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Hochbegabung???

6. Mai 2013 um 14:27

Hallo Ihr Lieben.

Vielleicht könnt ihr mir ein bißchen zu dem Thema erzählen.

Ich habe heute erfahren das meine Nichte 6 Jahre auf Hochbegabung getestet wird. Nun stehe ich irgendwie auf dem Schlauch was das Thma angeht. Ich bin immer davon ausgegangen, das Menschen mit einer Hochbegabung einige Sachen außergewöhnlich gut können und es dadurch auch sozial einigermaßen schwer haben.

Aber was bedeutet es denn nun genau. Woran macht z.B. der Kiga fest das man mal in dieser Richtung schauen sollte.

Meine Nichte ist ganz spät angefangen zu reden. Ging zur Logopädie. Noch heute redet meine 4 Jährige besser wie sie. Sie konnte Weihnachten kein einziges Weihnachtslied singen und wo links und rechts ist weiß , sie auch noch nicht. Schleife binden kann sie noch nicht. Und sogar Fahrrad fahren konnte meine Tochter eher wie sie.

Nicht falsch Verstehen. Ich vergleiche sie mit meiner Tochter hier nur, um einige Beispiele zu nennen. Meine Tochter ist in allem ziemlich schnell. Aber selbst bei ihr finde ich ihr Wissen und ihre Art völlig normal.

Wie kann denn ein Kind was älter ist und noch nicht so weit ist , Hochbegabt sein. Oder was verstehe ich daran falsch.

Ich habe zu meiner Schwägerin kein so gutes Verhältniss. Darum mag ich sie auch nicht persönlich darauf ansprechen.

Die U Untersuchungen waren auch immer normal außer halt die Sprache, deshalb auch die Logopädie.

Kommt eine Hochbegabung so plötzlich.

Lg Lilli

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6. Mai 2013 um 17:11

Naja,
irgendeinen Grund für den Test wird es geben. Vielleicht hat sie sich das Lesen selbst beigebracht, kann unglaublich gut rechnen usw. Weil sie so spät gesprochen hat, ist das halt erst später aufgefallen.

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6. Mai 2013 um 17:29

Sie muss auch gar nicht mal mit
"Leistung glänzen"...

vielleicht ist sie im kindergarten wahnsinnig unruhig oder verhält sich eben so das man meinen könnte sie sei unterfordert.

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6. Mai 2013 um 17:30

PS:
hochbegabung ist eine geistige behinderung.
deswegen weiß ich immer nicht warum viele das so erstrebenswert finden?!

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6. Mai 2013 um 18:32

...
Test auf Hochbegabung wird oft bei einer allgemeinen Diagnostik mitgemacht. ich schätze mal, die kleine ist irgendwie auffällig, wWude vielleicht zur Beratung geschickt oder in ein SPZ. Da werden viele verschiedene Tests durchgeführt (Sprache, Motorik, Sozialverhalten, Bindungsverhalten usw.), meist ist auch ein Intelligenztest mit dabei.

Und davon abgesehen, stelle ich fest, dass hier einige nicht wirklich wissen, was es mit Hochbegabung auf sich hat.

Hochbegabung ist KEINE geistige Behinderung. Im Gegenteil, einem Hochbegabten (IQ<130) kommen Normalbegabte (IQ 100, bzw. zwischen 110 und 90) so vor, wie einem Normalbegabten ein geistig Behinderter.

Weiterhin kann Hochbegabung nicht mit einer geistigen Behinderung einher gehen. Da die Definition von geistig behindert auch oft über den IQ erfolgt (IQ < 70 o. 80) Geistig Behinderte können aber sogenannte Inselbegabungen aufweisen, das ist aber ewtwas ganz anderes als eine Hochbegabung. Inselbegabungen sind z.B. ein photographisches Gedächtnis (eine Stadt überfliegen und diese später in allen Einzelheiten malen können), mathematische Inselbegabungen (extremes Kopfrechnen oder zu jedem Datum sofort den Wochentag nennen können) usw. - das alles ist keine Hochbegabung.

Hochbegabung kann aber bei bzw. trotz psychischen Störungen vor kommen. Schizophrenie zum Beispiel.

ADHS und Hochbegabung sind anscheinend möglich, aber unwahrscheinlich. Das Problem ist, dass ADHS und unbekannte Hochbegabung (Unterforderung in der Schule z.B.) in vielen Verhaltensweisen übereinstimmen, aber ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Hochbegabte haben im Normalfall nicht mehr bzw. sogar weniger soziale Probleme, als Normalbegabte. Gibt verschiedene Studien dazu. Wenn die Hochbegabung nicht erkannt wird bzw. der Hochbegabte nicht gefördert, dann entwickeln sich überhaupt erst Probleme, die natürlich auch im sozialen Bereich auftreten können. Ursache der Probleme ist aber wie gesagt nicht die Begabung an sich, sondern dass das Kind nicht entsprechend seiner Begabung gefördert wird.

Mal zum Vergleich: Niemand würde auf die Idee kommen, ein geistig Behindertes Kind in eine normale Klasse zu stecken und erwarten, dass es da problemlos mitkommt. ein geistig behindertes Kind ist auf der Intelligenzskala genauso weit entfernt vom Durchschnitt, wie es ein hochbegabtes Kind ist - nur eben in die andere Richtung.

(Ich beziehe mich übrigens prinzipiell auf die gängige Definition von IQ und Hochbegabung)

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6. Mai 2013 um 18:59

Der artikel hier ist sehr gut geschrieben
und beschreibt es gut.

http://www.theintelligence.de/index.php/wissenschaft/112-mensch/599-hochbegabung-die-schoenste-kindliche-behinderung.html

ps: es ging mir mit meiner aussage primär um das falsche bild was man von Hochbegabung hat.
Diese Kinder haben es meist sehr sehr schwer, oftmals weil sie sich selbst im weg stehen und teilweise nur wenig verständnis und gespür für soziale regeln haben.

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6. Mai 2013 um 20:31


Deutsch interessiert dich wohl überhaupt nicht

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6. Mai 2013 um 20:41

...
Also soweit mir bekannt ist, gibt es keinen vermehrten Zusammenhang zwischen ADHS und Hochbegabung. Das heißt, wenn ein Kind WIRKLICH ADHS hat und die Symptome wirklich nicht anderswo herrühren (ADHS ist ja soweit ich weiß eine Ausschlussdiagnose, oder?), dann ist eine Hochbegabung nicht sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Hochbegabte machen laut Definition etwa 2% der Bevölkerung, bei ADHS scheiden sich die Geister hinsichtlich der wahren Zahlen und der Falschdiagnosen, aber das ist ja eine völlig andere Geschichte. Also ist Hochbegabung an sich schon relativ unwahrscheinlich, Hochbegabung und und ADHS zusammen noch unwahrscheinlicher und das beides dann auch noch erkannt wird, sehr sehr unwahrscheinlich. Aber weil das eine durch das andere entweder kompensiert oder verdeckt werden kann und beide ähnliches "Problemverhalten" aufweisen. Auf jeden Fall haben (richtiges) ADHS und Hochbegabung keine erhöhte Korrelation - soweit ich informiert bin.

Ich kenne aber einige Fälle, wo von Ärzten AD(H)S diagnostiziert wurde, sich diese Diagnose aber am Ende als falsch herausstellte und das Kind in Wirklichkeit hochbegabt war.

Was Autismus angeht, da beziehe ich mich nur auf den frühkindlichen Autismus. Ich weiß, dass Menschen mit z.B. Aspergersyndrom auch sehr intelligent bzw. hochbegabt sein können.

In dem Zusammenhang aber von "oft mit Hochbegabung einhergehend" zu sprechen, halte ich nicht für richtig.

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