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Ich fühle mich von der Ärztin nicht so ernst genommen

12. Juni 2013 um 13:07

Ich hatte schon mal von meiner Tochter (5) berichtet, die Probleme mit dem Hören hat.
Wir haben es schon lange vorher geahnt aber uns hat niemand ernst genommen.
Letztes Jahr wechselte ich den Kinderarzt und nun sind wir seit März bei einer HNO-Ärztin, die sich auch auf Homöopathie spezialisiert hat. außerdem sie sie noch Pädaudiologin.

Ich hörte nur Positives von ihr. Fachlich sehr kompetent.
Ist sie auch... aber zwischenmenschlich passt es nicht.
Sie lächelt nicht, macht den Eindruck, dass sie alles schnell abwickeln will usw..
gut, das war anfangs aber nicht so wichtig für mich. Mir war wichtig, dass sie weiß, wovon sie redet und mein Kind gut behandelt.

so... jetzt hatten wir im Mai die Kontrolle und es ist nicht wesentlich besser geworden. Meine Tochter hat im rechten Ohr viel mehr Flüssigkeit, was die Ärztin auch leicht absaugen konnte.

Was mich nur irgendwie so sauer macht, dass sie immer noch sagt, dass es nicht so schlimm ist.

Ich erzähle euch mal wie sich meine Tochter verhält:

- sie neigt den Kopf immer nach rechts wenn sie zuhört
- sie hört beim fernsehen fast nichts. Was wir für normal empfinden, hört sie in piepsigen Geräuschen.
- Ich muss ganz ganz häufig am Tag Worte/Sätze wiederholen
- andererseits ist sie wiederrum sehr Geräuschempfindlich (kommt häufig vor)
Heute morgen z.b.: wir standen auf dem Balkon. Ca. 50 Meter weiter, mähte der Nachbar den Rasen. Meine Tochter sagte dann "ich geh mal lieber rein, das ist ja voll laut". Also hat sie das Geräusch scheinbar so krass wahrgenommen, dass es sie gestört hat.
- sie spricht/spielt extrem laut

Letzte Woche kam die Erzieherin auf mich zu und fragte, ob sich meine Tochter zu Hause verändert hätte. Ich verneinte. Alles wie immer (jetzt abgesehen vom Hören). sie meinte eher vom Verhalten.
Jedenfalls war sie scheinbar die letzten Wochen ein bisschen "aggressiv", also sie hat viel Wut in sich und streitet oft mit den Kindern. Sie hat auch ihre beste Freundin geboxt und ein anderes Mädchen ganz arg verletzt.
auf dem nach Hause Weg war sie ganz traurig und sagte mir, dass es ganz doll leid tut und sie das Mädchen nicht so verletzen wollte.

Ich sagte der Erziehern, dass ich mir das Verhalten nur vom schlechten Hören erklären könnte.
Meine Tochter war nie ein Kind, was andere haut. Im Gegenteil. eher wird sie laut und verteidigt sich verbal.
Das soll natürlich auf keinen Fall ihre Tat entschuldigen, aber es ist zumindest eine Erklärung.

Heute hatte ich einen Termin im Kindergarten mit einer Frau von der MSH (Mobile Sonderpädagogische Hilfe)

Sie sagte, dass sich manche Kinder, die schwer bzw. schlechter hören, zurück ziehen. Also eher in der Puppenecke z.b. spielen weil es da einfach ruhiger ist.
Das macht meine Tochter aber nicht, sie will bei Allem dabei sein und nichts verpassen.
die Erzieherinnen haben das Gefühl, dass sie angst hat ausgeschlossen zu werden.
Die Dame von der MSH meinte auch, dass meine Tochter dann wohl das Gegenteil ist.
also... sie ist so wütend, auch auf sich selbst, weil sie weiß, dass sie schlecht hört und sich teilweise anders gar nicht mehr zu helfen weiß

Meine Tochter meinte letztens "Mama, als ich heute mit E.lina geredet habe, habe ich sie ganz gut gehört. weil ich mich nämlich ganz doll konzentriert hab"

Oder sie fragte die Erzieher in der Gruppenzeit, ob sie auf deren Schoß darf, weil sie sonst nichts hört

Die Frau sagte, wenn sie selbst schon ihre Wege sucht, um damit umzugehen, muss es doch schon schlimmer sein.

ich könnte schon wieder heulen... Und ich kann einfach NICHTS machen. Mein armes Mädchen!

und ich verstehe halt einfach nicht, warum die Ärztin sagt, dass es nicht so schlimm ist. Warum??
sie hat solche Probleme im Alltag, ist so wütend, weil sie selbst mit der Situation nicht klar kommt.

sie hält sogar die Gruppenzeit (1-1,5 Stunden) nicht durch und driftet zwischendurch ab. Die Frau sagte, dass "solche" Kinder immer wieder Hörpausen brauchen. Das ist sehr sehr anstrengend für sie...

Ich mache heute einen Termin in der MSH. Die haben auch eine Pädaudiologin und die Wartezeit beträgt auch nur 4-6 Wochen.

Bei der jetzigen Ärztin hab ich den Termin für Sprache im März gemacht und bekommen hab ich ihm im Juli.
Meine Tochter hat nämlich dadurch auch Sprachprobleme. sie spricht Wörter, die sie mal richtig ausgesprochen hat, falsch aus.

wir haben angst... angst, dass es nicht mehr besser wird.... dass sie in der Schule benachteiligt ist...

Ich habe einfach nur ne scheiß angst und bin nur noch am heulen....

es hätte schon längst was unternommen werden können... aber niemand nahm mich ernst.. einfach niemand... Was ist, wenn es nie mehr wird???
War ich zu nachlässig?? hätte ich noch mehr machen müssen??? wenn ja, WAS? Ich weiß es doch auch nicht....

Es ist so lang geworden... tut mir leid...
ich musste es mal rauslassen... Ich rede sonst nicht drüber...

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12. Juni 2013 um 13:16


Hallo,

ich kann deine Sorge SEHR gut verstehen.

Unser Sohn hatte mit knapp drei JAhren auch das Problem, dass er plötzlich sehr schwer gehört hat. Ergebnis beim HNO: Paukenerguss beidseitig (also Flüssigkeit im Ohr) - und noch dazu Polypen, die sogar zu regelmäßigen Atemaussetzern führen...
Der Arzt meinte, wir versuchen es mit diversen Mittelchen, die aber NICHTS gebracht haben. Der Kleine hat fast NICHTS mehr gehört und durch die Nase ÜBERHAUPT keine Luft bekommen.
Da wollten wir auf eine OP drängen - auch wenn wir natürlich Angst hatten davor. Aber SO konnte es nicht weitergehen - er hat auch kurz davor erst richtig angefangen zu reden und konnte dann kaum noch verständlich sprechen, weil er eben nichts gehört hat.
Beim Arzt wurden wir immer wieder abgewimmelt - von den Arzthelferinnen, die uns keinen kurzfristigen Termin geben wollten. Das alles sei ja normal und nicht schlimm und wir sollen uns gedulden.
Dann haben wir mit unserem KiA gesprochen udn er hat uns einen anderen Arzt empfohlen. Dort hatten wir zwei Tage später einen Termin und eine Woche später den OP-Termin. Und das war bei uns DEFINITIV die richtige Entscheidung.
Auch unser Sohn, der damals noch ncith mal drei war, erzählte wochenlang täglich "Doktor hat Ohr wieder gut gemacht. Ich kann wieder hören." Und das weiß er bis heute und ist immer noch dankbar dafür - mehr als 13 Monate später!!!

Das muss nicht heißen, dass auch deine Tochter operiert werden muss. ABER ich würde an eurer Stelle wirklich auch jemanden anders fragen und Druck machen. Es KANN nicht sein, dass das Kind über längere Zeit kaum etwas hört, ihr Verhalten sich dadurch auch (negativ) ändert, sie sogar selber ganz offen sagt, dass sie da Probleme hat!

Ich wünsche euch alles Gute, bleibe hartnäckig!

Judit

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12. Juni 2013 um 13:21
In Antwort auf blablabla174


Hallo,

ich kann deine Sorge SEHR gut verstehen.

Unser Sohn hatte mit knapp drei JAhren auch das Problem, dass er plötzlich sehr schwer gehört hat. Ergebnis beim HNO: Paukenerguss beidseitig (also Flüssigkeit im Ohr) - und noch dazu Polypen, die sogar zu regelmäßigen Atemaussetzern führen...
Der Arzt meinte, wir versuchen es mit diversen Mittelchen, die aber NICHTS gebracht haben. Der Kleine hat fast NICHTS mehr gehört und durch die Nase ÜBERHAUPT keine Luft bekommen.
Da wollten wir auf eine OP drängen - auch wenn wir natürlich Angst hatten davor. Aber SO konnte es nicht weitergehen - er hat auch kurz davor erst richtig angefangen zu reden und konnte dann kaum noch verständlich sprechen, weil er eben nichts gehört hat.
Beim Arzt wurden wir immer wieder abgewimmelt - von den Arzthelferinnen, die uns keinen kurzfristigen Termin geben wollten. Das alles sei ja normal und nicht schlimm und wir sollen uns gedulden.
Dann haben wir mit unserem KiA gesprochen udn er hat uns einen anderen Arzt empfohlen. Dort hatten wir zwei Tage später einen Termin und eine Woche später den OP-Termin. Und das war bei uns DEFINITIV die richtige Entscheidung.
Auch unser Sohn, der damals noch ncith mal drei war, erzählte wochenlang täglich "Doktor hat Ohr wieder gut gemacht. Ich kann wieder hören." Und das weiß er bis heute und ist immer noch dankbar dafür - mehr als 13 Monate später!!!

Das muss nicht heißen, dass auch deine Tochter operiert werden muss. ABER ich würde an eurer Stelle wirklich auch jemanden anders fragen und Druck machen. Es KANN nicht sein, dass das Kind über längere Zeit kaum etwas hört, ihr Verhalten sich dadurch auch (negativ) ändert, sie sogar selber ganz offen sagt, dass sie da Probleme hat!

Ich wünsche euch alles Gute, bleibe hartnäckig!

Judit

Hallo
ja, die OP haben wir auch angesprochen. Davon hält die Ärztin aber jetzt im Moment noch nichts. Sie sagte, dass es sein kann, dass es zum Sommer hin abklingt und wenn sie jetzt Röhrchen bekommt, die in einem halben Jahr wieder raus fallen und dann wieder eine Erkältung bekommt, müsste sie schon wieder unters Messer. Und 2x innerhalb eines Jahres hält sie für viel. Wir ja auch. aber so kann es doch auch nicht weitergehen...

sie will es bis Sept./Okt. so versuchen und dann gegebenenfalls die OP.

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12. Juni 2013 um 13:23
In Antwort auf threegirls3

Hallo
ja, die OP haben wir auch angesprochen. Davon hält die Ärztin aber jetzt im Moment noch nichts. Sie sagte, dass es sein kann, dass es zum Sommer hin abklingt und wenn sie jetzt Röhrchen bekommt, die in einem halben Jahr wieder raus fallen und dann wieder eine Erkältung bekommt, müsste sie schon wieder unters Messer. Und 2x innerhalb eines Jahres hält sie für viel. Wir ja auch. aber so kann es doch auch nicht weitergehen...

sie will es bis Sept./Okt. so versuchen und dann gegebenenfalls die OP.

...
Haben sie denn einen Hörtest gemacht? Da müsste man doch sehen "wie schlimm" es wirklcih ist?

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12. Juni 2013 um 13:27
In Antwort auf blablabla174

...
Haben sie denn einen Hörtest gemacht? Da müsste man doch sehen "wie schlimm" es wirklcih ist?

Ja haben sie
sie sagte wieder nur, dass es nicht so schlimm ist und dass sie den Bericht meinem Kinderarzt zukommen lässt.
werde ihn heute anrufen und mir eine Kopie schicken lassen. bzw. hole ich sie ab.
Brauche ich auch für die MSH

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12. Juni 2013 um 13:28
In Antwort auf threegirls3

Hallo
ja, die OP haben wir auch angesprochen. Davon hält die Ärztin aber jetzt im Moment noch nichts. Sie sagte, dass es sein kann, dass es zum Sommer hin abklingt und wenn sie jetzt Röhrchen bekommt, die in einem halben Jahr wieder raus fallen und dann wieder eine Erkältung bekommt, müsste sie schon wieder unters Messer. Und 2x innerhalb eines Jahres hält sie für viel. Wir ja auch. aber so kann es doch auch nicht weitergehen...

sie will es bis Sept./Okt. so versuchen und dann gegebenenfalls die OP.

...
Übrigens:
Die Röhrchen von meinem Sohn sind jetzt nach 13 Monaten immer noch drin - haben nächste Woche einen Kontrolltermin... Und es muss ja keinesfalls sein, dass es mit ihren Ohren wieder so schlimm wird, wenn die Röhrchen rausfallen!

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12. Juni 2013 um 13:46

Hallo
Hab mir jetzt nicht alle Antworten durchgelesen, und weiss nicht, ob der Tip dir shcon gegeben wurde.

Meine Brüder sind auch schwerhörig, meine Schwester gehörlos.Bei meinen Brüdern wurde meine Mutter damals auch nicht ernst genommen. Aber da meine Schwester schon auf eine spezielle Schule ging, kannte sie sich schon etwas aus.

Gibt es bei euch ein LBZH - Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte??? Die testen dort auch. Das hat meine Mutter damals auch machen lassen und dort wurde die schwerhörigkeit festgestellt

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12. Juni 2013 um 13:47
In Antwort auf threegirls3

Ja haben sie
sie sagte wieder nur, dass es nicht so schlimm ist und dass sie den Bericht meinem Kinderarzt zukommen lässt.
werde ihn heute anrufen und mir eine Kopie schicken lassen. bzw. hole ich sie ab.
Brauche ich auch für die MSH

...
Frag doch mal den KiA, was er meint!

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