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Ich bin grade kurz vorm heulen

31. Oktober 2014 um 13:00 Letzte Antwort: 31. Oktober 2014 um 18:44

Es ist grade alles soooo zum kotzen!!

Wir sind als Aufstocker im Leistungsbezug und jetzt hat uns das Amt vorläufig die Zahlungen eingestellt. Ald Grund nannte die Frau, dass für meinen Freund keine Daten zum erwarteten Einkommen vorliegen. Er hat jetzt eine Vertretungsstelle bis Dezember als Lehrer, einen seltsamen Tarifvertrag, aus dem aber keine Vergütung herauszulesen ist. Ich hab dann erfahren, dass für das JobCenter eine Stundenvergütung reichen würde. Da sollte ich mich beim Landesbesoldungsamt informieren. Hahahaha, sehr witzig! Die sind telefonisch nur schwer zu erreichen, aber ich hatte mal Glück und nach einer Stunde Warteschleife hatte ich dann eine keifende Bearbeiterin dran. Erklärte kurz die Situation, da fing die an mich anzugehen, ich sei ja gar nicht befugt, Auskunft zu erfragen und blablabla. Sie hatte ja recht aber ich wollte doch nur wissen, ob es eine Auskunft zu Stundenvergütung gibt. In ihre Wut ging sie mich an und nur beiläufig verriet sie mir, dass jede Bezirksregierung eigene Verträge hat und er solle sich dahin wenden. Immerhin ein Erfolg. Dann aber gibt es natürlich keine direkte Durchwahl oder Mail zur Personalabteilung, sondern nur zur Poststelle. Also haben wir da ne mail hingeschickt mit der Bitte um Auskunft. Tja, leider ist heute Freitag, der Monat ist zu Ende und ab Montag stehen wir dann also da und wissen nicht, wo vorn und hinten ist.
Nirgendwo im Netz findet man was darüber, was ein Lehrer in einer Vertretungsstelle für eine gehaltene Stunde bekommt. Keiner weiß angeblich was, ständig wird man nur von Pontius nach Pilatus gejagt und kein Schwein interessiert es, dass wir am Montag erstmal ohne Geld dastehen.

Ich könnte grad einfach heulen. Da studiert man sich dumm und dämlich, erhält vom JobCenter nur bedingt Infos, denn die sind ja für Akademiker nicht wirklich zuständig. Und jede Behörde ist der Meinung, mit den anderen nicht kooperieren zu müssen. Ich meine, wir sind doch nicht die einzigen, die in dieser Situation sind. Fast alle neugewordenen Lehrer rutschen in den Bedarf und da will man mir sagen, dass die erstmal alle kein Geld bekommen? Rein theoretisch müssten wir jetzt bis Ende November warten, bis der Herr Lehrer seine Bezahlung bekommt und wovon soll man bis dahin leben? Was läuft denn falsch in diesem besch****en Land, dass es Lehrern und Akademikern so schwer gemacht wird? Alle jammern sie nur, ääähhh, wir brauchen Lehrer, wir brauchen Lehrer aber sie tun alle verdammt gar nix, um den Leuten auch mal entgegenzukommen.

Danke, du schönes Land, für den Tritt in den Allerwertesten. Danke für deine ach-so-wundervolle Unterstützung, deine so einfache Bürokratie und dieses harmonische Zusammenarbeiten der Ämter.

Sorry, ich musste mich mal auskotzen

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31. Oktober 2014 um 13:10

.
Ich kann Dir leider nicht weiterhelfen, könnte mir aber vorstellen, dass es in Erwerbslosen-Internetforen Hilfestellungen zu Eurem Problem gibt. Sollte Dein Freund erst Ende November ausgezahlt werden, kann man glaub ich einen Zuschuss beantragen, der dann wieder zurückgezahlt wird. Viel Glück!

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31. Oktober 2014 um 13:17

Ich
glaube das ist in der Theorie schon rechtens, da Alg 2 ja am Monatsersten für den dann laufenden Monat bezahlt wird und das Gehalt am Ende des Monats für eben diesen rückwirkend bezahlt wird.
Allerdings finde ich sowas wiedermal menschlich unter aller Kanone vom Amt.. Da hängen arbeitswillige Familien in der Luft wegen solcher Burokratieschei...
Leider weiß ich nicht was in so einem Fall zu tun ist, aber ich würde da Montag persönlich im Amt vorstellig werden und um eine Art Vorschuss bitten... Kann ja so nicht angehen...

LG

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31. Oktober 2014 um 13:40

Es hilft ja alles nichts
das LBV sagte, sie sind die letzten, die was über den verdienst sagen können. es läuft so, dass die bezirksregierung den tarif festmacht, die daten dann ans LBV schickt, und die das dann einfach nur abrechnen. aber das LBV hat den vertrag nicht, die wissen also rein gar nichts. und die können einem auch nur dann eine einkommensbescheinigung ausstellen, wenn sie schon was ausgezahlt haben....

das jobcenter kann uns nicht einfach was vorauszahlen. denn die müssen ja wenigstens in etwa wissen, was zu erwarten ist. als referendar hatte er ein fixes einkommen, immer zum monatsanfang. sprich, die letzte zahlung kam ende september. aber das referendargehalt ist was völlig anderes, als jetzt in vertretung. da läufts quasi auf honorarbasis, nach gehaltenen vertretungsstunden. und das ist der knackpunkt: es ist nirgendwo ersichtlich, was der stundenlohn ist. man findet nur pauschal tarifsachen für den gesamten monat. und selbst wenn man solche rechner nimmt, kommt man da auf immer andere ergebnisse.

wir haben schon ne sehr gute sachbearbeiterin, die ist immer bemüht, schnellstmöglich alles zu erledigen, aber in dem fall kann sie gar nicht machen. es gibt nun mal nicht viele referendare hier (von 44 sind jetzt 33 erfolgreich lehrer geworden) und die haben das nicht oft. sprich, die können nicht mal aus erfahrung sagen, was da zu erwarten ist. in unserer stadt sind es vielleicht 8 leute, die nun auch betroffen sind, alle bei anderen bearbeitern. ist schon klar, dass die was in der hand brauchen aber aus unserer sicht ist es einfach unmnenschlich. das ist auch echt unser absoluter tiefpunkt und jetzt wird uns auch wirklich bewusst, wie einfach es in diesem land ist, obdachlos zu werden. ich hab das bisher nie glauben können aber echt, wegen solchem müll landen leute auf der straße. weil es für ausnahmen wie uns einfach keine regeln gibt, auf die man zurückgreifen kann.

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31. Oktober 2014 um 14:40

Bin etwas
Überrascht. Ich bin auch beim lbv und bekomme mein Geld im voraus. Dh. Heute ist das Geld für November gekommen. Habt ihr heute schon aufs Konto geschaut? Vll habt ihr ja Glück und es ist schon da. Viel Erfolg. Lg

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31. Oktober 2014 um 14:41

Wieso
Ist das jobcenter für Akademiker nicht zuständig? meine Schwester arbeitet dort und sie sagt,dass sie dieses Klischee "hartz 4 Empfänger= Leute ohne Schulabschluss /Studium" leider gar nicht bestätigen kann,sehr viele sitzen auf der strasse

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31. Oktober 2014 um 15:46

Zuflusstheorie
Problem ist, dass im Sgb II die Zuflußtheorie gilt. Sprich das Einkommen muss in dem Monat als EK angerechnet werden in dem es anfällt/ überwiesen wird. Wenn ihr also am 30 ... November Gehalt bekommt (das ihr im Dez zum leben braucht) muss das Jobcenter es im November anrechnen und ihr erhaltet evt kein Geld. D. h. selbst wenn das Jobcenter euch das Geld bereits im Vorfeld überweisen hätte würden sie es nun zurückfordern.

Bei eich kommt erschwerend dazu, dass ihr das Geld davor ja im Voraus bekommen habt, und nun im Nachhinein.

Habt ihr Rucklagen auf der Bank? Falls ihr gar nichts habt stell einen Antrag auf ein Darlehen wg Mittellosigkeit, wenn ihr ein bißchen was gespart habt befürchte ich verweisen sie darauf. Lg

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31. Oktober 2014 um 18:44

Wir sind in der glücklichen lage,
dass wir ein kleines polster haben, das wir anzapfen können - aber was machen dann leute, die sowas nicht haben? ich meine, nicht alle haben rücklagen und diese rücklagen liegen schon sehr lange auf eis, weil wir eben von anfang an wissen, dass uns noch ein umzug ins haus steht und dass es nicht billig wird. dafür sind diese eisernen rücklagen gedacht. wir hätten davon auch ein auto kaufen können (das wir eigentlich auch dringend bräuchten) aber naja, wir wolllten eben für den fall der fälle abgesichert sein.

warum das jobcenter für akademiker nicht ausgelegt ist? weil sie uns leider gar nicht vermitteln können. stellen für historiker oder lehrer werden nun mal nicht über das jobcenter angeboten (kommt recht selten vor), sondern über bestimmte ausschreibungsverfahren bekannt gemacht. darauf hat das jobcenter nun mal keinen zugriff. unsere erfahrung ist bisher so gewesen, dass wenn sie sich mal die mühe gemacht haben, nach lehrerstellen zu suchen, dann kam immer das falsche raus: wir haben immer stellen bekommen, wo ausdrück "2tes examen" verlangt wurde - das hat man aber nun mal erst nach dem referendariat, nicht nach dem studium. ich meine, ist nett, dass sie sich mühe machen aber sie haben NULL ahnung davon. oder sie vermitteln einen zu nachhilfe-stellen.... oder sie geben einem pförtnerstellen im museum. also sachen, wo wir als akademiker rein von der theorie überqualifiziert sind.

meine schwägerin arbeitet auch beim jobcenter in der vermittlung und sie hat auch viele akademiker vor sich sitzen, aber die kann ihnen auch nur das anbieten, was sie alles anbietet: reinigungsstellen, kellner, küchenhilfen usw. wir kennen sogar einen mit doktor in philosophie, der 2 jahre lang taxifahrer war. ernsthaft, ich möchte jetzt nicht überheblich oder arrogant klingen, aber dafür hat sich ein mensch nun mal nicht jahrelang abgemüht und sehr viel zeit und geld seines lebens investiert. klar, stellen in der bildung und kultur sind mangeware und wenn man nicht connection oder überragende noten hat, dann hat man echt kaum chancen.

und lehrern wird es besonder schwer gemacht. hier in NRW wird man einfach in ein "beamtenverhältnis auf widerruf" gesetzt - was erstmal ziemlich geil ist, weil man kaum sozialabgaben hat. aber der staat hat sich dabei schon was gedacht: mit dem beamtenverhältnis zahlt man in keine arbeitslosenversicherung und damit hat man gleich keinen anspruch mehr auf ALG1. dann enden viele referendar-zeiten mitten im schuljahr, man ist also gezwungen, irgendwie zu überbrücken. entweder hat man glück, und bekommt ne vertretungsstelle oder man sitzt bei harz4 und hofft auf ne stelle ab neuem halbjahr.

als nächstes ist es so, dass man eigentlich gezwungen ist, jahrelang nomade zu sein. schaut mal:wir haben in vorpommern studiert, dort gab es für meinen freund keine möglichkeit, sein referendariat zu machen. also mussten wir in ein anderes bundesland, es wurde NRW. hier waren wir also nun 2 jahre, und in NRW wird es wohl nix mit einer stelle werden, also wieder ein anderes bundesland. wenn man nicht gerade im leistungsbezug ist, so wie wir, dann darf man alle umzugskosten selbst tragen. und wir hatten auch nur die kosten für den umzug bekommen, weil ich schwanger war und wir in eine größere wohnung mussten. sonst hätte das amt gesagt, sie zahlen den umzug nicht, weil ein beamtenverhältnis kein sozialversicherungspflichtiges arbeitsverältnis ist.ergo, umzug selber zahlen. und jetzt, wo es in den infrage kommenden bundesländern auch nur beamtenverhätnisse gibt, können wir von glück reden, dass das amt uns mitgeteilt hat, unsere aktuelle miete ist zu hoch und wir müssen so oder so umziehen. nur aufgrund dessen haben vielleicht die chance, erneut eine unzugshilfe zu bekommen.

es regt einen einfach nur noch auf. jemand, der eine ausbildung macht (und selbst, wenn es der gute bäcker ist) hat es einfacher als leute, die studiert haben. nicht alle studenten kommen aus wohlhabenden haushalten, umzüge sind teuer und auch die eltern können oft nicht helfen. aber gerade in zeiten von hochbejammerten fachkräftemangel werden die qualifizierten leute nicht unterstützt. und das kann es wohl in einem sozialstaat nicht geben!

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