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Ist das normal? Liebe ich mein Baby?

9. Oktober 2013 um 23:59 Letzte Antwort: 10. Oktober 2013 um 11:52

Ich schreibe anonym an euch, da ich mich sehr schäme. Ich hoffe, jemand hat Rat für mich oder kann mich beruhigen.

Vor 15 Wochen habe ich unseren Sohn, ein lang ersehntes Wunschkind, per Notkaiserschnitt 4 Wochen zu früh zur geboren. Leider stille ich ihn nicht, ich hätte es aber so gerne getan, darauf hab ich mich am meisten gefreut... Gründe sind momentan irrelevant.

Nun zu meinem Anliegen. Ich weiß nicht, ob ich unseren Sohn noch liebe. Es tut mir so leid und so weh... Er ist sehr lieb, er weint nur wenn er seine Milch möchte, nen Stinker gemacht hat oder übermüdet ist. Er hatte nicht mal diesen Milchschorf oder Akne, ist kerngesund, wunderschön und ein absolutes Traumbaby. Aber ich bin manchmal so dermaßen genervt wenn er schreit! Er macht dabei so ganz ekelhafte Geräusche, so laut und gepresst, aber erst seit kurzem. Vorher hat er mehr gequiekt, das ging noch, aber seit er so wütend klingt könnte ich ihm manchmal einfach eine scheuern. Das würde ich nie tun, ich schrei ihn auch nicht an, oder rede laut oder genervt mit ihm, dann bin ich lieber still. Ich passe auf, dass er nichts negatives von mir vermittelt bekommt, mein Mann macht das ebenfalls so. Vorhin wollte er nun einfach nicht einschlafen und hat gebrüllt und gebrüllt. Da konnte ich nicht mehr. Ich bin einfach aus seinem Zimmer raus und hab ihn schreien lassen!!! Ich bin dann in die Küche, hab rumgeflucht (von wegen halt doch endlich deine verdammte Gusche! Ich mach doch alles! Ich hab die Schnauze voll! Ich hab keinen Bock mehr auf dich! Sowas. dabei stimmt das doch garnicht, ich war nur so geladen! Währenddessen hab ich Schranktüren geknallt und Nen Teller absichtlich zerdeppert. Danach bin ich auf den Balkon und hab erstmal eine geraucht. Nach dem umziehen und Händewaschen bin ich dann wieder zum Engelchen hin und er hat geschlafen. Er ist so perfekt und unschuldig und ich musste so weinen, weil mir mein Ausbruch so leid tat/tut. Liebe ich ihn nicht? Bin ich überfordert? Sind das eventuell Depressionen? Unser Sternchen hat davon natürlich nichts mitbekommen, aber ich hab ihn noch nie schreien lassen!! Die ganzen Monate nicht! Bitte macht mir keinen Vorwurf, mein Mann und ich geben uns die größte Mühe und würden unserem Junior niemals was antun! Oder doch? Muss ich Angst haben, dass ich es beim nächsten mal an meinem Baby auslasse? Das ist mir noch nie passiert und anfangs hat er viel öfter geweint.
Ich hab so ein schlechtes Gewissen. Ich hab ne Freundin von mir gefragt, ob sie auch schonmal ausgeflippt ist, ihr Sohn ist bereits 7 Monate. Sie sagt nein, sie hat noch nie die Nerven verloren oder musste irgendwas rauslassen. Ich hab es abends meinem Mann erzählt, er kann mich verstehen und sagt, das ist bestimmt normal, er kann das Geschrei' auch nicht ab. Aber er reißt sich doch auch zusammen und haut nix kaputt?!
Ich weiß nicht. Liebe ich meinen Sohn überhaupt, wenn ich manchmal dermaßen genervt und/oder wütend bin? Brauche ich Hilfe? Bin ich normal? Oh Gott, eben hat das kleine Geschöpf mich angelacht und ich schreib hier sowas. Ich könnt schon wieder heulen deswegen. Bin ich eine schlechte Mami?

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10. Oktober 2013 um 7:24

Deine Freundin hat gelogen!
Da bin ich mir ganz sicher! Jeder ist mal von seinem Kind genervt, und wenn sie älter werden, wird es nicht besser. Trotzdem liebst du dein Kind. Und ganz ehrlich, lieber mal schreien lassen als die Wut am Kind auslassen. Wochenbettdepression? Mag sein. Wie oft fühlst du dich so? Wenn es so sehr belastend ist, sprich mit deinem Arzt.

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10. Oktober 2013 um 7:45

Niemand hat HIER
Eine wochenbettdepression diagnostiziert, sondern die Vermutung - zu recht - aufgestellt.

Auch finde ich es falsch, der Freundin zu unterstellen, dass sie (bewusst) gelogen hat. Bei nem 7 monate altem kind, wo mutter und kind ausgeglichen sind, muss es gar nicht dazu gekommen sein, dass sich irgendwer in nem ähnlichen ausrastlevel wie die TE ist oder war.

Versuche dir bitte, bitte, bitte Hilfe zu holen. Reden hilft, wenn du mit deinem Partner gut reden kannst, dann spreche das weiterhin an.

Ich denke, die Realität kam zu schnell und zu hart, 4 wochen zu früh, not-ks, du kannst/ darfst nicht stillen,... Beginne das zu bearbeiten und deinen Sohn zu akzeptieren, vllt trägst du ihn schon bald? Das fördert durch die dazu passenden Hormone seine Entspannung und eure Bindung.

Bitte, bleib am Ball und lass dir helfen. Einige klärende Gespräche können helfen.

Ich möchte dir keine Angst machen, aber lass dein Kind bitte sofort los, wenn dus mal kurz rütteln willst.

Liebe Grüße.

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10. Oktober 2013 um 8:50

Liebe Neumami,
im ersten Moment als ich deinen Text gelesen habe, war ich etwas geschockt. Aber dann habe ich noch mal darüber nachgedacht, wie das alles bei mir anfangs so war. Ich habe halt inzwischen das dritte Baby hier. Hier kommt meine persönliche Meinung:
Ich glaube mit dir ist alles in Ordnung. Ich glaube auch nicht an eine Wochenbettdepri, aber ich kenne mich damit auch nicht aus, da ich nie auch nur einen Ansatz dazu hatte.
Aller Anfang ist schwer und gerade beim ersten Kind ist es eine riesen Umstellung von total frei, man macht was man will, wo und wie man es will, zu total fremdgesteuert vom Baby. Auch wenn dein Baby nicht sehr fordernd ist, so scheinst du mir doch einen sehr hohen Anspruch an dich selbst zu haben (nie schreien lassen etc.). Ich bin auch so und kann da aus Erfahrung sagen, dass das einen unheimlichen Druck aufbaut. Deine Freundin ist vielleicht nicht so. Vielleicht lässt sie mal eher Fünfe gerade sein. Dazu kommt die Temperamentfrage, vielleicht bist du ein eher leidenschaftlicher Mensch.
Ich denke solange du dich im Griff hast und nur Gegenstände zerdepperst, stört das keinen weiter. Das Schlimmste hast du ja auch schon fast hinter dir. So ab 6 Monaten werden die Kleinen mobiler und du bekommst stückchenweise etwas Freiheit zurück.
Setz dich beispielsweise haushaltsmäßig nicht so unter Druck, dann ist es halt mal schmutzig und auch als Mami kannst du nicht immer perfekt sein. Dein Kleiner nimmt sicher keinen Schaden, nur weil du ihn hast einmal schreien lassen. Und ganz wichtig, nimm dir Auszeiten. Wenn dein Mann abends Zuhause ist, gehst du vielleicht einen Abend die Woche weg und tust etwas für dich z.B. Sport, Wellness, Sauna, mit ner Freudnin essen gehen, sowas halt. Das wird schon alles.
Und sicher liebst du dein Baby, sonst würdest du dir die Gedanken gar nicht machen

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10. Oktober 2013 um 9:36

Ich glaube,
dass solche Gefühle in einem gewissen Maße "normal" sind. Aber ab dem Moment, in dem man sich nicht mehr wirklich beherrschen kann (Dinge zerstören, Schreien,...) sollte man das genauer reflektieren und sich vielleicht lieber Hilfe suchen. Ein Arzt könnte eine späte Wochenbettdepression diagnostizieren/ausschließen.
Der Freundin zu unterstellen, sie würde lügen, halte ich auch für falsch. Natürlich ist das wahre Leben mit Kindern nicht wie in einem Werbespot für Windeln, aber es gibt durchaus Menschen mit Nerven wie Drahtseilen Ich habe nie Agressionen vor/ wegen meines Sohns gezeigt, und der ist mit seinen 19 Monaten auch das ein oder andere Mal richtig anstrengend.
Ich finde es schon heftig, wenn eine Mutter erst in der Küche schreit, Teller kaputt macht und dann noch eine rauchen gehen und währenddessen ihr Kind schreien gelassen wird. Aber Gemüter sind verschieden, generelle Lebensumstände auch. Aber ich rate dir, dir Hilfe zu suchen oder zumindestens mit deiner Hebamme darüber zu sprechen. Auf jeden Fall ist es gut, dass du schon die Situation reflektierst.

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10. Oktober 2013 um 9:46

Ich erzähle dir jetzt mal von meiner situation von damals
unser sohn war unser lang ersehntes Wunschkind.
es wurde ein ks wegen ss Vergiftung, ein ks wollte ich aber eh von daher war mir das ganz recht.
stillen konnte ich auch nicht. mein größter wunsch, aber es hat nicht funktioniert mein sohn wäre wirklich fast verhungert, weil die Hebammen im kh auch nicht geschalten haben. also es war nicht die Gefahr, dass er wirklich bald gestorben wäre, aber er hatte beim ersten Fläschchen mit 3 tagen 90 ml getrunken!!!!!!

so als wir zu hause waren hatte ich nur angst wie ich das schaffen soll. den ks hatte ich super überwunden und daran lag auch ganz sicher nicht meine Unsicherheit.

so unser kleiner bekam dann Koliken und ich war nur noch fertig, mein mann machte was er konnte aber ich wollte alles selbst machen, wollte eine gute perfekte mutter sein. ich musste abpumpen, weil die hebi sehen wollte was ichz an milch habe, war AM TAG max 50 ml! habe das über 6 Wochen praktiziert. mein kleiner hat für ein fläschen von 40 ml fast ne stunde gebraucht dann ne stunde pumpen und ne halbe stunde schlafen da stand der kleine wieder mit hunger auf der matte. sonst wie dein Kind nur am schlafen und war sehr sehr zufrieden.

ich habe den kleinen irgendwann verwünscht. dann hat er immer so in die Oberarme gekniffen da dachte ich mir nur ich klatsche dich an die wand wenn du icht aufhörst.
ich hatte manchmal so einen frust und habe darüber nur geweint weil ich es ja so nie meinte.

und als ich gelernt hatte aufgaben aus der Hand zu geben und einfach abstillen und für mich akzeptieren, dass ich keine schlechte mutter bin weil ich nicht stillen kann wurde es besser.

mein kleiner ist jetzt zwei und ich liebe ihn mehr wie mei leben und weiss heute rückblickend es war schon immer so.
ich habe ihn nie geschlagen, aber schon mal angemault. muss auch sein in Trotzphasen.

ich bin wieder schwanger und weiss ich werde dieses mal anders an alles ran gehen.

mache dich nicht verrückt ich sehe parallelen zwischen uns und ich denke nicht dass du eine depri hast. wenn du dir aber sicher gehen willst rede mit deinem doc.

versuche zur ruhe zu kommen

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10. Oktober 2013 um 11:52

Ich danke euch...
Für all die aufbauenden Worte. Nein, ich habe noch nie so gedacht, bzw. gehandelt. Ich habe meinen kleinen tagsüber viel im tragetuch, wenn er schläft mach ich den Haushalt. Mein Mann kommt gegen 19.00 Uhr und spielt und füttert bis große Schlafenszeit ist. Er macht das echt super und die beiden haben eine ganz tolle Bindung. In der zeit geh ich dann mal in die Badewanne oder spazieren oder ich seh einfach zu... Auch am WE unternimmt er alleine was mit Junior, also ich hab schon zeit für mich. So im Nachhinein betrachtet glaub ich, ist einfach das "genervt sein", was ich seit seiner Geburt immer unterdrückt hatte einfach rausgekommen. Danach hab ich mich ja wieder viel besser und ausgeglichener gefühlt. Ich habe über Wochenbettdepressionen gelesen und das trifft nun wirklich nicht auf mich zu.
Wir sind sehr glückliche Eltern, wenn auch nicht die, mit den allerstärksten nerven. Vielen vielen dank, für den Zuspruch und dafür, dass mich niemand angeschrien hat ach ja und er hat auch keine 3 Minuten alleine geschrien, das kam eventuell etwas schlimmer rüber, als es war. Er war dann zwischenzeitlich eingeschlafen. Er wird halt manchmal echt wütend, wenn er übermüdet ist.
Vielen Dank!!!

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