Home / Forum / Mein Baby / Hypospadie OP bei Prof. Hadidi bei einem 5-jährigen

Hypospadie OP bei Prof. Hadidi bei einem 5-jährigen

21. Oktober 2016 um 13:02

Hallo zusammen. Da ich mich im Vorfeld der Operation meines Sohnes sehr sehr sehr viel im Internet erkundigt habe, möchte ich jetzt nach der OP selbst was schreiben für Betroffene. Dich meine Recherchen, die wirklich Monate gedauert haben, war ich mir sicher, dass wir unseren Sohn nur von Prof. Hadidi operieren lassen werden. Im Moment liege ich mit meinem Sohn gemeinsam in der Emma-Klinik in Seligenstadt. Die OP war vor drei Tagen. Seit dem ziehen des Katheters heute morgen ist mein Sohnemann bester Laune! Wir haben die Besonderheit, dass mein Sohn bereits fünf Jahre ist. Deutlich älter als die meisten Patienten. Aber bei ihm wurde es nicht erkannt. Er hat eine geschlossene Vorhaut und pieselt schon immer vorne raus. Durch eine Phimose konnte man auch nicht sehen, wo genau die Harnröhre liegt. Aber wer kommt auf Hypospadie, wenn alles normal aussieht? Vor etwa einem Jahr ist mir zufällig aufgefallen, dass er eine Krümmung bei Erektion hat. Die Kinderärztin meinte, sie glaubt nicht an Hypospadie (hab mir alle Infos selbst zusammengesucht). Ich hab dann Prof. Hadidi die Bilder gemailt und er hat sofort geantwortet, dass trotzdem eine Hypospadie vorliegen kann, man es aber erst während der OP sehen kann und dass wegen der Krümmung unbedingt operiert werden sollte. Und da sind wir nun. Wenn ich behaupte, es war hier alles ein Spaziergang, wäre es gelogen. Der Narkosearzt war wahnsinnig nett und weil mein Sohn schon so alt ist, hat er ihm keinen Schlafsaft verabreicht, sondern hat ihn bei der OP Schleuse übernommen und ihm erst mal alles im op gezeigt. Am Vortag hat er sich mit meinem Kleinen lange angefreundet, damit er sich freiwillig mitgeht. Das war überhaupt kein Problem. Er hat sich sogar gefreut drauf, alles anzusehen und mir dann zu berichten. Die Nadel hat er nicht gespürt, er wurde vorher mit "Zauberluft" aus der Narkosemaske schlafen gelegt. Kurz nach Beginn der OP kam Prof. Hadidi ins Zimmer und zeigt mir ein Bild. Die Vorhaut war bereits eröffnet und man sah, dass die Harnröhre leicht verschoben war und bis and Ende der Eichel reichte. Er überließ mir die Entscheidung, ob das zusätzlich gerichtet werden soll, hat es mir aber empfohlen. Ich hab zugestimmt. Nach 45 min kam mein noch schlafender Sohn ins Zimmer und hat erst mal die Narkose ausgeschlafen. Als er dann wach war ging es Vollgas los. Er war zwar durch einen Kaudalblock noch stundenlang betäubt, aber den Druck vom (wie ich finde sehr dicken Katheter) hat ihn wahnsinnig gemacht. Er hat geweint und geschrien. Das dann verabreichte Schmerzmittel zeigte natürlich keine Wirkung- das haben mir die Krankenschwestern auch gleich gesagt. Die erste Nacht war höllisch. Er hat insgesamt zwei Stunden lang verzweifelt gebrüllt und geweint. Ibuprofen und Paracetamol waren wirkungslos. Er hatte fast keine Schmerzen, aber einen unerträglichen Juckreiz im Popo. Die Nachtschwester konnte damit gar nichts anfangen, sowas hätte sie noch nie gehört (was echt krass war für mich als Mama), irgendwann ist er erschöpft eingeschlafen. Sofort beim aufwachen das gleiche. So ging das bis wir endlich auf Novalgin umgestiegen sind. Ein Voltarenzäpfchen hat dann zusätzlich gelindert. Aber das haben wir erst am Morgen des zweiten Tages bekommen. Dann immer wieder Novalgin. Diese letzten Tage werd ich vermutlich nicht so in prickelnder Erinnerung behalten... die Tagschwester sagte mir gleich, dass das die älteren Kinder öfter haben. Durch den Druck vom Katheter drückt es auf den Nerv, der auch den Anus versorgt. Gestern (zweiter Tag) waren wir dann trotz des Protests unseres Sohnes in Seligenstadt unterwegs. Er hat sich geweigert, eine Hose anzuziehen, also mit Decke über die Beine ab in einen Buggy (haben wir uns aus dem Krankenhaus geliehen). Das war ne super Idee (wir würden von den Krankenschwester dazu gedrängt), weil es ihn total abgelenkt und er das Jucken kaum gespürt hat. Die zweite Nacht war deutlich besser, einmal ist er weinend aufgewacht, nach Novalgin war nach 20 min Ruhe und er hat geschlafen bis 6 Uhr. In der früh dann erst mal keine Schmerzen (jippieh!). Heute Vormittag nochmal kurz das Juck-Problem mit Novalgin gelöst und dann wurde der Katheter entfernt. Davor hatte ich ne ziemliche Angst. Aber das war wirklich nicht schlimm und in 20 Sekunden vorbei. Seitdem ist alles super. Auf den Anblick des Penises, der eher einer geplatzten Blutwurst gleicht, war ich vorbereitet und hab es ihm auch schon gesagt, dass er nicht erschreckt. War dann auch kein Problem für ihn, dass der Pipimann dreimal so dick und blauschwarz ist momentan. Mein Sohn hat bei den ersten drei Toilettengängen etwas gejammert, aber dann nicht mehr. Er hat auch freiwillig viel getrunken, weil ich ihm versprochen hab, dass er jedesmal nach dem Pieseln ein Spiel auf meinem Handy runterladen darf überhaupt ist mein Handy das beste Ablenkungsmanöver. Zuhause darf er damit fast nie spielen und hier ohne Begrenzung. Gestern sagte er sogar zu seinem Bruder, dass es im Krankenhaus voll geil ist (trotz der Wortwahl hab ich mich weggeschmissen vor lachen). Dass der Papa und der Bruder jeden Tag von früh bis spät kommen ist auch ein klarer Vorteil. Die beiden wohnen in einer Apartement-Anlage. Wir kamen über 500km weit entfernt hierher und ich würde es wieder tun. Ich hab hier eine Frau kennengelernt, deren Sohn in Fulda erst mal gründlich verpfuscht wurde. Vor einem halben Jahr hat Prof. Hadidi alles wieder gerichtet, diesmal war die Vorhaut dran. Tja, das haben wir auch noch vor uns. Was ich meinem Sohn erst in 5 Monaten sagen werde... Seine Vorhaut war zwar völlig ok, wurde aber bei der OP geschlitzt, damit nichts verklebt oder sich entzündet... naja wird schon alles korrekt sein. Auch wenn Prof. Hadidi wahrlich kein Meister im lange Erklären ist (kurz angebunden wäre noch übertrieben), ich habe 100% Vertrauen in ihn und seine Arbeit. Ich denke, die ganze Sache ist deutlich einfacher, wenn die Kinder noch kleiner sind. Aber wir hatten keine Wahl. Der Vorteil ist allerdings, dass mein Sohn versteht, warum er sich so oder so verhalten muss und zum Beispiel das verhasste Antibiotikum schlucken muss. Ich gebe ihm übrigens 2-3 mal am Tag den Inhalt einer Kapsel mit Darmbakterien, damit er kein Bauchweh oder Durchfall bekommt. Bisher alles ruhig im Darm! Morgen dürfen wir heim, da wir aber sehr sehr lange Auto fahren müssen, bleiben wir noch zwei Nächte im Hotel. Jeder Tag zählt, es wird stetig besser, hat man mir gesagt. Und das glaube ich auch. An alle, die das noch vor sich haben: fahrt hierher! Auch wenn es kein Ponyhof ist, es ist trotzdem das Beste, was man in so einem Fall bekommen kann. Eine Familie aus Zypern ist übrigens auch gerade hier. Prof. Hadidi hat sicher zu recht einen weltweiten Ruf als Spezialist auf diesem Gebiet!

Mehr lesen

Frühere Diskussionen

Natural Deo

Teilen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen