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Herzschmerz Pflegeeltern/Adoptiveltern

29. September 2011 um 14:19

Hallo ihr lieben Pflegeeltern und Adoptiveltern,
ich begann als Pflegemutter und wurde dann Adoptivmutter und ich frage mich ob auch eure Pflegekinder/Adoptivkinder es euch manchmal sehr schwer machen. Ich meine damit nicht das Verhalten, das natürlich auch oft sehr anstrengend sein kann aber verständlich ist.
Ich meine damit das Ausdrücken der Emotionen euch gegenüber.
Versteht mich bitte nicht falsch aber manchmal tut mir meine Kleine sehr weh wenn sie manchmal mir gegenüber ein abweisendes Verhalten hat. Ich weiß, dass sie mich lieb hat und sie ist auch oft ein richtiges Kuschelmäuschen. Aber dann kommt es Situationen wo sie mich nicht mal grüßt oder mich mit Abweisung "straft". Ich lasse sie dann in Ruhe und es vergeht dann auch wieder.
Aber trotzdem tut mir das weh.
Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie mich für das bestrafen will, was ihr leider bei ihrer Herkunftsfamilie zugestoßen ist.
Ich verstehe es, dass sie ihren Frust rauslassen muss und auch darf, aber manchmal ist das sehr schwer für mich das ohne Tränen zu ertragen.
Wie geht es euch damit und wie bewältigt ihr solche Momente?

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30. September 2011 um 11:24


Vielen Danke für deine ausführliche Antwort!!
Unsere Beraterin meinte genau wie du, dass die Kleine eben testen will, ob wir sie auch lieb haben wenn sie nicht immer brav und lieb ist. Dieses Testen kann ich verstehen, da es ja mit Verlustängsten zu tun hat.
Ich versuche meiner Kleinen zu erklären, dass sie mir sehr weh tut, wenn sie sich so verhält und das tut ihr dann auch immer sehr leid und sie sagt mir dann immer, dass sie nicht will dass ich traurig bin und umarmt mich ganz doll.
Das sind dann wunderschöne emotionale Momente zwischen uns beiden und ich tanke dabei sehr viel Kraft.
Mein Mann und ich sagen ihr ganz oft, dass wir sie sehr lieb haben und wir sie genau deshalb adoptiert haben, weil sie unser größter Schatz ist.
Aber trotzdem fühle ich mich manchmal total hilflos.

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24. Oktober 2011 um 12:37

Antwort Herzschmerz
Hallo neomammi79,

ich hab einen fünfjährigen Sohn, welcher von uns mit vier Monaten adoptiert wurde.
Ich weiß genau wie Du fühlst und es schmerzt.
Dieses Wochenende war er eine Nacht bei seinen Großeltern (passiert eh sehr selten) und am Tag danach ist das Kind immer völlig neben der Spur. Gestern fing er wegen jeder Kleinigkeit zu weinen und war auf alles sehr wütend. Das ist für den kleinen Mensch sicher schwer. Ich hab`s mit in den Arm nehmen und trösten versucht, aber er hat`s nicht zugelassen, eher mich von sich gestoßen und noch mehr geschrien. Der Nachmittag verlief dann so, daß wenn er Ansprache wollte, dann nur vom Papi und ich war Luft, somit hatte ich keinen Auftrag.
In den fünf Jahren erlebe ich das immer und immer wieder. Jedesmal baue ich unsere Beziehung neu auf, aber die scheint an einen so dünnen Faden zu hängen... Wenns schwierig stößt er mich weg.
Gestern hab ich dann völlig die Haltung verloren und den Abend heulend beendet. Dabei weiß ich, daß er mich lieb hat.
Ich glaube nicht, daß es nur mit austesten zu tun hat. Ich bin mir sicher, daß die Bindung zu Adoptiv-/Pflegekindern eher schwierig sein kann, weil sie eine eigene Geschichte mitbringen. Das "Weg gegeben worden sein" hat er sehr wohl mitbekommen.

Liebe Grüße

pekre

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24. Oktober 2011 um 14:06
In Antwort auf sandra_12504780

Antwort Herzschmerz
Hallo neomammi79,

ich hab einen fünfjährigen Sohn, welcher von uns mit vier Monaten adoptiert wurde.
Ich weiß genau wie Du fühlst und es schmerzt.
Dieses Wochenende war er eine Nacht bei seinen Großeltern (passiert eh sehr selten) und am Tag danach ist das Kind immer völlig neben der Spur. Gestern fing er wegen jeder Kleinigkeit zu weinen und war auf alles sehr wütend. Das ist für den kleinen Mensch sicher schwer. Ich hab`s mit in den Arm nehmen und trösten versucht, aber er hat`s nicht zugelassen, eher mich von sich gestoßen und noch mehr geschrien. Der Nachmittag verlief dann so, daß wenn er Ansprache wollte, dann nur vom Papi und ich war Luft, somit hatte ich keinen Auftrag.
In den fünf Jahren erlebe ich das immer und immer wieder. Jedesmal baue ich unsere Beziehung neu auf, aber die scheint an einen so dünnen Faden zu hängen... Wenns schwierig stößt er mich weg.
Gestern hab ich dann völlig die Haltung verloren und den Abend heulend beendet. Dabei weiß ich, daß er mich lieb hat.
Ich glaube nicht, daß es nur mit austesten zu tun hat. Ich bin mir sicher, daß die Bindung zu Adoptiv-/Pflegekindern eher schwierig sein kann, weil sie eine eigene Geschichte mitbringen. Das "Weg gegeben worden sein" hat er sehr wohl mitbekommen.

Liebe Grüße

pekre


ja es ist nicht einfach, vor allem weil man auch merkt, dass es den kleinen mit ihren gefühlen nicht gut geht...es geht dann eine zeitlang wieder gut aber das erlebte kommt immer wieder hoch...da kann man ihnen nur nahe sein und ihnen aufs neue versuchen die sicherheit zu geben, die sie brauchen...
ich wünsche dir sehr viel kraft für deinen kleinen

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