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In Anlehnung an ein Thema im "Glaubt Ihr an..."-Thread: Thema Liebe

19. Dezember 2014 um 17:47 Letzte Antwort: 22. Dezember 2014 um 23:21

Da im Thread "Glaubt Ihr an..." eine kleine "Unterdiskussion" entstanden ist zum Thema Liebe...

Würde ich gerne hier einen eigenen Austausch dazu starten...

Ich selbst empfinde es, wie ich es dort auch geschrieben habe, immer mehr als ein Tauschgeschäft: "Wenn Du mir Aufmerksamkeit gibst, gebe ich Dir Aufmerksamkeit"... Natürlich auch mit dem Tenor, dass man eben dann keine Aufmerksamkeit mehr geben möchte, wenn man mal selbst keine mehr bekommt...

Ich versuche selbst seit langer Zeit mich zu orientieren am Spruch: "Liebe, die von Herzen liebt, ist am Reichsten, wenn sie gibt; Liebe, die von Opfern spricht, ist schon rechte Liebe nicht."

Wie seht Ihr das denn?

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19. Dezember 2014 um 18:00

Ein
Thema, bei dem ich mich schon oft "rechtfertigen" musste!
Liebe ist für mich nicht an Bedingungen, Forderungen oder an eine Art Aufrechnung gebunden. Auch wenn in anderen Augen ein Mensch meine Liebe nicht "verdient" hat, so bekommt er sie dennoch, wenn ich so empfinde.
Das ist ziemlich gefährlich, weil man unglaublich leicht benutzt und ausgenutzt werden kann, aber so bin ich eben.

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19. Dezember 2014 um 18:04
In Antwort auf kamala_11901399

Ein
Thema, bei dem ich mich schon oft "rechtfertigen" musste!
Liebe ist für mich nicht an Bedingungen, Forderungen oder an eine Art Aufrechnung gebunden. Auch wenn in anderen Augen ein Mensch meine Liebe nicht "verdient" hat, so bekommt er sie dennoch, wenn ich so empfinde.
Das ist ziemlich gefährlich, weil man unglaublich leicht benutzt und ausgenutzt werden kann, aber so bin ich eben.

Ja, so sehe ich das auch...
Ich gehe meist in "Vorleistung", quasi... Wenn ich enttäuscht werde, dann werde ich eben enttäuscht, umgebracht hat mich das noch nie, denn letztlich sind es nur leichte Verletzungen, die wieder heilen...

Letztlich bin ich der Meinung, wer ausgenutzt wird ist nicht "zu naiv" oder sonstwas, sondern eher sind diejenigen nicht gerade fein, die jemanden auf Grund seiner Gutmütigkeit ausnutzen.

Ist ja ähnlich mit Vergebung... Nicht jeder hat es verdient, dass man ihm vergibt... Aber man selbst hat es verdient, den Groll loszulassen...

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19. Dezember 2014 um 20:04

Hm,
Liebe ist doch ein Gefühl, dass man eigentlich nicht berechnen bzw. berechnend einsetzen kann. Entweder ich liebe oder ich liebe nicht, aber weit entfernt von einem auf Geben und Nehmen basierten Austausch. Natürlich kann eine Beziehung nur funktionieren, wenn nicht nur einer gibt und der andere nur nimmt. Dann wird einer irgendwann unglücklich und die Beziehung kann nicht halten. Aber prinzipiell das Gefühl abstellen - das geht in meinen Augen nicht. Und Jaaa, manche verwechseln Liebe mit Gefälligkeiten. Allerdings koeNnen diese Beziehungen zum Teil sehr gut funktionieren. Denn bei all den schönen Seiten der Liebe, so hat sie doch auch Schattenseiten.

Natürlich glaube ich an die Liebe. Aber nicht unbedingt an die einzig wahre im Leben. Davon kann es viele geben, wenn der Mensch lieben kann und lieben will. Und auch nicht immer daran, dass Liebe alles aushaelt und alles verzeiht. Es hat sich auch nicht unbedingt "ausgeliebt", wenn ein Paar sich trennt.

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20. Dezember 2014 um 9:18

Ich empfinde es genauso wie schnuckweide und auch
thilda es geschrieben haben...

Liebe ist eine Entscheidung für etwas.

Erwartungen halte ich für gänzlich unnötig, denn ich finde nicht, dass irgendjemand das Recht hat, etwas von einem anderen zu erwarten. Und doch sollte es ein Geben und Nehmen sein. Das geht auch ohne dass man Erwartungen hat. Indem man einfach klar kommuniziert, was einem wichtig ist, und was man persönlich nicht mag. Ob der andere sich dann daran hält bleibt ihm selbst überlassen, tut er es nicht habe ich trotz allem das Recht zu sagen: "Ich will nicht so behandelt werden" und dann daraus meine eigenen persönlichen Konsequenzen zu ziehen. Alles in allem hat es doch eben alles mit Selbstliebe zu tun. Ich muss mir selbst genug wert sein, unfaires Verhalten anzusprechen und zu sagen, so nicht.

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20. Dezember 2014 um 14:22

Asophiem13,
es darf doch jeder so sein eigenes bild von der "liebe" haben, oder? wer bist du, dass du was als schwachsinn, quatsch und blödsinn hinstellen darfst?

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20. Dezember 2014 um 16:03

Aso
Ich denke du hast "die Kernaussage" von Herrn Fromm nicht verstanden

Am Dienstag hat jemand gesagt " jemanden zu brauchen weil man liebt. ..nicht jemanden zu lieben weil man ihn braucht"

Da ist sehr viel dran...und Wahrlich selten und alles andere als selbstverständlich.

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20. Dezember 2014 um 17:29

Tut
Mir leid...ich traue mich nicht

Wie witzig. ..hat ein bisschen was von "hey...komm doch her, wenn du dich traust"...

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20. Dezember 2014 um 17:43

Das
Was nicht erstrebenswert ist, ist jemanden zu lieben weil man ihn braucht.
Und bei meinem genannten Satz kommt es auch darauf an, wie man "brauchen" definiert.

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20. Dezember 2014 um 17:57

Falsch
"Sie" meint das liebe nicht an Bedingungen geknüpft sein SOLLTE. ...das ist ein Unterschied...zumindest nicht Liebe in ihrer reinen Form.

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20. Dezember 2014 um 18:47

Genau
So ist es...gegen dich hat man keine Argumente "seufz"...
ich denke dir ist durchaus bewusst, das man auf so eine Art der Aufforderung ..wie du sie formuliert hast....nicht reagiert...
das hat mit fehlenden Argumenten nicht viel zu tun.

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20. Dezember 2014 um 18:52
In Antwort auf sonny_12697316

Genau
So ist es...gegen dich hat man keine Argumente "seufz"...
ich denke dir ist durchaus bewusst, das man auf so eine Art der Aufforderung ..wie du sie formuliert hast....nicht reagiert...
das hat mit fehlenden Argumenten nicht viel zu tun.

Allrs gesagt, sally

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20. Dezember 2014 um 19:10

Mothers
Antworte mal hier oben...das was ich meine ist eben nicht das "brauchen" im sinne von Abhängigkeit. ..sondern...eher...ich überlege. ..Sehnsucht vielleicht.
Ich glaube eher, das einem die wirklich wahre Liebe in ihrer "reinen" Form eher selten begegnet...aber wenn man ihr begegnet haut sie einen weg. Ja...und ich sehe es wie du...es muss alles frei und freiwillig srin. Und ich bin uüberzeugt das man lief tief lieben kann ohne Erwartungen zu stellen.
kennst du Animus und anima? Oder die Geschichte der Kugelmenschen? Basierend darauf bekommt der Begriff liebe einen anderen charakter. Bzw bekam für mich einen aanderen charakter.

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20. Dezember 2014 um 20:50

Wie
Recht du hast...

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20. Dezember 2014 um 23:18


Nur weil es Dinge gibt die du nicht kennst, ist es keine Philosophie oder Phantasie

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21. Dezember 2014 um 7:49

Gut
Kopiert. ....aber es gibt auch durchaus einen weniger...."märchenhaften" Blickwinkel, aber das würde den Rahmen sprengen.
Nicht weil ich keine Argumente mehr habe.
Was denkst du denn was ich für Erwartungen habe?
Wir reden hier nicht von Dingen wie Müll rausbringen...Wertschätzung etc. Das sollten normale Dinge sein, Grundvoraussetzung wenn man zusammen lebt. Auch wenn man in einer WG lebt. Das hat mit Liebe nichts zu tun. Und das Thema hier sind nicht Beziehungen sondern Liebe.

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21. Dezember 2014 um 7:50

Du
Überschätzt dich

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21. Dezember 2014 um 22:44

Den Aspekt
mit dem Tauschgeschäft finde ich ganz interessant und der stimmt auch. Ich bekomme manchmal mit, wie etwas Gutes getan wird, nur damit man kein schlechtes Gewissen hat. Oder wie du es beschreibst..geben, nur um etwas zurück zu bekommen..das ist alles "Egoismus-Liebe". Also schon irgendwo wieder Selbstliebe...wenn man`s weiter führt.

Ich denke oft über das Thema nach, schon seit längerer Zeit eigentlich....und zwar auch darüber, ob Liebe immer sofort einem selbst gut tun muss. Oder ob erst der andere dran ist...
Ich glaube, angestoßen wurden diese Gedanken bei mir durch das Hohelied der Liebe.
"Liebe ist geduldig, Liebe ist gütig. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet.
Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trägt keinem etwas nach.
Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, sie freut sich aber an der Wahrheit.
Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand. Die Liebe vergeht niemals."

Wenn in der Bibel die Rede von Liebe ist (im NT), dann oft im Zusammenhang mit Dienen und den anderen höher als sich selbst stellen. In unserer Gesellschaft gilt ja eigentlich ein anderes Motto...man soll erstmal auf sich selbst achten und dann kommt der andere.
Darüber denke ich oft nach...was der bessere Weg ist. Ich glaube, dieses bedingungslose Lieben, das kann man nur mit einem starken Glauben. Denn sonst hat man nicht die Kraft dafür und verliert sich. In unserer Gemeinde ist eine Frau, die bei ihrem Mann geblieben ist, obwohl er sie nicht gut behandelt hat. Sie ist ihm weiterhin mit Liebe und Respekt begegnet und mit der Zeit ( das waren Jahre) hat er sich total verändert. Und jetzt sagt er, dass er ihr sehr dankbar ist, das sie ihn nicht verlassen hat und sie sind ein "harmonisches Paar"...kommen also gut miteinander aus und haben sich lieb

Ich kenne auch noch ein paar andere Beispiele, bei denen es ähnlich verlaufen ist...der liebende Partner war aber immer gläubig. Mir ist bewusst, dass das keine leichte Aufgabe ist und man das nicht von jedem erwarten kann....An diese Liebe will ich mich orientieren...den anderen (mehr) lieben, ohne die eigene Würde zu verlieren.

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22. Dezember 2014 um 7:22

Sag
Mal.....bist du allwissend? Und nochmal...so wie ich den thread verstanden habe, geht es um liebe und nicht um Beziehungen.
Und wie willst du wissen, was ich Wie kenne, wie realistisch es ist etc. Vielleicht erlebe ich gerade die Form der liebe.
Ich finde deine Sichtweise halt einfach ganz normal...du lässt durchblicken, das du Dinge als liebe bezeichnest die einfach zum normalen zwischeinander gehören.

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22. Dezember 2014 um 7:34

Und
Ich erlebe es gerade...es gibt es also...

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22. Dezember 2014 um 13:22

Ich finde den Austausch hier im Großen und Ganzen
sehr interessant, wenn auch mancher Aspekt des Umgangs "miteinander" bei einem solchen Thema mich wirklich schockiert...

Ich für meinen Teil fühle mich mit der "Veränderung" meines Blickwinkels zum Thema Liebe und meine eigenen Grenzen (was Lebensumstände angeht, etc.) deutlich wohler, und sorgloser.

Letztenendes ist für mich unglaublich viel dran an der Tatsache, dass man deutlich angenehmer leben kann, wenn man einfach mit sich selbst im Reinen ist. Es gibt niemanden außer uns selbst, mit dem wir unser Leben verbringen müssen... Vor uns selbst können wir nicht weglaufen, alle anderen Menschen in unserem Leben sind Geschenke, mit allen Konsequenzen daraus, egal, ob das positive oder negative Aspekte sind. Und Geschenke sind nichts, das man einfordern darf. Sie werden uns aus dem Nichts einfach gegeben, aber genauso auch aus dem Nichts wieder genommen (durch den Tod, wenn sie kaputtgehen, etc.) Schenken geschieht freiwillig. Und niemand außer uns kann unsere seelischen Wunden heilen und pflegen, man kann höchstens darauf achten, dass man pfleglich genug mit dem anderen umgeht, um nicht noch weitere Wunden zuzufügen. Es ist nicht fair, von anderen zu erwarten, dass sie für unser Glück sorgen, und doch ist es völlig in Ordnung, darauf zu achten, dass man nicht ausgenutzt und verletzt wird.

Ich finde es einen wundervollen Gedanken, seine Unzulänglichkeiten zu akzeptieren, und doch muss man nicht immer sagen: "Das kann ich halt nicht." Denn es gab schon genügend Situationen, in denen es Beweise gab, dass "Das geht nicht" nur solange zutrifft bis einer kommt und es einfach macht, der nicht wusste, dass es nicht geht.

Und immer wieder besinne ich mich auf "Als ich mich selbst zu lieben begann"... Und eines ist für mich klar: Egoismus bedeutet nicht, dass man sich selbst zuviel liebt, sondern dass man sich selbst zu wenig liebt und mit aller Gewalt von anderen erwartet, dass sie das tun, wozu man selbst nicht im Stande ist. Und zuviel im Außen nach der Erfüllung sucht, die man vergeblich suchen wird, wenn man innerlich nicht im Gleichgewicht ist. Und Gleichgewicht bedeutet nicht, dass man immer alles schön und Friede Freude Eierkuchen will. Nein, Gleichgewicht bedeutet, dass sowohl negative als auch positive Aspekte in unserem Leben gleichermaßen akzeptiert sind. Weil wir sie brauchen.

Wir können nicht das Licht lieben und die Dunkelheit hassen, denn Dunkelheit und Licht gehören zusammen, wie Tag und Nacht. Manche Pflanzen gehen kaputt, wenn sie zuviel Sonnenlicht und Wärme abbekommen, andere gehen kaputt, wenn sie zu wenig davon abbekommen... Schwere Stunden gehören zum Leben genauso dazu wie leichte Stunden. Denn sonst bestünde kein Gleichgewicht.

Was wir ablehnen an anderen, das ist immer das, was wir an uns selbst nicht akzeptieren können.

Am meisten verbildlicht mir das immer dieser Gedanke an "Den Einen" oder "Die Eine", die uns vervollständigt. Wäre es nicht deprimierend, wenn es tatsächlich nur EINE Person gäbe, die uns vollständig macht? Ich meine, EINE Person unter 7 Mrd. Menschen verteilt auf die ganze Erde?

Und doch gibt es eben nur "Den Einen" oder "Die Eine", und diese Person sehen wir jeden Tag... Wenn wir in den Spiegel schauen. Niemand außer uns selbst kann uns glücklich machen, und dann kann man uns Momente des Glückes schenken, die wir mit jemandem teilen können. Aber wenn wir tief in uns drinnen nur negativ sind, dann können wir diese Glücksmomente einfach nicht mehr sehen.

Und was eine Liebesbeziehung angeht, so bin ich inzwischen abgekommen von diesem "Ideal", dass in einer Beziehung aus zwei Wegen einer wird, dass immer alles Eitel Sonnenschein ist. Vielmehr ist es für mich so, dass eine gut funktionierende Beziehung bedeutet, dass aus zwei Wegen drei Wege werden, bei denen sich eben diese zwei individuellen Wege immer mal wieder auf einem dritten begegnen. Dass Streit dazu gehört, man sich alles sagen kann und darf. Reibung erzeugt auch Wärme, und durch Reibung kann man deutlich näher zusammenwachsen und eine ganz neue Qualität erzeugen. Etwas viel tieferes.

Letzten Endes ist jeder Mensch ein "Produkt" seiner Vergangenheit, seiner Lebensumstände, und doch nicht Opfer dessen. Jeder einzelne Mensch ist für sich wie eine Blume, und jede Blume braucht ihre ganz eigene Art von Pflege. Wer aber seine eigene Fürsorge und Pflege nicht kennt, der kann nicht erwarten, dass ein anderer dies tut.

Und seit ich meinen Blickwinkel in diese Richtung verändert habe, fällt es mir wesentlich leichter, durch's Leben zu gehen, aber eben auch mal "Beziehungen" abzubrechen, die sich als einseitig oder nicht gerade ausgeglichen herausstellen. Alles kann, nichts muss.

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22. Dezember 2014 um 14:16

Natürlich
gibt es verschiedene Formen der Liebe. Und das was ich oben beschrieb, ist einfach nochmal eine ganz andere Stufe.....Das nicht jeder dazu bereit ist oder das erbringen kann, schrieb ich übrigends auch.

Ich gebe dir Recht, dass die menschliche Liebe, die die Kraft nur aus sich selbst schöpft, diese Liebe nicht erbringen kann. IMit Göttern hat das jetzt aber nichts zu tun

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22. Dezember 2014 um 19:35

Aber
Was ich meine...es gibt soviel Paare die sagen, sie lieben sich. ..richtig?
Und ich denke halt, das es oft mit "brauchen" verwechselt wird.
und man kann auch lieben ohne das man zusammen ist...oder man kann jemanden lieben ohne das man zurück geliebt wird und trotzdem ist es okay, weil allein das Gefühl der liebe sowas grosses ist...klar tut es auch weh...weil es ist ja eine Sehnsucht da...das bestreite ich nicht.
Ich kann einfach nur von mir sprechen. ..jahrelang dachte ich, ich liebe. Dabei War es was anderes...Erwartungen. ..Gewohnheit. ..sich über den anderen definieren.
nun habe ich eine andere Seite kennengelernt. ..einfach den anderen zu lieben...ohne zu wissen was sich ergibt. ..ohne Ansprüche. ..ohne Ticket ins Glück. ..und trotzdem fühltes sich aanders an.
ich sehe es auch wie sunshinemum...ich brauche keinen Mann an meiner Seite um mich zu unterstützen. ..das kann Familie. ..freunde...aber dieses eine Gefühl. ..das kann nur einer einem geben...ich nenne das immer " man fühlt sich kompletter"...aber das Augenmerk liegt auf dem "er"...komplett bin ich auch ohne ihn.

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22. Dezember 2014 um 23:21
In Antwort auf neelasssim

Ich finde den Austausch hier im Großen und Ganzen
sehr interessant, wenn auch mancher Aspekt des Umgangs "miteinander" bei einem solchen Thema mich wirklich schockiert...

Ich für meinen Teil fühle mich mit der "Veränderung" meines Blickwinkels zum Thema Liebe und meine eigenen Grenzen (was Lebensumstände angeht, etc.) deutlich wohler, und sorgloser.

Letztenendes ist für mich unglaublich viel dran an der Tatsache, dass man deutlich angenehmer leben kann, wenn man einfach mit sich selbst im Reinen ist. Es gibt niemanden außer uns selbst, mit dem wir unser Leben verbringen müssen... Vor uns selbst können wir nicht weglaufen, alle anderen Menschen in unserem Leben sind Geschenke, mit allen Konsequenzen daraus, egal, ob das positive oder negative Aspekte sind. Und Geschenke sind nichts, das man einfordern darf. Sie werden uns aus dem Nichts einfach gegeben, aber genauso auch aus dem Nichts wieder genommen (durch den Tod, wenn sie kaputtgehen, etc.) Schenken geschieht freiwillig. Und niemand außer uns kann unsere seelischen Wunden heilen und pflegen, man kann höchstens darauf achten, dass man pfleglich genug mit dem anderen umgeht, um nicht noch weitere Wunden zuzufügen. Es ist nicht fair, von anderen zu erwarten, dass sie für unser Glück sorgen, und doch ist es völlig in Ordnung, darauf zu achten, dass man nicht ausgenutzt und verletzt wird.

Ich finde es einen wundervollen Gedanken, seine Unzulänglichkeiten zu akzeptieren, und doch muss man nicht immer sagen: "Das kann ich halt nicht." Denn es gab schon genügend Situationen, in denen es Beweise gab, dass "Das geht nicht" nur solange zutrifft bis einer kommt und es einfach macht, der nicht wusste, dass es nicht geht.

Und immer wieder besinne ich mich auf "Als ich mich selbst zu lieben begann"... Und eines ist für mich klar: Egoismus bedeutet nicht, dass man sich selbst zuviel liebt, sondern dass man sich selbst zu wenig liebt und mit aller Gewalt von anderen erwartet, dass sie das tun, wozu man selbst nicht im Stande ist. Und zuviel im Außen nach der Erfüllung sucht, die man vergeblich suchen wird, wenn man innerlich nicht im Gleichgewicht ist. Und Gleichgewicht bedeutet nicht, dass man immer alles schön und Friede Freude Eierkuchen will. Nein, Gleichgewicht bedeutet, dass sowohl negative als auch positive Aspekte in unserem Leben gleichermaßen akzeptiert sind. Weil wir sie brauchen.

Wir können nicht das Licht lieben und die Dunkelheit hassen, denn Dunkelheit und Licht gehören zusammen, wie Tag und Nacht. Manche Pflanzen gehen kaputt, wenn sie zuviel Sonnenlicht und Wärme abbekommen, andere gehen kaputt, wenn sie zu wenig davon abbekommen... Schwere Stunden gehören zum Leben genauso dazu wie leichte Stunden. Denn sonst bestünde kein Gleichgewicht.

Was wir ablehnen an anderen, das ist immer das, was wir an uns selbst nicht akzeptieren können.

Am meisten verbildlicht mir das immer dieser Gedanke an "Den Einen" oder "Die Eine", die uns vervollständigt. Wäre es nicht deprimierend, wenn es tatsächlich nur EINE Person gäbe, die uns vollständig macht? Ich meine, EINE Person unter 7 Mrd. Menschen verteilt auf die ganze Erde?

Und doch gibt es eben nur "Den Einen" oder "Die Eine", und diese Person sehen wir jeden Tag... Wenn wir in den Spiegel schauen. Niemand außer uns selbst kann uns glücklich machen, und dann kann man uns Momente des Glückes schenken, die wir mit jemandem teilen können. Aber wenn wir tief in uns drinnen nur negativ sind, dann können wir diese Glücksmomente einfach nicht mehr sehen.

Und was eine Liebesbeziehung angeht, so bin ich inzwischen abgekommen von diesem "Ideal", dass in einer Beziehung aus zwei Wegen einer wird, dass immer alles Eitel Sonnenschein ist. Vielmehr ist es für mich so, dass eine gut funktionierende Beziehung bedeutet, dass aus zwei Wegen drei Wege werden, bei denen sich eben diese zwei individuellen Wege immer mal wieder auf einem dritten begegnen. Dass Streit dazu gehört, man sich alles sagen kann und darf. Reibung erzeugt auch Wärme, und durch Reibung kann man deutlich näher zusammenwachsen und eine ganz neue Qualität erzeugen. Etwas viel tieferes.

Letzten Endes ist jeder Mensch ein "Produkt" seiner Vergangenheit, seiner Lebensumstände, und doch nicht Opfer dessen. Jeder einzelne Mensch ist für sich wie eine Blume, und jede Blume braucht ihre ganz eigene Art von Pflege. Wer aber seine eigene Fürsorge und Pflege nicht kennt, der kann nicht erwarten, dass ein anderer dies tut.

Und seit ich meinen Blickwinkel in diese Richtung verändert habe, fällt es mir wesentlich leichter, durch's Leben zu gehen, aber eben auch mal "Beziehungen" abzubrechen, die sich als einseitig oder nicht gerade ausgeglichen herausstellen. Alles kann, nichts muss.


WOW!!!!
Ganz große Klasse geschrieben....!!!!!
Das hat meine Heilpraktikerin auch alles gesagt..... So viele Sätze "höre" ich nun zum zweiten Mal...

Ich versuche es auch aber leider fällt man oft in sein altes Muster...

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