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Ich komme mit mir und meinem neuen Leben nicht zurecht.

8. Februar 2015 um 18:16

Hallo ihr Lieben ,

um das gleich am Anfang klarzustellen:
Ich brauche paar gut gemeinte Ratschläge
und keine gehässigen, klugscheißer Kommentare.

Da ich wirklich einen ehrlichen Rat brauche, muss ich wohl selber gnadenlos ehrlich sein.
Damit Ihr euch vielleicht etwas hineinversetzen könnt, erzähle ich die Geschichte von Anfang an- probiere sie auch kurz zu halten.

Jeder hat wohl seine Vorstellung vom Leben,
meine war circa diese: Nach dem Genuss der "Freiheit" und einer kleinen Weltreise mit frühstens 25 Mama zu werden. Erst einen Jungen, dann ein Mädchen. Das hat sich jedoch geändert.. Nachdem ich eine Fehlgeburt hatte und mir mein Frauenarzt sagte, dass ich wahrscheinlich keine Kinder mehr haben werden kann, musste ich meine Vorstellung vom Leben ändern..
Die Zeit verging....

und ich lernte vor 2 Jahren den Vater meines Kindes kennen. Ich war sehr verliebt. Wir verbrachten schöne sowie auch schlechte Tage miteinander.. Und sehr bald fing ich an diesen Mann zu lieben. Plötzlich wurde ich Schwanger (trotz Verhütungsmittel- ich nahm die Pille zur "Verhütung" und zur regulierung meiner Periode) .. Als wir davon erfahren haben, hat er sich sehr gefreut.. Ich hatte gemischte Gefühle.. Schließlich sagte mir mein Arzt, dass es nicht möglich sei.. Und jetzt war es soweit.. Und die Frage war natürlich auch, ob alles gut verlaufen würde.. Ich denke jeder hat so seine Meinung zum Thema abtreibung- ich halte davon nicht viel. Natürlich habe ich überlegt ob es der richtige Zeitpunkt ist.. Letztendlich entschieden wir uns dafür. Ich war mir bewusst, dass ich viel von mir aufgeben werden muss. Kaum Zeit für mich haben werde und eigentlich war ich so darauf eingestellt, dass ich niewieder weggehen kann... Etwas übertrieben, aber besser so, als andersrum.
Tage, Wochen und Monate vergingen.. Die Beziehung lief immer schlechter... Und mein Bauch wurde immer größer.. Ich fing an langsam in eine Art Vorstadium von Depression zu verfallen.. Es ist sehr bekannt durch welche Faktoren sowas folgen kann.. Es wurde alles immer schlimmer. Die Aussicht nach jeglicher Art von einem Familienleben verblasste immer mehr. und langsam fing ich an, an mir selbst zu zweifeln..Es gab eine heftige Kontroverse in meinem Kopf. "Der Kleine kann doch nichts dafür.. Er hat das nicht verdient.", "Er hat was besseres verdient", "Vielleicht könnte ein Paar was sich so sehr nach einem Kind sehnt, aber keins bekommen kann, meinem Sohn ein besseres Leben bieten, als ich es kann" und weitere Gedanken diverser Art.. Ich hoffte, dass es vergeht.. Der Tag der Geburt stand an. Trotz der nicht leichten Geburt war alles gut. Dann der sogenannte Babyblues... Mein Beziehungspartner verstand das nicht.. Ich bin am Tag der entlassung sehr ungern aus dem Krankenhaus raus... Als ich dann zuhause war, wurde es nicht besser mit meinem Partner.. Ich fühlte mich ebenfalls sehr im Stich gelassen.. Er zeigte kaum "interesse" an unserem Sohn.. Jetzt ist er weg. Wie ich vermute auch bei einer anderen Frau. Und ich bin allein mit meinem 6 Wochen altem Knirbs. Kann nicht schlafen, kann mich nicht konzentrieren.. Kriege Heulkrämpfe.. Habe Angst dass ich das nicht gebacken kriege.. Weine, weil ich meine Pläne nicht mehr realisieren kann.. Er ist ein Teil von mir.. Trotzdem.. Kommen mir oft selbst dann die Tränen, wenn ich ihn anschaue.. Weil es mir leid tut.. Jetzt sind wir ziemlich oft bei meiner Familie, weil ich nicht alleine sein mag.. Abgesehen davon erinnert mich jede Ecke der Wohnung an meinen ehmaligen Partner. Ich komme aus dem seelischen Zustand in den ich geraten bin einfach nicht mehr raus.. Und die Gedanken wollen auch nicht verschwinden...

Am liebsten würde ich vom Erdboden verschluckt werden.
Nur um nicht mehr in dieser Situation zu sein, in der ich bin.

Immerhin verlässt er sich voll und ganz auf mich.. Darauf, dass ich alles richtig mache...

War jemand in solch einer ähnlichen Situation?
Hat jemand einen Ratschlag für mich?
Was soll ich machen!? Ich weiß einfach nicht mehr weiter..

Herzlichen Gruß an euch da draußen und vielen Danke im Voraus.

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4. März 2015 um 13:25

Kopf hoch
Hallo, ich möchte dir keine Klugscheißertips geben, denn ich kann verstehen wie du dich fühlst. Ich hatte nach der Geburt meines Sohnes auch diese Gefühle und habe ständig auch ohne einen Grund geweint.Dabei hat mich der Gedanke völlig fertig gemacht warum ich nicht in der Lage bin wie jede normale Mutter mein Kind abgöttisch zu lieben. Der Zustand hielt so ungefähr 3-4 Wochen nach der Geburt an und wurde dann erst besser als ich endlich wenigsten 4 Stunden mal schlafen durfte und sich etwas routine eingestellt hatte. Das klingt sicher egoistisch aber Schlafmangel geht mir zumindestens extrem an die Substanz. Auch mein mir geschaffener Druck die perfekte Mutter, Hausfrau und Ehefrau zu sein machte die Sache nur noch schwerer, denn statt zu schlafen wenn der kleine schlief habe ich Hausarbeit gemacht damit auch ja alles supi ist wenn Besuch kommt-völlig bekloppt aus heutiger Sicht aber ich bin nun mal so erzogen. Die Liebe zu meinem Kind musste erst wachsen und wurde dann erst richtig toll als endlich die Schmerzen der Geburt nachliesen. Ich kann dir nur ans Herz legen dich auf dein Bauchgefühl zu verlassen und die ganzen klugen Ratschläge der anderen zu ignorieren denn du weist was für dein Kind am besten ist und jedes Kind ist anders.
Ich hoffe ich konnte dich etwas aufmuntern Lieben Gruß an euch beide und Kopf hoch!!

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4. März 2015 um 15:47

Hallo
Ich bin gott weiß kein psychologe aber all das was du erzählt klingt nach einer depression und da kommt man alleine nicht mehr raus!

Ich habe fast das selbe durchgemacht wie du und hab nur noch für mein kind gelebt! Bis meine mama mich an die hand genommen hat und sagte "ich möchte nicht sehen wie meine tochter zugrunde geht" ging mit mir zum psycjologen! Es war schwierig aber ich habe es geschafft.

Schäme dich nicht es geht vielen wie dir! Und sei dir selber so wichtig daraus zu wollen und dir hilfe zu holen! Für dich und dein baby!

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5. März 2015 um 21:52

Hallo
Darf ich Dich anschreiben ?

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14. März 2015 um 14:50

Hol Dir soviel Unterstützung wie möglich!
Liebe theyoungmommy,
ich weiss wie schwer es ist offen und ehrlich über seine Gefühle zu sprechen, vorallem über die negativen, die man eigentlich garnicht haben will und die dennoch da sind.

Das Du den Mut dazu gefunden hast ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Und jetzt hol Dir Hilfe!

Du musst da nicht alleine durch, es ist völlig in Ordnung sich helfen zu lassen.

Sprich offen mit Deinem Frauenarzt / Hausarzt und lass dich bloß nicht abwimmeln.

Ruf bei profamilia oder einer anderen Beratungsstelle an, dort gibt es Gruppentreffen und Beratung kostenlos

Wenn Du damit nicht weiterkommst dann wende dich an einen erfahrenen Therapeuten

Bitte versuch nicht alles auf einmal auf die Reihe zu bekommen, das schafft niemand.

Wenn Du magst kannst Du mich auch gerne anschreiben

Ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel Kraft für Dich und Deinen Sohn

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