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In Anlehnung an den "Angst vor xy" Thread

23. Dezember 2016 um 11:12

Ich hab da auch mal ne frage. ich hab zwei kinder, tochter ist 3.5, sohn 1.5.
der sohn ist eh noch zu klein. aber meine tochter hatte bisher nie so ne ausgeprägte anst phase.
klar, als ich ihr rotkäppchen erzählt hatte, hatte sie dann auch einige male gesagt, sie hätte angst vor wölfen, aber das war nie übermässig oder so, dass sie sich zuhause von wölfen bedroht gefühlt hätte.

ich bin ein riesen grimms märchen fan und habe angefangen ihr diese märchen zu erzählen. erst nur den froschkönig und rotkäppchen, jetzt kamen nach und nach auch schneewittchen, aschenputtel, dornröschen und hänsel und gretel dazu. sie fürchetet sich dann manchmal während der geschichten, ich kann das aber gut mit ihr dann besprechen und ihr auch erklären, wieso sie keine angst haben braucht. hier habe ich mich dann schon mal so gefragt, inwiefern es sinnvoll ist, ängest in ihr zu wecken, die sie ohne diese geschichten eigentlich nicht hätte. allerdings bin ich dann für mich zum schluss gekommen, dass es eigentlich ja sinnvoll ist, sie über geschichten darauf zu sensibilisieren, dass die welt eben nicht nur rosa-watte-weich und lieb ist, sondern es eben auch schlechtigkeit auf der welt gibt und man eben nicht jedem alles glauben darf, bloss weil er "kreide gefressen hat" etc. deswegen erzähl ich ihr weiter.

wir hatten dann mal beim einkaufen so ein pixibuch geschenkt gekriegt, da gings um ein nilpferd, was abends schlafen geht und dann im dunkeln auf einmal angst kriegt ,weil es glaubt, ein krokodil sei im zimmer und wolle ihm den schwanz abbeissen. meine tochter hatte im dunkeln und abends bisher nie angst. und ich hab mich dann echt gefragt, soll ich das buch verschwinden lassen, weil es sie erst durch die geschichte auf den gedanken bringen könnte, dass dunkelheit und im bett liegen etc eine situation zum fürchten sei? wie denkt ihr darüber?

ein anderes beispiel ist ein bilderbuch zum thema mobbing. es war so, dass ein neues mädchen in die kita gruppe meiner tochter kam und meine tochter und ihre freundin dieses mädchen anfangs einfach nicht mitspielen lassen wollten. als die erzieherin mir das erzählt hatte, hab ich ein buch zum thema andere ausschliessen besorgt und es mit ihr zuhause thematisiert. sie hat es auch sehr gut begriffen und hat seither das mädchen immer miteinbezogen und mittlerweile sind sie auch freundinnen. allerdings war die situation im buch dann so, dass da ein kind nicht nur vom spiel ausgeschlossen wurde, sondern die andern kinder ihm auch mutwillig böse streiche gespielt hatten (stachlige kastanien in die hausschuhe, ihn ausgelacht und als hosenscheisser hingestellt etc). UND da gings auch darum, dass ein drittes kind, welches dann die betreuerin in der geschichte auf die boshaftigkeiten aufmerksam gemacht hatte, als petze beschimpft wurde. ich hatte es dann einfach immer so gehalten, dass ich meiner tochter die geschichte nur in abgespeckter version erzählt hatte, nämlich nur erwähnt hatte, dass die kinder den jungen nicht mitspielen lassen wollten und den rest hatte ich einfach weggelassen. ich hatte irgendwie das gefühlt, wenn ich ihr alles erzähle, bring ich sie erst auf den gedanken, andern absichtlich zu leide zu werken und das fand ich dann etwas zu viel. solche aktionen sind ihr bisher noch wirklich fremd (andere auszulachen oder extra boshaft jemandem schmerzen zuzufügen). ich fand es auch nicht gut, ihr diese "petzen ist schlecht" konzept beizubringen, weil ich es wichtig finde, dass kinder schlechtigkeiten melden und nicht wegsehen, weil sie sonst angst haben müssen als petze zu gelten. oder wie seht ihr das?

meine fragen dazu nun:
- wie haltet ihr das mit solchen geschichten? lasst ihr auch oft vieles weg, um kinder nicht auf dinge zu bringen, die ihnen so sonst noch fremd sind?
- konkret wie steht ihr zum thema petzen? es ist ein schmaler grat, wo sagt ihr euern kindern, sie sollen nicht petzen? ich habe bisher immer alles ernst genommen, wenn meine tochter zu mir kam und sich beschwert hat, zum beispiel, wenn ihr bruder ihr an den haaren gerissen hatte etc. ich möchte, dass sie weiss, dass sie mit allem zu mir kommen kann und ich möchte auch, dass sie sich an andere erwachsenen mit verantwortung für ihre gruppe (jetzt betreuerinnen, später lehrer etc) wendet, wenn sie ungerechtigkeiten beobachtet.
wie handhabt ihr das?

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23. Dezember 2016 um 13:30

Interessanter Thread!
Ich habe tatsächlich auch schon öfter mal vermeintlich pädagogisch wertvolle Bücher (Kirsten Boie/ Astrid Lindgren) zensiert bzw mich im Nachhinein geärgert weil mein Kind nach literarischem Vorbild plötzlich Leuten den Tod wünscht wenn es wütend ist etc.
Ganz aktuell bei uns auch der ewige Konflikt mit dem kleinen Geschwisterchen. Gerne wird den Kindern immer wieder eingeimpft, dass die Kleinen ja sooo nervig sind. Mich ärgert das schon manchmal weil mein Sohn seinen kleinen Bruder vergöttert und ich ihn auch nicht unbedingt auf die Idee bringen will ihn doof zu finden.
In einem Babybuch (erste Gutenachtgeschichzen) saß auf einem Bild völlig unkommentiert ein fies aussehendes Monster unterm Bett- ja Dankeschön  Dieses Buch habe ich einfach verschwinden lassen.
Das mit dem Petzen sehe ich auch ähnlich wie du. Wenn es überhand nimmt ist es ja gut und schön, die Kinder darauf hinzuweisen aber ich erlebe auch oft, dass Erwachsene da direkt drauf anspringen und Petzen unterstellen wo es einfach keins ist. 
Icv finde es auch wichtig, dass meine Kinder wissen, dass sie zu mir kommen wenn sie ein Problem haben.

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23. Dezember 2016 um 13:32
In Antwort auf jane8113

Interessanter Thread!
Ich habe tatsächlich auch schon öfter mal vermeintlich pädagogisch wertvolle Bücher (Kirsten Boie/ Astrid Lindgren) zensiert bzw mich im Nachhinein geärgert weil mein Kind nach literarischem Vorbild plötzlich Leuten den Tod wünscht wenn es wütend ist etc.
Ganz aktuell bei uns auch der ewige Konflikt mit dem kleinen Geschwisterchen. Gerne wird den Kindern immer wieder eingeimpft, dass die Kleinen ja sooo nervig sind. Mich ärgert das schon manchmal weil mein Sohn seinen kleinen Bruder vergöttert und ich ihn auch nicht unbedingt auf die Idee bringen will ihn doof zu finden.
In einem Babybuch (erste Gutenachtgeschichzen) saß auf einem Bild völlig unkommentiert ein fies aussehendes Monster unterm Bett- ja Dankeschön  Dieses Buch habe ich einfach verschwinden lassen.
Das mit dem Petzen sehe ich auch ähnlich wie du. Wenn es überhand nimmt ist es ja gut und schön, die Kinder darauf hinzuweisen aber ich erlebe auch oft, dass Erwachsene da direkt drauf anspringen und Petzen unterstellen wo es einfach keins ist. 
Icv finde es auch wichtig, dass meine Kinder wissen, dass sie zu mir kommen wenn sie ein Problem haben.

*können
und sorry mal wieder ohne Punkt und Komma 

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23. Dezember 2016 um 14:17

Es gibt echt viele Bücher, wo man nur den Kopf drüber schütteln kann...
Ich hab mal ein Adventskalenderbuch gehabt, 24 Geschichten über ein Bärendorf, das für den Weihnachtsmann Spielzeug bastelt...
Mitten im Dezember taucht dann ein Bärenmädchen auf, die Mitter alleinerziehend, der Vater dem Kind bisher nie begegnet. Das Kind wünscht sich den Vater kennenzulernen und prompt kommt dieser am 24. überraschend nach hause und es herrscht Friede Freude Eierkuchen, endlich eine richtige Familie ... super, wenn man selbst AE ist und der Vater sich einen Sch*** um das Kind kümmert... dieser Verlauf war nirgends erwähnt und auch beim querlesen hatte ich das nicht herausgefunden. Das Buch flog hochkant in den Müll...

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23. Dezember 2016 um 17:03

Struwwelpeter und max und moritz haben wir auch zuhause. Der struwwelpeter ist eins der lieblingsbücher meiner tochter. Da seh ich auch kein problem weil es irgendwie konkrete dinge behandelt, die man gut thematisieren kann und worunter sie sich was vorstellen kann. Das empfinde ich beim niloferd-pixi anders, weil da diffuse ängste erst aufgezeigt werden, welche sonst irgendwie gar nicht "nötig" (als sensibilisierung für die wahre welt draussen) sind, wie die angst im dunklen zimmer nachts. 

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23. Dezember 2016 um 17:05

Wir hatten auch so ein "bald sind wir vier" geschwisterchen kommt bald vorbereitungsbuch. Das fand ich aber echt cool, weil da nie von negativen gefühlen dem baby gegenüber die rede war, sondern von der konkreten frustration des älteren kindes, dass eben die mama nicht mehr so viel zeit zum spielen hat. fürs baby wirdkeinerlei negatives gefühl heraufbeschworen. Fand das echt gut gemacht.

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