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Ich möchte so gerne wieder arbeiten aber mein Mann unterstützt mich nicht

11. Juli 2018 um 21:02

Hallo ihr lieben

ich bin schon lange stille Mitleserin, aber jetzt musste ich mich doch einmal anmelden und ein bisschen frust loswerden. Mich interessiert wie es bei euch ist und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Tipp für mich. Außerdem bin ich gerade sehr wütend, vielleicht übertreibe ich aber auch.

Aber der reihe nach. Ich bin 35 und habe einen kleinen Sohn, der im mai 3 geworden ist. Mit meinem mann bin ich schon seit mehr als zehn Jahren zusammen und er ist ein toller mann und ein toller papa, ich kann mich eigentlich nicht beklagen.

Bevor mein sohn da war (ein absolutes wunschkind) war ich viele jahre lang als filialleiterin bei einer großen einzelhandelsfirma tätig. Ich muss zugeben das ich nicht wirklich einen plan hatte, wie es nach der geburt weitergehen soll. Ich dachte einfach, ich gehe eben in elternzeit und fange dann mit wenigen stunden wieder an, stocke langsam wieder auf. Als ich im achten monat war ging die firma in die pleite und ich verlor meinen job. Ich hatte dann vor, zwei jahre lang zuhause zu bleiben und mir dann eine neue arbeit zu suchen.

Mein sohn kam mit zwei in den kindergarten aber ich fand keinen job mehr. Ich muss dazu sagen das wir sehr ländlich leben und hier auch nicht weg wollen. Mein mann ist durch seine arbeit hier auch sehr gebunden. Ich habe viele bewerbungen geschrieben und war auch bei vorstellungsgesprächen die gut liefen, jedes mal scheiterte es an meiner flexibilität – die nicht mehr so vorhanden ist wie früher.

Wer aus dem einzelhandel kommt kennt das vielleicht. Ich würde so gerne wieder im handel arbeiten (als einfache verkäuferin würde mir reichen, filialleitung in teilzeit ist fast nicht machbar und in vollzeit kommt man selten unter 40 stunden die woche) aber ich bin an die betreuungszeiten meines kindes gebunden. Mein mann kommt selten vor 19 uhr nach hause und kann den kleinen nachmittags nicht vom kindergarten holen, omas und opas haben wir nicht. Es bleibt an mir hängen. Ich habe tausend bewerbungen geschrieben aber finde keine stelle in der ich nur vormittags arbeiten kann bis maximal 15 uhr. Ich will den kleinen auch nicht den ganzen tag in den kiga stecken,aber so langsam nach drei Jahren fehlt mir meine arbeit sehr.

Ich arbeite zwar in einem Büro aber mir gefällt es nicht wirklich, büroarbeit ist nicht meins. Es war der einzige job den ich bekommen habe. Ich langweile mich dort, ich will auf die fläche, mit den händen arbeiten und mit menschen zu tun haben. Außerdem ist es nur ein minijob im büro und das reicht mir nicht. Ich bin nur zweimal in der woche dort.

Ich möchte so gerne wieder in den einzelhandel aber die aussichten sind schlecht, dazu kommt das mein mann sich total quer stellt wenn ich das thema anschneide, was mich richtig wütend macht. Er will zum beispiel partout nicht das ich samstags arbeite. Ich verstehe ihn ja einerseits aber andererseits brauch ich mich im handel gar nicht mehr bewerben wenn ich nicht nur keine spätschicht machen sondern auch nicht samstags arbeiten kann. Das schmälert meine ohnehin schon geringen chancen nochmal enorm. Er kann auch überhaupt nicht verstehen das ich unbedingt wieder in den verkauf möchte und immer wieder kommt es zum streit deswegen.

Ich habe meinen Job wirklich sehr geliebt und vermisse es total. Es müsste auch nicht vollzeit sein. 30 stunden wären toll, meinetwegen auch 20. Dazu kommt natürlich auch die angst das ich nicht mehr so leicht etwas finde wenn ich noch länger aus dem beruf draußen bin.

Mein Mann versteht meine Sorgen überhaupt nicht. Er verdient als Wirtschaftsingenieur sehr gutes Geld und wir haben ein gutes leben. Wohnen gut, fahren oft in den urlaub und ich bin auch gut abgesichert, er legt da schon Wert drauf. Wir haben ein gemeinsames konto und ich nehme mir geld, wenn ich es brauche. Ich bekomme kein Taschengeld oder sowas. Er sagt das sei unser gemeinsames geld. laut ihm müsste ich überhaupt nicht mehr arbeiten und die gemeinsame zeit zusammen sei ihm wichtiger, als das ich einen vollzeitjob habe - also zum beispiel eben die Samstage
.
Ich finde es schön das wir so einen Luxus haben und ich hoffe hier fühlt sich niemand angegriffen wenn ich das so schreibe, ich weiß das ich auf hohem Niveau jammere während andere richtige existenzsorgen haben. Ich bin sehr dankbar das wir so ein glück haben aber es fühlt sich für mich nicht so richtig nach Glück an. Ich bin sehr unglücklich mit der situation. Ich komme mir völlig nutzlos vor. Ich will auch beitragen, nicht nur die 400 euro im monat, die nicht einmal ins Gewicht fallen. Ich mochte meine Arbeit so sehr und will eigentlich nichts anderes machen. Aber natürlich liebe ich auch mein Kind sehr und genieße die zeit mit ihm und wenn der preis dafür wäre, dass er von früh bis spät woanders ist, muss ich eben verzichten.

Immer wieder bin ich sauer auf meinen Mann wenn ich merke, das er mir so gar nicht entgegen kommt. Ich weiß das er einen anspruchsvollen Beruf hat und unter der woche oft einfach nicht früher rauskommt, aber zum beispiel das er bei den samstagen so gar nicht mit sich reden lässt macht mich irgendwie sauer. Dass er mich auch einfach nicht versteht.

Ich weiß auch nicht so genau. Vielleicht macht mich auch einfach nur die situation traurig und ich projeziere das auf meinen Mann, um irgendwem die schuld zu geben. vielleicht übertreib ich ja auch.

Wie ist es denn bei euch mit der arbeit? Wann habt ihr wieder gearbeitet und wie viele stunden? Konntet ihr in eurem traumjob bleiben?

Deprimierte Grüße
strawberrycheesecake
 

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12. Juli 2018 um 18:25
In Antwort auf strawberrycheesecake

Hallo ihr lieben

ich bin schon lange stille Mitleserin, aber jetzt musste ich mich doch einmal anmelden und ein bisschen frust loswerden. Mich interessiert wie es bei euch ist und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Tipp für mich. Außerdem bin ich gerade sehr wütend, vielleicht übertreibe ich aber auch.

Aber der reihe nach. Ich bin 35 und habe einen kleinen Sohn, der im mai 3 geworden ist. Mit meinem mann bin ich schon seit mehr als zehn Jahren zusammen und er ist ein toller mann und ein toller papa, ich kann mich eigentlich nicht beklagen.

Bevor mein sohn da war (ein absolutes wunschkind) war ich viele jahre lang als filialleiterin bei einer großen einzelhandelsfirma tätig. Ich muss zugeben das ich nicht wirklich einen plan hatte, wie es nach der geburt weitergehen soll. Ich dachte einfach, ich gehe eben in elternzeit und fange dann mit wenigen stunden wieder an, stocke langsam wieder auf. Als ich im achten monat war ging die firma in die pleite und ich verlor meinen job. Ich hatte dann vor, zwei jahre lang zuhause zu bleiben und mir dann eine neue arbeit zu suchen.

Mein sohn kam mit zwei in den kindergarten aber ich fand keinen job mehr. Ich muss dazu sagen das wir sehr ländlich leben und hier auch nicht weg wollen. Mein mann ist durch seine arbeit hier auch sehr gebunden. Ich habe viele bewerbungen geschrieben und war auch bei vorstellungsgesprächen die gut liefen, jedes mal scheiterte es an meiner flexibilität – die nicht mehr so vorhanden ist wie früher.

Wer aus dem einzelhandel kommt kennt das vielleicht. Ich würde so gerne wieder im handel arbeiten (als einfache verkäuferin würde mir reichen, filialleitung in teilzeit ist fast nicht machbar und in vollzeit kommt man selten unter 40 stunden die woche) aber ich bin an die betreuungszeiten meines kindes gebunden. Mein mann kommt selten vor 19 uhr nach hause und kann den kleinen nachmittags nicht vom kindergarten holen, omas und opas haben wir nicht. Es bleibt an mir hängen. Ich habe tausend bewerbungen geschrieben aber finde keine stelle in der ich nur vormittags arbeiten kann bis maximal 15 uhr. Ich will den kleinen auch nicht den ganzen tag in den kiga stecken,aber so langsam nach drei Jahren fehlt mir meine arbeit sehr.

Ich arbeite zwar in einem Büro aber mir gefällt es nicht wirklich, büroarbeit ist nicht meins. Es war der einzige job den ich bekommen habe. Ich langweile mich dort, ich will auf die fläche, mit den händen arbeiten und mit menschen zu tun haben. Außerdem ist es nur ein minijob im büro und das reicht mir nicht. Ich bin nur zweimal in der woche dort.

Ich möchte so gerne wieder in den einzelhandel aber die aussichten sind schlecht, dazu kommt das mein mann sich total quer stellt wenn ich das thema anschneide, was mich richtig wütend macht. Er will zum beispiel partout nicht das ich samstags arbeite. Ich verstehe ihn ja einerseits aber andererseits brauch ich mich im handel gar nicht mehr bewerben wenn ich nicht nur keine spätschicht machen sondern auch nicht samstags arbeiten kann. Das schmälert meine ohnehin schon geringen chancen nochmal enorm. Er kann auch überhaupt nicht verstehen das ich unbedingt wieder in den verkauf möchte und immer wieder kommt es zum streit deswegen.

Ich habe meinen Job wirklich sehr geliebt und vermisse es total. Es müsste auch nicht vollzeit sein. 30 stunden wären toll, meinetwegen auch 20. Dazu kommt natürlich auch die angst das ich nicht mehr so leicht etwas finde wenn ich noch länger aus dem beruf draußen bin.

Mein Mann versteht meine Sorgen überhaupt nicht. Er verdient als Wirtschaftsingenieur sehr gutes Geld und wir haben ein gutes leben. Wohnen gut, fahren oft in den urlaub und ich bin auch gut abgesichert, er legt da schon Wert drauf. Wir haben ein gemeinsames konto und ich nehme mir geld, wenn ich es brauche. Ich bekomme kein Taschengeld oder sowas. Er sagt das sei unser gemeinsames geld. laut ihm müsste ich überhaupt nicht mehr arbeiten und die gemeinsame zeit zusammen sei ihm wichtiger, als das ich einen vollzeitjob habe - also zum beispiel eben die Samstage
.
Ich finde es schön das wir so einen Luxus haben und ich hoffe hier fühlt sich niemand angegriffen wenn ich das so schreibe, ich weiß das ich auf hohem Niveau jammere während andere richtige existenzsorgen haben. Ich bin sehr dankbar das wir so ein glück haben aber es fühlt sich für mich nicht so richtig nach Glück an. Ich bin sehr unglücklich mit der situation. Ich komme mir völlig nutzlos vor. Ich will auch beitragen, nicht nur die 400 euro im monat, die nicht einmal ins Gewicht fallen. Ich mochte meine Arbeit so sehr und will eigentlich nichts anderes machen. Aber natürlich liebe ich auch mein Kind sehr und genieße die zeit mit ihm und wenn der preis dafür wäre, dass er von früh bis spät woanders ist, muss ich eben verzichten.

Immer wieder bin ich sauer auf meinen Mann wenn ich merke, das er mir so gar nicht entgegen kommt. Ich weiß das er einen anspruchsvollen Beruf hat und unter der woche oft einfach nicht früher rauskommt, aber zum beispiel das er bei den samstagen so gar nicht mit sich reden lässt macht mich irgendwie sauer. Dass er mich auch einfach nicht versteht.

Ich weiß auch nicht so genau. Vielleicht macht mich auch einfach nur die situation traurig und ich projeziere das auf meinen Mann, um irgendwem die schuld zu geben. vielleicht übertreib ich ja auch.

Wie ist es denn bei euch mit der arbeit? Wann habt ihr wieder gearbeitet und wie viele stunden? Konntet ihr in eurem traumjob bleiben?

Deprimierte Grüße
strawberrycheesecake
 

Was wünscht du dir denn genau von deinem Mann? Das er weniger Stunden arbeitet? Ich verstehe, dass es dich trifft dass du nicht so arbeiten gehen kannst wie du dir das vorstellst aber wie wäre es denn sonst machbar? Gibt es Möglichkeiten euren Sohn unterzubringen solltest du länger arbeiten müssen? Oder ist es daran gebunden, dass dein Mann weniger arbeitet? 
Ich würde mir auch gedanken machen was die Konsequenzen wären, wenn dein Mann weniger, also kürzere Tage arbeitet und ob das überhaupt machbar ist. Welche Finanziellen Konsequenzen hat das? Kann er überhaupt kürzer treten oder ist dafür einfach kein Platz auf seiner Arbeit? 
Mit dem Samstags arbeiten verstehe ich deinen Mann. Wenn er wirklich erst um 19 uhr nach hause kommt, sind Samstag und Sonntag die einzigen Tage wo ihr alle zu dritt seid. Ich verstehe ihn da ehrlich gesagt zu 100%. Was würde das mit eurer Familiendynamik machen? Wie wäre das für euren Sohn? Gibt es eine Möglichkeit, das du nur einmal im Monat Samstags arbeitest oder maximal zweimal? 

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12. Juli 2018 um 21:17

Mein Mann kann nicht weniger stunden arbeiten, das weiß ich auch. hauptsächlich ist mein problem die ganzen auflagen die ich bei der jobsuche habe. Ich hatte schon einige vorstellungsgespräche und es ist sowieso schwierig eine stelle im Einzelhandel zu finden bei der ich immer nur die Frühschicht machen kann. aber das würde vielleicht noch gehen. Es gab firmen die sich darauf eingelassen hätten. Spätestens wenn ich dann aber sage das ich samstags nicht arbeiten kann hört das Verständnis eben auf und es folgen die Absagen. Das geht einfach nicht und ich verstehe das auch, es ist im handel normal das man auch mal samstags ran muss. Unter den voraussetzungen - keine Spätschicht und kein Wochenende - brauche ich mich im Handel eigentlich gar nicht bewerben.

Was ich genau von meinem mann mir wünschen würde wäre, dass er mir einfach ein wenig entgegen kommt. Ich habe schon stellen gefunden, die Samstags nur bis 13 uhr geöffnet haben, das wäre für mich vielleicht eine Option gewesen. Oder einfach dass ich einem potentiellen chef anbieten könnte alle zwei Wochen samstags, aber mein Mann lässt sich darauf gar nicht ein. Er ist da total stur und will eben grundsätzlich nicht das ich samstags weg bin weil das unser familientag ist (zusammen mit sonntag). Einerseits verstehe ich es ja aber andererseits finde ich auch dass er ein bisschen kompromissbereiter sein könnte. 

Er versteht das auch überhaupt nicht dass ich in einen (in seinen augen) so einfachen Beruf unbedingt zurück will. Dauernd kommt er mir mit Sachen das ich ja eine neue Ausbildung oder Umschulung oder sogar ein Studium machen könnte, dass wir uns das alles ja finanziell leisten könnten und das ich nicht zurück muss in den Verkauf, wo man wenig verdient und schlechte arbeitszeiten hat. Aber ich liebe diesen Job halt. Das versteht er überhaupt nicht.

Und ja, mich macht das schon irgendwie traurig. Natürlich wäre es sinnvoller im Büro zu bleiben, da sind geregeltere zeiten, aber mir gefällt das einfach nicht. Aktuell arbeite ich nur zehn Stunden die woche, das ist ein witz. ich mach es eben damit ich überhaupt was mache. Ich komme mir schon blöd vor, im Kiga bin ich die einzige Mutter die nicht richtig arbeitet. Aufstocken kann ich nicht, ich müsste mir etwas Neues suchen. Aber alle Bewerbungen im Einzelhandel werden abgelehnt (aus den genannten Gründen) und was anderes das ich gerne machen möchte fällt mir nicht ein.

Mich würde auch interessieren, wie es andere Mütter gemacht haben die auch im Verkauf gearbeitet haben vorher oder in der gastronomie, wo ja auch immer schlechte Zeiten sind. Hier gibt es doch bestimmt welche? Wie regelt ihr das denn, damit ihr noch Familienleben habt? Habt ihr nach den kindern alle den beruf gewechselt?

Grüße
strawberrycheesecake

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12. Juli 2018 um 21:37

Da fällt mir noch als Option ein:
AuPair einstellen, welches unter der Woche abends betreut
Babysitter unter der Woche engagieren
Spezialgeschäfte aufsuchen mit kurzen Öffnungszeiten wochentags (Kurzwaren, Künstlerbedarf o.ä.), ggf. sogar selbst eins eröffnen mit den für Dich passenden Zeiten.

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14. Juli 2018 um 12:10
In Antwort auf strawberrycheesecake

Hallo ihr lieben

ich bin schon lange stille Mitleserin, aber jetzt musste ich mich doch einmal anmelden und ein bisschen frust loswerden. Mich interessiert wie es bei euch ist und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Tipp für mich. Außerdem bin ich gerade sehr wütend, vielleicht übertreibe ich aber auch.

Aber der reihe nach. Ich bin 35 und habe einen kleinen Sohn, der im mai 3 geworden ist. Mit meinem mann bin ich schon seit mehr als zehn Jahren zusammen und er ist ein toller mann und ein toller papa, ich kann mich eigentlich nicht beklagen.

Bevor mein sohn da war (ein absolutes wunschkind) war ich viele jahre lang als filialleiterin bei einer großen einzelhandelsfirma tätig. Ich muss zugeben das ich nicht wirklich einen plan hatte, wie es nach der geburt weitergehen soll. Ich dachte einfach, ich gehe eben in elternzeit und fange dann mit wenigen stunden wieder an, stocke langsam wieder auf. Als ich im achten monat war ging die firma in die pleite und ich verlor meinen job. Ich hatte dann vor, zwei jahre lang zuhause zu bleiben und mir dann eine neue arbeit zu suchen.

Mein sohn kam mit zwei in den kindergarten aber ich fand keinen job mehr. Ich muss dazu sagen das wir sehr ländlich leben und hier auch nicht weg wollen. Mein mann ist durch seine arbeit hier auch sehr gebunden. Ich habe viele bewerbungen geschrieben und war auch bei vorstellungsgesprächen die gut liefen, jedes mal scheiterte es an meiner flexibilität – die nicht mehr so vorhanden ist wie früher.

Wer aus dem einzelhandel kommt kennt das vielleicht. Ich würde so gerne wieder im handel arbeiten (als einfache verkäuferin würde mir reichen, filialleitung in teilzeit ist fast nicht machbar und in vollzeit kommt man selten unter 40 stunden die woche) aber ich bin an die betreuungszeiten meines kindes gebunden. Mein mann kommt selten vor 19 uhr nach hause und kann den kleinen nachmittags nicht vom kindergarten holen, omas und opas haben wir nicht. Es bleibt an mir hängen. Ich habe tausend bewerbungen geschrieben aber finde keine stelle in der ich nur vormittags arbeiten kann bis maximal 15 uhr. Ich will den kleinen auch nicht den ganzen tag in den kiga stecken,aber so langsam nach drei Jahren fehlt mir meine arbeit sehr.

Ich arbeite zwar in einem Büro aber mir gefällt es nicht wirklich, büroarbeit ist nicht meins. Es war der einzige job den ich bekommen habe. Ich langweile mich dort, ich will auf die fläche, mit den händen arbeiten und mit menschen zu tun haben. Außerdem ist es nur ein minijob im büro und das reicht mir nicht. Ich bin nur zweimal in der woche dort.

Ich möchte so gerne wieder in den einzelhandel aber die aussichten sind schlecht, dazu kommt das mein mann sich total quer stellt wenn ich das thema anschneide, was mich richtig wütend macht. Er will zum beispiel partout nicht das ich samstags arbeite. Ich verstehe ihn ja einerseits aber andererseits brauch ich mich im handel gar nicht mehr bewerben wenn ich nicht nur keine spätschicht machen sondern auch nicht samstags arbeiten kann. Das schmälert meine ohnehin schon geringen chancen nochmal enorm. Er kann auch überhaupt nicht verstehen das ich unbedingt wieder in den verkauf möchte und immer wieder kommt es zum streit deswegen.

Ich habe meinen Job wirklich sehr geliebt und vermisse es total. Es müsste auch nicht vollzeit sein. 30 stunden wären toll, meinetwegen auch 20. Dazu kommt natürlich auch die angst das ich nicht mehr so leicht etwas finde wenn ich noch länger aus dem beruf draußen bin.

Mein Mann versteht meine Sorgen überhaupt nicht. Er verdient als Wirtschaftsingenieur sehr gutes Geld und wir haben ein gutes leben. Wohnen gut, fahren oft in den urlaub und ich bin auch gut abgesichert, er legt da schon Wert drauf. Wir haben ein gemeinsames konto und ich nehme mir geld, wenn ich es brauche. Ich bekomme kein Taschengeld oder sowas. Er sagt das sei unser gemeinsames geld. laut ihm müsste ich überhaupt nicht mehr arbeiten und die gemeinsame zeit zusammen sei ihm wichtiger, als das ich einen vollzeitjob habe - also zum beispiel eben die Samstage
.
Ich finde es schön das wir so einen Luxus haben und ich hoffe hier fühlt sich niemand angegriffen wenn ich das so schreibe, ich weiß das ich auf hohem Niveau jammere während andere richtige existenzsorgen haben. Ich bin sehr dankbar das wir so ein glück haben aber es fühlt sich für mich nicht so richtig nach Glück an. Ich bin sehr unglücklich mit der situation. Ich komme mir völlig nutzlos vor. Ich will auch beitragen, nicht nur die 400 euro im monat, die nicht einmal ins Gewicht fallen. Ich mochte meine Arbeit so sehr und will eigentlich nichts anderes machen. Aber natürlich liebe ich auch mein Kind sehr und genieße die zeit mit ihm und wenn der preis dafür wäre, dass er von früh bis spät woanders ist, muss ich eben verzichten.

Immer wieder bin ich sauer auf meinen Mann wenn ich merke, das er mir so gar nicht entgegen kommt. Ich weiß das er einen anspruchsvollen Beruf hat und unter der woche oft einfach nicht früher rauskommt, aber zum beispiel das er bei den samstagen so gar nicht mit sich reden lässt macht mich irgendwie sauer. Dass er mich auch einfach nicht versteht.

Ich weiß auch nicht so genau. Vielleicht macht mich auch einfach nur die situation traurig und ich projeziere das auf meinen Mann, um irgendwem die schuld zu geben. vielleicht übertreib ich ja auch.

Wie ist es denn bei euch mit der arbeit? Wann habt ihr wieder gearbeitet und wie viele stunden? Konntet ihr in eurem traumjob bleiben?

Deprimierte Grüße
strawberrycheesecake
 

Hallo, mir ist der Gedanke gekommen, dass es deinem Mann womöglich peinlich ist, dass du im Einzelhandel arbeiten willst. Nicht falsch verstehen, wenn ich arbeitslos wäre, würde ich so ziemlich alles machen und während der Studienzeit habe ich mich mal als Reinigungskraft beworben. Finde es toll, dass du so eine leidenschaftliche Verkäuferin bist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass mein Lebensgefährte mir auch ausreden würde dauerhaft in den Einzelhandel zu gehen. Er ist auch Wirtschaftsingineur, Controller, will Karriere machen und es wäre ihm bestimmt peinlich, vor Freunden und Familie, noch dazu wenn man schon eine Bürostelle hat. Ich ziehe den Hut vor allen Dienstleistern, kann mir aber vorstellen, dass ein versnobtes akademisches Umfeld die Nase rümpft. 

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14. Juli 2018 um 15:28
In Antwort auf wintersonne80

Hallo, mir ist der Gedanke gekommen, dass es deinem Mann womöglich peinlich ist, dass du im Einzelhandel arbeiten willst. Nicht falsch verstehen, wenn ich arbeitslos wäre, würde ich so ziemlich alles machen und während der Studienzeit habe ich mich mal als Reinigungskraft beworben. Finde es toll, dass du so eine leidenschaftliche Verkäuferin bist. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass mein Lebensgefährte mir auch ausreden würde dauerhaft in den Einzelhandel zu gehen. Er ist auch Wirtschaftsingineur, Controller, will Karriere machen und es wäre ihm bestimmt peinlich, vor Freunden und Familie, noch dazu wenn man schon eine Bürostelle hat. Ich ziehe den Hut vor allen Dienstleistern, kann mir aber vorstellen, dass ein versnobtes akademisches Umfeld die Nase rümpft. 

Naja, sie hat als Filialleiterin gearbeitet und war keine ungelernte Aushilfskraft.
@TE: Gäbe es denn noch andere Berufe mit Kundenkontakt, welche Dich mehr interessieren würden als Büroarbeit? Empfang, Beratung, Kundenaquise, Versicherungsbranche im weitesten Sinne?

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15. Juli 2018 um 10:47

habt ihr denn vor der Familienplanung darüber geredet, wie ihr euch eure Zukunft, Arbeit, Kindererziehung, Geld, etc. vorstellt? Oder während seiner „Karriere“, was die für Änderungen mitbringt? 
Wenn nein, hättet ihr das vielleicht tun sollen.

klar, Kind wird jetzt größer, du willst wieder in deine Arbeit zurück, und da nimmst du ja schon Einschränkungen wegen des Kindes in Kauf, während er keine auf sich nimmt. Für ihn geht alles normal weiter. Wenn man sich das als Mann SO vorstellt, sollte man das seiner Frau schon vorher kommunizieren, das man das gern so möchte und dann den Versorger mimt. 
Gibt ja sehr viele Frauen, die das total toll finden, aber andere eben nicht.

ich denke auch, dass es ihm unangenehm ist, dass du sowas „unwichtiges“ machen willst, und dafür auch Samstags Familienzeit opfern magst. Er denkt sich wohl, er legt dir ein angenehmes Leben zu Füßen und du willst quasi lieber Regale einräumen

jetzt ist das Kind ja in den Brunnen gefallen, daher würde ich dir tatsächlich vorschlagen, einen kleinen Laden mit irgendetwas aufzumachen. Du hast ja keine geldsorgen und DRuck, dass da soundsoviel bei rumkommen muss, und kannst ganz frech Samstags zulassen oder jemanden einstellen der das abdeckt. 
Das ist wirklich das Beste, was du aus der Situation machen kannst.
ich bin quasi sicher, dass dein Mann das auch wichtiger finden würde als für 400€ irgendwo bei DM rumzulaufen.....

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15. Juli 2018 um 18:22

Naja, sie hat ja leider kein Feedback auf ihre Bewerbungen. Bevor sie im Bürojob versauert...

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15. Juli 2018 um 22:49

Du kannst dich natürlich nun auch scheiden lassen, dann sind auch alle Claudias dieser Welt happy und jut is 

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16. Juli 2018 um 13:52

meine Liebe!

bei mit bist du da an der falschen Adresse! Ich hab 2013 meinen Mann vor die Tür wegen genauso Gründen gesetzt

ich bin aber jcht so dumm, dass ich diesen Tipp jeder Frau, die ich garnicht kenne und die Umstände nicht genau, das selbe zu tun!

mein Mann wollte damals, dass ich,2 berufe , daheim das Klo putze und Essen , die Pferde ausmiste und die Ferienfinca betreue, weil das ja so viel billiger ist .... anstatt dass ich wieder arbeiten gehe. Dass ich nicht lache!!!

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20. Juli 2018 um 9:14

sorry dass ich mich jetzt erst melde, wir waren ein paar tage weg.

also erstmal glaube ich nicht, dass mein mann sich für mich schämt, wenn ich im Handel arbeite. Er war eigentlich immer eher stolz drauf, dass ich sehr jung schon karriere gemacht habe. Wenn ich nicht mit 23 schon einen 50 Mann Betrieb geführt und dementsprechend viel verdient hätte, hätte er sich sein Masterstudium gar nicht leisten können, da er auch (wie ich) aus eher einfacheren Verhältnissen stammt. (umso mehr wurmt es mich übrigens, das ich mich jetzt nicht untersützt fühle, auch wenn es vielleicht unfair ist)

Ich wäre zwar jetzt keine führungskraft mehr, kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass ihm das was ausmachen würde. Er ist eigentlich nicht der typ der sich groß dafür interessiert, was andere denken.

Was allerdings stimmt, ich glaube er versteht es nicht wirklich, dass ich unsere familienzeit opfern will für "samstags regale einräumen", wie jemand schon geschrieben hat. Irgendwie verstehe ich das auch, aber es fehlt mir einfach. Ich hab mir auch schon überlegt, ob es was anderes gibt, das mit genausogut gefallen würde, aber eigentlich habe ich keine Lust, umzuschulen o. ä. weil ich ja eigentlich gefunden habe, was mir gut gefällt. Und ich wüsste jetzt keinen Beruf (für den ich nicht studieren müsste) den ich so vielseitig und abwechslungsreich finde. Und ich habe in meiner Jugend wirklich sehr viele berufe ausprobiert.

Zur frage, ob wir vorher drüber gesprochen haben: Jein. Schon, aber es kommt ja dann doch immer alles anders als man es sich vorstellt. Ich hatte nie probleme, eine stelle zu finden und habe echt unterschätzt, wie schwierig es mit Kind ist. Und natürlich kam die Insolvenz meines Arbeitgebers dazu, es war ja gar nicht geplant das ich mir was neues suchen muss und dort wäre eigentlich mit den zeiten und schichten alles geklärt gewesen. Auch ist mein mann zwischenzeitlich aufgestiegen, verdient jetzt viel mehr, ist aber auch weniger flexibel. All das haben wir nicht wirklich abgesehen damals.

Ich denke, das ich mir wirklich gedanken darüber mache, mich selbständig zu machen mit zeiten, wie sie mir passen. Darüber habe ich jetzt auch mit ihm gesprochen und er findet die Idee sehr gut.

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20. Juli 2018 um 9:19

Was es für mich irgendwie sehr schmerzhaft macht ist, das ich sehr viele gute angebote bekomme. Ich könnte schon längst wieder als führungskraft arbeiten, auf meine Bewerbungen bekam ich durchweg gute Resonanzen - Nur zeitlich haut es einfach nicht hin, wie ich es drehe und wende. Es ist irgendwie ein sehr frustrierendes gefühl zu wissen, dass man eigentlich wieder in seinem Lieblingsjob arbeiten kann, aber gezwungen ist, in einem Büro zu versauern, wo man jeden tag das gleiche macht (also für mich).

 

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21. Juli 2018 um 10:32

das it aus der scht ihres Mannes gesehen ud geschrieben, du nuss.

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21. Juli 2018 um 23:29

Ein Au-Pair wohnt ja i.d.R. in der Familie, da hat man dann ein 2. Kind und bleibt auch nicht ewig.























 

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20. Dezember 2018 um 0:18

Ich sehe das Problem ganz anders. Du suchst nach Bestätigung und fühlst Dich nicht vollwertig. Dabei ist die Erziehung eines kleinen Kindes mehr wert als jeder Vollzeitjob. Ich schlage vor, daß Du Dich auch mal in einer kleinen Boutique oder einem kleinen Laden bewirbst, wo Du 2 Tage die Woche reinhaust. Versuche noch einmal mit Deinem Mann zu sprechen. Frage ihn zuerst nach seinen Vorstellungen. Sage ihm dann wie unglücklich Du bist und dann findet gemeinsam eine Lösung mit der ihr beide leben könnt

 

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20. Dezember 2018 um 17:44

Na es ist ja nicht nur das Zimmer. Dieses (i.d.R.) Mädel ist dann auch immer da.Wenn man von der Arbeit kommt, geht die nicht wie ein Kindermädchen nach Hause. Meist sind sie jung, man trägt da auch noch etwas an Verantwortung. Wenn man Ausflüge macht oder in die Ferien fährt, nimmt man sie ebenfalls mit. DIe kriegt jeden Streit mit und wenn die Wände dünn sind, noch mehr

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20. Dezember 2018 um 18:57

Sowas gibt es aber oft. Gerade diese "Mir ist es egal was andere denken." sind da ganz schlimm.

Ich kenne es von dem Fussball Verein von meinem Mann. Da sind die meisten so drauf. 
Der eine ist selbstständig und verdient im Online-Handel sein Geld...Haus, dickes Auto...das Geld sitzt locker. Die Freundin ist" nur" Krankenschwester. Sie wurde von ihm genötigt sich zur Stationsleiterin weiterbilden zu lassen, weil er mit einer "einfachen Krankenschwester" keine Zukunft sieht. 
Der nächste hat die hübsche Frau von der Bar kein zweites Mal getroffen, weil sie "nur" Bäckereifachverkauferin ist und er ja in einer Klinik ein hohes Tier ist. 
Ein weiterer hat letzten Sommer seine Frau verlassen, weil sie nach 14 Jahren Kinderbetreuung in den Einzelhandel zurück wollte. Er hat sie so kennengelernt und war damals selbst nur ein kleines Licht bei Siemens. Er hat sich hochgearbeitet und wollte keine Verkäuferin mehr an seiner Seite. 
So wird über jede "Putze", "Haaruschi", "Nageltante" und "Kassen-Erna" gedacht. Da kann man nur den Kopf schütteln, wenn man das hört. 
Man hat ja einen gewissen Stand...man ist ja wer und da gehört auch die Arbeit der Frau dazu. 

Ich würde an der Stelle der TE einfach ein Jobangebot annehmen. Samstagsarbeit ist ja nun nichts seltenes. Selbst ich arbeite im Büro und gehe alle 2 Wochen am Samstag arbeiten, weil ich mein Pensum sonst gar nicht schaffe. 
Der Mann interessiert sich ja auch nicht für ihre Bedürfnisse. Warum sollte sie da Rücksicht nehmen? 
Mein Mann geht Schichten arbeiten, Wochenende, Feiertag und wir haben trotzdem genug Familienzeit. Da ändern auch die 2 Samstage im Monat nichts, die ich arbeiten gehe und ich fahre fast jeden Tag 30km auf Arbeit, wenn ich in die Außenstelle muss. 
Ich arbeite 40-45h. 

Entweder stellt er sich einfach nur an und sollte lernen, dass es um Qualität geht statt um Quantität oder ihn würde es mittlerweile wirklich stören, wenn er eine einfache Verkäuferin an seiner Seite hat. Wenn es ihm schon egal ist, ob seine Frau glücklich ist oder nicht. Er geht ja gar keine Kompromisse ein. 
 

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21. Dezember 2018 um 14:25
In Antwort auf strawberrycheesecake

Hallo ihr lieben

ich bin schon lange stille Mitleserin, aber jetzt musste ich mich doch einmal anmelden und ein bisschen frust loswerden. Mich interessiert wie es bei euch ist und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Tipp für mich. Außerdem bin ich gerade sehr wütend, vielleicht übertreibe ich aber auch.

Aber der reihe nach. Ich bin 35 und habe einen kleinen Sohn, der im mai 3 geworden ist. Mit meinem mann bin ich schon seit mehr als zehn Jahren zusammen und er ist ein toller mann und ein toller papa, ich kann mich eigentlich nicht beklagen.

Bevor mein sohn da war (ein absolutes wunschkind) war ich viele jahre lang als filialleiterin bei einer großen einzelhandelsfirma tätig. Ich muss zugeben das ich nicht wirklich einen plan hatte, wie es nach der geburt weitergehen soll. Ich dachte einfach, ich gehe eben in elternzeit und fange dann mit wenigen stunden wieder an, stocke langsam wieder auf. Als ich im achten monat war ging die firma in die pleite und ich verlor meinen job. Ich hatte dann vor, zwei jahre lang zuhause zu bleiben und mir dann eine neue arbeit zu suchen.

Mein sohn kam mit zwei in den kindergarten aber ich fand keinen job mehr. Ich muss dazu sagen das wir sehr ländlich leben und hier auch nicht weg wollen. Mein mann ist durch seine arbeit hier auch sehr gebunden. Ich habe viele bewerbungen geschrieben und war auch bei vorstellungsgesprächen die gut liefen, jedes mal scheiterte es an meiner flexibilität – die nicht mehr so vorhanden ist wie früher.

Wer aus dem einzelhandel kommt kennt das vielleicht. Ich würde so gerne wieder im handel arbeiten (als einfache verkäuferin würde mir reichen, filialleitung in teilzeit ist fast nicht machbar und in vollzeit kommt man selten unter 40 stunden die woche) aber ich bin an die betreuungszeiten meines kindes gebunden. Mein mann kommt selten vor 19 uhr nach hause und kann den kleinen nachmittags nicht vom kindergarten holen, omas und opas haben wir nicht. Es bleibt an mir hängen. Ich habe tausend bewerbungen geschrieben aber finde keine stelle in der ich nur vormittags arbeiten kann bis maximal 15 uhr. Ich will den kleinen auch nicht den ganzen tag in den kiga stecken,aber so langsam nach drei Jahren fehlt mir meine arbeit sehr.

Ich arbeite zwar in einem Büro aber mir gefällt es nicht wirklich, büroarbeit ist nicht meins. Es war der einzige job den ich bekommen habe. Ich langweile mich dort, ich will auf die fläche, mit den händen arbeiten und mit menschen zu tun haben. Außerdem ist es nur ein minijob im büro und das reicht mir nicht. Ich bin nur zweimal in der woche dort.

Ich möchte so gerne wieder in den einzelhandel aber die aussichten sind schlecht, dazu kommt das mein mann sich total quer stellt wenn ich das thema anschneide, was mich richtig wütend macht. Er will zum beispiel partout nicht das ich samstags arbeite. Ich verstehe ihn ja einerseits aber andererseits brauch ich mich im handel gar nicht mehr bewerben wenn ich nicht nur keine spätschicht machen sondern auch nicht samstags arbeiten kann. Das schmälert meine ohnehin schon geringen chancen nochmal enorm. Er kann auch überhaupt nicht verstehen das ich unbedingt wieder in den verkauf möchte und immer wieder kommt es zum streit deswegen.

Ich habe meinen Job wirklich sehr geliebt und vermisse es total. Es müsste auch nicht vollzeit sein. 30 stunden wären toll, meinetwegen auch 20. Dazu kommt natürlich auch die angst das ich nicht mehr so leicht etwas finde wenn ich noch länger aus dem beruf draußen bin.

Mein Mann versteht meine Sorgen überhaupt nicht. Er verdient als Wirtschaftsingenieur sehr gutes Geld und wir haben ein gutes leben. Wohnen gut, fahren oft in den urlaub und ich bin auch gut abgesichert, er legt da schon Wert drauf. Wir haben ein gemeinsames konto und ich nehme mir geld, wenn ich es brauche. Ich bekomme kein Taschengeld oder sowas. Er sagt das sei unser gemeinsames geld. laut ihm müsste ich überhaupt nicht mehr arbeiten und die gemeinsame zeit zusammen sei ihm wichtiger, als das ich einen vollzeitjob habe - also zum beispiel eben die Samstage
.
Ich finde es schön das wir so einen Luxus haben und ich hoffe hier fühlt sich niemand angegriffen wenn ich das so schreibe, ich weiß das ich auf hohem Niveau jammere während andere richtige existenzsorgen haben. Ich bin sehr dankbar das wir so ein glück haben aber es fühlt sich für mich nicht so richtig nach Glück an. Ich bin sehr unglücklich mit der situation. Ich komme mir völlig nutzlos vor. Ich will auch beitragen, nicht nur die 400 euro im monat, die nicht einmal ins Gewicht fallen. Ich mochte meine Arbeit so sehr und will eigentlich nichts anderes machen. Aber natürlich liebe ich auch mein Kind sehr und genieße die zeit mit ihm und wenn der preis dafür wäre, dass er von früh bis spät woanders ist, muss ich eben verzichten.

Immer wieder bin ich sauer auf meinen Mann wenn ich merke, das er mir so gar nicht entgegen kommt. Ich weiß das er einen anspruchsvollen Beruf hat und unter der woche oft einfach nicht früher rauskommt, aber zum beispiel das er bei den samstagen so gar nicht mit sich reden lässt macht mich irgendwie sauer. Dass er mich auch einfach nicht versteht.

Ich weiß auch nicht so genau. Vielleicht macht mich auch einfach nur die situation traurig und ich projeziere das auf meinen Mann, um irgendwem die schuld zu geben. vielleicht übertreib ich ja auch.

Wie ist es denn bei euch mit der arbeit? Wann habt ihr wieder gearbeitet und wie viele stunden? Konntet ihr in eurem traumjob bleiben?

Deprimierte Grüße
strawberrycheesecake
 

Wie ist es denn bei euch mit der arbeit? Wann habt ihr wieder gearbeitet und wie viele stunden? Konntet ihr in eurem traumjob bleiben?

Ich war 3 Jahre in Elternzeit und habe noch 1 weiteres Jahr nach einem Job gesucht. 
In meinen alten Beruf (handwerklich) konnte ich nicht mehr zurück, wollte ich aber eh nie. War nicht unbedingt mein Traumjob. 
Ich habe dann auch ganz neu angefangen, arbeite nun im Einzelhandel in Teilzeit (15-35h). Allerdings unterstützt mich mein Mann wo es geht und er ist froh, dass ich wieder arbeite. Ich arbeite in Gegenschicht zu ihm, damit immer jemand (im Falle von Krankheit, Ferien o.a.) für die Kinder da ist, da wir auch sonst niemanden wie z.b. Oma und Opa hier haben. Klappt bis jetzt ganz gut. 

Warum darf dir dein Mann überhaupt bei der Samstagarbeit reinreden? Das ist ja wohl allein deine Entscheidung ob du das machst oder nicht. Wenn dich die Arbeit glücklich macht, dann mach es und lass dir von deinem Mann nicht so das Leben versauen. Wenn du arbeitest kannst du wenigstens noch etwas für deine Rente tun. 
So ein Mann wäre mein absoluter Albtraum. 

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21. Dezember 2018 um 14:29
In Antwort auf carpe3punkt0

Sowas gibt es aber oft. Gerade diese "Mir ist es egal was andere denken." sind da ganz schlimm.

Ich kenne es von dem Fussball Verein von meinem Mann. Da sind die meisten so drauf. 
Der eine ist selbstständig und verdient im Online-Handel sein Geld...Haus, dickes Auto...das Geld sitzt locker. Die Freundin ist" nur" Krankenschwester. Sie wurde von ihm genötigt sich zur Stationsleiterin weiterbilden zu lassen, weil er mit einer "einfachen Krankenschwester" keine Zukunft sieht. 
Der nächste hat die hübsche Frau von der Bar kein zweites Mal getroffen, weil sie "nur" Bäckereifachverkauferin ist und er ja in einer Klinik ein hohes Tier ist. 
Ein weiterer hat letzten Sommer seine Frau verlassen, weil sie nach 14 Jahren Kinderbetreuung in den Einzelhandel zurück wollte. Er hat sie so kennengelernt und war damals selbst nur ein kleines Licht bei Siemens. Er hat sich hochgearbeitet und wollte keine Verkäuferin mehr an seiner Seite. 
So wird über jede "Putze", "Haaruschi", "Nageltante" und "Kassen-Erna" gedacht. Da kann man nur den Kopf schütteln, wenn man das hört. 
Man hat ja einen gewissen Stand...man ist ja wer und da gehört auch die Arbeit der Frau dazu. 

Ich würde an der Stelle der TE einfach ein Jobangebot annehmen. Samstagsarbeit ist ja nun nichts seltenes. Selbst ich arbeite im Büro und gehe alle 2 Wochen am Samstag arbeiten, weil ich mein Pensum sonst gar nicht schaffe. 
Der Mann interessiert sich ja auch nicht für ihre Bedürfnisse. Warum sollte sie da Rücksicht nehmen? 
Mein Mann geht Schichten arbeiten, Wochenende, Feiertag und wir haben trotzdem genug Familienzeit. Da ändern auch die 2 Samstage im Monat nichts, die ich arbeiten gehe und ich fahre fast jeden Tag 30km auf Arbeit, wenn ich in die Außenstelle muss. 
Ich arbeite 40-45h. 

Entweder stellt er sich einfach nur an und sollte lernen, dass es um Qualität geht statt um Quantität oder ihn würde es mittlerweile wirklich stören, wenn er eine einfache Verkäuferin an seiner Seite hat. Wenn es ihm schon egal ist, ob seine Frau glücklich ist oder nicht. Er geht ja gar keine Kompromisse ein. 
 

Ekelhafte Männer. An solchen Geschöpfen hätte ich ohnehin kein Interesse. 

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22. Dezember 2018 um 19:05

Damals war sie ja die Führungskraft und er der Student.

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