bisschen mehr dazu, ok? Jetzt ist die Zeit so knapp..

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29. Oktober 2014 um 14:07
In Antwort auf agi_12345024

Hallo!
Ich hab eins. Mein Sohn ist hochsensibel. Ich merks mir mal für heute Abend und schreibe dann ein bisschen mehr dazu, ok? Jetzt ist die Zeit so knapp..

Super!
Vielen Dank schon mal.

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29. Oktober 2014 um 14:48

...
Hey du,

ich bin selber hochsensibel und mein Sohn (6) hat einiges von mir geerbt, denke ich.
Ob er nun wirklich im engeren Sinne "hochsensibel" ist - keine Ahnung. Er ist auf jeden Fall deutlich sensibler als andere Kinder.
Meines Wissens gibt es so etwas wie eine wissenschaftlich-medizinische fundierte Diagnostik nicht. Das ist ja keine Krankheit, sondern eher ein Wesenszug, eine Charaktereigenschaft. Im Internet finden sich allerdings immer wieder Fragebögen, anhand derer du die Situation deines Sohnes einschätzen kannst.
Wie es sich bei ihm äussert? - Er ist eher lärmempfindlich, mag es nicht wenn zuviel Trubel um ihn rum ist. Er fühlt offensichtlich sehr tief/intensiv, d.h. er regt sich schnell auf und schmipft/tobt, ist dann schwer wieder runter zu holen. Wenn er erschrickt, fliessen schnell Tränen und es dauert ne ganze Weile bis er wieder runterkommt.
Körperlich - er hat als Kind immer sofort sehr hoch Fieber gehabt (also auch sein Immunsystem reagiert mit "starken Ausschlägen", nicht nur seine Psyche) wenn er einen Infekt hatte. Entweder gar kein Fieber oder an die 40 Grad. Allerdings ist er nicht - wie ich eigentlich erwartet hätte - sehr schmerzempfindlich, sondern hat im Gegenteil eine ziemlich hohe Schmerzschwelle.
Er hat ein ziemlich hohes Sicherheitsbedürfnis, versucht sich sein Umfeld eher klein und übersichtlich zu halten. (Also von Kiga-Beginn an einen kleinen, aber unveränderten Freundeskreis, wenig Interesse an neuen Aktivitäten oder Orten.) Allgemein ist er eher beständig, auf Regelungen und Rituale bedacht.

Unterschiede Kita - daheim? Ja, ganz deutlich. In der Kita ist er eher der ruhige, angepasste. Daheim geht oft die Post ab, er rauft und tobt sehr gerne, trotzt, widerspricht, sieht selbstverständliches nicht ein...


Mehr fällt mir grad nicht ein - aber wenn du Fragen hast, gerne!

Tiri

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29. Oktober 2014 um 20:29
In Antwort auf tirima

...
Hey du,

ich bin selber hochsensibel und mein Sohn (6) hat einiges von mir geerbt, denke ich.
Ob er nun wirklich im engeren Sinne "hochsensibel" ist - keine Ahnung. Er ist auf jeden Fall deutlich sensibler als andere Kinder.
Meines Wissens gibt es so etwas wie eine wissenschaftlich-medizinische fundierte Diagnostik nicht. Das ist ja keine Krankheit, sondern eher ein Wesenszug, eine Charaktereigenschaft. Im Internet finden sich allerdings immer wieder Fragebögen, anhand derer du die Situation deines Sohnes einschätzen kannst.
Wie es sich bei ihm äussert? - Er ist eher lärmempfindlich, mag es nicht wenn zuviel Trubel um ihn rum ist. Er fühlt offensichtlich sehr tief/intensiv, d.h. er regt sich schnell auf und schmipft/tobt, ist dann schwer wieder runter zu holen. Wenn er erschrickt, fliessen schnell Tränen und es dauert ne ganze Weile bis er wieder runterkommt.
Körperlich - er hat als Kind immer sofort sehr hoch Fieber gehabt (also auch sein Immunsystem reagiert mit "starken Ausschlägen", nicht nur seine Psyche) wenn er einen Infekt hatte. Entweder gar kein Fieber oder an die 40 Grad. Allerdings ist er nicht - wie ich eigentlich erwartet hätte - sehr schmerzempfindlich, sondern hat im Gegenteil eine ziemlich hohe Schmerzschwelle.
Er hat ein ziemlich hohes Sicherheitsbedürfnis, versucht sich sein Umfeld eher klein und übersichtlich zu halten. (Also von Kiga-Beginn an einen kleinen, aber unveränderten Freundeskreis, wenig Interesse an neuen Aktivitäten oder Orten.) Allgemein ist er eher beständig, auf Regelungen und Rituale bedacht.

Unterschiede Kita - daheim? Ja, ganz deutlich. In der Kita ist er eher der ruhige, angepasste. Daheim geht oft die Post ab, er rauft und tobt sehr gerne, trotzt, widerspricht, sieht selbstverständliches nicht ein...


Mehr fällt mir grad nicht ein - aber wenn du Fragen hast, gerne!

Tiri

Danke für deine Antwort.
Ganz genau so verhält sich meine Tochter auch. Der einzige Unterschied ist der, dass sie körperlich kaum zu reagieren scheint.

Wie verhältst du dich deinem Sohn gegenüber um ihm unangenehme Situationen einfacher zu machen?

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29. Oktober 2014 um 20:51

Also
meine Tochter (2,5) hat sicher auch solche Züge (hat sie von mir...). Wobei ich mir immer schwer tue mit der Unterscheidung zwischen Hochsensibilität und Introversion. Mir ist der wirkliche Unterschied immer noch nicht ganz klar...vieles des unten genannten trifft jdf. auch auf sie zu! Auch gibts einen krassen Unterschied zwischen Kita und daheim...Kita ist sie zurückhaltend, der Beginn war echt sauschwer, weil sie sooo schüchtern war. Nach ca. 1 Monat wurde es aber besser und jetzt liebt sie die Kita-wie sie sich momentan verhält weiß ich gar nicht wirklich, aber eine Wilde wird sie da sicher nie sein...daheim ists das Gegenteil. Die ist NIE ruhig. Sie hat ein extrem lautes Organ, schafft herum, trotzt, singt den ganzen Tag und ist immer in Action. Echt wahnsinn wie unterschiedlich ein Mensch in verschiedenen Situationen sein kann Ich selbst war als Kind anscheinend ruhiger und einsichtiger als mein Töchterchen

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29. Oktober 2014 um 20:55

Oh witzig
das mit den Sandkörnern kenn ich auch nur zu gut...wir können nie auf einen Spielplatz mit Sand gehen, weil sie das dann ständig sofort wieder rausmachen will. Ebenso das mit dem Ärmel und der Jacke-dass das mit hochsensibel zu tun haben könnte, hab ich mir noch gar nicht gedacht....und Socken etc. müssen auch immer korrekt sitzen

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29. Oktober 2014 um 22:09

So, hallo, da bin ich
Also...
Mein Sohn ist hochsensibel. Ich selber habe auch einige hochsensible Züge, würde mich selbst aber nicht unbedingt hochsensibel nennen. Mein Sohn hat als Baby viel geschrien, war total schnell überreizt und kam dann nicht runter, schlief wenig und bis heute schlecht und ist Neuem gegenüber eher ängstlich und sehr vorsichtig. Er nimmt Stimmungen schnell wahr und kann total herzhaft lachen und in der nächsten Minute das genaue Gegenteil sein (das allein noch nicht ungewöhnlich, ist aber schon ausgeprägter).
Seine Eingewöhnung in der Kita war schwierig. Mit dem Abschied hat er immer Probleme und weint dann sehr. Er ist jetzt aufgrund unseres Umzugs nicht mehr in der Kita, in der Spielgruppe ist es aber ähnlich. Es hilft ihm, wenn er als erstes in den Gruppenraum kommt und dann nach und nach die Kinder dazukommen. Wenn ich dann erst gehe, hilft ihm das. Er braucht die Absicherung bei jemandem, der ihm sehr vertraut ist, wenn ihm der Ort oder andere Personen nicht sehr vertraut sind. An Orten, an denen er dich auskennt, ist er viel ruhiger, selbstsicherer und auch forsch und laut.

Und was mir auch auffällt ist, dass er wirklich viel so nebenbei mitbekommt. ZB gehen wir durch die Stadt, dort sind viele Menschen, viele Autos, Lärm, Bewegung usw und er hört eine Taube auf einem Baum rufen. Andere filtern sowas raus, auf ihn prasselt das alles ein...

Das fällt mir so spontan dazu ein...

LG

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29. Oktober 2014 um 22:10

Ich...
... antworte mal hier oben, unter meinem Beitrag gehts leider nicht...
Aber mal zuerst: Was Truelove unten schreibt, kenn ich zum Teil auch sehr gut. Also dass scheinbare Kleinigkeiten an der Kleidung total stören. Und die Krippeneingewöhnung war bei uns auch ziemlich langwierig!
Wie ich ihm in schwierigen Situationen helfe ist schwer zu sagen, weil eben situationsabhängig. Generell versuche ich natürlich zu überlegen, was ihm gut tut und wo er überfordert sein könnte. Das ist nicht weiter schwierig, weil ich ja genauso bin und deswegen von vornherein keine Lust auf manche Unternehmungen habe. Bestes Beispiel dafür ist ein Rummel - Musik an jeder Ecke, viele Leute, ständige Bewegung - ne, das mach ich nicht lange mit.
Allerdings schaue ich auch, dass ich ihn in der Hinsicht fordere. Ich konfrontiere ihn z.B. mit unbekannten Situationen, damit er lernt sich darauf einzustellen und seine Angst etwas verliert. Da muss er dann halt mal durch, auch wenn es ihm erstmal unangenehm ist. (Natürlich nicht unter allen Umständen, das ist klar.)
Ich denke, wenn ich ihn vor allem schützen würde, würde seine "Toleranzschwelle" z.B. Lärm gegenüber immer weiter sinken - so habe ich das Gefühl, dass er "abgehärtet" wird.
Ansonsten versuche ich seinem Sicherheitsbedürfnis zu entsprechen. Ich erkunde mit ihm ne fremde Gegend erstmal, wenn er es einfordert, ich erkläre ihm was wir vor haben, was auf ihn zukommt (wenn wir z.B. zum Arzt fahren) u.ä.

Das fällt mir so spontan ein - ich denke da gibt es aber noch viel mehr, was mir gar nicht einfällt, weil ich es schon als selbstverständlich ansehe!

Tiri

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29. Oktober 2014 um 22:55

Vielen Dank für Eure Antworten.
In den meisten eurer Aussagen erkenne ich meine Tochter wieder. Allerdings stört sie kein Sandkorn im Schuh und wenn ein Kleidungsstück total verdreht wäre, dann würde es sie auch nicht stören.

In der Kita ist sie sehr ruhig und ein kleiner Engel. Zuhause hingegen ist sie ein kleiner Teufel. Der Mund steht nie still und sie ist nur in Gange. Bei Feiern in der Kita, oder sogar beim wöchentlichen Sport, leidet sie. Es ist ihr viel zu laut und zu viel Gewusel. Morgen feiern sie Halloween und mir graust es schon jetzt.

Nach Familienfeiern schreit sie sich extrem in Rage und wird richtig wütend. Sie wirft Sachen durch die Gegend und ist kaum zu beruhigen.

Rasenmäher, Kettensägen etc. sind der totale Horror für sie. Mäht ein Nachbar seinen Rasen fängt sie an zu weinen und wir müssen den Garten fluchtartig verlassen.

Vor Supermärkten stehen oft solche Schaukeltiere/-fahrzeuge in die man 1 Euro stecken muss. Sie möchte sich immer reinsetzen, aber anmachen dürfen wir es nicht.

Wenn ich irgendwas etwas energischer zu ihr sage, dann fasst sie es sofort als schlimmes schimpfen auf und fängt an zu weinen. Dabei hat das dann mit schimpfen noch lange nichts zu tun.

Hat euch die Diagnostik was gebracht (z.B. Tipps bekommen wie man dem Kind helfen kann), oder sagt ihr, dass es unnütz war?

Liebe Grüße

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29. Oktober 2014 um 23:14
In Antwort auf sylvie_988446

Vielen Dank für Eure Antworten.
In den meisten eurer Aussagen erkenne ich meine Tochter wieder. Allerdings stört sie kein Sandkorn im Schuh und wenn ein Kleidungsstück total verdreht wäre, dann würde es sie auch nicht stören.

In der Kita ist sie sehr ruhig und ein kleiner Engel. Zuhause hingegen ist sie ein kleiner Teufel. Der Mund steht nie still und sie ist nur in Gange. Bei Feiern in der Kita, oder sogar beim wöchentlichen Sport, leidet sie. Es ist ihr viel zu laut und zu viel Gewusel. Morgen feiern sie Halloween und mir graust es schon jetzt.

Nach Familienfeiern schreit sie sich extrem in Rage und wird richtig wütend. Sie wirft Sachen durch die Gegend und ist kaum zu beruhigen.

Rasenmäher, Kettensägen etc. sind der totale Horror für sie. Mäht ein Nachbar seinen Rasen fängt sie an zu weinen und wir müssen den Garten fluchtartig verlassen.

Vor Supermärkten stehen oft solche Schaukeltiere/-fahrzeuge in die man 1 Euro stecken muss. Sie möchte sich immer reinsetzen, aber anmachen dürfen wir es nicht.

Wenn ich irgendwas etwas energischer zu ihr sage, dann fasst sie es sofort als schlimmes schimpfen auf und fängt an zu weinen. Dabei hat das dann mit schimpfen noch lange nichts zu tun.

Hat euch die Diagnostik was gebracht (z.B. Tipps bekommen wie man dem Kind helfen kann), oder sagt ihr, dass es unnütz war?

Liebe Grüße

Was...
... für eine Diagnostik meinst du denn?
Gibts da irgendwas?
Ich hab mir ein Buch zum Thema gekauft und gelesen, das fand ich für mich persönlich sehr interessant. Was das für meinen Sohn heisst, hat sich daraus so ergeben.

Tiri

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29. Oktober 2014 um 23:33
In Antwort auf tirima

Was...
... für eine Diagnostik meinst du denn?
Gibts da irgendwas?
Ich hab mir ein Buch zum Thema gekauft und gelesen, das fand ich für mich persönlich sehr interessant. Was das für meinen Sohn heisst, hat sich daraus so ergeben.

Tiri

Ich bin vorhin durch Google auf ein Sozialpädagogisches Zentrum hier in der Nähe gestossen und dort stand, dass eine Diagnostik u.a. bei Problemen in der Wahrnehmungsverarbeitung erfolgt.

Wie heißt das Buch? Vielleicht bringt mich das auch schon weiter.

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29. Oktober 2014 um 23:45

Mein sohn ist hochsensibel...
wir haben die Diagnostik im SPZ durchführen lassen. Er ist für sein Alter sehr mitfühlend, stört sich an gewissen Kleidungsstoffen, hasst dreckige Kleidung bzw. schmutzige Hände. Die Liste lässt sich noch weiter führen. Ist mit dem Handy aber zu mühsam

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29. Oktober 2014 um 23:53


Klasse neues Design, ich kann schon wieder "nur" oben posten statt unter deiner Frage zu kommentieren...!
Das Buch dass ich habe heisst "Sind sie hochsensibel?"

Die gleichen Autoren haben auch das hier rausgegeben:
http://www.amazon.de/Das-hochsensible-Kind-Besonderen-Bedürfnisse/dp/3636063561/ref=sr_1_10?s=books&ie=UTF8&qid=1414622803&sr=1-10&keywords=sind+sie+hochsensibel
Vielleicht ist das ja was für dich?

Und zum SPZ: Wahrnehmungsverarbeitungsstöru ngen sind ne ganz andere Kategorie (also von der Ausprägung her), HS fällt da meines Wissens nach nicht drunter. Das ist keine Störung, sondern eher ein Wesenszug. (Was nun nicht heissen soll, dass ein Gang zum SPZ falsch wäre, wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind leidet!!)

Tiri

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